{"id":93217,"date":"2001-11-01T00:01:43","date_gmt":"2001-10-31T23:01:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=93217"},"modified":"2021-10-29T16:31:22","modified_gmt":"2021-10-29T14:31:22","slug":"ueber-den-graebern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/11\/01\/ueber-den-graebern\/","title":{"rendered":"\u00dcber den Gr\u00e4bern"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Konkurrenz belebt das Gesch\u00e4ft. Die Losbudenbesitzer schrien heiser in ihre Mikrophone. Nur der Gurkenverk\u00e4ufer sa\u00df friedlich da, vor sich das whiskyfarbene Kukumber\u2013Fass. Es roch nach Dill und Essig und Hefekn\u00f6deln. Ein Zahn fehlte in seinem Mund. Er gab das Wechselgeld raus und grinste anz\u00fcglich, als eine Dame im blauen Kost\u00fcm in eine Gurke biss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jacqueline glich Shari und Ansgar mit ihrem Erfahrungsschatz ab. Machte dem Gothic\u2013Girl leise den Hof. Kaufte ihr Lose. Gab ihr ein paar Gl\u00e4ser hellen Biers aus. Und ihre Hand ber\u00fchrte wie zuf\u00e4llig ihren Busen. Sharis schwarz umrandete Augen strahlten f\u00fcr einen Moment wissend und voller Erwartung. Sie taxierte Ansgar. Sein Gesicht sagte: &#8222;Ich schei\u00df auf die Welt!&#8220; Seine Augen: &#8222;Ich werde daran zugrunde gehen.&#8220; Er bem\u00fchte sich, die technischen Einzelheiten des Fahrgesch\u00e4ftes zu verstehen: &#8222;Auf einer maximalen Schienenl\u00e4nge von 1.123 Metern erreichen die Wagen eine Spitzengeschwindigkeit von 130 Stundenkilometer.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbBoah ehj, Thriller, never seen schriller!\u00ab, r\u00fclpste Ansgar ein Erstaunen hervor. Beil\u00e4ufig striffen Jacquelines Fingern\u00e4gel \u00fcber Sharis Oberschenkel. Die schreckte kurz zur\u00fcck, dann presste sie ihren Po kurz in Jacquelines Hand. Gleichzeitig dr\u00fcckte sie die Hand Ansgars, der erstaunt in Sharis Augen sah, die schmal zusammengezogen waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jacqueline riss das Paar einfach mit. Vorbei an Bierst\u00e4nden, am Bayernzelt, Nyltest\u2013Sch\u00f6nheiten mit zu gro\u00df gebl\u00fcmter oder zu klein karierter Garderobe, an tumben Eckenstehern, traurigen Kampftrinkern mit schaler Bierbr\u00fche im Glaskrug, verzweifelt ineinander verkrallten Tanzpaaren, vorbei an allem und zielgenau in den Strudel der Begierden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jacqueline stieg flink \u00fcber die brusthohe Mauer des Friedhofs. \u00dcber den Gr\u00e4bern duftete es nach Kompost und Popcorn. Die zuckenden Lichter erhellten die Gr\u00e4ber schemenhaft. Shari und Ansgars Augen mussten sich an die Dunkelheit gew\u00f6hnen. Sie belauschten ein P\u00e4rchen, das hinter einem Grabstein rammelte. Das Paar schnaufte und grunzte. Rhythmisch zappelten sein Arsch und ihre Beine. Die Lautst\u00e4rke ihrer Schreie nahm zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Blitzkriegbop. Jacqueline ergriff die Initiative. Sie griff Shari zwischen die Beine. Das Gothic\u2013Girl zog \u00fcberrascht die Luft ein. Ansgar ging luftgitarrenm\u00e4ssig in die Knie und betrachtete die beiden. Jacqueline zog Shari zu sich heran. Ihre K\u00f6rper klatschen aneinander. Die H\u00e4nde glitten an den Flanken auf und ab. Jacqueline stie\u00df Ansgar um, stellte sich mit gespreizten Beinen \u00fcber ihn und trat ihm derb in die H\u00fcfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber Ansgars ausgestrecktem K\u00f6rper fanden sich ihre M\u00fcnder. Das machte ihn rasend. Er \u00f6ffnete seine Hose, holte den Harten heraus und wollte sich einen schleudern. Shari und Jacqueline sanken zu ihm herab. Das Gothic\u2013Girl liebkoste seinen Pint, und Jacqueline kurbelte an seinen Brustwarzen, k\u00fcsste seinen Mund, stiess ihre Zunge hart hinein, bis er v\u00f6llig au\u00dfer sich war. Zog eine Speichelspur \u00fcber seinen Nabel langsam zu Ansgars Pint, traf sich \u00fcber seiner Eichel zu einem Zungenkuss mit Shari. Kurz vor seinem Orgasmus lie\u00dfen sie von ihm ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jacquelines sehnige H\u00e4nde legten sich um Sharis Hals. Shari zog Jacqueline zu sich her\u00fcber. Die \u00c4ltere nahm die Perle zwischen die Z\u00e4hne. Pustete sie an. Ansgar sah zwei K\u00f6rper, Finger, die \u00d6ffnungen fanden, die sich liebkosten und vor Erregung zitterten. Er sah Shari in die Augen, als sie konvulsivisch zuckend kam. Ansgar versp\u00fcrte den eisigen Hauch der Eifersucht. Jacqueline zog mit einer l\u00e4ssigen Handbewegung ihr Sommerkleid \u00fcber den Kopf. Sie trug rote Spitzenunterw\u00e4sche. Herausfordernd stellte sie sich \u00fcber ihn. \u201eWie kann ich die beiden dazu bringen, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen?\u201c Sie hockte sich auf Ansgars Geschlecht. Jacqueline war halbwegs feucht, als sie sich auf ihn setzte und langsam bewegte. Als sie ihren H\u00f6hepunkt kommen f\u00fchlte, fing sie an, ihn zu schlagen. Shari k\u00fcsste seinen Mund. Er konnte jede Kontraktion sp\u00fcren. Sharis Zunge war hart in seinem Mund. So hart wie der Schwanz eines Mannes. So hart wie sein Schwanz in Jacqueline. Sie fing an, ihn leicht im Rhythmus ihres nahenden H\u00f6hepunktes zu schlagen. Ihn ins Gesicht und ihr auf den Po. \u201eDie Demarkationslinie zwischen Angst und Lust\u201c, dachte Ansgar, dann kam er mit Jacqueline, die ihn im selben Augenblick mit der Faust in sein Gesicht schlug.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<article id=\"post-93185\" class=\"post-93185 post type-post status-publish format-standard has-post-thumbnail hentry category-literatur tag-a-j-weigoni\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p style=\"text-align: center;\">Fortsetzung folgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Massaker<\/strong>, ein Cranger-Cirmes-Crimi von Barbara Ester und A.J. Weigoni, Krash-Verlag 2001<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a class=\"image-anchor\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Massaker-206x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-17074\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Massaker-206x300.jpg\" alt=\"\" width=\"206\" height=\"300\" \/><\/a><strong>W<\/strong><strong>eiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Reihe Gossenhefte zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen. Der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Dem Begriff\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\"><em>Trash<\/em><\/a> haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/30\/proust_and_pulp\/\"><em>Trash<\/em><\/a> als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1996\/06\/09\/groschenhefte\/\"><em>Kollegengespr\u00e4ch<\/em> <\/a>von A.J. Weigoni mit dem <em>echten<\/em> Bastei L\u00fcbbe-Autor Dieter Walter.\u00a0Eine W\u00fcrdigung von <em>Massaker<\/em> durch Betty Davis lesen Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/08\/02\/die-atomisierende-maschinerie-der-modernen-gesellschaft\/\">hier<\/a>. Die H\u00f6rfassung unter dem Titel <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/blutrausch.htm\"><em>Blutrausch<\/em><\/a> h\u00f6ren Sie in der Reihe <em>MetaPhon<\/em>. Als Tag f\u00fcr die Vorstellung dieses Cranger-Cirmes-Crimis war der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/09\/11\/9-11\/\">11. September 2001<\/a> vorgesehen.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Konkurrenz belebt das Gesch\u00e4ft. Die Losbudenbesitzer schrien heiser in ihre Mikrophone. Nur der Gurkenverk\u00e4ufer sa\u00df friedlich da, vor sich das whiskyfarbene Kukumber\u2013Fass. Es roch nach Dill und Essig und Hefekn\u00f6deln. Ein Zahn fehlte in seinem Mund. 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