Zum Augenblicke dürft‘ ich sagen: Verweile doch, du bist so schön!

15. Februar 2015
Von

 

In der Zukunft wird jeder für 15 Minuten berühmt sein.

Andy Warhol

 

Wenn Andy Warhol wüßte, was aus seinen „15 Minuten Weltruhm“ geworden ist, er hätte seit zehn Jahre die Videoplattform Youtube aboniert. Die Sehnsucht nach Ruhm ist groß, 300 Stunden Videomaterial werden hochgeladen während Sie diesen Artikel lesen. Wie kein anderes Medium spiegelt Youtube den Zeitgeist, ob man sich dort Schminktipps abholt oder Videospiele bespricht oder Dschihadisten-Videos ansieht, es ist die Zentrale der Remix-Kultur. Zwar kann man inzwischen mehr als 15 Minuten Material hochladen, doch das Konzept von der „Demokratie im Internet“ ist gescheitert. KUNO empfiehlt die Lektüre von Das digitale Debakel von Andrew Keen, das die These vertritt, dass Demokratisierung durch das Internet etwas Illusorisches hat, weil allein die vier, fünf Konzerne wie Facebook, Amazon oder Google das Geschehen bestimmen.

Und doch gelingt es etwas subversives Einzuschmuggeln wie den Videofilm Schland von Peter Meilchen. Meilchen hinterfragte in Zusammenarbeit mit Weigoni die Widersprüche zwischen Wort und Bild, überschritt aber früh die Grenzen der Malerei, indem er Installationen, Künstlerbücher, Fotografien oder das Video Schland schuf. Seine Photos sind ein Abdruck der vom Objekt zurückgeworfenen Lichtstrahlen. Sie sind nicht bloss eine leere Behauptung, sondern enthälten Spuren von etwas, das tatsächlich einmal da war. Er verspricht dem Betrachter eine Wirklichkeit, die jene Bildwirklichkeiten nicht mehr benötigt, in welche der Betrachter seit der Renaissance gleichsam einem Fenster hineinsieht.

Und last but not least die Schwebebahn von A.J. Weigoni und Frank Michaelis.

 

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Zur Ausstellung 50 Jahre Krumscheid / Meilchen erschien das Buch / Katalog-Projekt Wortspielhalle mit der Reihe Frühlingel von Peter Meilchen und einem Vorwort von Klaus Krumscheid. Die Sprechpartitur wurde mit dem lime_lab ausgezeichnet. Einen Artikel zum Konzept von Sophie Reyer und A.J. Weigoni lesen Sie hier. Vertiefend zur Lektüre empfohlen sei auch das Kollegengespräch :2= Verweisungszeichen zur Twitteratur von Reyer und Weigoni zum Projekt Wortspielhalle. Ein Porträt von Sophie Reyer findet sich hier. Ein Porträt von A.J. Weigoni findet sich hier. Eine Würdigung des Lebenswerks von Peter Meilchen findet sich hier. Alle LiteraturClips dieses Projekts können nach und nach hier abgerufen werden. Hören kann man einen Auszug aus der Wortspielhalle in der Reihe MetaPhon.

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Erster Logo-Entwurf für die Edition Das Labor von Peter Meilchen.

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