Kein Geräusch deutet auf Gefahr

 

Keine Bewegung der an den Kanälen montierten Maschinen unterstützt die Notwendigkeit von Warnmaßnahmen.

Die Möwen kreisen wie gelenkt immer um dasselbe Becken. Der im Wärterhaus endlich hinter einer Zeitung verborgene Pförtner rechnet nicht damit, dass man ihn durch die Sichtscheibe hin anspricht.

An die Stelle einer Menschlichen Vertrauensperson setzt sie in Gedanken einen Gedanken, dem sie erlaubt, sich so zu bewegen, dass er sie notfalls zu verletzen befugt ist. Sie fühlt sich im Anschein gekränkt, dass er sich zu Beginn des Spiels nicht einmal einschmeichelt, d; h. er will ihr von Anfang an nicht fremd gegenüberstehen, um sich zunächst mit dem Sinnlich-Spürbaren zu begnügen und darin auszuruhen, damit sie Zeit genug hat, seinem Bild nachzukommen.

Später ist sie bestürzt, wie lange er sie AUS DEM GEDACHTNIS beobachtet und von dort seine Begrenztheit wie einen Köder auswirft. Sie hat ihm Schranken vor seine Grenzen gesetzt -und diese Schranken waren neue, gedungene Gedanken, die sich ausspielen ließen.

 

***

Delta … als sei ihre Unsichtbarkeit nichts weiter, von Angelika Janz 2021

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Delta-1024x1024.jpg

Angelika Janz erzählt im Delta ganz aus der Innenperspektive und schafft eine leicht verfremdete Atmosphäre. Mit sezierendem Blick und literarisch sehr eigenwillig zeigt sie eine soziale Gemeinschaft und eine Gesellschaft, die sich selbst zersetzen. Über eine zusammenhängende Folge hinweg wird die Geschichte durch die vielen kleinen redundanten Bewußtseinsströme in Offene geführt.

Weiterführend → 

Lesen Sie auch das Kollegengespräch, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz über den Zyklus fern, fern geführt hat. Vertiefend ein Porträt über ihre interdisziplinäre Tätigkeit, sowie einen Essay der Fragmenttexterin. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer Annäherung an die visuellen Arbeiten von Angelika Janz. Und nicht zuletzt, Michael Gratz über Angelika Janz‘ tEXt bILd