{"id":95358,"date":"1995-01-17T00:01:37","date_gmt":"1995-01-16T23:01:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=95358"},"modified":"2022-03-02T10:56:13","modified_gmt":"2022-03-02T09:56:13","slug":"zu-wilhelm-bartschs-gedicht-mit-der-muse-des-hipponax","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/01\/17\/zu-wilhelm-bartschs-gedicht-mit-der-muse-des-hipponax\/","title":{"rendered":"Zu Wilhelm Bartschs Gedicht \u201eMit der Muse des Hipponax\u201c"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Muse des Hipponax<br \/>\n<em>F\u00fcr R. R. und R. R.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pimpelige Pimpleiden<br \/>\nBauschen \u00e4rmelweit Weltfrieden,<br \/>\nAber lassen sich gern kitzeln<br \/>\nBeim Kottabitzeln, Sybaritzeln,<br \/>\nHaben Haare nicht, nur Eppich,<br \/>\nAber ich knack meinen Rettich<br \/>\nHier unbemust und ohne Witzeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn aber mir mal eine Muse unterkam,<br \/>\nIch k\u00fc\u00dfte sie, und drauf!, zerkn\u00fcllte Papierkram,<br \/>\nUnd flog mit fremden Federn, hinkte auf eignem Fu\u00df<br \/>\nNoch lieber, nicht zum Helikon \u2013 ein Pa\u00df fehlt mir:<br \/>\nAus Ephesos Freund Epikur, Freund Hipponax,<br \/>\nAnstinkend, unteilbar: Trinkt also hier mein Bier!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier: Zur Goethed\u00e4mmerung<br \/>\nKlopstocks Eimerdr\u00e4mmerung:<br \/>\nNoch ein Tropfen und wir laufen<br \/>\n\u00dcber in die Feuertraufen.<br \/>\nDoch noch h\u00f6r ich Musens\u00f6hne<br \/>\n(Mich?) die alten Fl\u00f6tent\u00f6ne<br \/>\nFlau an Euterpens Eutern schnaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">War aber mir mal eine Muse, meine, frisch:<br \/>\nSie stampfte, dampfend, nackt herum um den Schreibtisch,<br \/>\nAls w\u00e4r\u2019s ein Knackwurstkessel: Dampf mach! Schreibe, Schrat!<br \/>\nIch brauchte nicht mehr Kalliope noch Ohrenpax<br \/>\nUnd konnte schrein: \u201eDein Weib ist jetzt da, und ich pack\u2019s!<br \/>\nHe Hades, hier die Halbwelt, Halle, am Apparat!<br \/>\nH\u00f6r: Hendrix harft! Wir wehrn uns noch, Freund Hipponax!\u201c<\/p>\n<h5 style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Weltfrieden und hinkende Muse<\/span><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wilhelm Bartsch: einer der vielen neuen Autoren der letzten Jahre, der mit einzelnen Gedichten, mit einem\u00a0<em>Poesiealbum<\/em>\u00a0(1985) aufmerken lie\u00df. Nun, mit 37 Jahren, der erste \u201eausgewachsene\u201c Band, Ausweis einer wichtigen Begabung.<br \/>\nIch lese \u201eMit der Muse des Hipponax\u201c, ein Gedicht, das Bartsch mit folgenden Anmerkungen versieht: \u201e<em>Hipponax<\/em>\u00a0\u2013 derb-volkst\u00fcmlicher Dichter Griechenlands des 6. Jh. v.u.Z.\u201c, \u201e<em>Pimpleiden<\/em>\u00a0\u2013 die Musen\u201c, \u201e<em>Kottabitzeln<\/em>,\u00a0<em>Sybaritzeln<\/em>\u00a0\u2013 etwa: Trinken, Prassen; siehe dazu Aristophanes, ,Der Frieden\u2018, V. Akt.\u201c<br \/>\nIch \u00fcbersetze die erste Strophe: Wehleidige, verz\u00e4rtelte Musen, in Gew\u00e4ndern mit weiten \u00c4rmeln, die sich bauschen, die aufbauschen; Weltfrieden bauschen \u2013 und die sich, die Musen, zugleich doch gern kitzeln lassen beim Trinken und Prassen (die ihren kleinen, beh\u00fcteten, wohllebigen Frieden zum gro\u00dfen Weltfrieden bauschen?). W\u00e4hrend ich, der Dichter, unbemust (unbeweibt?), ohne Witzeln jetzt, mein spartanisches, vegetarisches Mahl knacke.<br \/>\nIch merke: Die \u201e\u00dcbersetzung\u201c macht den Text enger und weiter. Weiter, weil sie erg\u00e4nzen, kommentieren, Varianten anf\u00fchren mu\u00df. Darin auch zugleich enger, weil die Erg\u00e4nzung Offenes eindeutig macht, Enger auch, weil Assoziationen entfallen, die sich \u00fcber Klang und Rhythmus herstellen. \u201ePimpelige Pimpleiden\u201c, \u201eZimperliche Zimperliesen\u201c. Dazu der Rhythmus, ein schwungvoller vierhebiger Troch\u00e4us mit wohlplazierten Abweichungen. So die Einf\u00fcgung eines Auftakts in Vers vier und sieben, der sich auch als Nebenhebung lesen l\u00e4\u00dft, Stauung und nachfolgende Beschleunigung bringend:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[\u00b4= Hebung, `= Nebenhebung, \u2013 = unbetonte Silbe]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Kottabitzeln\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">`\u00b4-\u00b4-<br \/>\nHier unbemust\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">`\u00b4-\u00b4-<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In die gleiche Richtung wirkt die andere Abweichung, eingeschobener Hebungsprall nach der dritten Hebung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2026 \u00e4rmelweit Weltfrieden<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00b4-` ` `-<br \/>\n\u2026 lassen sich gern kitzeln<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00b4-` ` `-<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Troch\u00e4us schwingt, und er hinkt. Gibt\u2019s das?<br \/>\nDas Gedicht tr\u00e4gt den Titel \u201eMit der Muse des Hipponax\u201c. Jener gilt als Vater des \u201eHinkjambus\u201c, der in Eindeutschung etwa so aussieht (der letzte Takt l\u00e4uft gegen das Metrum, er \u201ehinkt\u201c):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">-\u00b4-\u00b4-\u00b4-\u00b4-\u00b4\u00b4<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Troch\u00e4en des Eingangs also spiegeln nicht nur in Wortwahl und Wortspiel den derb-volkst\u00fcmlichen Charakter des Griechen, sondern erinnern an das von ihm favorisierte und vielleicht erfundene Versma\u00df, indem wenigstens zwei der sieben Zeilen \u00e4hnlich gestaut sind.<br \/>\nDas Gedicht geht weiter. Es besteht aus vier Strophen, deren erste und dritte k\u00fcrzer und einger\u00fcckt sind und den vierhebigen Troch\u00e4us zum Grundmuster haben. Die zweite und vierte Strophe ahmt den Hinkejambus nach, nicht sklavisch, aber pr\u00e4gnant.<br \/>\nWas aber sollen hier philologische Fachprobleme? Das Gedicht, bittesch\u00f6n, fu\u00dft darauf.<br \/>\nHipponax also, und ein neuer Dichter setzt sich mit ihm ins Benehmen. Er sitzt, der Neue, unbemust beim Rettichmahl. Also borgt er sich eine Muse von dem \u00c4lteren. \u201eWenn aber mir mal eine Muse unterkam\u201c. \u201eWar aber mir mal eine Muse, meine, frisch\u201c. Rhythmus ist eine Bewegung, die dem Widerspruch zwischen zugrunde liegendem Schema und Sinn und F\u00fcgung der Worte entspringt. Beide Zeilen weisen das gleiche Schema auf, kein Hinkjambus, sondern regelm\u00e4\u00dfig sechshebiger Jambus. \u00dcbereinstimmend und regelm\u00e4\u00dfig auch in der Abweichung im ersten Takt: Statt \u201eWenn \u00e1ber\u2026\u201c, \u201ewar \u00e1ber\u2026\u201c liest man etwa \u201eW\u00e9nn \u00e0ber\u2026\u201c, \u201ew\u00e1r aber\u2026\u201c. Diese Abweichung geh\u00f6rt traditionell zum Jambus, wie sie eigent\u00fcmlich zu diesem Gedicht pa\u00dft \u2013 denn sie war in den k\u00fcrzeren troch\u00e4ischen Zeilen schon vorbereitet.<br \/>\n(\u00dcblicherweise z\u00e4hlt man beim Lesen nicht Hebungen nach; aber der Rhythmus als Widerspruch zwischen Schema und Ausf\u00fcllung macht sich beim Lesen dieser Verse geltend; und der Rhythmus einer Zeile beeinflu\u00dft wiederum den der Nachfolger; so da\u00df Aufmerksamkeit f\u00fcr den Versbau hier angebracht scheint.)<br \/>\nAber was war mit der\u00a0<em>Bedeutung<\/em>\u00a0all der metrischen Spitzfindigkeiten? Ja, bitte, gleich.<br \/>\nIch \u00fcberlege, warum mir beim Lesen dieser Zeilen Ernst Jandl einf\u00e4llt, genauer gesagt, warum ich sie mir mit Jandlschem Tonfall gelesen denke. Jandls Gedicht \u201efalamaleikum\u201c:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>falamaleikum<br \/>\nfalamaleitum<br \/>\nfalnamaleutum<br \/>\nfallnamalsooovielleutum<br \/>\nwennabereinmalderkrieglanggenugausist<br \/>\nsindallewiederda.<br \/>\noderfehlteiner?\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die verschiedenen Verfahren dieses Textes: Einsatz mit einem verzerrt wiedergegebenen, aber erkennbaren Wort; leichte Klang- beziehungsweise Schreibverschiebungen von Zeile zu Zeile, die stufenweise Bedeutung aufbauen; Kleinschreibung; Zusammenschreibung der entstehenden Worte, die sich zwanglos aus dem Variationscharakter ergibt, aber dann auch rhythmische und inhaltliche Funktion erh\u00e4lt; alles das erzeugt einen Sog, der auf rhythmischer Ebene im l\u00e4ngsten Vers kulminiert, inhaltlich zu schneidender Attacke gegen Gleichg\u00fcltigkeit und Biertischgerede wird. Klangkaskaden, die Beklemmung erzeugen.<br \/>\nIch habe den Text in Jandls Vortrag geh\u00f6rt. Vielleicht deshalb lese ich die beiden Zellen von Bartsch im Tonfall von Jandls f\u00fcnftem Vers. \u201eWennabereinmalderkrieglanggenugausist\u201c. \u201eWenn aber mir mal eine Muse unterkam\u201c. \u201eWar aber mir mal ein Muse, meine, frisch\u201c. Beide lassen sich so lesen, als w\u00e4ren sie zusammengeschrieben. Mein Eindruck mag pers\u00f6nlich-zuf\u00e4llig sein, aber vielleicht nicht ganz; denn der auf Spannungen, auf ein Wechselspiel von Stauung und Beschleunigung angelegte Rhythmus schon der ersten Strophe wirkt hier offensichtlich auf den Beginn der zweiten ein. Der Sog wird noch verst\u00e4rkt durch den \u00dcbergang von den Kurzzeilen der ersten zu den l\u00e4ngeren der zweiten Strophe. Also: schwungvolles, beschleunigtes Lesen, bef\u00f6rdert von vorhergehenden Stauungen, von gezielten Verletzungen des Schemas, zus\u00e4tzlich, besonders in der vierten Strophe, durch klangliche Effekte, den Wechsel von ein- und zweisilbigen Worten, die H\u00e4ufung bestimmter Konsonanten und Vokale \u2013 insbesondere der viermalige m-Anlaut: \u201e<em>m<\/em>ir\u00a0<em>m<\/em>al eine\u00a0<em>M<\/em>use,\u00a0<em>m<\/em>eine\u201c, kombiniert mit dem Binnenreim eine\/meine; auch die Isolierung des letzten Wortes durch das nachgestellte \u201emeine\u201c wirkt in diese Richtung. Was f\u00fcr aufregende Klangerlebnisse in einer Zeile, rhythmisch und lautlich. Ja, da von Stauung\/Beschleunigung die Rede ist: Rhythmus ist hier mehr als Verteilung von Hebung und Senkung; ist auch L\u00e4nge\/K\u00fcrze. Ich lese die Zeile etwa so:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00b4\u00b4-\u00b4-\u00b4-\u00b4-\u00b4-<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu die Kl\u00e4nge: die drei \u201ea\u201c-Laute des Anfangs, mit eingeschobenem betontem\/gel\u00e4ngtem \u201ei\u201c, das am Schlu\u00df wiederkehrt und so gewisserma\u00dfen die Klangkomposition \u201em\u201c \u2013 \u201eei\u201c \u2013 \u201em\u201c \u2013 \u201eu\u201c \u2013 \u201em\u201c \u2013 \u201eei\u201c rahmt. Ein kompliziertes Gef\u00fcge von Spannungen also auch im Klang, das man vereinfacht so darstellen k\u00f6nnte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a class=\"zoomLink cboxElement\" href=\"http:\/\/www.planetlyrik.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Bildschirmfoto-2017-09-20-um-20-e1505932459617.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-73059 colorbox-73058 lazyloaded aligncenter\" src=\"http:\/\/www.planetlyrik.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Bildschirmfoto-2017-09-20-um-20-e1505932459617.jpg\" alt=\"\" width=\"591\" height=\"122\" data-lazy-src=\"http:\/\/www.planetlyrik.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Bildschirmfoto-2017-09-20-um-20-e1505932459617.jpg\" data-was-processed=\"true\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein witziges Spiel mit Anspielungen und Kl\u00e4ngen? Das auch; um so mehr, wenn man den gesamten Text in Betracht zieht, hier eine Auswahl: \u201ekitzeln\u201c \u2013 \u201e-bitzeln\u201c \u2013 \u201e-ritzeln\u201c \u2013 \u201eWitzeln\u201c; die \u201e\u00e4\u201c-, \u201eau\u201c-, \u201e\u00f6\u201c- und \u201eeu\u201c-Laute der dritten Strophe, das \u201eampf\u201c, \u2013 \u201eampf\u201c, \u201eampf\u201c, \u201enack\u201c \u2013 \u201eknack\u201c, \u2013\u201epax\u201c \u2013 \u201epack\u2019s\u201c \u2013 \u201enax\u201c, die sechs \u201ea\u201c der vorletzten, die acht \u201eh\u201c-Anlaute der beiden letzten Zeilen und so weiter. Dazu die Hinkjamben, die in den zweiten Zeilen der zweiten und vierten Strophe einsetzen \u2013 wohlvorbereitet \u2013 wie wir sahen.<br \/>\nAufregend, \u00fcberm\u00fctig, witzig. Das w\u00e4re schon viel. Aber da ist mehr. \u201eOhne Witzeln\u201c, so schlo\u00df die erste Strophe. Das mag, zun\u00e4chst, Reimnot sein oder positiv: Spa\u00df am Reim auf \u201ekitzeln\u201c \u2013 \u201eKottabitzeln\u201c \u2013 \u201eSybaritzeln\u201c. Aber es ist ernst. (Wie es einem Gedicht ansteht, dessen f\u00fcnftes Wort \u201eWeltfrieden\u201c lautet). Unser \u00dcbersetzungsversuch wies auf ein leicht frivoles Spiel um den Zusammenhang von \u201ebauschen\u201c \u2013 \u201e\u00c4rmel\u201c \u2013 \u201eWeltfrieden\u201c. Nehmen wir an \u2013 es gibt daf\u00fcr gute Gr\u00fcnde, wie das Spiel mit dem anderen Namen der Musen \u2013, da\u00df solches Spiel am Anfang des Gedichts stand. Dem Dichter freilich, der mit Kl\u00e4ngen und Bedeutungen spielt, um die Welt zu treffen, kann das nicht gen\u00fcgen. Wie weiter? Hipponax hilf!<br \/>\nDie zweite Strophe antwortet dem \u201eunbemust\u201c der ersten. \u201e<em>Wenn\u00a0<\/em>aber mir mal eine Muse unterkam\u201c \u2013 wie wurd ich da aktiv: sie k\u00fcssen, drauf! (\u201eunterkam\u201c!), Papierkram kn\u00fclln, fliegen, zugleich hinken, mit fremden Federn oder lieber auf eignem Fu\u00df, trotz Pa\u00dfproblemen. Ist die Aktivit\u00e4t des \u201emal\u201c von einer Muse Gek\u00fc\u00dften mehr als frivoles Spiel? Es bleibt noch offen; allein die ernsthaft-fieberhafte Aktivit\u00e4t des mit diversen Problemen ringenden Dichters f\u00fchrt, vielleicht, weiter. Das Spiel des Dichters schafft R\u00e4ume f\u00fcr Assoziationen: \u201eAnstinkend\u201c \u2013 \u201eunteilbar\u201c \u2013 \u201emein Bier\u201c. Der Klangteppich erweckt den Anschein von Bedeutungsschwere. Tr\u00e4gt er?<br \/>\nIn der dritten Strophe spitzt sich das Wechselspiel von Bedeutungsschwere und Frivolit\u00e4t noch zu. Der herrliche Spa\u00df mit den Worten und Namen der Vorg\u00e4nger. Die gr\u00f6\u00dften sind gerade recht. Feierlichkeit wird beschworen und spielend abgeschmettert. Der Rhythmus ist hier bis auf die letzte Zeile reiner, schwungvoller Troch\u00e4us. Den ernsten Hintergrund des Spiels stiftet das Wort \u201eHier\u201c, das an die vorige Strophe\/Zeile ankn\u00fcpft. Nicht zum Helikon, da pa\u00dflos; also \u201ehier\u201c; und was finden wir da? G\u00f6tter-, nein Goethed\u00e4mmerung. Das kann man als Spott auf feierliche Formen von Erbepflege lesen. Der Klassiker folgt dem Klassiker auf dem Versfu\u00df, dem Reimweg. Klopstocks \u201eFr\u00fchlingsfeier\u201c (feierlich!) wird erinnert in der \u201eEimerdr\u00e4mmerung\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Nur um den Tropfen am Eimer<br \/>\nUm die Erde nur, will ich schweben und anbeten.<br \/>\nHalleluja! Halleluja! Der Tropfen am Eimer<br \/>\nRann aus der Hand des Allm\u00e4chtigen auch.\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schweben und anbeten sind die Sache des Neueren nicht. Reiner Spott und Spa\u00df freilich auch nicht. Wer ist hier Tropfen, wer Eimer?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Noch ein Tropfen und wir laufen<br \/>\n\u00dcber in die Feuertraufen.\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die kosmologische Metapher des Vorg\u00e4ngers ist von der Wirklichkeit eingeholt. Klopstock, um den Platz der Erde und des einzelnen Menschen in einem hierarchisch geordneten Kosmos greifbar zu machen, verwandelt die Erde in den Tropfen am Eimerrand. Nur um diesen, um die Erde nur, will er schweben. Heute h\u00e4ngen wir nicht mehr nur metaphorisch am Rand des Abgrunds, und kein Allm\u00e4chtiger h\u00e4lt seine Hand auf. \u201eNoch vor relativ kurzer Zeit\u201c, sagte Michail Gorbatschow auf dem Internationalen Friedensforum in Moskau, h\u00e4tten \u00dcberlegungen zum Schicksal der Welt und zur Zukunft der Menschheit \u201eals Gedankenspiele, als von den Alltagssorgen der Menschen weit entfernte Besch\u00e4ftigung f\u00fcr Philosophen, Wissenschaftler und Theologen\u201c gegolten. Thema unseres Gedichts, so zeigt sich nun, fast genau in seiner Mitte, ist tats\u00e4chlich der Weltfrieden in allem gebotenen Ernst und auf der H\u00f6he der aktuellen Problemsicht. Der Weltfrieden \u2013 und das Tun der \u201eMusens\u00f6hne\u201c, zu denen man sich wohl z\u00e4hlen darf:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Noch ein Tropfen und wir laufen<br \/>\n\u00dcber in die Feuertraufen.<br \/>\nDoch noch h\u00f6r ich Musens\u00f6hne<br \/>\n(Mich?) die alten Fl\u00f6tent\u00f6ne<br \/>\nFlau an Euterpens Eutern schnaufen.\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beunruhigende Einsicht des Gedichts: Die \u201eMusens\u00f6hne\u201c \u2013 und vielleicht auch ich \u2013 sind nicht unbedingt auf der H\u00f6he der Zeit. In dem Moment, da der n\u00e4chste Tropfen zum \u00dcberlaufen in die \u201eFeuertraufen\u201c f\u00fchren wird, immer noch besch\u00e4ftigt, \u201e\u00e4rmelweit Weltfrieden\u201c zu bauschen und \u201eFlau an Euterpens\u201c (Muse des Fl\u00f6tenspiels, die Freudenspendende) \u201eEutern\u201c die \u201ealten Fl\u00f6tent\u00f6ne\u201c zu \u201eschnaufen\u201c.<br \/>\nDies ist das Faktum. Aber es bleibt nicht beim Konstatieren. Die Hinkjamben der vierten Strophe richten ihr \u201eaber\u201c auf. Der fast gleichlautende Anlauf f\u00fchrt nun weiter. Wenn das \u201eaber\u201c der zweiten Strophe energisch, aber diffus zu eigener \u00e4sthetischer Aktivit\u00e4t spornte: hier, nach den Feuertraufen, ist spezifische Arbeit gefordert. Dies ist nicht Euterpe und auch nicht Kalliope (Muse der Geschichtsschreibung) noch Ohrenpax, sondern \u201eeine Muse, meine\u201c. Und die stampft, dampft, stachelt, was das Zeug h\u00e4lt (der Schreibtisch: Knackwurstkessell), und hier ist die Rose, hier springe: \u201eund ich pack\u2019s!\u201c, n\u00e4mlich dein (?) Weib:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>He Hades, hier die Halbwelt, Halle, am Apparat!<br \/>\nH\u00f6r: Hendrix harft! Wir wehrn uns noch, Freund Hipponax!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ort der Attacke ist Halle, Halbwelt, ihr Ziel der Hades, die Feuertraufen; aufgeboten sind alle Mittel der Kunst von der hinkenden Muse des Hipponax bis zu Hendrix, und keine flauen Fl\u00f6tent\u00f6ne, und wir wehrn uns noch!<br \/>\nBliebe das Fragezeichen: dein (?) Weib. Wir bl\u00e4ttern zur\u00fcck und finden, da\u00df unsere Lesart des Anfangs bereits ein Fragezeichen an n\u00e4mlicher Stelle hatte: unbemust = unbeweibt? \u2013 Tats\u00e4chlich geht nicht alles auf. Die Musen, die unter zwei verschiedenen Namen sowie mit zwei namentlich Benannten aus der Schar insgesamt achtmal in diesem Gedicht vorkommen, dienen keineswegs blo\u00df der Distanzierung des um sein Profil ringenden Dichters. Schon die \u00dcberschrift sagt\u2019s ja: \u201e<em>Mit<\/em>\u00a0der Muse\u2026\u201c Da zwei von den neun namentlich genannt und verabschiedet werden: Euterpe und Kalliope (die f\u00fcr \u201elyrische Fl\u00f6tent\u00f6ne\u201c und f\u00fcr Geschichtschreibung zust\u00e4ndigen, Zufall?), l\u00e4uft es also auf Kritik an den traditionellen, klassischen Musen hinaus, auf den \u2013 durch die hinkende Muse des Hipponax best\u00e4rkten \u2013 Ruf nach neuartigen, schlagkr\u00e4ftigen Musen, angesichts neuartiger Herausforderung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gedicht ein Beitrag zur Debatte \u00fcber die Rolle des Dichters in bedrohter Welt. Es konstatiert, was jeder wissen kann und leicht vergi\u00dft, es stellt ein paar Fragen (stellt das Tun der Musens\u00f6hne, auch das eigene, in Frage), und es gibt seine Antwort. Oder genauer:\u00a0<em>ist<\/em>\u00a0eine Antwort. Denn seine Botschaft l\u00e4\u00dft sich nicht herausziehen. Es ist keine pr\u00e4existent fixe Aussage, nur in mehr oder weniger gef\u00e4llige Form gekleidet. Diese Botschaft kann ich nicht getrost nach Hause tragen (\u201ewir wehrn uns noch\u201c): wiewohl diese Art der Verwertung im Schwange ist. Die guten ins T\u00f6pfchen: die in der letzten Zeile die Fahne hochhalten.<br \/>\nWenn man das Gedicht aber nicht l\u00e4se, um auf Scheinfragen feile Scheinantworten zu h\u00e4ufen? Nicht, um zu erfahren, wie oder was, und ob sich der und jener bekennt? Sondern h\u00f6chstselber wirkliche Fragen, Skrupel, Probleme h\u00e4tte: und also l\u00e4se, um Antworten zu suchen f\u00fcr sich selbst, ungewi\u00df, wie es ausgeht \u2013 nicht f\u00fcr den (\u201eertappten\u201c) Dichter, sondern f\u00fcr mich?<br \/>\nDie Fragen und Antworten dieses Gedichts gehen mich an. Aber sie lassen sich nicht abheben von der Form des Gedichts; sie reichen allemal nur f\u00fcr die Dauer der \u00e4sthetischen Aktivit\u00e4t, die es mir abn\u00f6tigt. Indem ich es interpretiere, verl\u00e4ngere ich diese Dauer. Nicht mehr und nicht weniger.<br \/>\n\u201eLustgewinn\u201c ist ein Hauptnenner dieser Aktivit\u00e4t. Seit dem Wortspiel der ersten Zeile bin ich darauf eingestellt, in Spa\u00df und Ernst Lust zu erfahren. Lust am Wortspiel, am Spiel mit Namen, Anspielungen, Zitaten. Lust an Rhythmen und Kl\u00e4ngen. Lust am Entr\u00e4tseln und Entziffern. Viele einzelne L\u00fcste, bis die Frage aufkommt, ob das Gedicht \u2013 in dem immerhin einige wichtige \u201eFahnenw\u00f6rter\u201c vorkommen \u2013 mehr ist als die Summe so und so vieler einzelner L\u00fcste? Ob es neben der faszinierend vielf\u00e4ltigen \u201eBinnenstruktur\u201c noch eine \u201eGro\u00dfstruktur\u201c gibt?<br \/>\nUnsere Interpretation ist, untergr\u00fcndig solchen Fragen folgend, zu Antworten gekommen. Nach der groben Lust am herrlichen Wortspiel. (\u201ePimpleiden\u201c, \u201eGoethed\u00e4mmerung\u201c pp.) die verfeinerte Lust: Strukturen zu lesen. Wir haben gesehen, da\u00df die Strophen des Gedichts nicht nur je f\u00fcr sich einen Mikrokosmos darstellen, sondern da\u00df sie zugleich Stufen eines gr\u00f6\u00dferen Geb\u00e4udes sind. Klopstocks Stufenleiter: Ozean \u2013 Eimer \u2013 Tropfen gibt dem Neueren kein Weltbild mehr her; vielleicht aber ein Bild des Gedichts als Hierarchie. Jede Strophe ist eine Stufe in einem Argumentationszusammenhang, wie sie f\u00fcr sich genommen einen darstellt. W\u00e4hrend aber die Mikrostruktur nur mehr oder weniger deutliche und geistreiche Anspielungen auf die wirkliche Welt bietet, geht die Makrostruktur aufs Ganze. H\u00f6chste Lust.<br \/>\nEs ist aber keine begriffliche Argumentation. Eine erkannte, aber nicht gebannte Welt. Die Struktur eines\u00a0<em>Vorgangs<\/em>, eben: \u00e4sthetische\u00a0<em>T\u00e4tigkeit<\/em>. W\u00e4hrend ich das Geflecht von Rhythmen und Kl\u00e4ngen, An- und Bedeutungen aufdr\u00f6sele, halte ich die Struktur f\u00fcr einen Moment in der Hand. Was bleibt, sind nur die F\u00e4den (die fadenscheinige \u201eFahne\u201c).<br \/>\nDie Makrostruktur des Gedichts ist nicht die Struktur der in ihm enthaltenen begrifflichen Elemente. Um sie zu finden, mu\u00df ich den dynamischen Rhythmen- und Klangstrukturen ebensoviel Aufmerksamkeit schenken wie den Zitaten, Assoziationen, vorausgesetzten Kenntnissen der antiken Mythologie, der Literaturgeschichte und so weiter. Mu\u00df also wenigstens ungef\u00e4hr \u00fcber Hinkjamben, Musen, Jimi Hendrix, Wurstzubereitung und manches andere Bescheid wissen. Ist es also \u201eBildungsdichtung\u201c?<br \/>\nDieser \u201eVorwurf\u201c geht uns leicht von der Hand. In Bartschs Buch findet man ausgiebige Bez\u00fcge auf Petrarca und Dante, Basho und die Bibel, Goethe und Schiller, Klopstock, Kant, Giordano Bruno, Ezra Pound, James Joyce und etliche andere. Man findet \u2013 neben freien Rhythmen \u2013 Jamben und, Troch\u00e4en, Daktylen, tonische Verse, Hexameter, Distichen und Epoden, Haikus und Tankas. Welcher Leser, etwa welcher Lehrerstudent, soll das ausforschen?<br \/>\nAnh\u00e4ufung von \u201eBildungsgut\u201c ist gewi\u00df kein Ausweis f\u00fcr literarische Qualit\u00e4t; und wer behauptete das auch im Ernst? Aber umgekehrt? Beweist Bildungs-\u201eBallast\u201c in Form von Namen, Zitaten, Anspielungen etwas gegen den Kunstwert eines Gedichts? Die Meinung scheint verbreiteter. Immerhin, Goethe f\u00fcgte in seinem\u00a0<em>West-\u00f6stlichen Divan<\/em>\u00a0von 1819 den Gedichten einen etwa gleichlangen Prosakommentar unter dem urspr\u00fcnglichen Titel \u201eBesserem Verst\u00e4ndnis\u201c bei, der bezweckte, \u201ezu erl\u00e4utern, zu erkl\u00e4ren, nachzuweisen, und zwar blo\u00df in der Absicht, da\u00df ein unmittelbares Verst\u00e4ndnis Lesern daraus erwachse, die mit dem Osten wenig oder nicht bekannt sind\u201c. Aber wer mochte ein so wunderliches (so ein zeitgen\u00f6ssischer Rezensent) Buch lesen? Gedichte mit Kommentar? Denn \u201eda wir Leser sind, welche\u00a0<em>bequem<\/em>\u00a0unterrichtet und vergn\u00fcgt sein wollen, so geht unser Geschmacksurteil dahin, da\u00df der\u00a0<em>West-\u00f6stliche Divan<\/em>\u00a0nicht nach unserem Geschmack ist.\u201c (Hervorhebung vom Urheber, A. M\u00fcllner, 12.8.1820 \u2013 Zitat statt Parodie!) So weit zur\u00fcck also reicht die Meinung, Poesie sei mehr f\u00fcrs Gef\u00fchl und zur Bequemlichkeit des Lesers. In Klammern: Welcher heutige Verlag h\u00e4tte den Mut, oder die Weitsicht, sagen wir: Gedichte von Rainer Kirsch mit ebenso langem historischem und verskundlichem Kommentar zu bringen? Falls der sich \u00fcberhaupt der M\u00fche unterz\u00f6ge, wie er\u2019s f\u00fcr sein Gedicht \u201eIm Ma\u00df Petrarcas\u201c immerhin tat. Klammer zu.<br \/>\nAber wir wollen das Problem nicht verkleinern. Da\u00df \u201ein den Anforderungen, die die Kunst stellt, etwas Tragisches\u201c liege, meinte Stephan Hermlin einmal im Gespr\u00e4ch:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Jedes gro\u00dfe Kunstwerk wendet sich an alle, ob das sein Hervorbringer nun ausdr\u00fccklich sagt oder verschweigt; die Sensibilisierung, die die Aufnahme dieser Kunst erfordert, wird aber in vielen F\u00e4llen von den realen Lebensumst\u00e4nden selbst verhindert.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberlassen wir die Entscheidung, ob Bartschs Gedicht ein \u201egro\u00dfes Kunstwerk\u201c ist, der Geschichte. Was vorliegt, mag als Talentprobe gelten. Ich denke, da\u00df wir von Bartsch noch Gewichtiges h\u00f6ren werden. Und ganz sicher wird er, wenn er so weitermacht, auch noch \u00f6fter herbe Kritik erfahren, wie j\u00fcngst von der\u00a0<em>Jungen Welt<\/em>. Sei\u2019s drum. Die Geschm\u00e4cker sind verschieden wie die Wertkriterien. Wichtig ist nicht, da\u00df jeder dieses Gedicht gleich hoch einsch\u00e4tzt. Problematisch scheint es mir erst, wenn gerade die Anwesenheit von \u201eBildungsgut\u201c zum (negativen) Ma\u00dfstab gemacht wird. Zu oft spricht da ein Lyrikbegriff, f\u00fcr den der Dichter halt singt, \u201ewie der Vogel singt\u201c, um den Dichter zu zitieren. Da\u00df ein solcher Lyrikbegriff verbreitet ist, ist nicht schlimm, sondern real. Bedenklich wird es, wenn ausgerechnet diejenigen, die zur Vermittlung bestellt sind, Kritiker, Lehrer \u2013 also die Tr\u00e4ger und \u00dcber-Tr\u00e4ger von Wissen und Bildung \u2013 meinen, in diesem speziellen Fall verzichten zu d\u00fcrfen. Volks<em>bildung<\/em>, hilf,<br \/>\nsonst geht\u2019s hinab in Nacht und Schilf. *<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuerst erschienen in: neue deutsche literatur, Heft 424, April 1988<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* Den letzten Vers habe ich frivolerweise von Uwe Berger ausgeliehen; wof\u00fcr ich ihn \u2013 ebenso wie alle anderen genannt und ungenannt von mir Zitierten \u2013 um Verzeihung bitte!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>, sowie einen Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> \u201e<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>\u201c <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Mit der Muse des Hipponax F\u00fcr R. R. und R. R. Pimpelige Pimpleiden Bauschen \u00e4rmelweit Weltfrieden, Aber lassen sich gern kitzeln Beim Kottabitzeln, Sybaritzeln, Haben Haare nicht, nur Eppich, Aber ich knack meinen Rettich Hier unbemust und ohne Witzeln.&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/01\/17\/zu-wilhelm-bartschs-gedicht-mit-der-muse-des-hipponax\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":47,"featured_media":98207,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[919,3189],"class_list":["post-95358","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-michael-gratz","tag-wilhelm-bartsch"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/95358","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/47"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=95358"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/95358\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101400,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/95358\/revisions\/101400"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98207"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=95358"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=95358"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=95358"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}