Schlagwort: Erich Mühsam

Deutschland, Deutschland, liberales

  Deutschland, Deutschland, liberales, von der Etsch bis an den Belt! Seht ihr nicht am preuß’schen Pfahl es, wie es auseinanderfällt? Deutscher Reichstag – Preußenbündler – deutscher Schnaps und bayrisch Bier – Deutschland, Deutschland, liberales – Deutschland, Deutschland – hüte…

Künstlerpflicht

  Der Entwicklung der Kunst zur Offenbarung zukünftiger Menschheit muß die Entwicklung der Künstler zu Menschen vorangehen. Das Verhängnis des Künstlers ist seine Vereinsamung, seine selbstgewählte Abschließung von den Dingen des Volkes. Hier ist der schmerzlichste Grund der Kulturarmut dieser…

Die Demokraten

  Genosse Seidelheber sprach: „Wir sind die Demokraten! Wir woll’n nicht mehr im Schlamm der Schmach, Im Sumpf des Zwanges waten. Wir wissen selbst, was not uns tut Und brauchen keine Fürsten, – Wir alle, die voll Kraft und Mut…

Der Anarchisterich

  War einst ein Anarchisterich, der hatt’ den Attentatterich. Er schmiss mit Bomben um sich rum; es knallte nur so: bum bum bum. Einst kam der Anarchisterich an einen Schlosshof fürstelich, und unter’m Rock verborgen fein trug er ein Bombombombelein.…

Die Ehe

  Die Ehe ist ein Doppelselbstmord.         Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

Die Erde

  Die Erde ist ein möbliertes Zimmer ohne Bedienung.         Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

Ehrbarkeit

  Ehrbarkeit ist aller Laster Anfang.         Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

Wie man betet

  Wie man betet, so lügt man.         Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

Der Deutschen Sozialdemokratie gewidmet

  Politikverdrossenheit und schwere Krankheiten haben zuweilen etwas gemein: irgendwann hört man auf, sich zu wehren.   *** Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur. Twitteratur, eine Anthologie. Erweiterte Taschenbuchausgabe mit der Dokumentation des Hungertuchpreises. Herausgegeben von Matthias Hagedorn,…

Journalist

  Journalist ist kein Beruf, sondern eine Eigenschaft; im besten Falle ein Schicksal.         Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.  

Der Mensch ist das All

  Der Mensch ist das All – soweit sein Horizont reicht.       Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

Ein Aphorismus

  Ein Aphorismus ist, wenn man kein Essay schreibt.         Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

Die Pflicht

  Jüngst war der Tod bei mir zu Gast, Unsichtbar stand er und hat still Und prüfend meinen Puls gefaßt, Als fragt er, ob ich folgen will. Da ward mein Körper schwebend leicht, Und in mir ward es licht und…

Der größte Künstler

  Der größte Künstler ist, der mit Grazie nichts thut.       Weiterführend → ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

WELTSCHÄNDUNG

    Vernichtet nur das eigene Geschlecht, zerstört, was je durch Menschenfleiß geworden! Doch welche Mächte gaben euch das Recht, des Wassers Glanz, der Blume Duft zu morden? Wenn das Geschützrad Halm und Strauch zerbricht, seht ihr die Säfte nicht,…

DIES IRAE

  Der Hölle Rachen fauchte Gift und Unrat aus und ließ die Welt in Urschlamm und in Blut ersaufen, und Feuerbrand und Eisensplittergraus schuf aus der Menschheit Stätten öde Trümmerhaufen. Was Teufelstücke unterm Gottesfluch erdacht, ward Menschenwerk, ward Würfelgut und…

Der Ziegelbrenner

KUNO konsultiert den Wert des Analogen und dokumentierte den Grenzverkehr im Dreiländereck. Wir stellen in diesem Online-Magazin gerne Literaturzeitschriften vor, auch Klassiker. Das erste Heft Der Ziegelbrenner erschien am 1. September 1917. Als verantwortlich für Herausgabe, Schriftleitung und Inhalt zeichnete…

TRUTZLIED

  Nennt uns nur höhnisch Weltbeglücker, weil wir das Joch der Unterdrücker nicht länger dulden und die Schmach. Lacht nur der neuen Ideale, leert auf die alten die Pokale – Wir geben nicht nach!   Legt nur die Stirn in…

MENSCH SEIN

    Trotz allem Mensch sein. Mensch bei allem bleiben und seinen Menschen nicht verkümmern lassen, wenn selbst die Sterne schon in Dunst verblassen, geängstigt von dem Spuk, den Menschen treiben.   Mensch sein heißt nicht duldsam verweiben. Mensch sein…