{"id":96415,"date":"2002-10-30T00:01:06","date_gmt":"2002-10-29T23:01:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=96415"},"modified":"2021-12-22T05:49:42","modified_gmt":"2021-12-22T04:49:42","slug":"wie-man-ich-wird","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/10\/30\/wie-man-ich-wird\/","title":{"rendered":"Wie man Ich wird"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Hinweis auf neurobiologische Forschungen erkl\u00e4rt Harald Welzer, dass dem menschlichen Ged\u00e4chtnis ein aktiver mentaler Prozess zugrunde liegt, der weitgehend unbewusst und \u201eimplizit\u201c funktioniert. Das menschliche Ged\u00e4chtnis hat eine soziale Funktion: In unterschiedlichen Ged\u00e4chtnis-Funktionen organisiert sich das Wechselspiel von Individualit\u00e4t und Gemeinschaft. Popul\u00e4re Metaphern, die das Ged\u00e4chtnis als Wissens-Speicher mit einer Computer-Festplatte vergleichen, f\u00fchren in die Irre. Erinnerungs-Bilder sind nicht als fertige Datens\u00e4tze an einer bestimmten Stelle des Gehirns abgespeichert. Das Gehirn muss, wenn es Erinnerung aktivieren will, aus verschiedenen Arealen Elemente rekonstruieren. Bei jedem Abrufen einer Erinnerung werden assoziativ neue Netzwerke gebildet. Die Erinnerungsfragmente von Medien-Erlebnissen werden grunds\u00e4tzlich genauso behandelt wie die Fragmente \u201eerlebter\u201c Erinnerung. Bei der Rekonstruktion von Erinnerung vermischen sich die Quellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch das autobiographische Ged\u00e4chtnis ist wesentlich kommunikativ, es stellt sich \u00fcber \u201eInteraktionssituationen\u201c her, formuliert Welzer. \u201eWie man Ich wird\u201c<sup id=\"cite_ref-9\" class=\"reference\"><\/sup> ist dem Menschen nat\u00fcrlich nicht bewusst. Nicht-bewusste Erinnerungen tauchen in \u201eBauchgef\u00fchlen\u201c, spontanen Reaktionen und unerkl\u00e4rlicher Voreingenommenheit auf. Von Emotionen und den Signalen der nonverbalen Kommunikation \u201ewei\u00df\u201c mein Gehirn deutlich mehr, als \u00fcber das semantische und das episodische Ged\u00e4chtnis bewusst ist. Die bewussten wie die unbewussten Elemente des Ged\u00e4chtnisses sind kommunikativ und lenken unser Wahrnehmen und Handeln im Kontext der Kultur der Gemeinschaft. Aus der Ich- und Wir-Identit\u00e4t im Sinne eines \u201eautobiographischen Ged\u00e4chtnisses\u201c entwickelt sich eine Synchronisierung des Individuums im Verh\u00e4ltnis zu seiner sozialen Umwelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-96416 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/das-kommunikative-geda\u0308chtnis-196x300.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/das-kommunikative-geda\u0308chtnis-196x300.jpg 196w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/das-kommunikative-geda\u0308chtnis-326x500.jpg 326w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/das-kommunikative-geda\u0308chtnis-160x245.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/das-kommunikative-geda\u0308chtnis.jpg 744w\" sizes=\"auto, (max-width: 196px) 100vw, 196px\" \/>Das kommunikative Ged\u00e4chtnis,<\/strong> von Harald Welzer, 2002<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Mit Hinweis auf neurobiologische Forschungen erkl\u00e4rt Harald Welzer, dass dem menschlichen Ged\u00e4chtnis ein aktiver mentaler Prozess zugrunde liegt, der weitgehend unbewusst und \u201eimplizit\u201c funktioniert. Das menschliche Ged\u00e4chtnis hat eine soziale Funktion: In unterschiedlichen Ged\u00e4chtnis-Funktionen organisiert sich das Wechselspiel von&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/10\/30\/wie-man-ich-wird\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":96416,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[3253],"class_list":["post-96415","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-harald-welzer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96415","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=96415"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96415\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=96415"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=96415"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=96415"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}