Das Fanal des James Peterson Floyd

Los Angeles. In der Villa eines Popstars wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt. Ihr Vater, der mächtige Plattenboss Buster McCullum, beauftragt den privaten Ermittler Joe Dess. Und plötzlich geschehen weitere Morde.

Die Opfer: allesamt Popstars.

Vergessen Sie Philip Marlowe & Co.! Mit Joe Dess und Lilith Chairman geht jetzt ein echtes Dreamteam auf Verbrecherjagd. Und das Beste: Bei aller Spannung kommt der Humor nicht zu kurz.

Dieser Krimi ist kein Trash- & Pulp-Roman. Wer das Buch dahin einordnet, sollte mal echten Pulp lesen. Nein, hier hat der Autor etwas anderes versucht und eine Menge literarische Reflexion in einen Krimi integriert.

Betrachtungen über Vervollkommnung, Vergänglichkeit etc. Dass es ausser Gewalt, Humor und eine durchdachte Story gibt, ändert nichts daran. Entsetzt, entgeistert und entzückend gutgelaunt, wünscht sich der Leser noch mehr von diesem Stoff.

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Das Fanal des James Peterson Floyd von Morrison Lewis. Killroy Media, 2006

KUNO hat seit jeher ein Faible für Trash. Dem Begriff Trash haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt Trash als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich der Rezeption in einer öffentlichen Institution. In der Reihe Gossenhefte zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsmöglichkeiten von populärkulturellen Tugenden nahe genug kommen. Der Essay Perlen des Trash stellt diese Reihe ausführlich vor. Daher sei sei Enno Stahls fulminantes Zeitdokument Deutscher Trash ebenso eindrücklich empfohlen wie Heiner Links Vorwort zum Band Trash-Piloten. Ebenso verwiesen sei auf Trash-Lyrik.

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