Schlagwort: Michel de Montaigne

Über Lob, Preis und Ruhm

  Ich spreche von Ruhm an und für sich selbst. Denn er hat oft sehr nützliche Folgen, weswegen er wünschenswürdig werden kann: Er erwirbt uns Wohlwollen und schützt uns einigermaßen vor Anfällen und Beleidigungen von andern Menschen und so mehr…

Die Ehe ist ein Vertrag; nur der erste Anfang ist frei

Vorbemerkung der Redaktion: KUNO beschäftigt sich mit dem Wandel der Geschlechterbilder. Michel de Montaigne (1533–1592) hielt Frauen nicht der Freundschaft fähig – ihnen fehlten die geistigen Fähigkeiten, um mit dem Mann mitzuhalten. Er räumt allerdings ein, daß die Freundschaft zu einer…

Zur Gattung Essay

Das Essay ist nicht nur eine hybride, sondern auch eine ambivalente Form. Es ist ein Diskurs, aber so, dass bei ihm immer versucht wird, Dialoge zu provozieren. Ein Faden, der in der Einsamkeit gesponnen wird, aber dessen anderes Ende so…

Michel de Montaigne, ein Blogger aus dem 16. Jahrhundert

Nein. Lesen Sie ihn, um zu leben! Flaubert Würde Michel de Montaigne im 21. Jahrhundert leben, so er wäre wahrscheinlich der beliebteste Blogger. Nicht nur in Frankreich. Wir kommen ihm näher, indem wir seine Essais lesen. Und zwar Wort für…

Was nützlich ist und was ehrlich

  Ich habe oft meinen eigenen Ärger darüber gehabt, wenn ich so gesehen, daß Richter durch List oder vorgespiegelte Hoffnung von Gnade und Verzeihung den Verbrecher verleiteten, seine Tat zu bekennen, und dabei allerlei unverschämte Tücke anwendeten. Es würde der…

Die Speisen

  Die Speisen, die für ein Kind gesund sind, muss man ihm versüßen, und die, welche ihm schädlich sind, vergällen.     *** Michel de Montaigne ist der Erfinder des Essays, in seinen Ausführungen finden wir aber auch Zuspitzungen. Weiterführend →…

Über die Kinderzucht

  Wir sind alle, weniger oder mehr, in diesem Irrtum. Ein Irrtum von großem und nachteiligem Einfluß. Wer sich aber das große Bild unserer Mutter Natur gleichsam wie in einem Gemälde in ihrer ganzen Majestät vorstellt; wer in ihrem Gesichte…

Von der Erfahrung

  Keine Begierde ist natürlicher als die Begierde nach Wissen. Wir bedienen uns aller Mittel, die uns dahin führen können. Wenn uns dabei die Vernunft fehlschlägt, so wenden wir uns an die Erfahrung.      *** Anmerkung der Redaktion: Wir…

Windstiller Feiertag

  Aus einfältigen, nicht so gar neugierigen Seelen und nicht so gar gelehrten Seelen werden gute Christen, die aus Ehrfurcht und Gehorsam einfältig glauben, und den Gesetzen folgen.      *** Anmerkung der Redaktion: Wir danken dem analogen Blogger Michel…

Verfall

  Am jetzigen Verfall hat jeder von uns seinen eigenen Anteil.       *** Anmerkung der Redaktion: Michel de Montaigne ist ein analoger Blogger. Der in der Schwebe gelassene Sinn, die Produktion von Ambiguität – was für Roland Barthes Brecht…

Über die Einsamkeit

  Die weitläufige Vergleichung des einsamen mit dem tätigen oder geselligen Leben wollen wir linker Hand liegen lassen. Und was die glatten Worte anlangt, hinter welche sich die Ehrsucht und der Geldgeiz verbergen wollen, »daß wir nicht bloß unsertwegen, sondern…

Von der Mäßigung

  Gleichsam als ob unsere Berührung etwas Ansteckendes hätte, verderben wir durch unser Behandeln solche Dinge, die an und für sich selbst schön und gut sind. Wir können die Tugend auf eine Art ergreifen, daß sie dadurch fehlerhaft wird; wenn…

Von der Angewohnheit und von der Mißlichkeit, gewohnte Gesetze zu ändern

  Die menschliche Vernunft ist eine Färberlauge, die ungefähr in gleichem Maße allen unseren Meinungen und Sitten beigemischt ist, von welcher Art solche sein mögen. Unendlich in der Materie, unendlich in der Abweichung.        *** Anmerkung der Redaktion: Wir…

Von der Pedanterei

  Was hilft die Wissenschaft ohne Verstand, sie anzuwenden? Wollte der Himmel, wir wären in Ansehung unserer Rechtspflege so glücklich, daß jene ansehnlichen Gerichtsverwalter mit ebensoviel Verstand und Gewissen begabt wären, als es ihnen am Wissen nicht mangelt!    …

Vernunft

  Wenn uns die Vernunft dabei fehlschlägt, so wenden wir uns an die Erfahrung.       *** Anmerkung der Redaktion: Michel de Montaigne ist ein analoger Blogger. Der in der Schwebe gelassene Sinn, die Produktion von Ambiguität – was für Roland…

Der Mittelpunkt meines Denkens

  Der Mittelpunkt meines Denkens bin ich selbst.      *** „Montaigne war nicht zuerst ein Stoiker, der aufgrund einer skeptischen Krise am Ende seines Lebens zum Epikuräer geworden ist. Er war kein Anhänger irgendeiner philosophischen Schule, sondern Eklektiker […],…

Wenn wir Abschied nehmen

  Wenn wir Abschied nehmen, wird unsere Neigung zu dem, was wir schätzen, immer noch etwas wärmer. Essais III, 5    *** Anmerkung der Redaktion: Wir danken dem analogen Blogger Michel de Montaigne. Der in der Schwebe gelassene Sinn, die Produktion…

Das Gefühl für das Gute und Böse hängt großenteils von der Meinung ab, die wir davon hegen

  Die Menschen (sagt eine alte griechische Sentenz) werden von den Meinungen gequält, die sie von den Dingen hegen, und nicht von den Dingen selbst. Man hätte schon einen großen Schritt zur Erleichterung des menschlichen Elendes gewonnen, wenn man diesem…

Über Lob, Preis und Ruhm

  Der Name ist nicht einerlei mit der Sache. Der Name ist artikulierter Schall, welcher die Sache bezeichnet und andeutet; der Name ist kein Teil der Sache oder ihres Wesens; es ist ein fremdes Teilchen, das der Sache beigefügt wird…