Triumphe und Qualen

In den 1980-er Jahren kamen aus Düsseldorf – der heimlichen Hauptstadt der alten BRD – nicht nur Kraftwerk oder die Fehlfarben. In der männlich dominierten Heavy-Metal-Szene der 1980er-Jahre war die Band Warlock eine markante Ausnahmeerscheinung – nicht zuletzt wegen ihrer charismatischen Frontfrau Doro Pesch.

Die Combo Warlock wurde 1982 in Düsseldorf gegründet und hatte sich mit den Alben wie Burning the Witches (1984), Hellbound (1985) und True as Steel (1986) bereits einen Namen in der europäischen Metal-Szene gemacht. Doch für Triumph and Agony kam es zu signifikanten Veränderungen. Die Gitarristen Peter Szigeti und Frank Rittel verließen die Band 1987 und wurden durch die amerikanischen Musiker Tommy Bolan (Gitarre) und Tommy Henriksen (Bass) ersetzt.

Während die Band mit ihren ersten Alben den Grundstein legte, markiert das 1987 erschienene Werk Triumph and Agony den kreativen und kommerziellen Höhepunkt ihrer Karriere. Dieses Album von Warlock präsentiert eine Mischung aus roher Heavy-Metal-Energie und melodischer Zugänglichkeit, zu dieser Zeit etwas rares, undergroundigen europäischen Metal. Es festigte Doro Peschs Status als „Queen of Metal“. Der Albumtitel Triumph and Agony symbolisiert die duale Natur des Erfolgs. Den Triumph über Barrieren in einem männerdominierten Genre und die Agonie interner Konflikte, die letztlich zur Auflösung der Band führten. Bis 1988 war Doro Pesch die einzige Originalmitglied, und ein Rechtsstreit mit dem Ex-Manager um den Bandnamen zwang sie zu einer Solokarriere.

Triumph and Agony kombiniert traditionelle Metal-Elemente mit melodischen Hooks und eindringlichen Texten. Die Mischung aus harten Gitarrenriffs, kraftvollem Schlagzeug und Doros unverkennbarer Stimme verleiht dem Album einen einzigartigen Charakter.

Triumph and Agony umfasst zehn Tracks, die eine Balance zwischen harten Riffs, eingängigen Melodien und balladesken Elementen bieten. Der Opener „All We Are“ ist der ikonischste Song des Albums – ein hymnischer Aufruf zur Einheit in der Metal-Community, der mit seinem stampfenden Rhythmus und Doros kraftvoller Stimme sofort fesselt. Es folgt „Three Minute Warning“, ein schneller, apokalyptischer Song, der die Dringlichkeit nuklearer Bedrohungen thematisiert. Tracks wie „I Rule the Ruins“ und „Kiss of Death“ verkörpern den klassischen melodischen Heavy Metal: Starke Gitarrenriffs, kombiniert mit Doros charismatischer, rauchiger Stimme, die oft mit Lita Ford verglichen wird. „East Meets West“ bringt orientalische Einflüsse ein, während „Metal Tango“ – wie der Name andeutet – Metal mit Tango-Elementen mischt und eine experimentelle Note hinzufügt.

Die Texte von Triumph and Agony beschäftigen sich mit Themen wie Selbstbestimmung, Freiheit und der Überwindung von Widrigkeiten. Doro Pesch verarbeitet in ihren Songs persönliche Erfahrungen und gibt der Hörerin und dem Hörer ein Gefühl von Stärke und Gemeinschaft.

Die Ballade „Für Immer“ ist der einzige deutschsprachige Song und ein emotionaler Höhepunkt, der von ewiger Treue handelt; andere Stücke wie „Touch of Evil“ (mit Cozy Powell) und „Cold, Cold World“ runden das Album mit Themen von Macht, Liebe und Dunkelheit ab.

Triumph and Agony ist mehr als nur ein Heavy-Metal-Album; es ist ein kraftvolles Manifest einer Künstlerin, die es schaffte, sich in einer stark männlich dominierten Welt zu behaupten. Doro Pesch und Warlock schufen mit diesem Werk einen Klassiker der 80er-Metal-Ära. Dieses Album ist mehr als nur eine Ansammlung von Songs; es ist das Dokument einer Ära, in der Warlock den „Triumph“ über die Konventionen feierte, bevor der bandinterne „Agony“-Prozess zur Auflösung führte.

 

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Triumph and Agony, von Warlock 1987

Weiterführend  Auf KUNO gehen wir der Frage nach, wer Hard-Rock erfunden hat. Für die einen ist es You Really Got Me von den Kinks, für die anderen Magic Bus von The Who und auch Deep Purple ist nicht in Stein gemeißelt. Oder haben wir es zuerst auf der Tonspur von Easy Rider gehört? – Wir warten nach dem Heavy metal thunder nicht auf den Blitz, um den Göttern des Donners eine Referenz zu erweisen. Des Weiteren: Eine Sternstunde des Rock’n’Roll. Thrash Metal ist das Resulthat der Verschmelzung der Energie und Geschwindigkeit des Hardcore Punk mit den Techniken der New Wave of British Heavy Metal. Unterdessen belegt Limp Biszkit, wie der Rock’n’Roll zu einer Parodie geworden ist.