Widergänger

A.J. Weigonis Erzählungen haben keine Vampirzähne, Biss haben diese Zombies allemal. Sprachlich auf das Wesentliche reduziert, Erzählungen, die ihrem Namen gerecht werden. Dieser Romancier führt den Leser durch ein abgründiges Bestiarium menschlicher Leidenschaften und zeigt mit irritierender Illusionslosigkeit die menschliche Grausamkeit.

Ohne Schnörkel zelebriert A.J. Weigoni die Magie des Alltags. Seine Erzählungen sind ein Spiegelbild der alltäglichen Monstrositäten, Untergangsgeschichten, geprägt vom melancholischen Sound des globalen Niedergangs, wachsender Amoral und ausgefranster Tradition. Diese Erzählungen sind voller Humor – und streckenweise so schwarz, dass sie unter der Kohlenkiste noch einen Schatten werfen würden.

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Redaktionelle Anmerkung: Diesen Text hat Margaretha Schnarhelt für das „Gossenheft“ Monster verfaßt. In 2010 hat sie ihn überarbeitet, er ist als Klappentext erschienen auf: 

Coverphoto: Anja Roth

Zombies, Erzählungen von A.J. Weigoni, Edition Das Labor 2010

KUNO übernimmt einen Artikel von Kultura-extra aus Neue Rheinische Zeitung und fixpoetry. Enrik Lauer stellt den Band unter Kanonverdacht. Betty Davis sieht darin die Gegenwartslage der Literatur, Margaretha Schnarhelt kennt den Ausgangspunkt und Constanze Schmidt erkennt literarische Polaroids. Holger Benkel beobachtet Kleine Dämonen auf Tour. Ein Essay über Unlust am Leben, Angst vor’m Tod. Für Jesko Hagen bleiben die Untoten lebendig.

Weiterführend →

In der Reihe Gossenhefte zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsmöglichkeiten von populärkulturellen Tugenden nahe genug kommen. Der Essay Perlen des Trash stellt diese Reihe ausführlich vor. Dem Begriff Trash haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt Trash als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich der Rezeption in einer öffentlichen Institution. Daher sei sei Enno Stahls fulminantes Zeitdokument Deutscher Trash ebenso eindrücklich empfohlen wie Heiner Links Vorwort zum Band Trash-Piloten.

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