Die Zukunft endet

 

Die Zukunft endet auf halber Treppe,

Sie führt ins Nichts: weil sie die Zeit

Nicht hat, sich noch zu entwickeln,

Während das Geräusch draußen ansteigt.

Man kann ihr nicht trauen, der Zukunft,

Sie verstreicht, bevor sie beginnt, und

Endet – in Geplänkel und Nichtigkeiten:

Während die Heere draußen schon

Aufstellung nehmen und der erste Träger

Losfliegt, ist sie vorbei. In den Bergen

Die Ziegen und Tahre sehen den Feuer-

Ring, der auf sie zurast – die Wälder

Brennen wie nach dem Meteoreinschlag,

Der Gesang der Vögel ist noch in der

Luft, die Vögel schon Staub. Ein weißes

Auto in Auckland hält unbeirrt auf die

Nacht zu – durch Mondscheingestrüpp.

 

 

 

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André Schinkel, porträtiert von Jürgen Bauer

Weiterführend → Lesen Sie auch das KUNO-Porträt des Lyrikers André Schinkel.

Poesie zählt für KUNO weiterhin zu den identitäts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer poetologischen Positionsbestimmung.