{"id":97182,"date":"2021-12-17T00:01:15","date_gmt":"2021-12-16T23:01:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=97182"},"modified":"2022-06-08T15:35:48","modified_gmt":"2022-06-08T13:35:48","slug":"baumharzeule-und-giraffenkueken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/12\/17\/baumharzeule-und-giraffenkueken\/","title":{"rendered":"baumharzeule und giraffenk\u00fcken\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">oder: gel\u00fcftet wird noch<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">zur fotografie von jutta gampe<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00fcber fotografien zu schreiben erfordert, \u00fcber wahrnehmungen nachzudenken. fotografien k\u00f6nnen beleben, t\u00f6ten und wiederbeleben. sie sind, dem licht erloschener sterne gleich, reflexe von gewesenem, teleskope bilden nicht mehr existierende materie ab, momentaufnahmen von ereignissen, personen und gegenst\u00e4nden, die, wie im bernstein eingeschlossene insekten oder pflanzen, als bild bewahrt bleiben, dokumente des verg\u00e4nglichen, verschwundenen, verlorenen, dessen visuelle verlebendigung sie zugleich erm\u00f6glichen, vermittler zwischen au\u00dfenwelt und innenwelt, realleben und phantasie, demontage der wirklichkeit, \u00e4sthetische gegenwelt, reliquien, beutedokumente, waffen. schauen wir, wieviel davon sich bei jutta gampe findet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">susan sontag zitierte den amerikanischen fotografen minor white mit dem satz: \u00bbIn Gedanken fotografiere ich st\u00e4ndig alles \u2013 zur \u00dcbung.\u00ab entstanden sind die fotografien und fotokompositionen, die von der fotografin f\u00fcr ausstellungen unter tausenden fotos ausgew\u00e4hlt wurden, seit 2012. die kompositionen verbinden jeweils mehrere fotos mit verwandten motiven, strukturen, formen und farben, die miteinander harmonieren und\/oder kontraste bilden und durch deren abfolge eine melodische und rhythmische ordnung entsteht, die nach musikalischen prinzipien komponiert scheint. lateinisch com-p\u014dnere hei\u00dft zusammensetzen, gestalten, ordnen, aufbewahren, vereinigen, sp\u00e4tlateinisch komponieren, zur harmonie, zum einklang f\u00fcgen. der fotoapparat wurde mit einem musikinstrument verglichen. die zusammenstellung der fotografien, weniger nach themen, sondern nach motiven, ist dann eine auswahl der auswahl der auswahl. zuerst w\u00e4hlt sie die besten unter den entstandenen fotografien aus, dann die motive und schlie\u00dflich deren arrangement.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">diese fotos leben vor allem durch strukturen und formen, f\u00fcr die jutta gampe einen genauen blick hat. rudolf arnheim bemerkte, da\u00df ein bild keine botschaft vermitteln k\u00f6nne, wenn es nicht prim\u00e4r eine form aufweise. die gestaltung des wahrgenommenen, das kenntlich werden soll, verlangt eine sprache, hier die bildsprache der fotografie. kunst wird in ihrer entstehung zur form, eine fotografie im bruchteil einer sekunde, sofern der fotograf sie nicht bearbeitet, und wirkt beim betrachter als form. so kann sie auch wohlklang und ruhe vermitteln und zur mu\u00dfe einladen. der amerikanische fotograf clarence john laughlin schrieb: \u00bbDer kreative Fotograf macht die <em>menschlichen Inhalte<\/em> der Objekte sichtbar und verleiht der unmenschlichen Welt, in der er lebt, Menschlichkeit.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">susan sontag attestierte den europ\u00e4ischen kulturen die vorstellung, sch\u00f6nheit wohne weniger in den dingen selbst, sondern offenbare sich durch eine besondere sehweise. charles baudelaire meinte: \u00bbDie Erforschung des Sch\u00f6nen ist ein Duell, bei dem der K\u00fcnstler vor Angst schreit, bevor er besiegt wird.\u00ab seelisch verwundete menschen kann sch\u00f6nheit, durch den gegensatz zum eigenen empfinden, zus\u00e4tzlich peinigen. hoffnung ist vielfach mit angst verbunden. und neues erlebt man oft zuerst als schrecken. wer angst und schrecken ausweicht, wird kaum kreativ sein k\u00f6nnen. das k\u00fcnstlerisch sch\u00f6ne hat in der tiefe immer etwas schmerzhaftes. sonst bleibt es oberfl\u00e4chlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">jutta gampe, die auch malt, zeichnet und gedichte schreibt, sucht die motive ihrer fotos nicht in postkartenwelten, sondern abseits des vorgepr\u00e4gten sch\u00f6nen scheins, meist, ausgehend von calbe an der saale und ihrem atelier mit teichblick, das einem baumhaus \u00e4hnelt, in ihrer unmittelbaren lebensumgebung. ihre fotografien, andere entstanden in england, italien und portugal, sollen nicht vordergr\u00fcndig an erlebnisse und ereignisse erinnern, also nicht dokumentarisch sein. sie entdeckt vielmehr ph\u00e4nomene der natur und der menschenwelt, in landschaften ebenso wie an und in geb\u00e4uden, ja selbst ruinen. ihre fotos von architektur sind nicht traditioneller art. f\u00fcr das panoramaartig und fassadenhaft beeindruckende imponierender bauwerke interessiert sie sich kaum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">manche fotografien zeigen verfallenes, verrostetes, verwittertes und verrottetes, das gemeinhin als h\u00e4\u00dflich gilt, von ihr jedoch \u00e4sthetisch aufgehoben zum motiv ihrer kunst wird. auf einigen fotokompositionen sieht man unbewohnbar gewordene landschaften mit fl\u00e4chen und schichten stillgelegter braunkohlentagebaue sowie maulwurfsartigen haufen aus tagebauabf\u00e4llen. indem sie spuren von verwundungen zeigt, hier der natur, bewahrt sie das versehrte im bild, worin man eine k\u00fcnstlerische errettung sehen kann, in die sie auch die dingwelt einbezieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">luis bu\u00f1uel sagte auf die frage, warum er filme drehe: \u00bbUm zu zeigen, da\u00df dies nicht die beste aller Welten ist.\u00ab die fotografien von und in ruinen, die ja nicht im herk\u00f6mmlich sinne fotogen wirken, sind nat\u00fcrlich erst recht keine architekturfotografie, die bauwerke in ihrer sch\u00f6nheit fotografisch nachbildet, sondern mehr zertr\u00fcmmerungen der kunst der klassischen moderne nahe. das interesse an besch\u00e4digten dingen verweist auf besch\u00e4digte menschen. jutta gampe fotografiert keine panoramen von au\u00dfen, sondern eher ruinen von innen, technikwelten statt k\u00f6rperwelten, metalle und steine anstelle von sch\u00e4deln und h\u00e4uten, sozusagen die schrumpfk\u00f6pfe der industrie. ihre fotografien betonen das elementare zur\u00fcckgelassener industrie. schrott kann das wesen der technik offenbaren wie der totensch\u00e4del die gesichtsform eines menschen. indem sie ruinen und schrott, also lebensreal unbrauchbar gewordene geb\u00e4ude und technik, fotografisch neu gestaltet, bewahrt sie etwas wesentliches davon. kurt schwitters machte abf\u00e4lle zu bausteinen seiner kunst, indem er etwa scherben neu zusammenf\u00fcgte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die ruinenfotos entstanden in einer fr\u00fcheren papierfabrik, kohlehandlung, elektrowerkstatt und verlassenen villa. sie zeigen, indem sie verstreute bruchst\u00fccke menschlicher arbeit fotografisch einfangen, menschenwerk statt menschenpark. eine fotografie, die eine fabrikruine mit ge\u00f6ffneten fenstern zeigt, nannte ich \u00bbGel\u00fcftet wird noch\u00ab. auf einer andern sieht man durch zerbrochene fenster auf einen turm. teilweise waren die ruinen, so werkhallen und werkst\u00e4tten, derart verfallen, da\u00df ihr betreten mit einem risiko verbunden sein konnte und die fotografin damit rechnen mu\u00dfte, unheimlichen und unheiligen, also unerw\u00fcnschten, tieren zu begegnen. maschinen, werkzeuge, werkst\u00fccke und materialien werden im zustand ihres verlorenheit gezeigt. die meisten menschen, besch\u00e4digt von kindheit an, m\u00fcssen ruinen und schrott, auch in ihrer seele, wegr\u00e4umen. manche gestalten sie k\u00fcnstlerisch, bevor sie, wenns gelingt, wieder halbwegs so unbeschwert und unbefangen wie als kind kreativ sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">fr\u00fchere kulturen setzten k\u00f6rper, haus und kosmos gleich. haus und haut sind etymologisch verwandte worte. das haus birgt und sch\u00fctzt seine bewohner wie die haut den k\u00f6rper. jedes haus, das geweiht wurde, stellte einen miniaturtempel und ein abbild des universums dar. hier sehen wir h\u00e4userfriedh\u00f6fe, allerdings ohne grabsteine. die bauten haben ihren sch\u00fctzenden charakter verloren. wenn architektur gefrorene mathematik oder musik ist, dann sind ruinen zerfallende mathematik oder musik. roland barthes erkl\u00e4rte: \u00bbWas ist der Abfall? Es ist der Name dessen, was einen Namen besessen hat, der Name des Ent-nannten.\u00ab und \u00bbDie Entnennung des Objekts verl\u00e4uft zwangsl\u00e4ufig \u00fcber eine Phase der \u00fcppigen \u00dcber-benennung.\u00ab alles was einmal konvention und norm war, wird entwertet und zerf\u00e4llt, das haus zum un-haus, die fabrik zur un-fabrik, der marode bahnhof, an dem z\u00fcge halten, zum un-bahnhof. etwas vermeintlich normal und dauerhaft werden zu lassen, hei\u00dft es \u00fcberzubewerten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">jutta gampe k\u00f6nnte sagen: \u00bbWer vorm Abri\u00df kommt, fotografiert noch.\u00ab k\u00fcnstlerisch ist eine vom verfall gezeichnete fabrik meist interessanter als eine funktionierende. dieser kontrast entspricht dem zwischen himmel und h\u00f6lle, was auch etwas \u00fcber die urspr\u00fcnge der kunst sagt. die zerfallende fabrikruine, die man aus eigenem antrieb aufsucht, l\u00e4dt zur mu\u00dfe ein, da sie sich zwanglos betrachten l\u00e4\u00dft, wenngleich meist sicher melancholisch oder nostalgisch. wer hingegen eine arbeitende fabrik betritt, wird schnell hineingezogen in einen festgelegten zeittakt und andere faktoren der entfremdung. die industriefotografien zeigen stillgelegte und verlassene r\u00e4derwerke der industrie, die eigentlich paradiese auf erden sein k\u00f6nnten, und f\u00fcr manche tiere auch sind. denn in diesen ruinen stehen und sitzen keine menschen als r\u00e4dchen im getriebe, die wie maschinenteile arbeiten und dadurch zu massemenschen werden und abstumpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">verfallend kehrt die technik zur natur zur\u00fcck, aus deren materialien sie entstand, und \u00fcberlebt in fotografien. ein foto zeigt verrostetes metall, das in der schr\u00e4gen goldenen mitte einen geist mit zipfelm\u00fctze darzustellen scheint. die ruinenfotos dokumentieren nicht vordergr\u00fcndig tote industrie, sondern r\u00fccken, da sie im verfallenen originelles zeigen, das \u00e4sthetische der gegenst\u00e4nde ins zentrum, die gestalt bekommen, sofern man einen blick und ein gesp\u00fcr daf\u00fcr hat, selbst, oder gerade, wenn sie schrott oder m\u00fcll sind. die fotografien des ruin\u00f6sen, dessen zerfall teils bizarre, ja sch\u00f6ne, formen und strukturen bildet, lassen das marode, also ersch\u00f6pfte, erm\u00fcdete, jenseits seiner profanen realit\u00e4t k\u00fcnstlerisch auferstehn. jutta gampe aber macht keine zeitgeistgem\u00e4\u00dfen dekorationen daraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die erlernten techniken des zeichnens und der malerei wirken bei ihr durch das daran geschulte formstrukturundfarbgesp\u00fcr weiter, ja wie vorstufen f\u00fcr ihre fotografie, mit der sie am meisten zu sich selbst gekommen ist, vielleicht auch, da sie darin handwerkliche zw\u00e4nge der kunst am ehesten abwerfen konnte. vor allem das zeichnen ging ins fotografieren \u00fcber. dabei hat sie sich immer mehr modernen wahrnehmungsweisen und vorstellungen ge\u00f6ffnet. und das in einer gegend, wo viele noch glauben, ein foto sei das blo\u00dfe abbild eines gegenstandes, und die kulturellen erwartungen teils nicht nur hundert, sondern, sofern sie sich, neben postmoderner popul\u00e4rkultur, an biedermeier und trivialromantik orientieren, fast zweihundert jahre hinter modernen entwicklungen zur\u00fcck sind. barthes konstatierte: \u00bbNichts ist der Kunst entgegengesetzter als die Idee, die blo\u00dfe Widerspiegelung der dargestellten Dinge zu sein; selbst die Fotografie ertr\u00e4gt dieses Schicksal nicht.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">hans arp forderte einen \u00bbFeldzug gegen die Armeen des goldenen Schnitts\u00ab, also das wohlige eingerichtetsein im bild, das der kunst das blut aussaugt. der \u00fcberm\u00e4\u00dfige drang nach harmonie, der im klischee endet, ruiniert sch\u00f6pferische potentiale. heute ist zu bef\u00fcrchten, da\u00df sich regressive vormoderne kleinb\u00fcrgerliche kulturvorstellungen, deren motto \u00bbZur\u00fcck vor die Moderne\u00ab lauten k\u00f6nnte, zunehmend mit nationalistischen und v\u00f6lkischen vorurteilen und feindbildern verbinden, die ebenfalls ins 19. jahrhundert zur\u00fcck wollen. kulturelles zur\u00fcckgebliebensein kann am ende lebensgef\u00e4hrlich wirken. unter den k\u00e4seglocken des nationalen und regionalen mu\u00df \u00f6fter mal gel\u00fcftet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">susan sontag nannte die fotografie \u00bbdas Abbild eines Abbildes\u00ab. abbilder k\u00f6nnen sehr einfach sein. auch eine pf\u00fctze spiegelt einen teil der welt. in einer von bildern \u00fcberfluteten gesellschaft kann das einzelne foto wieder wichtig werden. der moderne mensch ist derart von erscheinungen und folgen umgeben, da\u00df er wesen und ursachen von verh\u00e4ltnissen und verhaltensweisen kaum mehr zu erkennen vermag. die erfahrungen mit der fotografie und ihrem kind, dem film, bef\u00f6rderten und erweiterten die beobachtungsgabe der menschen technisch, aber verflachten sie zugleich kulturell. sontag erkannte anhand von fotos einen verlust existentieller und tiefer erfahrungen: \u00bbDas Fotografieren hat eine chronisch voyeuristische Beziehung zur Welt geschaffen, die die Bedeutung aller Ereignisse einebnet.\u00ab, und forderte, gegen die verschmutzung von und mit bildern, eine \u00f6kologie nicht nur der realen dinge, sondern auch der bilder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">vermutlich empfinden viele trivialit\u00e4t als erholung vom stre\u00df der beschleunigungen des alltags. und das nimmt rituelle formen an. urlaubsfotos von laien, die abbilder in souvenirs verwandelt, zeigen beutez\u00fcge von j\u00e4gern und sammlern, die dem glauben entsprechen, man w\u00fcrde besitzen, was man fotografiert hat. arnheim schrieb: \u00bbDer Photograph ist ein J\u00e4ger, der stolz darauf ist, sich unbemerkt anpirschen und das Leben in seiner Spontaneit\u00e4t einfangen zu k\u00f6nnen.\u00ab und: \u00bbIndem wir ein Foto schie\u00dfen, bringen wir etwas in unseren Besitz.\u00ab fr\u00fche fotoapparate sahen aus wie gewehre. jutta gampe betrachtet ihre fotos nicht als beute. und schon gar nicht betreibt sie treibjagden wie reportermeuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ein guter fotograf mu\u00df beim fotografieren so unbefangen sein, als ob er etwas zum ersten mal sieht. die konzentration, anspannung und bindung der kr\u00e4fte f\u00fcr den richtigen moment beim fotografieren \u00e4hnelt yoga-\u00fcbungen, die jutta gampe aus eigener erfahrung kennt. yogatechniken wurzeln in konzentrations\u00fcbungen vedischer, also altindischer, dichter. yoga, das bindung oder einheit bedeutet, meinte urspr\u00fcnglich das aneignen und verinnerlichen spiritueller substanz durch die z\u00fcgelung, sammlung und versenkung der sinne f\u00fcr die bindende vereinigung der seele mit dem g\u00f6ttlichen. die vedischen dichtungen sind anrufungen der g\u00f6tter, die man sich als identisch mit den urelementen dachte, und beschw\u00f6rungen der urkr\u00e4fte der sch\u00f6pfung. sp\u00e4ter hat man yoga, im zuge der verweltlichung des religi\u00f6sen, mit meditationstechnik, andacht, k\u00f6rperliches und geistiges training, askese, reinigung der seele oder vergebung \u00fcbersetzt. die seelentherapie und das profane wohlbefinden ersetzen nun die bindung an das heilige.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die fotografin durchstreift landschaften auf der suche nach ungew\u00f6hnlichen details, die den blick fesseln, und gleicht dabei einer sammlerin, die verborgenes und vergessenes entdeckt. ihre fotos entstehen dann eher in ruhigen momenten. menschen und handlungen werden weitgehend ausgeblendet, wohl weil sie das zusammenspiel zwischen der betrachterin und ihren motiven, das subjekt und objekte in einer gemeinsamen sph\u00e4re verbindet, st\u00f6ren k\u00f6nnten. das einsame naturerleben, aus dem die landschaftsfotos oft entstehen, bietet einen halt gegen die hektik, oberfl\u00e4chlichkeit und indifferenz st\u00e4dtischer alltagswelten. die ruhe, die innehalten und vertiefen l\u00e4\u00dft, wird so zur privilegierten erfahrung am rande. jean paul bemerkte: \u00bb\u00dcberhaupt sind Landschaften \u2212 weil sie unserm innern Menschen, der mehr Augen hat als Ohren, leicht zu erschaffen werden, und weil sie uns in keine mit Menschen bev\u00f6lkerte und erweckende Zukunft ziehen \u2212 die beste Schaukel und Wiege des unruhigen Geistes.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">wer fotografiert, mu\u00df sehen und deuten k\u00f6nnen. zugleich entsteht und wirkt die kunstform einer fotografie oft absichtslos, da unbewu\u00dft. k\u00fcnstlerisch, und anregend f\u00fcr andere, wird ein foto, wenn es \u00fcber das blo\u00dfe abbbild eines gegenstands hinaus mit der w\u00fcnschelrute der augen etwas besonderes und neues in form, struktur und symbolik entdeckt, einf\u00e4ngt und \u00fcber das hinausf\u00fchrt, was man bereits kennt, also den horizont erweitert, bis hinein ins \u00fcberwirkliche. so werden die mauern der konventionellen wahrnehmung durchbrochen, die eine lieblingsbesch\u00e4ftigung des kleinb\u00fcrgers ist, der gern etwas sieht, wor\u00fcber er nicht nachdenken mu\u00df, weil ihm alles bekannt scheint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die fotografie ist eine miniaturform, die, im kleinen rahmen, knapp und auf den punkt gebracht, schlaglichtartig wesentliches in und an einem gegenstand aufsp\u00fcrt, das dar\u00fcber hinausweist. jutta gampe betrachtet ihre motive mit empathie, auch weil sie darin etwas von sich erblickt, zumindest latent. der k\u00fcnstlerische, also magische, mensch begegnet den dingen, wie wenn sie eine seele h\u00e4tten, die er ihnen wirklich gibt. ein fotograf kann an einer \u00e4u\u00dferen erscheinung und gestalt merkmale finden, und seien es nur attribute, die seinem inneren wesen, dem eigenen und dem des gegenstands, entsprechen, oder seiner vorstellung davon. wenn fundst\u00fccke der wirklichkeit als motive der fotografie \u00fcber ihre profane zeit und bedeutung hinaus in einer k\u00fcnstlerischen sprache der zeichen aufgehoben werden, k\u00f6nnen sie spiegelungen des seelenlebens, und damit indirekte selbstportr\u00e4ts, des fotografen sein, der, sich fern und nahe zugleich, mehr darstellt und zeigt, als er, oder sie, wei\u00df. zudem sind fotografien, zumal jene, die verdr\u00e4ngte empfindungen und erinnerungen \u00f6ffnen, oft umso substanzvoller, je mehr sie realit\u00e4ten in ihren ambivalenzen und paradoxien zeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">bei ihrer magdeburger ausstellung \u00bbWeder Berge und Meere\u00ab 2018 sagte sie \u00fcber ihre k\u00fcnstlerischen absichten und erfahrungen: \u00bbMich treibt der spielerische Umgang mit Formen, Farben und Materialien \u2012 sie zu sortieren, alles zu verwerfen, neu zu suchen. Ebenso wichtig ist das Spiel mit der Ordnung selbst bzw. die Anordnung der Fotos, Aquarelle usw., ja der Strukturelemente innerhalb einer Zeichnung. \/\/ Ich entdeckte meine Faszination f\u00fcr Strukturen beim Zeichnen und hab sie auf die Fotografie \u00fcbertragen. Strukturen k\u00f6nnen auch Landschaften sein. So erg\u00e4nzen und beeinflussen sich Fotografie und Zeichnung bzw. Aquarell wechselseitig. Ich konzentriere mich gern auf Ausschnitte. Ein Foto ist ohnehin im w\u00f6rtlichen Sinne eine &#8222;Momentaufnahme&#8220; und eine Schnittstelle zwischen Makro- und Mikrokosmos\u00ab und: \u00bbBeeindruckt vom scheinbar Unwichtigen, Zerbrochenen, Weggeworfenen wird das Spiel ernsthaft, n\u00e4mlich wenn ich diesem leisen Unscheinbaren einen Platz schenke.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">roland barthes empfahl, wenn man ein foto genau betrachten will, sei es besser, den kopf zu heben oder die augen zu schlie\u00dfen, und erg\u00e4nzte: \u00bbDie absolute Subjektivit\u00e4t erreicht man nur in einem Zustand der Stille, dem Bem\u00fchen um Stille (die Augen schlie\u00dfen bedeutet, das Bild in der Stille zum Sprechen zu bringen.)\u00ab der besucher der ausstellungen hat die m\u00f6glichkeit, die fotomotive selber neu und anders zusammenzusetzen. wenn fotografie kunst ist, geh\u00f6rt sie zuerst dem k\u00fcnstler und dann allen, die sie betrachten. kunst kann also den privatbesitz aufheben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">jutta gampe schreibt ihren fotografien, die sie auch nicht am computer bearbeitet, nicht von vornherein bedeutungen zu. sie will nichts erkl\u00e4ren und beweisen und verzichtet fast immer auf bildtitel, um den betrachter nicht festzulegen und einzuengen und ihm keine vorauseilende sinnhaftigkeit aufzub\u00fcrden, sondern l\u00e4\u00dft sie, einem urvertrauen in bilder folgend, selber sprechen, indem sie auf die unmittelbare wirkung der visuellen eindr\u00fccke hofft. titellose fotografien fordern auf, etwas zu entr\u00e4tseln, und senden die botschaft aus: seht, empfindet und denkt selber. pressefotografie, die m\u00f6glichst eindeutige botschaften vermittelt soll, ist der werbefotografie meist n\u00e4her als der k\u00fcnstlerischen fotografie, die eher vieldeutig wirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">eine vorliebe hat die fotografin f\u00fcr steine, nat\u00fcrliche wie bauliche. man findet felsen und felskl\u00fcfte sowie erodierten oder por\u00f6s gewordenen kalkstein oder sandstein, durch dessen l\u00f6cher, zwergenl\u00f6cher genannt, zwerge der m\u00e4rchen und sagen in ihre wohnungen und werkst\u00e4tten schl\u00fcpfen, au\u00dferdem bausteine, putz, tapete, holz, gewebe, daneben metall und glas, und \u00fcberdies andere materialien und elemente der natur, baumrinde, das innere eines baumes, eine agave, aufgerissene erdkruste, strukturen von flie\u00dfendem und springendem wasser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die naturfotografien lassen teils kulturelle bedeutungen aufscheinen. merkw\u00fcrdige formen k\u00f6nnen einen verborgenen sinn enthalten, durch den selbst vertrautes neu erscheint, zumal wenn man sie symbolisch deutet. manche der fotografien assoziieren mir kulturgeschichtliche und mythologische motive und figuren, etwa bei steinen, die von den elementen, vor allem meister und meisterin wasser und wind, gestaltet wurden. ein foto k\u00f6nnte runenzeichen darstellen, ein weiteres keilschriftzeichen, die indes formen geologischen ursprungs sind. ein stein, dessen l\u00f6cher wie augen, mund und nase eines mondgesichts wirken, gleicht einer g\u00f6tteroderd\u00e4monenfigur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">baumharzeule und giraffenk\u00fcken sehen genauso aus, wie ihr name sagt. anderes erinnert an bauwerke von antonio gaudi oder die sphinx. die \u00fcberlagerungen, bei denen die fotografin zwei oder drei fotos \u00fcbereinander gedruckt und dann abfotografiert hat, die collagiert und malerisch wirken, lie\u00dfen mich an h\u00f6hlenmalerei denken. h\u00f6hlen waren wohnst\u00e4tten fr\u00fcher menschen, deren genanlagen wir in uns tragen, sowie in mythos und sage geburtsst\u00e4tten der g\u00f6tter und pl\u00e4tze von totenseelen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">noch um 1900 glaubten manche, man k\u00f6nnte gespenster fotografieren und damit deren existenz nachweisen. fast zeitgleich hielt man es f\u00fcr m\u00f6glich, auf der retina eines opfers von jack the ripper ein bild des m\u00f6rders vorzufinden, das als fahndungsfoto brauchbar w\u00e4re. meist unbewu\u00dft ist die annahme, man k\u00f6nne mit fotografien etwas bannen und so gefahren und \u00e4ngste abwehren. franz kafka notierte: \u00bbMan photographiert Dinge, um sie aus dem Sinn zu verscheuchen.\u00ab jean baudrillard erkl\u00e4rte: \u00bbDie Fotografie ist unser Exorzismus. Die primitive Gesellschaft hatte ihre Masken, die b\u00fcrgerliche ihre Spiegel. Wir haben unsere Bilder.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">franz hessel schrieb: \u00bbNur was uns anschaut, sehen wir.\u00ab barthes bemerkte, viele w\u00fcrden vor lauter hinschauen vergessen, da\u00df sie selber angeschaut werden. wer empathisch \u00fcber sich selbst hinaus sieht und so einen kreislauf zwischen betrachten und betrachtetwerden er\u00f6ffnet, erlebt, da\u00df fotos einen selbst anschauen, ja denkt dar\u00fcber nach, was tote sehen. vielleicht wird manchmal sogar der fotograf zum phantom, das fotografiert. je tiefer man sich mit der fotografie besch\u00e4ftigt, umso unheimlicher kann sie einem werden. aber das ist eigentlich mit allem so, weshalb die meisten menschen an der oberfl\u00e4che bleiben. allerdings w\u00fcrden viele ihre umgebung wohl sogar unmittelbar vor einem unvermeidlich bevorstehenden weltuntergang, wenn uns der himmel auf den kopf f\u00e4llt, noch fotografieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">barthes erl\u00e4uterte, ab-bildung sei im etymologischen sinne die wiederkehr des dagewesenen, in ihr enth\u00fclle das pr\u00e4sens sein paradox, bereits stattgefunden zu haben. der vergangene moment eines fotos, der zeigt, was so nicht mehr existiert, weist auf die verg\u00e4nglichkeit des lebens hin. susan sontag schrieb: \u00bbJede Fotografie ist eine Art <em>memento mori<\/em>. Fotografieren bedeutet teilnehmen an der Sterblichkeit, Verletzlichkeit und Wandelbarkeit anderer Menschen (oder Dinge): Eben dadurch, da\u00df sie diesen einen Moment herausgreifen und erstarren lassen, bezeugen alle Fotografien das unerbittliche Verflie\u00dfen der Zeit.\u00ab barthes meinte, das grundmuster der fotografisch stillgestellten zeit w\u00e4re das eingeschlafensein dornr\u00f6schens, was an auferweckung, und damit auferstehung, denken l\u00e4\u00dft, paul virilio, \u00bbda\u00df alle Kunst wie der Tod ist, ein Tempowechsel in der Ordnung der gelebten Zeit.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">bei jutta gampe meint auferstehung zun\u00e4chst die bewahrung fotografierter momente, die im diesseits des festgehaltenwordenseins erhalten bleiben. beseelungen durch kunst lassen die verdinglichten menschen und vermenschlichten dinge auferstehn. die entstehung von kunst ist so, bewu\u00dft oder unbewu\u00dft, eher letzteres, immer auch selbsttherapie. in der fotografie hat die k\u00fcnstlerin, \u00fcber verletzungen und bedrohungen hinweg, sich selbst und ihre kunst gefunden und in formen und strukturen aufgehoben, die auch k\u00f6rperliche und seelische wunden, narben, verwandlungen und heilungen zeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Spiel + Ordnung<\/strong>, <a href=\"http:\/\/www.skztreff.de\/Treff-Community\/\">Katalog<\/a> von Jutta Gampe (erh\u00e4ltlich \u00fcber die K\u00fcnstlerin: Jutta Gampe, Heimst\u00e4ttensiedlung 4 \/ 39240 Calbe &#8211; Tel.: 039291\/41726).<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-97186 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Giraffenku\u0308ken-198x300.jpg\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Giraffenku\u0308ken-198x300.jpg 198w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Giraffenku\u0308ken-330x500.jpg 330w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Giraffenku\u0308ken-768x1163.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Giraffenku\u0308ken-1014x1536.jpg 1014w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Giraffenku\u0308ken-1352x2048.jpg 1352w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Giraffenku\u0308ken-160x242.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Giraffenku\u0308ken-scaled.jpg 1690w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><\/strong><\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Weiterf\u00fchrend \u2192<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir begreifen die Gattung des Essays auf KUNO als eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Versuchsanordnung<\/a>, undogmatisch, subjektiv, experimentell, ergebnisoffen. Was den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21478\">Rezensionsessays<\/a> von Holger Benkel die \u00dcberzeugungskraft verleiht, ist die philosophische Anstrengung, denen er sein Material unterwirft, seine Texte zeigen, was der Fokus auf eine Fragestellung sichtbar machen kann, wie diese Konzentration aufdeckt, was dem Schreibenden selbst verborgen blieb, wohl wissend, da\u00df die F\u00fclle der Literatur, der Kunst und des Lebens eben darin liegen, nie alles wissen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>oder: gel\u00fcftet wird noch zur fotografie von jutta gampe \u00fcber fotografien zu schreiben erfordert, \u00fcber wahrnehmungen nachzudenken. fotografien k\u00f6nnen beleben, t\u00f6ten und wiederbeleben. sie sind, dem licht erloschener sterne gleich, reflexe von gewesenem, teleskope bilden nicht mehr existierende materie ab,&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/12\/17\/baumharzeule-und-giraffenkueken\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":36,"featured_media":98546,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[94,3309],"class_list":["post-97182","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-holger-benkel","tag-jutta-gampe"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/36"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=97182"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97182\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":103543,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97182\/revisions\/103543"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98546"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=97182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=97182"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=97182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}