Abschlußgedanken

Nun, da alles klar zu sein scheint – es ist nicht anscheinend klar – das Kommen und Gehen und das Verweilen in seinen stummen Zwischenräumen; nun da alles Beschwerliche rutscht, durch die Geschwindigkeit heraneilender Klärungen; nun, da sich das Denken letztendlich dem Tun wieder unterordnen wird und alle Schlupflöcher sich wie von selbst verschließen – da richtet sich der Spiegel der eigenen Ungeklärtheit auf und zeigt mir: den Schatten eines Flüchtlings.

Ungeliebt mit einem Potential an Liebesfähigkeit; nicht dem aus vielfältigen Versatzstücken zusammengepuzzelten Bild mit immer neuen Erwartungen entsprechend, nur als Stückwerk annehmbar und gewollt; hier und da gebraucht, nicht begehrt, sondern annehmbar; am Lieben und Netten erstickend; selbst angefüllt mit Einbildungen und Irrtümern, nicht in der Mitte eines anderen Lebens, sondern peripher; ein kauziger Clown der Selbsttäuschung; nun, da dies alles klar ist, öffnet sich alternativlos, der Weg des Neuanfangs.

Ich reiche niemandem aus, also muß ich mir selbst wieder genügen.

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