Rockpalast

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Albrecht Metzger

In seinen Anfängen startete der Rockpalast als Studio-Produktion, doch der endgültige Durchbruch gelang 1977 mit den legendären Rockpalast-Nächten. Zweimal im Jahr wurde die Essener Grugahalle zum Epizentrum der Rockmusik. Das Besondere daran: Die Konzerte wurden ab Mitternacht europaweit live im Fernsehen und im Radio (über die Eurovision) übertragen – zu einer Zeit, als das lineare Fernsehen nachts normalerweise das Testbild zeigte. Für Millionen Jugendliche wurde das „Durchmachen“ vor dem Bildschirm zu einem generationsprägenden Ritual. Selbstverständlich ist es viel zu einfach, sich über einen Angestellten des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks lustig zu machen, der offensichtlich einer Fremdsprache nicht mächtig ist. In diesem Fall kann man sich über ein musikalisches Ereignis nicht genug freuen.

Colosseum wurde 1968 vom Schlagzeuger Jon Hiseman und dem Saxophonisten Dick Heckstall-Smith gegründet, die zuvor mit der Graham Bond Organization gespielt hatten und danach mit John Mayall’s Bluesbreakers den europäischen „weißen“ Blues popularisiert hatten. Hiseman brachte die ihm schon aus Schulzeiten bekannten Dave Greenslade und Tony Reeves mit ein. Zusammen testeten sie zahlreiche Gitarristen und Sänger und entschieden sich für James Litherland. Hiseman gewann den Musik-Produzenten Gerry Bron für die Produktion der Alben und die Organisation der Auftritte. Jim Roche war der zweite Gitarrist für eine kurze Zeit.

Innerhalb kurzer Zeit wurde Colosseum mit suitenartigen Kompositionen, die Jazz, Rock, Blues und klassische Elemente fusionierten, bekannt. Heckstall-Smith spielte zuweilen zwei Saxophone simultan. Das vielschichtige instrumentale Spektrum wurde 1970 durch den Rhythm-and-Blues-Sänger Chris Farlowe noch erweitert, nachdem bereits im Oktober 1969 David „Clem“ Clempson als Gitarrist in die Band geholt worden war. Das Album Colosseum Live (Mitschnitt aus dem Jahre 1971) gilt als eines der besten Live-Alben der Rockgeschichte und dokumentiert den wohl höchsten Entwicklungsstand der Gruppe. Colosseum löste sich im November 1971 auf.

Die Wiedervereinigung dieser Band ist annähernd so bedeutend wie die der Deutschen Staaten in 1989;-)

Ein von der KUNO-Redaktion empfohlener Klassiker: Colosseum Live (Bronze Records) von 1971

Weiterführend → Wer ein Blues-Rock-Album als Klassiker hören will, kommt um „Colosseum Live“ nicht herum, es ist eines der explosivsten Livealben aus einer Zeit, in der sich das dargebotene noch nicht eindeutig etikettieren lies.

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