Schlagwort: Arno Holz

Traktätchen

  Erst schielt dies christlich frömmelnde Geschmeiß nach vollen Brüstchen und nach drallen Wädchen und dann – schreibt’s Andachtsbücher und Traktätchen. .     *** Den Essay „Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze“ lesen Sie hier. Eine Rezension von…

Famos steht dir dein bunter Kittel

  Doch was beschmierst du ihn mit Dreck? Die Religion ist nur ein Mittel und du – erniedrigst sie zum Zweck! .     *** Den Essay „Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze“ lesen Sie hier. Eine Rezension von…

Abgesang auf einen „genialen Dilletanten“

Tom de Toys – das ist der Doyen aller schreibenden Neurotiker: Formfetischist und Dekorateur lyrischer Leerformeln: Das aufgeblasene Nichts. Ulrich Bergmann Vorbemerkung der Redaktion: Der folgende Text dient zur Analyse einer Broschüre mit dem Titel NEUROSMOG von Tom de Toys, die in 2018 bei BOD im…

Weihnachten

  Und wieder nun läßt aus dem Dunkeln die Weihnacht ihre Sterne funkeln! Die Engel im Himmel hört man sich küssen und die ganze Welt riecht nach Pfeffernüssen …   So heimlich war es die letzten Wochen, die Häuser nach…

Ich bin…ein Stern

  Ich bin…ein Stern.   Ich … glänze …   Traurig…flehend, tränenbleich, hebst du…zu mir dein…Gesicht.   Deine Hände…weinen:   „Tröste mich!“   Ich … glänze …   Alle meine Strahlen zittern in dein…Herz.       *** Den Essay…

In einem Garten, unter alten Bäumen

  In einem Garten, unter alten Bäumen, auf dunkeler…Moosbank…Hand in Hand, sinnend, zwiesam, schweigend, erwarten wir…die Frühlingsnacht.   Noch glänzt kein Stern. Die Büsche…verdämmern. Plötzlich, aus einem Fenster, leise…getragen…schwellend, die tiefen…reinen, perlend…feinen, steigend ringenden, sehnend schwingenden, selig singenden, flutenden, glutenden,…

Verblüht

  die Kränze, die du gewunden, verweht die Lieder, die du gesungen, und in deinen Haaren, in deinen schönen Haaren, klebt nun die Erde. Tot, tot, tot … Und deine Flügel, deine armen Flügel! Unbarmherzig heruntergeschnitten von den schimmernden Schultern…

Mittelachsenlyrik

Es ist sozusagen ein negativer Parnass, den er aufstellt und den er dann auch füllt. Er hat einen großen Entwurf gemacht, der Risse hat, der aber da als ein großartiger Entwurf immer noch steht und immer noch nicht wahrgenommen wird.…

An Arno Holz

Ferdinand Avenarius schreibt in seinem Blatt: Ich bitte diejenigen unsrer Leser, die Arno Holz nützen, und die Arno Holz für uns nutzbar halten wollen, an den Kunstwart-Verlag (München, Georg D. W. Callwey, Finkenstr. 2) eine freundlich bemessene Spende mit der…

Die Nacht ∙ die Atmosphären ∙ die Texte

Von Wörtern, die glücklich oder traurig machen können Die Nacht hat aufgehört zu kichern. Sie schläft in ihren Stiefeln. Und ein verdatterter Mond schaut zu. Welch ein Bild! Ich finde es 2009 in Dietmar Daths Roman Sämmtliche Gedichte. Auf dem…

Einem Kritiker

  Das größte Maul und das kleinste Hirn, wohnen meist unter derselben Stirn.     *** Den Essay „Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze“ lesen Sie hier. Eine Rezension von Kurt Tucholsky hier und eine weitere Würdigung hier. Weiterführend…

Stimmt!

  Das Einmaleins und das A b c Ist nichts, als die Weisheit im Negligee.     *** Den Essay „Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze“ lesen Sie hier. Eine Rezension von Kurt Tucholsky hier und eine weitere Würdigung…

Die deutsche Dichtkunst

  Die deutsche Dichtkunst schrieb notorisch Sich selber den Uriasbrief, Seit das Gefühl ihr obligatorisch Und der Verstand nur fakultativ.     *** Den Essay „Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze“ lesen Sie hier. Eine Rezension von Kurt Tucholsky…

Genie ist Fleiß

  Genie ist Fleiß. / Gewiß. Ich weiß. / Doch trotzdem: nie / Ist Fleiß Genie!     *** Den Essay „Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze“ lesen Sie hier. Eine Rezension von Kurt Tucholsky hier und eine weitere Würdigung hier. Weiterführend →…

An Friedrich Gottlieb Klopstock

  Klopstock oller Donnerer, Wirrkopf sonder Gnaden.         Bestand die Modernität des Aphorismus bisher in der Operativität, so entspricht diese literarische Form im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Denkgenauigkeit der Spätmoderne. Es ist Twitteratur. Weiterführend → ein Essay…

Kunst = Natur – x

  Die Kunst hat die Tendenz wieder die Natur zu sein. Formelhaft ausgedrückt: Kunst = Natur – x.     *** Den Essay „Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze“ lesen Sie hier. Eine Rezension von Kurt Tucholsky hier und…

Die Blechschmiede

  Auf der lyrischen Oase // wiegt als Palmbaum sich die Phrase.   Den Essay „Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze“ lesen Sie hier. Eine Rezension von Kurt Tucholsky hier und eine weitere Würdigung hier. Weiterführend → Ein Essay…

An unsre Modedichter

    Noch ehe die Zukunft euch richtet, verfallt ihr der ewigen Nacht. Weil ihr zuviel gedichtet. Und weil ihr zu wenig gedacht.     *** Den Essay „Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze“ lesen Sie hier. Eine Rezension…

An die Conventionellen

  Ihr habt genug mein armes Hirn gebüttelt, Ich käu nicht wieder wie das liebe Vieh; Längst hab ich von den Schuhen ihn geschüttelt, Den grauen Schulstaub eurer Poesie!   Ich hab mich umgesehn in meinem Volke Und meiner Zeit…

An die Autoritätsklauber

  Schon immer hat uns der Magen gebellt, Auch ohne den modischen Materialismus, So alt wie diese alte Welt Ist ergo auch Zolas Zolaismus.   Drum poltert nur, poltert: Bezuckerter Mist! Er fürchtet nicht eure kritischen Besen, Ist doch der…

An die „Obern Zehntausend“

  Und wieder rollt nun sterbend ein Jahrhundert Dem Abgrund zu, drin uns die Zeit verschlingt, Und ihr seid immer noch nicht abgeplundert, Nicht hinter die Coulissen abgehinkt?   Wollt euch nicht länger freventlich vermessen, Denn euer Lebensnerv ist abgestumpft,…

Zum Todestag von Arno Holz

  Keiner auch der großen Lyriker unserer Zeit, hat mehr als sechs bis acht vollendete Gedichte hinterlassen, die übrigen mögen interessant sein unter dem Gesichtspunkt des Biographischen und Entwicklungsmäßigen des Autors, aber in sich ruhend, aus sich leuchtend, voll langer…

Ueber den Gipfel des Fuyi-no-yama

  Ueber den Gipfel des Fuyi-no-yama, / auf Feuerflügeln, / hebt sich Kijo Matija, der graue Drache. // Der Mond verblasst, / alle Sterne erblinden. // Ich packe meinen Bogen aus Ebenholz, / spanne den federnden Bambusbügel / und lege…

An die Opportunisten

  Die sieben Weisen waren eure Väter Und euer Ohm ist Judas, der Verräther, Denn wie der Wind weht, macht ihr tapfer Front, Und euer Bauch ist euer Horizont.     *** Den Essay „Die Kunst. Ihr Wesen und ihre…

Die deutschen Denker an die deutschen Dichter

  Wohl reiht ihr Reim an Reime Und fügt zum Wort das Wort, Doch eurer Saaten Keime Uns dünken sie verdorrt – Verdorrt, noch eh die Sichel Der Zeit sie jäh durchkracht Und so dem deutschen Michel Die Arbeit leichter…

An die Wölfflinge

  Noch immer währt die Aventiurenplage – Allwöchentlich ein Buch von zwanzig Bogen! Wir aber thun stets unsre alte Frage: Habt ihr euch immer noch nicht ausgelogen?   Seht, eure Herzen wickelt ihr in Watte Und malt drauf zierlich: Vorsicht!…