{"id":95914,"date":"1995-07-21T00:01:09","date_gmt":"1995-07-20T22:01:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=95914"},"modified":"2022-04-25T14:43:25","modified_gmt":"2022-04-25T12:43:25","slug":"der-social-beat-veteran","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/07\/21\/der-social-beat-veteran\/","title":{"rendered":"Der Social-Beat-Veteran"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span class=\"cr-widget-FocalReviews\" style=\"color: #999999;\" data-hook=\"cr-widget-FocalReviews\"><span class=\"a-size-base review-text\" data-hook=\"review-body\">Die Sprache ist lakonisch, denn die Helden sind Verlierer. Alkohol geh\u00f6rt zur Grundausr\u00fcstung f\u00fcr den Alltag, und der \u00c4rger mit Beh\u00f6rden ist notorisch. Zwischen der unterdr\u00fcckten Lust, Amok zu laufen und der Angst vor dem pl\u00f6tzlichen eigenen Ende, hat Adelmann seine stilistischen Mittel sicher in der Hand.<\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span class=\"cr-widget-FocalReviews\" style=\"color: #999999;\" data-hook=\"cr-widget-FocalReviews\"><span class=\"a-size-base review-text\" data-hook=\"review-body\">Daniel Dubbe<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"ds5\">Roland Adelmann geh\u00f6rt wohl zu den Social-Beat-Veteranen. In den 1980ern bereits ver\u00f6ffentlichte er literarische Punkrocktexte. 1986 erschien seine erste Kurzgeschichte im legend\u00e4ren Underground-Magazin \u201eGasolin 23\u201c, 1973 von keinem Geringeren als Carl Weissner ins Leben gerufen. Legend\u00e4r auch seine Perfomanceauftritte Ende der 1980er, als er auf M\u00fclltonnen einschlug und sein Publikum mit Abfall beschmiss. Zusammen mit Carsten Born und Schr\u00f6dA gab er in dieser Zeit eines der ersten Underground-Literaturfanzines namens \u201eProdukt\u201c heraus, das zusammen mit Robsie Richters \u201eKopfzerschmettern\u201c und Jens Neumanns \u201eIkarus\u201c die Speerspitze junger deutschsprachiger Literatur bildete und den Weg bereitete f\u00fcr die unterschiedlichsten Literaturstr\u00f6mungen der 1990er.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"ds5\">1992 und 1993 dann ver\u00f6ffentlichte er zusammen mit Isabel Rox die mittlerweile l\u00e4ngst vergriffenen Anthologien \u201eDowntown Deutschland\u201c und \u201eAsphalt Beat\u201c, die erstmals eine Bestandsaufnahme der neuen deutschen Underground-Literatur darstellten. Im Laufe der 1990er entwickelte sich Adelmann laut Braunschweigs Stadtmagazin \u201eCocktail\u201c zu einem der \u201eTop-Entertainer\u201c der Social-Beat-Bewegung und der ersten Poetry Slams, wo er sich u. a. unvergessliche Wortduelle mit Jan Off lieferte. Seine \u00e4u\u00dferst witzigen, originellen und skurrilen Punkrockgeschichten waren immer einer der H\u00f6hepunkte der unz\u00e4hligen Lesungen, die mit riesigem Publikumsinteresse (allein in Berlin kamen bis zu 400 Leute zu einer Lesung) nun republikweit abgehalten wurden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"ds5\">Adelmanns eigene Erg\u00fcsse beschr\u00e4nkten sich weitestgehend auf Poeme, die er in vorgenannten Fanzines ver\u00f6ffentlichte, und in zwei kleinen Gedichtb\u00e4nden. Ein interessantes Zeitdokument ist sein <em>Blues im Morgenmantel<\/em>.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Blues im Morgenmantel<\/strong>: Gedichte von Roland Adelmann, <span class=\"ds10\">Ariel Verlag<\/span>, 1994<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-95916\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1995\/06\/blues_im_morgenmantel02.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"303\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1995\/06\/blues_im_morgenmantel02.jpg 200w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1995\/06\/blues_im_morgenmantel02-198x300.jpg 198w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1995\/06\/blues_im_morgenmantel02-160x242.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a> (und als Leseprobe ihren <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/12\/30\/hausaffentango\/\">Hausaffentango<\/a>). Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>, produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Inzwischen hat sich Trash andere Kunstformen erobert, dazu die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Aufmerksamkeit<\/a> einer geneigten Kulturkritik. In der Reihe <em>Gossenhefte<\/em> zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen, der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. J\u00fcrgen Kipp \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/01\/geschichte-und-aufgaben-des-mainzer-minipressen-archives-mmpa\/\">Aufgaben des Mainzer Minipressen-Archives<\/a>. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a><strong>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sprache ist lakonisch, denn die Helden sind Verlierer. Alkohol geh\u00f6rt zur Grundausr\u00fcstung f\u00fcr den Alltag, und der \u00c4rger mit Beh\u00f6rden ist notorisch. 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