Zufällig aufgezeichnet

„Zum Glück habe ich gelernt zu schreien und zu fluchen. Zum glücklichen Menschen kann mich niemand erziehen, keiner kann es erzwingen, ich bin mir selbst autark geworden oder autonom. Verhandlungen sind da zwecklos.“ „Bedenken sind angebracht, was du mir willst und angedeihen lässt ist alt und längst bekannt. Teil.“ „Aber ich hab auch lachen gelernt, über dich und den Rest der Welt. Wie kann es jemand wagen, mich mir selbst zu bezichtigen oder mir mich zu verraten über dritte und vierte.“ „Hab ich etwas getan und jemanden verletzt?“ „Kann sein, es wird wieder passieren.“ „Kann sein, ich hab es nicht getan, das ist alles nur Geschwätz. Leer und dumpf.“ „Zum Glück hab ich auch gelernt zu ignorieren. Eben diese Hohlheiten, Hohohooheiten sind eh schon ausgerottet oder klammern sich an abgegriffenen Ritualen fest. Verblendet wie Figuren von Canetti, auf sich selbst bezogen bin das Ich.“ „Nur was vom anderen in Bezug auf das Mich gedacht, gesagt wird oder werden wird oder ist, ist von Interesse. Das andere der Stumpfheit Maßes voll.“ „Und überdrüssig bin ich jedes Morgens Kaffeetassen.“

„Zum Glück hab ich gelernt zu weinen.“

„Zum Glück hab ich gelernt zu lernen.“

 zufällig aufgezeichnetes Gespräch des Herrn Nipp mit seiner Gefährtin

 

 

***

Das Mittelmaß der Welt, unerhörte Geschichten von Herrn Nipp, KUNO 1994 – 2019

Weiterführend → 

Zu einem begehrten Sammlerstück hat sich die Totholzausgabe von Herrn Nipps Die Angst perfekter Schwiegersöhne entwickelt. Außerdem belegt sein Taschenbuch Unerhörte Möglichkeiten, daß man keinen Falken mehr verzehren muss, um novellistisch tätig zu sein. Dank des Kurznachrichtendienstes Twitter ist Mikroblogging eine auflebende Form. Herr Nipp dampft die Gattung der Novelle konsequent zu Twitteratur ein.