Disco this way, this go that way

17. September 2015
Von

Flarf-Poetry: Das bedeutet „Googles Werk und Autors Beitrag“.

FAZ

Vor einiger Zeit lancierte KUNO die These „Remixen ist auch eine Autorenangelegenheit“. Einen Remix zu basteln ist in der Popmusik gang und gebe. Stephan Flommersfeld hat das Selbe mit der Letternmusik von Weigoni gemacht. Die Fertigstellung seines Remix’ ist gebunden an den Umstand, daß das Ganze wiederum „Sinn“ macht, das unterscheidet den Remix von  Flommersfeld von einem schlichten Remake und gar vom Recycling:

Remixen ist hier auch eine Autorenangelegenheit.

Ähnliches gilt für Flarf-Poetry. Alle zwei Monate erscheint das Popkultur–Magazin Spex mit einer CD als Zugabe. Ausgehend von den Musiktiteln auf der Papierhülle arrangiert der Lyrikband 60 Popgedichte in sechs Zyklen. Zwei mehr oder weniger disparate Begriffe werden bei dieser konzeptionellen Text-Methode ergoogelt, und die Ergebnisse miteinander kombiniert und permutiert und adaptiert und mutiert, bis ein Gedicht entstanden ist. Für den Band Flarf Disco arbeitet Hartmut Abendschein mit der Technik des Remixens, nur dass er sich nicht die mystischen Algorithmen der Suchmaschinen dieser Welt als Quelle für seinen Textkorpus aufgesucht hat. Er substituiert die technizistisch wirkende Google–Suche durch ein kompilierendes Textverfahren Der Konzept-Schriftsteller hat in seiner Archivierungsarbeit die Song- und Tracktitel von 120 CDs abgeschrieben und ins Deutsche übertragen und das Material rekombiniert.

Ein neues Literaturverständnis

Daß moderne Literatur nicht nur im begrenzten Format eines Buches seinen Platz hat, belegen der Multimediakünstler Peter Meilchen, der Sprechsteller A.J. Weigoni oder die visuelle Poetin Angelika Janz nachdrücklich. Alle vorgenannten Artisten arbeiten sowohl mehrperspektivisch, als auch interdisziplinär. Ein Ansatz, der bei den germanistischen Fliegenschißdeutern keine große Beachtung findet, weil die Rezeption von Literatur im Gegensatz zu der von bildender Kunst größtenteils im 19. Jahrhundert steckengeblieben ist. Autoren wie Hartmut Abendschein sorgen dafür, daß die Literatur ins 21. Jahrhundert transferiert wird. Er ist Herausgeber und Autor des Literarischen Weblogs taberna kritika – kleine formen, Co-Hrsg. von litblogs.net – Literarische Weblogs in deutscher Sprache (mit Christiane Zintzen) sowie spatien – zeitschrift für literatur (mit Benjamin Stein und Markus A. Hediger). Es sind stimmige konzeptuelle Arbeiten, die mit einem subversiven Humor einhergehen, die wir bei KUNO sehr schätzen.

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Flarf Disco, Gedichte von Hartmut Abendschein, edition taberna kritika, Bern 2015

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630 – Booklet

Mit den Vignetten definierte A.J. Weigoni eine Literaturgattung neu. Das von Tom Täger und Peter Meilchen flankierte Re:make erfolgt zur Jahresgaben-Ausstellung des Kunstvereins Linz (15. Dezember, ab 16:00 Uhr) als Booklet 630.

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Zum Thema Künstlerbucher hier ein Essay. Vertiefend das Kollegengespräch von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus über Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.

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Das lyrische Gesamtwerk von A.J. Weigoni im "Schuber"

Jeder Band aus dem Schuber von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk! KUNO fasst die Stimmen zu dieser verlegerischen GroĂźtat zusammen.

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Die Germanistik erweist sich dem Rundfunk gegenüber als schwerhörig. Dieser „déformation professionelle“ entkommt die Reihe MetaPhon. Hier sind Facetten der multimedialen Kunst zugänglich.

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