DIE DREI WOGLINDEN UND DIE MOLLYO

 

Zum glück weißt du nicht wo der keller hier ist

da steht auch kein namensschild dran

Ich weiß daß du mistvieh neugierig bist

Spizier ma schön  Lady M’Gunn

 

Und biste ne jochbreite hochlandfrau

und nicht so ne Hullebecknymphe

dann willste ’s auch wissen: widder wie sau

nicht bang sein  ich bunker ’s im anderen bau

Vergiß nicht  ich kenne die sümpfe

 

 

Du ohnschaufelmaulwurf  doch taub bist du nicht

Ich räum dir die sachen schon weg

Ich leck dir ja nicht mal die haut vom gesicht

und kau man auf Hannibal fleck

 

Die alte haut  du hast es gecheckt

im Faraday wo man sein recht hat

die hätte mich beinah mit reingesteckt

ich schluckte den schlüssel  bin ausgezeckt

Jetz hat sich ihr zustand verschlechtert

 

 

Zwei  brachyos sind wir in ner Shirehorse box

Doch du bist gewandelt im schlaf

am tag kater Socks auf der kanzel vom Knox

und nachts ein Ayrshire schaf

 

Die zweite haut im requiemsaal

die könnte mal steigen im nennwert

Im übrigen will i mei ruah im kanal

Ich muß nicht auf füchse: ja jaul sie zu tal

jag schienenauf stellhund und rennpferd

 

 

Du fragst dich im abstellraum deines verstands

was grad an dem kerl ist   was krumm

Du bleibst in vakanz  denn ich brauche dich ganz

und nicht nur untenrum

 

Ich hol Euch heim  das ist doch klar

Kraucht all in den zweiterhoffrieden

Die katztür geölt  ihr seid außer gefahr

Das Pälzä MollyO  das mein mädchen war

das liegt unterm stein der druiden

Ich hab doch gehorcht wie du tickst mein kautz

Nimm das hier als mühlenhauptnest

Am flurende haut ’s u ns zum großen Mauz

bestehn wir den flüsterertest

 

 

***

Zeitgefährten von HEL, wiederveröffentlicht auf KUNO 2017

Die Zeitgefährten sind zwischen 1977 – 2008 entstanden, es sind Gedichte für Einzelne, Kopf-, Brust- und Kniestücke, Porträts von Freunden, Kollegen, gereimte Rezensionen, Liebesgedichte, Minnesang und Totenreden, aus 33 Jahren und 7 Städten. In diesen Gedichten spürt HEL das Existenzielle im vermeintlich Banalen auf. Er hat es hat es nicht nötig, Fiktion zu erfinden … die Fiktion existiert bereits.

Weiterführend →

Eine Würdigung von HEL findet sich hier. Eine faszinierend langer Briefwechsel zwischen Ulrich Bergmann und HEL findet sich hier. Eine Hörprobe des Autors findet sich auf MetaPhon.