Lange Wände

Der Name der Werkstattgalerie Der Bogen ist eine Hommage an Hugo Bremer, dem Erfinder der Bogenlampe.

Der Erfinder Hugo Bremer ist gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach Neheim gezogen. Berühmt wird das ´Bremer-Licht`, indem er chemisch die Kohlenstifte der Bogenlampen verbessert, verdreifacht er ihre Lichtausbeute. Das Licht entsteht durch eine Gasentladung zwischen den Kohlen, nicht mehr allein durch deren Aufheizung. Bremer ordnete auch die Kohlenstifte neu an: in Form eines „V“. Bis dahin waren die Kohlestifte in den Bogenlampen in einer Linie v. a. senkrecht angeordnet worden Doch dabei wirft die untere Kohle und ihre Halterung einen Schatten nach unten.

Indem sie den Namen Werkstattgalerie Der Bogen wählte, schlug sie eine Brücke von der historischen Identität Neheims als „Stadt der Leuchten“ zur modernen Kreativwirtschaft. So wie Bremers Bogenlampe einst Licht in die Dunkelheit brachte, versteht sich die Galerie als ein Ort, der neue Perspektiven und künstlerische Visionen ausleuchtet.

„Wir brauchen Wände“, proklamierten Künstlerinnen und Künstler im Regierungsbezirk Arnsberg. 1981 wurde die  Werkstattgalerie DER BOGEN, Lange Wende 42, Neheim (die Räumlichkeiten wurden von 1981 bis 1995 ohne Auflagen gesponsert) eröffnet. Zu diesen Zeiten arbeitete die Deutsche Bundespost noch verlässlich, denn eines Tages kam ein Brief mit der Adressenangabe: „Lange Wände“ in 5760 Neheim bei der Künstlergruppe an.

Margareta Hesse, Axel Schubert, Martini, Karl Heinz Hosse, Jürgen Diehl, Agnes Richter

  1. November 1989, ab 17:00 Uhr1989 Jahresausstellung “Rückblick” mit  Margareta Hesse, Karl Heinz Hosse, Axel Schubert, Wolfgang Kienast, Uwe Püls, Jürgen Diehl und Peter Meilchen

Weiterführend  Im Rahmen der De-Industrialisierung werden ehemalige Fabrikgebäude zu Orten der Kunst. Diese ehemals toten Orte wurden zu Aufführungsorten für Musik, Theater, Literatur und Film, Bildende Kunst, Tanz und Performance verwandelt. Im Zentrum stehen spartenübergreifende neue Produktionen, Uraufführungen und Neuinszenierungen, die die Besonderheiten der jeweiligen Spielstätten aufgreifen.

Zum Thema Künstlerbücher finden Sie hier einen Essay sowie ein Artikel von J.C. Albers. Vertiefend auch das Kollegengespräch mit Haimo Hieronymus über Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.

Künstlerbücher verstehen diese Artisten als Physiognomik, der Büchersammler wird somit zum Physiognomiker der Dingwelt. Die bibliophilen Kostbarkeiten sind erhältlich über die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421