{"id":9658,"date":"2013-01-30T00:39:36","date_gmt":"2013-01-29T23:39:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=9658"},"modified":"2022-06-12T17:29:26","modified_gmt":"2022-06-12T15:29:26","slug":"22mal-wir-26mal-schlacht-wortkrauter-zur-gesundung-in-theo-breuers-gedichtbuch-das-gewonnene-alphabet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/01\/30\/22mal-wir-26mal-schlacht-wortkrauter-zur-gesundung-in-theo-breuers-gedichtbuch-das-gewonnene-alphabet\/","title":{"rendered":"22 Mal \u203awir\u2039 \u2022 26 Mal \u203aschlacht\u2039"},"content":{"rendered":"<h3><span style=\"color: #000080;\">Wortkr\u00e4uter zur Gesundung in Theo Breuers Gedichtbuch <em>Das gewonnene Alphabet<\/em><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 1px solid black;\" src=\"https:\/\/encrypted-tbn0.gstatic.com\/images?q=tbn:ANd9GcS4mCAlaIv9sniplu88vBuVLWS-9dFYXuMgzmxwaY6_OK-1IJSuiA\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"241\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses lyrische Lexikon, dieses Gedicht-W\u00f6rterbuch, dieses sch\u00e4ckernde Dichtwerk kommt gerade recht, mir den Herbst zu vers\u00fc\u00dfen. S\u00fc\u00dfes zum Herbst? Herbes zum Herbst? <em>Jedes jedes jedes<\/em> Jahr hole ich mir (wo blo\u00df?) eine fette Erk\u00e4ltung, verkriech mich, notgedrungen, mit einem \u203aguten Buch\u2039 ins warme Bett.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Verwirbelt<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das gewonnene Alphabet<\/em> von Theo Breuer unterh\u00e4lt nicht nur, und damit meine ich: breitet sein Wortnetz tragf\u00e4hig unter mir aus, sondern verwirbelt mir zugleich die Sinne: Auf dem Bett liegend, habe ich diesen Rhythmus im Ohr, von welchem Gedicht mag er herkommen \u2013 <em>di richi dir sprichi ist dis gidicht?<\/em> Es stimmt nachdenklich (<em>wei\u00dft du wie viel menschlein gestern oder gestern \/ oder gestern allein in syrien die feine forderung nach freiheit mal \/ eben mit dem leben bezahlen<\/em>), grauselt mich (<em>variation auf einen grausattsam ber\u00fcchtigten ansto\u00df<\/em>) und inspiriert mich zum eigenen <span style=\"color: #000080;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=8449\"><span style=\"color: #000080;\">Text<\/span><\/a><\/span> (<em>was f\u00fcr ein fallenflirrenfliegenfreun \/ ich wollt ich w\u00e4re ne flocke von schnee<\/em>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Antwort auf den Titel der 1999 erschienenen Jahrzehnt-Anthologie<em> Das<\/em> <em>verlorene Alphabet <\/em>\u00a0(womit ich, zum Beispiel, ungewolltes \u203aSchweigen\u2039, \u203aNicht-schreiben-K\u00f6nnen\u2039 assoziiere), die der Autor im turmhohen B\u00fccherregal bewahrt, ist <em>Das gewonnene Alphabet<\/em> nicht nur ein Gedichtbuch \u2013 es ist ein gro\u00dfer Zyklus von A bis Z, in dem sich Atmosph\u00e4ren, Menschen, Orte, Pflanzen, Situationen, Tiere, Zust\u00e4nde wiederholen, potenzieren, erg\u00e4nzen und weiterdenken, erz\u00e4hlen, ja, z\u00e4hlen, fortw\u00e4hrend miteinander in Beziehung treten. <em>Bensch<\/em>, <em>Kraus<\/em> und <em>Peer Quer<\/em> sind dabei stets intervenierende Individuen, die mir bald vertraut sind und mit denen ich gern von Seite zu Seite ziehe. Als Leser kann ich mich in diesem ABC klar verorten (mache eine Pause bei <em>D<\/em>, bei <em>O<\/em> brauche ich l\u00e4nger, gehe zur\u00fcck zu <em>K<\/em>, springe zu <em>Q<\/em>.)<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Ein Herbarium<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/blackbird-21.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9719 alignright\" style=\"border: 1px solid black;\" title=\"blackbird (2)\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/blackbird-21-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Dicht. Gepresst, getrocknet, konserviert, die gelben Bl\u00fcten zu schwarzen (und gelegentlich grauen) Buchstaben geworden, finde ich unter <em>S<\/em>, gleichsam wie wellig gedruckt wirkend \u2013 <em>sistiger haaresbreiten<\/em> \/\/ <em>schm\u00e4rz \/\/ sehen <\/em><em>gestehen <\/em><em>\/ ein schimmelblick gr\u00e4ulichtlos \/ zerspricht <\/em><em>\u2219<\/em><em> attrappe<\/em> \u2013 und entdecke daselbst filigran: <em>hundstag<\/em> \/\/ <em>bleiche schneidfeder \/ auf verbittertem grabstein \/ bl\u00fcht <\/em><em>\u2219<\/em><em> schmort im glei\u00dfstern, <\/em>mit vorangestelltem Zitat von Marcell Feldberg \u2013 fast wirkt\u2019s wie ein <em>Beipackzettel<\/em>: <em>lernen zu verstehen, Feldwege zu gehen. <\/em>Und so ist das ganze Gedichtbuch aufgebaut, mit vielen Hin- und 24 <em>Quer<\/em>-Verweisen, Zitaten und Unikaten, \u00dcberlegungen und \u00dcberraschungen, Doppelb\u00f6digem und Visuellem, Buchstabenverschiebungen und Wortsch\u00f6pfungen, Sprachspielen und Abgr\u00fcnden, sortiert von A bis Z. Dabei rutscht die Amsel von <em>B<\/em> wie <em>black bird<\/em> nach <em>O<\/em> wie <em>over the firewall<\/em>, flattert auf englisch durchs Gedichtbuch, ist schwirrende Auseinandersetzung mit Celan-Versen, die, zu Beginn zitiert und am Ende ins Englische \u00fcbertragen, das Gedicht offenbar veranlasst haben, ihm den Rahmen geben.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Mirabellen und Libellen<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stoffe\/Themen im gewonnenen Alphabet changieren (wie die lyrischen Persepektiven) zwischen Geschichte und Geschichten: Alltag, Gesellschaft, Individuum, Kosmos, Literatur, Momente, (Gott und die) Welt, Zust\u00e4nde usw., dabei reflektieren\/erproben die Gedichte immer wieder das Werkzeug bzw. den Baustoff, aus dem sie gemacht sind: die W\u00f6rter, die Buchstaben, den Rechner, den Schwei\u00df, auch <em>Mirabellen<\/em> und <em>Libellen<\/em> \u2013 so <em>fragt<\/em> <em>peer quer (l\u00e4ssig\/l\u00e4stig): gibt es \/ <\/em><em>verwindungen zwischen harkarbeit \/(die ich eben tat) und dichtarbeit \/(die ich augenblicklich tue) &#8230;<\/em><em> \/ dieweil die drei gedanken (brune \u2219 \/ brinkmann \u2219 brambach) durch das gehirn \/ m\u00e4andern &#8230; \/ und ich flitz \u2219 nicht im kaffeehaus stehend \/ und bedienung um schreibzeug bittend \u2219 \/ hinab in die lyrikkammer sitz im nu vorm \/ keyboard und bring fixflott den lenovo in gang <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein ganz anderer, schwerm\u00fctiger Tonfall begegnet mir in <em>ohne sie ist welt tot ist ein unfug: &#8230; ich r\u00fcste f\u00fcr den \/ abend dunkelrosen der nacht \/ ypsilon weglassen weglassen k\u00f6nnen \/ robinienb\u00e4ume in den armen \/ \u00f6l auf eichenholz mit blumen am strand von cattolica im korbsessel \/ kauernd auf meinem scheitel sch\u00e4del die \/ erde sumpfig und \/ regen f\u00e4llt usw.<\/em><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Weiter bl\u00e4ttere ich<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/S.-259-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-9716\" style=\"border: 1px solid black;\" title=\"S. 259 (2)\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/S.-259-2-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>in der Pflanzensammlung, finde einen <em>\u203aschatz\u2039<\/em>, einen Satz, finde einen Strang, eine Stange, einen Stengel: <em>die schreibende \/ kraft \/ ist die \/\/ reibende \/ kraft \/ ist die \/\/ treibende \/ kraft \/ ist der \/\/ beileibe bleibende \/ saft. <\/em>Sodann: ein Bild \/ eine Frage an den befreundeten Autor Axel Kutsch \/ eine moderne Version der Offenbarung des Johannes \u2013 <em>gleich nach der schalen tsunamizornradioansage reiben tausende \/ bur\u00adkatragende regie\u00adrungstote augenstrahlende<\/em> zeugen auf \/ <em>zehn verbote<\/em>, denen das <em>zerrinnungswild<\/em> folgt \u2013 dieses Buchstaben-Gerinnungsbild wirkt wie das unkenntlich gemachte Feld auf der Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung, die mir die \u00c4rztin gab, jemand hat in einem Anfall beh\u00f6rdlichen Wahnsinns lauter Buchstaben \u00fcbereinander gestempelt, um so das Wesentliche zu verbergen, aber der aufmerksame Leser hat ja stets einen Schl\u00fcssel (wenn die Buchstaben rot w\u00e4ren, k\u00f6nnte ich eine rote Folie dar\u00fcber legen \u2026), und wenn ich genau hinsehe, wird eins der magischen Bl\u00e4tter Friederike Mayr\u00f6ckers sichtbar.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Und \u00fcbrigens:<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Breuer! Bedient sich ja selbst solcher Mittel als \u2013 unbedingt parodistisches \u2013 Spiel: Da werden Wortteile einfach \u00fcberbalkt: <em>man murmelt und munkelt: \/ nirgends \u2219 an \u2219 keinem \u2219 ort \/ werde das wort \/ so flink verdunkelt \/ wie \u2219 im \u2219 g|e|r|i|c|h|t \u2013 \u2013 \u2013 \/ soll wohl ein tollwitz sein: \/ <\/em><em>wie im gedicht?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Gedicht, <em>himmelst\u00fcrmer<\/em>, ist (eingedenk Jandls <em>kleiner Verschiebungen<\/em> und R\u00fchmkorfs <em>h\u00f6chster H\u00f6hen<\/em>) um 90 Grad gedreht, im einem weiteren ist nur der Teil eines Wortes gedreht, durch ein anderes flie\u00dft der Verkehr, im n\u00e4chsten sprudelt Kohlens\u00e4ure &#8230; So vielf\u00e4ltig die Formen und Stimmungen, gemeinsam ist ihnen der parodistisch jonglierende, artistisch-ironische Umgang des Autors mit Sprache und Literaturen, Sprechweisen und Figuren.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Nicht verwunderlich<br \/>\n<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00dcberschrift dieses Essays ist \u00fcbrigens ein sch\u00f6ner Zufall. Aufmerksam lese, summe, \u00fcberfliege ich das Glossar (unter <em>Z<\/em> wie <em>Zufall, sch\u00f6ner<\/em>), wundere mich \u00fcber 34mal <em>grau<\/em> und 4mal <em>it, <\/em>finde die Gegen\u00fcberstellung von <em>wir<\/em> und <em>schlacht<\/em> sehr aufschlussreich. Nicht verwunderlich das 110malige Vorkommen des Hilfsverbs <em>ist <\/em><em>\u2013 <\/em>auch ein Hinweis auf die gro\u00dfe poetische Behauptungskraft des Autors, was jetzt dringend die Frage nach sich zieht, wer denn TB \u00fcberhaupt <em>ist<\/em> &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Antworten finde ich wunderbar im Buch verborgen, so auch im <span style=\"color: #000080;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=9221\"><span style=\"color: #000080;\">Essay<\/span><\/a>, der <\/span><em>Das gewonnene Alphabet<\/em> beschlie\u00dft. Dort schildert Breuer die Entstehung des Buches, berichtet von eigener Geschichte. Dieses Scharnier zwischen Leben und Kunst, das viel mehr erz\u00e4hlt, als dass es erkl\u00e4rt, macht den Autor greifbar &#8230;. zeigt ihn lebendig: Noch bevor er lesen und schreiben kann, bringt ihm die Mutter ein ABCdarium nahe, pflanzt ihm die Liebe zur Sprache ein \u2013 in einem Haushalt, <em>in dem kein Chopin gespielt wird<\/em>, in einem Dorf im Rheinland, dessen Namen niemand kennt.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Wurzeln<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"border: 1px solid black;\" src=\"http:\/\/www.poetenladen.de\/pics\/breuer_hinterland-158.jpg\" alt=\"\" width=\"158\" height=\"226\" \/>Von Theo Breuer sind \u2013 \u00fcber Jahre und oft im Wechsel \u2013 Gedichtb\u00e4nde und Monografien erschienen, B\u00fccher vom Zustand der Lyrik hier und jetzt. Und das nicht von abgehobenener Warte, sondern in Verbindung, Freundschaft, direktem Kontakt mit den schreibenden Kollegen. So zur\u00fcckgezogen Breuer auch zu leben scheint (in der tiefsten Eifel), so sehr ist er \u2013 wie die Pflanze, die unterirdisch gigantische Wurzeln treibt \u2013 mit einer Menge Literaten verbunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer mit Theo Breuer kommuniziert, wird immer wieder wachger\u00fcttelt, so ein aufmerksamer Zuh\u00f6rer und Sprecher ist er, Beobachter \/ Leser von Umwelt und Natur. Sein Wesen dr\u00fcckt sich f\u00fcr mich auch in den gleich im ersten Gedicht <em>keckernden Elstern<\/em> aus, die, laut Kosmosverlag, <em>schackern<\/em>, in meiner Erinnerung allerdings <em>sch\u00e4ckern<\/em>, wobei aber das Kecke, der Witz, der helle Geist fehlen, und eben das h\u00e4lt Breuer im ersten Gedicht fest, welches \u2013 <em>admission free and daily open to the public<\/em> \u2013 Lust aufs Weiterlesen macht, hier und jetzt: (&#8230;) <em>die amsel hockt \u2219 wie jeden jeden jeden tag \u2219 auf der schwarzen leitung die unser haus mit \u2013 bis auf weitres \u2013 unbesetztem [grau verschalten] nachbarhaus verkuppelt \u2013 \u203ano man is an island\u2039 \u2219 john donne \u2013 und singt und singt gegen die ein paar g\u00e4rten weiter rurumorende motors\u00e4ge an <\/em>(&#8230;)<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Hier und jetzt<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">erhalte ich eine fl\u00fcchtig geschriebene, aber keineswegs unwichtige E-Mail von Ilka aus dem Kulturamt: \u00bbSchreib mir doch bitte nochmal euren Ter,on &#8230; \u00ab, gemeint ist \u203aTermin\u2039, aber \u203aTer,on\u2039, dem Tempo beim Tippen der E-Mail geschuldet, ist doch ein drolliges Wort. Offenbar <em>lebe<\/em> ich schon die <em>versenwelt<\/em><em>. <\/em>Angesteckt bin ich, gesunde im Nu, h\u00fcpfe hoch vom Krankenbett.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nun:<em> Lesen Sie langsam. Nehmen Sie sich Zeit.<\/em> (Axel Kutsch \u2219 <em>Feier des Wortes<\/em>)<\/p>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong><em>versenwelt leben <\/em><\/strong><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>\u00a0<\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>beispiel loser sport: versenke <\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>horch auf das wort <\/em><em>WORT <\/em><em>\u2013 \u2013 \u2013 versitze <\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>denk nicht an [hast last] verschwitze <\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>gib was du (fast) hast verschenke <\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>\u00a0<\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>liebe aus sichten versiebe <\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>schl\u00fcssig sei fa\u00df bar verseuche <\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>f\u00fcrchte v w nicht: verscheuche <\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>termin termine \u2014 \u2014 verschiebe <\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>\u00a0<\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>aus wuchs chim\u00e4re \u2219 versteige <\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>\u00fcbel schlag los frau verschw\u00f6re <\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>unanst\u00e4ndig frei verst\u00f6re <\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>\u00a0<\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>eigensinnig sei (verschweige) <\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>horten von worten? verschwende <\/em><\/span><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\"><em><span style=\"color: #000080;\">fix den deckel drauf \u2013 v\u2219e\u2219r\u2219s\u2219e\u2219n\u2219d\u2219e<\/span><\/em><\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<\/address>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<div id=\"attachment_103624\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-103624\" class=\"wp-image-103624 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Christine-Kappe-150x150-1.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-103624\" class=\"wp-caption-text\">Christine Kappe, Fotograf: Ric G\u00f6tting<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>, sowie einen Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> \u201e<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>\u201c <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wortkr\u00e4uter zur Gesundung in Theo Breuers Gedichtbuch Das gewonnene Alphabet Dieses lyrische Lexikon, dieses Gedicht-W\u00f6rterbuch, dieses sch\u00e4ckernde Dichtwerk kommt gerade recht, mir den Herbst zu vers\u00fc\u00dfen. S\u00fc\u00dfes zum Herbst? Herbes zum Herbst? Jedes jedes jedes Jahr hole ich mir (wo&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/01\/30\/22mal-wir-26mal-schlacht-wortkrauter-zur-gesundung-in-theo-breuers-gedichtbuch-das-gewonnene-alphabet\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":103624,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[104,239,255,988,84],"class_list":["post-9658","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-axel-kutsch","tag-christine-kappe","tag-ernst-jandl","tag-peter-ruhmkorf","tag-theo-breuer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9658","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9658"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9658\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":103628,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9658\/revisions\/103628"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/103624"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9658"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9658"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9658"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}