Was! Ist das?

13. April 2013
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Auf dem Cover finden wir paßgenau hingetuschte Porträts.

Was für eine Einladung zur Entführung. Was für eine wohltuende, kribbelnde Wärme im Gewirr des Oberstübchens, in der Meditation des tiefsten Winters. Frühlingsboten im Seelenhaus, Sonnenstrahlen unter der Schädeldecke. Was für ein Ein- und Mehrklang im Zwiegespräch dieser Schurken, wie vertraut Philipp Bracht und A.J. Weigoni wirken, im gemeinsamen Spiel.

Die Magus-Preisfrage 2013 lautet: „Wenn der Leser nicht zaubern kann … Worin besteht der Reiz und worin liegt der Sinn, schwierige literarische Texte verstehen zu wollen?“ – Im Duden sucht man das Wort „Prægnarien“ vergebens, vielleicht sollte man auch aufhören Gedichte auf Anhieb verstehen zu wollen?

Dieses Hörbuch muss sollte sanft dosiert genießen, sonst fliegt einem noch der Kopf in die Luft [Hexamin im Klanggewand_nein_Pelz]. Sehr ansteckend und Kräfte weckend, nachdem mich der neuerliche Winterbeginn unbeschwert unter sich begrub. Zu hören ist auf diesem Hörbuch eine lunatische Lust am Text, die von keinerlei Ideologie angetrieben ist. Für alles Andere gibt es die Replay-Taste.

„Man sollte aufhören, wenn man gut ist.“, gab Weigoni lakonisch zu Protokoll, als er nach dem Auftritt bei einem Glas Rotwein gefragt wurde, ob dies wirklich seine letzte poetische Performance gewesen sei. Gänsehaut im Lavabad als mir erst unter dem ersten Applaus der Live_character ins Bewusstsein brach : fantastisch. Einfach köstlich diesem Abend, immer wieder, beiwohnen (und heraufbeschwören) zu dürfen.

 

***

Prægnarien, Hörbuch von Philipp Bracht, Frank Michaelis und A.J. Weigoni. Eine limitierte Auflage von 50 Exemplaren ist versehen mit einem Original von Haimo Hieronymus. Edition Das Labor, Mühleim an der Ruhr 2013

Bilder der Prægnarien-Performance von Philipp Bracht und A.J. Weigoni sind hier zu sehen. Probehören kann man auf MetaPhon. Ein Video von Frank Michaelis und A.J. Weigoni hier.

 

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Erster Logo-Entwurf für die Edition Das Labor von Peter Meilchen.

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