Schlagwort: Anja Wurm

Mein Klassiker: Cocteau trifft Beckett

Es dürfte kaum verwundern, dass die Werke, die meine Jugend und das frühe Erwachsenenalter begleiteten, zu meinen Klassikern gehören. Jean Cocteaus Kinder der Nacht fingen mich in der Pubertät  ein wie kein Werk, ich tauchte ein in die romantisierte geheimnisvolle…

Twitteratur, ein vorläufiges Resüme

Verlagsblogs sind das neue Ding: Nahe an den Autoren und den Käufer im Blick. Die ambivalente Haltung gegenüber den neuen Medien ist dabei allerdings unüberlesbar. Erläutert Martin Ebel im Züricher Tages-Anzeiger einen neuen Trend und beschreibt damit den fortschreitenden Bedeutungsverlust…

Macht und Wahrnehmung

Überall, wo soziales Leben stattfindet, findet auch Macht statt. Tatsächlich scheint, unabhängig vom Willen zur Macht, der jedem Menschen innewohnt (Nietzsche), Macht notwendig zu sein, um eine soziale Ordnung zu schaffen und anhand dieser Struktur Wohlbefinden sowie psychische Gesundheit. Bateson…

Geschenkbande

Theodor  lag auf der kleinen Anhöhe aus Decken und Mänteln in seinem Reich, direkt neben dem Kaffeefleck, den sie ihm hinterließ, an jenem Morgen, als sie nach dem Frühstück aufbrach und nicht mehr zurückkehrte. Wendete er sich dem Flecken zu,…

Ohne Unterlass

Die Literatur der Freiheit berauben, des Raumes, der Kreativität, sie zerfleddern; dann das Karge suchen, den Punkt, die Aussage: den Kern zusammenfassen, gestalten: die Kunst der Kargheit, der winzigen Plätze, der Miniaturen, getreu dem Motto „eure Beschneidung tötet nicht, sondern…

Der Mund

  bittere Mandeln speiend / suchend / nach süßen Genüssen / vergaß / bis zu ersten Blüte   *** Über Twitteratur auch ein Artikel von Anja Wurm.

Paranoide Zeiten oder Zeit für Paranoia

Zeit für Paranoia oder paranoide Zeiten – Realität steht Kopf –  holt ein – schaut auf uns hinab – uns Naive. Leben im Kopfstand oder – erklären wir die Welt zum Irrenhaus oder – nur die Amerikaner oder – auch…

Größenwahn und Kontrollsucht – Das Ende der Demokratie?

Jahrtausende hindurch ist der Mensch das geblieben, was er für Aristoteles war: ein lebendes Tier, das auch einer politischen Existenz fähig ist. Der moderne Mensch ist ein Tier, in dessen Politik sein Leben als Lebewesen auf dem Spiel steht.  …

Kellerräume

Tastend schleppte sie sich durch die modrige Dunkelheit. Hangelnd am feuchten Gemäuer, einen Weg suchend, nach einer Lichtquelle Ausschau haltend, schlich ein Angstschauer ihren Rücken hinab und entfaltete sich allmählich über den Boden im gesamten Gewölbe. Nacht war es hier,…

Verleihung des V.O. Stomps – Preises auf der Mainzer Minipressen-Messe (MMPM)

Kurz vor 14.00 Uhr befinden sich noch wenige Gäste in der Rheingoldhalle, in Ruhe schlendern die Anwesenden  durch die Gänge der Minipressenmesse, betrachten einzelne Stände der Kleinverlage, besonders beeindruckend zudem zahlreich vorhanden, handgefertigte Bücher mit Texten und Bildern zeitgenössischer Kunst.…

Macht dienen glücklich oder mächtig?

Einleitend ein Zitat Nietzsches, welches ich im Bezug zur Gegenwart vertiefen sowie auf den Wahrheitsgehalt prüfen möchte: Missklang zweier Konsonanzen. – Die Frauen wollen dienen und haben darin ihr Glück: und der Freigeist will nicht bedient sein und hat darin…

Rosenmund und der Nörgler

Ich puste mit meinem Rosenmund hymnenweiche Zuckerwolken, Qualm sagst du, sei ungesund, es solle doch mein Welterglühen nicht an Zigaretten untergehen. Siehst du nicht, den fliederfarbenen Mutualismus aus dieser Blüte gepaart mit meinem Rauch in dieser zartgefärbten Welt in Regenbogenfarben,…

Ausstellung hinter der Stirn

Es gab ein Tor, sie wollte schauen, eindringen, die Wirrungen betreten, erörtern, anfassen, auseinander nehmen, vielleicht ordnen. Er kam, klingelte, sein bezauberndes Lächeln lenkte ab von den Inhalten, den Motiven, den Verschlingungen hinter seiner Stirn. Immerhin war er gekommen, auch…