{"id":94952,"date":"1999-11-15T00:01:25","date_gmt":"1999-11-14T23:01:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=94952"},"modified":"2025-02-22T05:45:11","modified_gmt":"2025-02-22T04:45:11","slug":"die-fackel-mehr-als-eine-literaturzeitschrift","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/11\/15\/die-fackel-mehr-als-eine-literaturzeitschrift\/","title":{"rendered":"Die Fackel, mehr als eine Literaturzeitschrift"},"content":{"rendered":"<div id=\"bodyContent\" class=\"vector-body\">\n<div id=\"mw-content-text\" class=\"mw-body-content mw-content-ltr\" dir=\"ltr\" lang=\"de\">\n<div class=\"mw-parser-output\">\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">KUNO konsultiert den Wert des Analogen und <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25201\">dokumentierte<\/a><\/span> den Grenzverkehr im Dreil\u00e4ndereck. Wir stellen in diesem Online-Magazin gerne Literaturzeitschriften vor, auch Klassiker.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Vorrede zur <i>Fackel<\/i> sagt Kraus sich von allen R\u00fccksichten auf parteipolitische oder sonstige Bindungen los. Unter dem Motto \u201eWas wir umbringen\u201c, das er dem rei\u00dferischen \u201eWas wir bringen\u201c der Zeitungen entgegenhielt, sagte er der Welt \u2013 vor allem der der Schriftsteller und Journalisten \u2013 den Kampf gegen die Phrase an und entwickelte sich zum vermutlich bedeutendsten Vork\u00e4mpfer gegen die Verwahrlosung der deutschen Sprache.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Die Fackel<\/i> kam als Heftchen mit rotem Umschlag heraus, etwa im Format DIN A5. In den ersten Jahren zeigte das Titelblatt die Zeichnung einer Fackel vor der Silhouette Wiens mit dem Symbol des Theaters und der darstellenden K\u00fcnste \u2013 der antiken Theatermasken, die Kom\u00f6die und Trag\u00f6die symbolisieren. Da sein ehemaliger Verleger sich darauf die Rechte gesichert hatte, erschien <i>Die Fackel<\/i> sp\u00e4ter mit einem n\u00fcchternen Titel, der nur aus Text bestand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Anfang an stammten die Beitr\u00e4ge vorwiegend von Kraus, in den ersten Jahren erschienen aber auch Beitr\u00e4ge anderer Autoren in der <i>Fackel<\/i>, unter anderem von: Peter Altenberg, Houston Stewart Chamberlain, Egon Friedell, Karl Hauer, Else Lasker-Sch\u00fcler, Detlev von Liliencron, Adolf Loos, Frank Wedekind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von 1912 an bis kurz vor seinem Tod (die letzte <i>Fackel<\/i> erschien im Februar 1936) waren (mit seltenen Ausnahmen) alle Originalbeitr\u00e4ge der <i>Fackel<\/i> von Kraus selbst geschrieben. Umgekehrt ist der \u00fcberw\u00e4ltigende Anteil seines Werks in der <i>Fackel<\/i> zu finden; nur wenig hat er au\u00dferhalb der <i>Fackel<\/i> publiziert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gesamte <i>Fackel<\/i> umfasst \u00fcber 20.000 Seiten und 922 \u201eNummern\u201c, wobei Karl Kraus es sich zur Gewohnheit machte, Doppel-, Dreifach- und Vierfachnummern erscheinen zu lassen. Von der ersten Vierfachnummer im Sommer vor dem Ersten Weltkrieg variiert der Umfang bis hin zu den 316 Seiten der Sechzehnfachausgabe Nr. 890 bis 905 mit dem Titel <i>Warum die Fackel nicht erscheint<\/i>. <i>Die Fackel<\/i> erschien infolge dieser engen Bindung an den praktisch einzigen Autor unregelm\u00e4\u00dfig (oder wie Kraus es selbst formulierte: <i>in zwangloser Folge<\/i>), mit gelegentlichen Unterbrechungen, die sich auf Reisen, Besuche, Sommerfrischen usw. zur\u00fcckf\u00fchren lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/220px-Fackel_Kraus_1899_1_Cover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-16321\" title=\"220px-Fackel_Kraus_1899_(1)_Cover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/220px-Fackel_Kraus_1899_1_Cover-198x300.jpg\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/220px-Fackel_Kraus_1899_1_Cover-198x300.jpg 198w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/220px-Fackel_Kraus_1899_1_Cover.jpg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><\/a><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a> (und als Leseprobe ihren <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/12\/30\/hausaffentango\/\">Hausaffentango<\/a>). Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>, produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Inzwischen hat sich Trash andere Kunstformen erobert, dazu die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Aufmerksamkeit<\/a> einer geneigten Kulturkritik. In der Reihe <em>Gossenhefte<\/em> zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen, der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. J\u00fcrgen Kipp \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/01\/geschichte-und-aufgaben-des-mainzer-minipressen-archives-mmpa\/\">Aufgaben des Mainzer Minipressen-Archives<\/a>. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a><strong>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KUNO konsultiert den Wert des Analogen und dokumentierte den Grenzverkehr im Dreil\u00e4ndereck. Wir stellen in diesem Online-Magazin gerne Literaturzeitschriften vor, auch Klassiker. 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