Der Kunstverein Linz produziert in jedem Jahr Jahresgaben. Das sind Editionen von Künstlerinnen und Künstlern, die dem Verein verbunden sind und meist auch in ihnen ausgestellt haben. So können Mitglieder qualitativ hervorragende Kunst zu günstigen Preisen erwerben und werden, so der Grundgedanke, für ihr Engagement belohnt. Hier wurde auch Projekt 630 vorgestellt.
630-Titelbild, eine Collage von Krumscheid / Meilchen
Man kann sich mit der Arbeit von Peter Meilchen nicht auseinandersetzen, ohne zuerst an die Künstlerfreundschaft mit Klaus Krumscheid zu erinnern, die sich am 01.04.1964 im Rahmen ihrer Ausbildung bei der Stadtverwaltung der Gemeinde Linz am Rhein, kennenlernten. KUNO dokumentierte dies mit dem Essay 50 Jahre Krumscheid / Meilchen.
Das Projekt „630“ hat Gedenkcharakter, es wird zum 10. Todestag von Peter Meilchen veröffentlicht und dient als Dokumentation einer langjährigen künstlerischen Symbiose. „630“ ist ein gattungsübergreifendes Buch- und Katalogprojekt, das in Zusammenarbeit mit dem Künstler Peter Meilchen und dem Musiker Tom Täger entstand. Es verknüpft Weigonis Texte mit bildender Kunst und Klangkompositionen.
Die Zusammenarbeit zwischen Meilchen und Weigoni begann mit Schland. Daher schließt sich in Linz ein Kreis, da der Kunstverein mit „630“ ist ein spezialisiertes, kollaboratives Projekt präsentiert. Es markiert jedoch die Öffnung seiner Prosa hin zu visuellen und akustischen Dimensionen. Weigoni nutzt mit „630“ eine Form der kurzen Prosa, die experimentell und zugleich zugänglich ist. Diese Vignetten sind geprägt von einer Montage unterschiedlicher Stile und Disziplinen, die den Leser sowohl emotional als auch intellektuell fordern. Diese Art der Erzählung spiegelt Weigonis Interesse an der Fragmentierung von Geschichten wider und erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Interpretation seitens des Lesers.
Das Projekt „630“ ist somit nicht nur ein literarisches, sondern auch ein gesellschaftliches Projekt, das zur Reflexion anregt.
Weigonis Werk, insbesondere „630„, zeichnet sich durch seinen interdisziplinären Ansatz aus, der Literatur mit Philosophie und anderen Kunstformen verknüpft. Dies positioniert ihn in einer Tradition von Autoren, die versuchen, die Grenzen der Literatur zu erweitern. Das Projekt hat eine Relevanz, die über die reine Unterhaltung hinausgeht und einen kritischen Blick auf die Gesellschaft im 21. Jahrhundert wirft.
Die Spannung zwischen technologischem Fortschritt und menschlicher Erfahrung, die Weigoni hervorhebt, spiegelt aktuelle kulturelle Strömungen wider und trägt dazu bei, das literarische Erbe der Gegenwart neu zu gestalten.
„630“ nimmt innerhalb des Werks von A.J. Weigoni eine zentrale Stellung als multimediales Gesamtkunstwerk ein, das die Grenzen zwischen Literatur, bildender Kunst und Musik auflöst. Es ist ein gattungsübergreifendes Buch- und Katalogprojekt, das in Zusammenarbeit mit dem Künstler Peter Meilchen und dem Musiker Tom Täger entstand und verbindet Weigonis Texte mit bildender Kunst und Klangkompositionen. Das Projekt kann somit als ein Kulminationspunkt von Weigonis Bestreben angesehen werden, Literatur nicht isoliert, sondern als Teil einer fluiden, multimedialen Kunstform zu begreifen.
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630, Buch / Katalog-Projekt von Peter Meilchen, Tom Täger und A.J. Weigoni. Edition Das Labor, Bad Mülheim 2018.
Weiterführend → Bisher sind in der Edition Das Labor DVDs, ein Hörbuch und ein Roman von Peter Meilchen erschienen. Im Jahr 2014 erinnerte der Kunstverein in Linz mit einer Ausstellung an den Künstler, in der erstmals die Reihe Frühlingel vorgestellt wurde. Zu diesem Anlass erschien mit der Wortspielhalle eine Publikation, die als Role Model für dieses Buch / Katalog-Projekt dient, das zum 10. Todestag erscheint. Das Buch / Katalog-Projekt 630 gibt einen konzisen Überblick über die künstlerische Arbeit von Peter Meilchen in Linz und in der Werkstattgalerie Der Bogen.
