{"id":96379,"date":"1989-01-04T00:01:07","date_gmt":"1989-01-03T23:01:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=96379"},"modified":"2025-01-07T05:44:21","modified_gmt":"2025-01-07T04:44:21","slug":"gibt-es-ein-erstes-mal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/01\/04\/gibt-es-ein-erstes-mal\/","title":{"rendered":"Gibt es ein erstes Mal?"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\" data-adtags-visited=\"true\"><span style=\"color: #999999;\"><em>f\u00fcr J\u00fcrgen Ploog<\/em><\/span><\/p>\r\n<p data-adtags-visited=\"true\">Wumm, und der schwere, schwarze Wagen<br \/>Springt an, gleich-<br \/>Zeitig mit dem Radio, schwerer, schwarzer<br \/>Rock im Amerikanischen Soldatensender,<br \/>Schiesst die Strasse entlang wie ein Do-<br \/>Bear-V-Mann, Ploog hinter dem Steuer-<br \/>Rad wie ein Terminator, der aus dem Mond-<br \/>Gebirge rast, als g\u00e4lte es, die Inter-<br \/>Zone vor der Pest des linearen Erz\u00e4hlens<br \/>Zu retten: wohin, mit Cut als Co-Pilot?<br \/><span id=\"more-57\"><\/span>Dann in seinem Raum, er ass die Pell-<br \/>Kartoffeln mit Schale, Erdfr\u00fcchte mit<br \/>Quarks, die blaue Frau in ihrem Win-<br \/>Dow-Zimmer nackt, fremde Land-<br \/>Schaften qu\u00e4len sich durch die vom Mino-<br \/>Taurus besetzten weissen Zeilen zwischen<br \/>Dem break thru in grey-Papier \u2026<br \/>Wieder, dann, ein Anarcho-Schuppen mit<br \/>Gesichtslosen Gestalten in ihren<br \/>Schuppigen Windjacken, die Selbstgedrehte<br \/>Im Schnabel, Ploog suckelt am Zieh-<br \/>Garillo, auf dem Screen ein U-Film mit<br \/>Verwackelten Gedanken, die ins Wanken<br \/>Bringen die festgef\u00fcgten Steine behind the<br \/>Wall of silence, Ploog schaut mit seinem<br \/>K\u00fchn gestriegelten Hinterkopf zu,<br \/>Die Augen durchmessen das Armaturenbrett<br \/>Tollk\u00fchn fliegender Kisten, langsam<br \/>Rollt ein R aus seinem Mund, die Welt<br \/>Ist ein mit Rasierklingen zerschnittener<br \/>Film, wir beschreiben die Narben,<br \/>Und dann lacht er, bl\u00e4ht die Wangen auf,<br \/>Kichert wie ein Sal Paradise, als<br \/>Ich mir mit meinem Gedicht den Hintern<br \/>Abwische, is was, Doc?<br \/>Er mag es nicht, wenn ich ihn Graue<br \/>Eminenz des Deutschen Untergrunds nenne.<br \/>Als ich ihn kennenlernte, wusste ich<br \/>Nicht, dass ich ihn nicht kennenlernte.<br \/>Als Burroughs starb, brachte das ZDF<br \/>Die Fernsehmeldung, w\u00e4hrend ich<br \/>Ans Telefon st\u00fcrzte, um Ploog zu informieren,<br \/>Anna war dran, dann er, und als ich<br \/>Sagte, was geschah, rief er, die Zeit nur um<br \/>Eine Sekunde verschiebend, Carl Weissner<br \/>Die Nachricht ins Nebenzimmer, three<br \/>On one string, bis zum Ende des Drahtes,<br \/>Da sitzt er, knorrig, lang wie eine Faser,<br \/>Die Worte mit Seident\u00fcchern umwickelnd,<br \/>Bis sie kein Echo mehr haben,<br \/>Geschichten aus seinem All morsend,<br \/>Da ist kein Anfang, der nicht Ende w\u00e4re,<br \/>Gerippt wie ein eng anliegendes Nesselhemd<br \/>Die S\u00e4tze, immer wieder durch den Fleisch-<br \/>Wolf gedreht, bis sie wie Quader,<br \/>Zwischen die keine Zeitungsseite mehr passt,<br \/>Abgest\u00fcrzte Momente, lost in dead space,<br \/>Dead in lost race, chemical mace,<br \/>W\u00fcrgeengel, aus den Medien klaubend, was<br \/>Durch die Bilder zu Hirnmatsch geworden:<br \/>Lupe, Reinheit, Staub<br \/>Und den Funken Gesp\u00fcr f\u00fcr das,<br \/>was nicht stimmt, wenn einer anf\u00e4ngt vom<br \/>Krieg zu erz\u00e4hlen, dem Alltag der schein-<br \/>baren Wirklichkeit: Vor und zwischen<br \/>Und hinter den Fronten: Melburn, Singapoor<br \/>Honolulu, New Fork, und immer wieder Bomb-<br \/>Ay auf dem Schirm, und kryptische Aerogramme<br \/>Sendend aus Stundenhotels in Flohrida,<br \/>Bis die Koordination unentwirrbar<br \/>Bis wir so cool sindwie ein PayPsy:<br \/>You may keep your hat on<\/p>\r\n<p data-adtags-visited=\"true\">\u00a0<\/p>\r\n<p data-adtags-visited=\"true\">\u00a0<\/p>\r\n<!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"center\"} -->\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"fontSize\":\"large\"} \/-->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"center\"} \/-->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"align\":\"left\",\"id\":65815,\"width\":237,\"height\":256} -->\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft is-resized\">\r\n<div id=\"attachment_65815\" style=\"width: 247px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65815\" class=\"wp-image-65815\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-949x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"237\" height=\"256\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-949x1024.jpg 949w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-278x300.jpg 278w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-768x829.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-560x604.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-260x281.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah-160x173.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Hadayatullah.jpg 1112w\" sizes=\"auto, (max-width: 237px) 100vw, 237px\" \/><p id=\"caption-attachment-65815\" class=\"wp-caption-text\">Der Urvater des Social-Beat. Hadayatullah H\u00fcbsch. Photo: Masroor-ahmad<\/p><\/div>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n<!-- \/wp:image -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph \/-->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a>. Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>. Produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; f\u00fcr J\u00fcrgen Ploog Wumm, und der schwere, schwarze WagenSpringt an, gleich-Zeitig mit dem Radio, schwerer, schwarzerRock im Amerikanischen Soldatensender,Schiesst die Strasse entlang wie ein Do-Bear-V-Mann, Ploog hinter dem Steuer-Rad wie ein Terminator, der aus dem Mond-Gebirge rast, als g\u00e4lte&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/01\/04\/gibt-es-ein-erstes-mal\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":201,"featured_media":97921,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[249],"class_list":["post-96379","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-hadayatullah-hubsch"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96379","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/201"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=96379"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96379\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":97936,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96379\/revisions\/97936"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97921"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=96379"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=96379"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=96379"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}