Schlagwort: Clemens Schittko

der Aufstand kommt so oder so

sag, was du zu sagen hast sag, wer du bist und sag vor allem, was du wirklich willst wovon bist du abhängig? wer bezahlt dich? wie hoch ist dein Preis? ab welcher Summe begehst auch du Verrat? und dann sag…

Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

Kein Mensch verdient, dafür geehrt zu werden, dass er lebt. Jean-Paul Sartre Nur zwei harte Währungen kennt der deutsche Literaturbetrieb. Die eine ist: Geld. Die andere heißt: Authentizität. Sie ist wichtiger als Preise, weil man Preise verachten kann, wenn man…

Statt einer Widmung zu Beginn

  Dieses Gedicht ist ein Gedicht, weil ich es sage. D. h., es wird Leute geben, die einfältig genug sind, zu glauben, dass dies wirklich ein Gedicht ist. Die Juristen werden feststellen, es ist kein Plagiat. Die Ökonomen werden feststellen,…

Vitamin-B-Mangel

    Wie viele meiner Gedichte zuletzt doch wieder abgelehnt worden sind von den Verlegern, den Redakteuren und den Juroren. (Und wie viele meiner Gedichte sich noch nicht einmal für eine Absage „qualifiziert“ haben …) Früher hätte ich gesagt, dass…

Weiter im Text

  es ist vorbei wir sind am Ende der Faden ist gerissen die Würfel sind gefallen die Tage sind gezählt nichts kommt mehr und nichts findet noch statt es war alles schon mal da jede Note wurde schon einmal gespielt…

Ein einziger kämpferischer Kommentar zur Gegenwart

  Man sollte keine Bücher schreiben ohne Listen drin , zitiert Clemens Schittko Wolfang Herrndorf, um dann in seinem neuen Gedichtband „Weiter im Text“ fast ausschließlich Listen aneinander zu reihen. Klingt langweilig? Unmöglich? Jedenfalls nicht nach Gedichten? Über all diese…

Gedicht gegen die Arbeit

  Der Seemann wird heimgerufen. Der Fensterputzer ist weg vom Fenster. Der Schaffner liegt in den letzten Zügen. Dem Heizer erlischt der Lebensfunke.   Der Schmied springt über die Klinge. Der Autohändler kommt unter die Räder. Der Kfz-Mechaniker schmiert ab.…

Schwarzbuch · Revisited

Unserer Gegenwart ist die Zukunft abhanden gekommen. Die von der Technologie überwachten Menschen sind bis auf wenige Ausnahmen zum bloßen Konsumenten degradiert. Poesie zählt zu den wichtigsten identitäts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer poetologischen…

Zeit der Kettenhunde

Vorbemerkung der Redaktion: Daß ausgerechnet der unkomplizierteste Zugang zur Viefalt der Lyrik in Verruf geraten ist, ärgert Axel Kutsch, einen der leidenschaftlichsten Herausgeber: Rezensionen von Lyrik-Anthologien findet man eher selten in den Medien – und wenn doch, dann kommt es…

Who is who / is who or what

  nach Kai Pohl   Leninallee heißt jetzt Landsberger Dimitroff heißt jetzt Danziger Wilhelh-Pieck- heißt jetzt Torstraße Joan Baez heißt jetzt Kultur- und Schankwirtschaft BAIZ Burger King heißt jetzt Kaffee Burger Klum heißt jetzt Samuel Feldbusch heißt jetzt Pooth Po…

Fünfzigtausend Anschläge

Ein Schwarzbuch ist eine Sammlung von Negativbeispielen aus der Sicht des Autors oder Herausgebers, die in Buchform veröffentlicht wird („Schmutzbuch“). Quelle: Wikipedia Nachdem das Jahrbuch der Lyrik 2015 für Furore gesorgt hatte, vor allem deshalb, weil „sich so gut wie kein politisches, zumindest gesellschaftskritisches Gedicht…

So

nach Inger Christensen   so so ist es das ist so so ist das Ganze so ist das Ganze in einer Menge so ist das Ganze in einer Menge von Unterschiedlichem so ist das Ganze in einer Menge unterschiedlicher Menschen…

Im Lyrikamt

  (Mein Name ist) Schittko, Clemens Schittko. Clemens mit C am Anfang und mit S am Ende. Und Schittko buchstabiert sich S, C, H, I, Doppel-T, K, O. Nein, ich wurde von niemandem ausgeknockt, noch nicht einmal angezählt. Und das,…

Die Farben der Bücher und des japanischen Himmels

Vor mir liegen ein dunkelblaues Buch und ein dunkelrotes Buch. Die Früchte des Sommers tragen diese Farben – Blaubeere und eine in hiesigen Breitengraden noch zu entdeckende Frucht zwischen Brom- und Himbeere. Ich lese die Bücher parallel, irgendwie gehören sie…