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things change

8. April 2017
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  f  (feuer zur erde) vielleicht war ich im haus meiner großeltern, denke ich, und habe doch spuren hinterlassen? mein großvater sah ernst b. ähnlich, je älter er wurde, je mehr. mit meinen neunundneunzig jahren sind die meisten schon gebrechlich, sagte er zuweilen. er starb äußerst passend im museum. ein museum ist raumgewordene schwelle...

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30. März 2017
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  b    (da bleib ich kühl) mein haus steht unter dem eisenbahn-viadukt. kurz vor sechs uhr abends fährt der cisalpino darüber hinweg. und ich darin. im haus habe ich alles so gelassen, die ordnung und die unordnung. heute morgen war ich um so vieles älter, als ich jetzt jünger bin. verlassen liegt der...

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21. März 2017
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  t (stolpern zum ich) den sand hab ich in kleinen gläsern verwahrt. bald werde ich sie zu meiner sammlung stellen. sand hat alle farben . weiß wie schnee. rot wie blut. schwarz wie ebenholz. eine schneewittchensammlung. ich komme nach hause. das liegt unter dem viadukt. im garten sind leute zu sehen. sind meine...

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14. März 2017
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  h (aufwärts fallen) nach dem tod meines großvaters traf ich laura wieder. an bornholms südspitze nahmen wir weißen sand für unsere uhrgläser und, sagt laura, man könne auch tinte damit löschen. auf der fähre zurück war an schlaf nicht zu denken. unser gesprächsfaden riss und wir schwiegen, aber die klimaanlage machte es in...

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5. März 2017
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  s (lachen schlange lust) meine bekannte catherine ist einmal im museum mit zwei freunden blitzschnell hinter einer angelehnten magazintüre verschwunden. tauschten sie da hastige hekatomben von küssen oder noch viel mehr?. jetzt erscheinen sie wieder, die säle liegen genauso verlassen da. die drei betrachten die nächste flucht der bilder. zwischen ihnen ein stilles...

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1. März 2017
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  ch (dank den tischen) ich habe die bauchtänzerin noch vor augen, als ich am nächsten kapitel schreibe. hier kommt ein sekretär vor, einer, wie sie auf dachböden von bürgerlichen häusern unter staubschichten begraben vergessen gehen. ich öffne das geheimfach, sofort denke ich daran, weil ich in meiner jugend im internat selbst so ein...

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19. Februar 2017
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  l  (im keller leben) claus aus st.pauli lädt mich dann zu sich ein. so lerne ich die hafenstraße kennen. aus wenigen wochen sind zuletzt sechs jahre geworden. claus lebt im sechserblock. eine selbstgebaute brücke überspannt den lichthof. im keller das störtebeker, dort hämmert heavy metal und hiphop. die leute vom hafen sind kaputt...

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12. Februar 2017
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  r (und wenig bleibt so) mein selbstgemachter kahn ist vom stapel. ich segle im hafenbecken von genua, zusammen mit unzähligen booten des volkes von seattle. „attack“ steht auf dem weißen tuch. draußen auf hotelschiffen tagen die häupter europas. sie haben angst. die gassen sind schmal zwischen quais und bergen. wie lästige ameisen, wie...

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5. Februar 2017
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  n (nahe dem verbergen) ich habe im traum geredet. es war peinlich, sagt laura. du hast von meinem mann erzählt. der arzt musste tief schneiden. so fest sitzt eben die vergangenheit. lauras mann ist musiker. du sollst mein violoncello sein. doch heute fragt er, wo sie gewesen wär. was ich gesagt, weiß ich...

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26. Januar 2017
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  d     (nicht in der lage) in mailand treffe ich meine freundin laura. wir haben bald hochsommer, sagt sie, und ich möchte nackt am strand mit dir liegen. laura hat kleine brüste. nach der liebe stolpere ich über ein buch, das sie am boden liegen ließ, und breche mir den fuß. wie heißt das...

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20. Januar 2017
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  m (ich fühle mich) ich besuche meine freundin in mailand. noch heute nacht werde ich sie sehen. der zug hat die grenze bei chiasso erreicht. draußen fällt regen, der die lichter der nacht multipliziert und bricht. ich denke zurück ich denke voraus.  wir treffen uns in der pension „martha“ nahe des duomo. dort...

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12. Januar 2017
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b (da bleib ich kühl) mein haus steht unter dem eisenbahn-viadukt. kurz vor sechs uhr abends fährt der cisalpino darüber hinweg. und ich darin. im haus habe ich alles so gelassen, die ordnung und die unordnung. heute morgen war ich um so vieles älter, als ich jetzt jünger bin. verlassen liegt der kleine garten,...

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Das Magazin Kulturnotizen (KUNO) reflektiert entstehende Kunst, Musik und Poesie + Online-Archiv. Mehr Informationen.

630 – Buch/Katalog-Projekt

Mit den Vignetten definierte A.J. Weigoni eine Literaturgattung neu. Die Novelle erscheint am 28.10. 2018 in der Umsetzung als Buch/Katalog-Projekt 630 (incl. Hörbuch) zur Ausstellung von Peter Meilchen in der Werkstattgalerie Der Bogen, Arnsberg.

Künstlerbücher

Zum Thema Künstlerbücher hier ein Essay. Vertiefend ein Kollegengespräch mit Haimo Hieronymus. Das Fotobuch Zyklop I erscheint im September 2018 in einer limitierten Auflage.

Ein Gesamtkunstwerk

Das lyrische Gesamtwerk von A.J. Weigoni im "Schuber"

Jeder Band aus dem Schuber von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk! KUNO fasst die Stimmen zu dieser verlegerischen Großtat zusammen.

Ohrenzwinkern

Coverphoto: Leonard Billeke

Die Germanistik erweist sich dem Rundfunk gegenüber als schwerhörig. Dieser „déformation professionelle“ entkommt die Reihe MetaPhon. Hier sind Facetten der multimedialen Kunst zugänglich.

Twitteratur

Ein Essay über die Literaturgattung Twitteratur. – Poesie ist ein identitätsstiftende Element unsrer Kultur, lesen Sie auch KUNOs poetologische Positionsbestimmung.

Rückspiegel

Edition Das Labor

Die ausführliche Chronik des Projekts Das Labor lesen sie hier. Eine Übersicht über die in der Edition realisierten Künstlerbücher, Bücher und Hörbücher finden Sie hier.