Vor Ort im Schatten

 

 

ein Luftzug bringt

den Dunstschleier in Wallung…

der Fahrer wird mit diskreter Verzweiflung

zum begleitenden Beobachter

 

Nebelaugen & Nieselregen

Gaslaternen illuminieren nur

kleine Nebenwege

& unwægbare Gedanken

 

Worte ueber das Un

vermeidliche im Blickfeld:

knallgrelle Œlflecke & kerosinrotes Blut

im krungeligen Rinnstein

 

langsam verwischt die

Regenmæhne die Scheiben

verglucksende Laute muenden in

einen verebbenden Soundscape…

 

Winterwahnsein an der Abbruchkante

Kælte ueberzieht die Regenhaut

& die Aufbewahrungsproblematik

der feinen Eiskristalle wird hinfællig

 

 

***

Solidarity Grid – Mischa Kuball

Nach den schweren Erdbeben 2010 und 2011 hatte Künstler Mischa Kuball zu einer Solidaritätsaktion aufgerufen. 21 Städte aus aller Welt schickten Laternen an die Ostküste Neuseelands, die erste war ein Altdüsseldorfer Modell. Licht ist dabei Symbol der Hoffnung und für einen elementaren Bestandteil der Infrastruktur einer Stadt. „Solidarity Grid“ (Netz der Solidarität) heißt die Aktion. Deborah McCormick nannte das Werk eines der herausragenden Beispiele für Kunst im öffentlichen Raum, das letztlich noch viel mehr sei als eine Installation, nämlich ein Zeichen weltumspannender Solidarität.

KUNO entnimmt das Photo dem Katalog: SOLIDARITY GRID – Ōtautahi Christchurch 2013–2016, ed. Blair French, with essays by Nic Low, Vanessa Joan Müller, Hugh Nicholson, Bruce Phillips, Lara Strongman, Nathan Pohio, with a foreword by Deborah McCormick and Anthony Wright, as well as a conversation between Mischa Kuball and Blair French. Koenig Books – ISBN 978-3-96098-238-8

KUNO entnimmt das Gedicht dem Schuber, Werkausgabe der sämtlichen Gedichte von A.J. Weigoni, Edition Das Labor, Mülheim 2017

Weiterführend → Mehr zur handwerklichen Verfertigung auf vordenker. Eine Würdigung des Lyrik-Schubers von A.J. Weigoni durch Jo Weiß findet sich auf kultura-extra. Margeratha Schnarhelt ergründelt auf fixpoetry die sinnfällige Werkausgabe. Lesen Sie auch Jens Pacholskys Interview: Hörbücher sind die herausgestreckte Zunge des Medienzeitalters. Einen Artikel über das akutische Œuvre,  mit den Hörspielbearbeitungen der Monodramen durch den Komponisten Tom Täger – last but not least: VerDichtung – Über das Verfertigen von Poesie, ein Essay von A.J. Weigoni in dem er dichtungstheoretisch die poetologischen Grundsätze seines Schaffens beschreibt.

Hörbproben → Probehören kann man Auszüge der Schmauchspuren, von An der Neige und des Monodrams Señora Nada in der Reihe MetaPhon.