Meister der kleinen Form

9. März 2012
Von

Der Singer–Songwriter Tom Liwa hat mit “Goldrausch” sein zwölftes Solo–Album herausgebracht. “Dein Wille geschehe / Dein Wille allein”, singt Liwa im Refrain, “Lass die Dinge entstehen / Und dann lass sie sein”. Ein gelassener Auftaktsong. Dieser Barde war nie einer der hübsch gefönten Schmerzensmänner, wie sie derzeit vom bürgerlichen Feuilleton entdeckt werden. Und Frauenverstehermusik macht er auf diesem Album glücklicherweise auch nicht. Man kann den Auftaktsong als Echo auf “We Are Fine” von Sharon Van Etten hören. Auch die neuen Songs von “Amerikanas bestgehütetem Geheimnis” (The Observer) verweigern sich dem Strophe–Refrain–Schema.

Die neuen Songs des Duisburgers sind zudem ein wohtuender Gegensatz zu dem lächerlichen Geschreibsel des Multimillionärs Bruce Springsteen, der nach den Clownerieen von ‘Occupy Wall Street’ ein altvorderes Klassenbewußtsein reaktiviert. Spätestens seit his Bobness sollte man von Songschreibern keine politische Analyse mehr erwarten, bestenfalls Rollenprosa.

„Liwas Songs besitzen die Kraft, als Aussage stehen zu bleiben, ohne irgendwann umzufallen. Worte, gleichsam aus dem Leben gegriffen und nicht aus der Luft geholt, Worte voll von Echtheit und Eigentlichkeit; Worte von Dringlichkeit und Sehnsuchtshaftigkeit.“ Hies es in der Begründung zum Hungertuchpreis 2003. Seitdem hat der Meister der kleinen Form die Hoffnung nicht aufgegeben: “Hey”, singt Liwa, “vielleicht ist da ja noch was”

Tags:

Kommentare geschlossen.

Im Rückspiegel

linz34 20120115_regalien_meth_008 20120204_hungertuch_meth_031 20120204_hungertuch_meth_037 20120204_hungertuch_meth_013 20120306_lcd_32 20120204_hungertuch_meth_009 20120204_hungertuch_meth_062 linz20almuthhickl 20120115_regalien_meth_094 Haimo Hieronymus 20120204_hungertuch_meth_059 20120115_regalien_meth_033 praegnarien-14 20120204_hungertuch_meth_017 20120115_regalien_meth_095 linz31denisesteger Stephanie Neuhaus 17 20120204_hungertuch_meth_028 MINOLTA DIGITAL CAMERA linz33 20120115_regalien_meth_005