Schwarzweißer Stummfilm

Dieser Montag sollte beginnen wie jeder andere auch, hätte man vielleicht meinen können. Angesichts der relativen Wahrscheinlichkeit bestimmter Tagesrhythmen und Abfolgen muss man oder kann man fast schon zwangsläufig einplanen, dass die übliche Montagstristesse lustvoll in ihr vages buntes Kleidchen hüpft. Andererseits – ist es nicht genauso wahrscheinlich, dass die Erwartungshaltung nur selten zufriedenstellend erfüllt werden kann und wird? Er hatte in ihr hübsches Gesicht geblickt und feststellen müssen, dass sie ihn erschrocken ansah. Aufgewacht war er erschreckt mit einem und durch einen Traum. Sein mobiles Telephon gab seltsam klagende Laute von sich, alles andere verschwand sofort, als hätte es die Traumweltebene des Unterverstandes nie gegeben. Er stand auf und musste feststellen, dass auch der Aufwachgrund Teil des Traums gewesen war. Auch der frische Kaffeeduft war augenblicklich verschwunden, den er wahrzunehmen gemeint hatte.

Eines aber wusste er nun ganz fest. Ja, in Träumen hört, riecht man, wer glaubt schon daran, das seien schwarzweiße Stummfilme.

 

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Das Mittelmaß der Welt, unerhörte Geschichten von Herrn Nipp, dokumentiert auf KUNO 1994 – 2019

Weiterführend → 

Zu einem begehrten Sammlerstück hat sich die Totholzausgabe von Herrn Nipps Die Angst perfekter Schwiegersöhne entwickelt. Zudem belegt sein Taschenbuch Unerhörte Möglichkeiten, daß man keinen Falken mehr verzehren muss, um novellistisch tätig zu sein. Herr Nipp dampft die Gattung der Novelle konsequent zu Twitteratur ein. Und außerdem präsentiert Haimo Hieronymus ab 2017 Über Heblichkeiten, Floskeln und andere Ausrutscher aus den Notizbüchern des Herrn Nipp.

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