Zu meinen neuen Bildern mit Computer und Laserdrucker

Erfahrungen auf unterschiedlichen Gebieten der Druckgrafik, vor allem in verschiedenen Radiertechniken und Lust auf die Herausforderung der neuen technischen Medien haben bewirkt, daß ich mich mit dem Computer auseinandersetze, um ihn auf seine druckgrafischen  Möglichkeiten und Qualitäten zu untersuchen.

Ein Computer, verbunden mit einem Laserdrucker, der samtiges Tiefschwarz drucken, ein Scanner, mit dessen Hilfe ich Vorlagen  übertragen kann, sind mein Handwerkszeug. An Programmen benutze ich das ‚Aldus FreeHand‘  Zeichenprogramm, mit dem  treppenlose Linien gezeichnet werden können und ‚Adobe Photoshop‘. Ich zeichne mit der sperrigen Maus, nicht mit einem speziellen Zeichenstift.

Mit methodischer Neugier spiele und experimentiere ich mit den unterschiedlichen Funktionen der Programme:   ich  kombiniere, trenne, überlagere, verdichte, verzahne, überdrucke, verkleinere, vergrößere, zerschneide,. . . mit dem Ziel, eine Art von Räumlichkeit, Transparenz und Stofflichkeit zu erreichen, die meinen Bildvorstellungen entspricht, die sich gewiß von dem, was gemeinhin unter Computergrafik bezeichnet wird, unterscheidet und die dennoch computerspezifisch ist, mit keinem anderen Werkzeug so zu erzeugen. Der Computer ist nichts als eine Rechenmaschine, die für alle möglichen Zwecke und Ziele ge- und mißbraucht werden kann, je nach Programmvorgaben und Nutzerphantasie. Es gibt nicht die eine, ‚werkgerechte‘, genuine Computergrafik, geschweige denn Computerkunst, sondern eine schier unerschöpfliche Vielzahl von Möglichkeiten, sich diese Maschine als Werkzeug nutzbar zu machen.

Das Konzept für eine Werkgruppe entsteht in der Auseinandersetzung mit der Maschine. Je mehr ich mich auf ihre Bedingungen, Eigenheiten und Gesetzmäßigkeiten einlasse, desto willfähriger folgt sie – scheinbar paradoxerweise – meinen Vorstellungen und Impulsen. Wehe, wenn ich ihr etwas aufzwingen will. Ein Reservoire an Widerständen tut sich dann auf. So wechseln Phasen zähen Ringens mit Phasen erstaunlicher Leichtigkeit. Und beide können zu brauchbaren Ergebnissen führen. Zufälle und vermeintliche Fehler werden integriert und zum Auslöser neuer Ideen und Arbeitsschritte. Viele Arbeiten sind Unikate oder nur in kleinen Auflagen vorhanden, weil Produkt etlicher, schwer wiederholbarer Mehrfachdruckverfahren.

Das kleine, intime Format hat sich als angemessen für diese Arbeitsweise erwiesen. Der Betrachter, die Betrachterin kann sich auf das einzelne Bild zu bewegen, ihm entgegen- kommen.  Es bedarf der Überwindung der Distanz.

Weiterführend →

Ein Porträt der Hungertuchpreisträgerin Almuth Hickl findet sich hier.

Und außerdem im KUNO-Archiv, ein Hinweis auf die Ausstellung Freibank. Photos der Reihe im Rheintor und der Veranstaltung in Kunstverein Linz. Einen Essay zu den Aktionen im Rheintor finden Sie hier.