Banksy: Neues aus dem Asphaltdschungel

30. Januar 2015
Von

Mit dem Fotoband „Banksy in New York“ legt Ray Mock ein Werk vor, das zwei Dinge zu vereinen sucht. Zum einen behandelt es, wie ein Tagebuch aufgebaut, den Aufenthalt Banksys in der amerikanischen Metropole. Zum anderen versucht er eine grundlegende wie kritische Beschreibung und Einordnung des Phänomens Street-Art am Beispiel Banksys. Dabei kommt der Humor zwischen den Zeilen nicht zu kurz. Das Vorwort wurde von Steven P. Harrington und Jaime Rojo (beide schreiben wöchentlich Kolumnen für die Huffington Post) verfasst.

_MG_9084

Ray Mock, welcher seit einigen Jahren limitierte Hefte (Zines) über Street-Art in den Metropolen der Welt herausgibt, ist ein langjähriger Kenner der Szene. Natürlich muss es da eine besondere Herausforderung gewesen sein, die 30 Tage zu dokumentieren, die Banksy im Oktober 2013 in NY verbracht hat. Wie immer war es diesem gelungen, auch hier unerkannt zu bleiben, seine Zeichen zu setzen, die oft weit über Graffitis hinausgehen, auch Rauminstallationen oder Performances umfassen.

Die Fotos von Ray Mock überzeugen durch ihren dokumentarischen Charakter. Dabei werden die Menschen, welche zu Banksys Kunst gehören, jene, die als Kunstpilgerer und Fans innerhalb von Stunden vor Ort dichte Trauben bilden, nicht ausgeblendet. So kann sich der Betrachter gut vorstellen, zu welch tumultartigen Szenen es zuweilen gekommen sein mag. Die Faszination des öffentlichen Phänomens wird hier aufgedeckt. Auch, was innerhalb von Stunden oder Tagen mit den Werken passiert, wird nicht ausgeblendet. Die Zerstörungen einerseits, das Sichern vor Zerstörung andererseits.

Banksys Kunst muss im öffentlichen Raum als kurzfristig angesehen werden. Zu viele Begehrlichkeiten haben sich entwickelt, zu viele Neider gibt es. Auch das wird nicht ausgeblendet. Nicht zuletzt wissen inzwischen auch zu viele um den Wert, den seine Arbeiten auf dem Auktionsmarkt erbringen.

Das auf Englisch erschienene Buch in einer Auflage von 2000 Exemplaren ist in gut zu verstehender Sprache verfasst und bei Carnage erschienen.

Es kostet rund 30 Euro und ist unter folgender Adresse zu bestellen: www.carnagenyc.com

carnagenyc@gmail.com

Im allgemeinen Buchhandel findet man es unter der ISBN 978-0-9906437-1-5

_MG_9086

Tags: , , ,

Kommentare geschlossen.

Erster Logo-Entwurf für die Edition Das Labor von Peter Meilchen.

In eigener Sache

Das Magazin Kulturnotizen (KUNO) reflektiert entstehende Kunst, Musik und Poesie – mit Online-Archiv. Mehr Informationen.

Das lyrische Gesamtwerk von A.J. Weigoni im "Schuber"

Jedes Buch aus dem „Schuber“ von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk! KUNO fasst die Stimmen zu dieser verlegerischen Großtat zusammen.

Künstlerbücher

Zum Thema Künstlerbücher finden Sie hier einen Essay sowie einen Artikel von J.C. Albers.

Ohrenzwinkern

Coverphoto: Leonard Billeke

In der Reihe MetaPhon sind Facetten der multimedialen Kunst zugänglich.

Alphabetikon

Vertiefend zu ‚Alphabetikon‘ lesen Sie bitte das Kollegengespräch mit Haimo Hieronymus.

Trans

Twitteratur

Hier ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

Edition Das Labor

Ausführliche Informationen finden sich hier.