{"id":90198,"date":"2022-01-16T00:01:19","date_gmt":"2022-01-15T23:01:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=90198"},"modified":"2022-02-17T13:38:24","modified_gmt":"2022-02-17T12:38:24","slug":"die-verderblichkeit-der-immunstoffe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/01\/16\/die-verderblichkeit-der-immunstoffe\/","title":{"rendered":"Die Verderblichkeit der Immunstoffe"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wohin, wohin so schnell?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wohin mit der Gitarre, jetzt, Nachtfahrzeit, in einem Bus durch&#8230;Berlin? <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als er den Fahrschein zu fassen kriegt, kann man die Zahlen darauf nicht mehr erkennen, so nasse H\u00e4nde hat er. Wie machen Sie das denn beim Spielen, beim Vorspielen meine ich? Oder, wenn Sie einen frisch gestrichenen Zaun versetzen m\u00fcssen? Brauchen Sie \u00fcberhaupt Wasser zum Waschen? Ganze Wasserf\u00e4lle? Nur bei Ebbe, hier in Berlin? Komm, komm, B\u00fcrschchen, hierher, nicht da, nicht auf diesen Sitz, hier, h i e r! &#8211; \u00a0verstanden? Wer sagt hier <em>hallo<\/em>, obwohl wir uns kaum kennen? Gleich wird gedreht, und mit jeder Drehung w\u00e4chst das All um Milliarden Ausdehnungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Wo ist der Chef?<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Chef tr\u00e4gt die billigsten Schuhe. Er hat nichts gelernt, darum verdient er seine Sch\u00fcchternheit heute gar nicht. Pl\u00f6tzlich h\u00f6ren die Stimmen auf, die H\u00e4user, die in Kunstleder versteckten Gitarren. Hier sind die Rohrleitungen zu Ende, da wird einem das H\u00e4ndchen pl\u00f6tzlich trocken und die Bosheit verschl\u00e4gt\u2019s einem. Hier k\u00f6nnte man Fliegenpilz- und Haschischfelder anlegen. Hier lassen sich Millionen Gitarren von talentierten Gitarrenspielern verbrennen. Wohin, wohin so schnell, du sch\u00f6ne, du fremdartige Existenz? Du Barkopf &#8211; du Bullerba\u00df- du B\u00e4rbei\u00dfexistenz? Joe Cocker d\u00fcrfte an die 70 sein, der hat auch sein Berlin <em>f\u00fcr immer<\/em> gefunden. Sieh dieses Paar, das sich nicht ausstehen kann, aber das sich in den Kurven heftig grenzwertig ber\u00fchrt. Und dem Chef da vorn geht das Bauchgef\u00fchl ab, er geht nicht mit den Kurven, er verspannt sich inwendig nur ganz hart. Der Fahrer ist mehr noch ein Grifftechniker als ein Steuer- Rad-und Kreiseldreher. Wir sind hier im elektrischen D\u00e4mmer zusammengew\u00fcrfelt, um zu lernen. Nicht <em>jawoll<\/em>, nee, <em>Banane <\/em>hei\u00dft das. Banane f\u00fcr alles, was nicht ganz stilecht ist. Was einen ungesunden Anschein hat. Banane, wenn im Kopf eine kleine gelbe Blase platzt, meistens beim Jasagen. Gelb, mit braunen Streifen, etwas gekr\u00fcmmt, sch\u00e4lst du das Innere heraus, &#8211; so kommt eine Gitarre ans Licht. Eine rein verderbliche, eine zusammengeschusterte, eine Sondergitarre.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wohin, wohin so schnell? Die Knochen kannst du beeinflussen, das Mark nur zu sanit\u00e4ren H\u00f6chstpreisen. Jedenfalls ist alles erlernbar, jedenfalls ist alles hier verlernbar, jedenfalls ist diese Stunde verderblich wie Banane, jedenfalls l\u00e4sst sich auch das Schwitzen durch Lernen eind\u00e4mmen. Am besten mietet man einen Kessel, in dem das Wasser bis kurz vor dem Siedepunkt steht. Zeit, noch einmal angeeignet und kultiviert durch Farbe und Rhythmen. Wie das Gitarrenspiel, etwas, was man noch einmal lernen kann, in das man sich ein\u00fcbt, worin man firm wird in aller Beweglichkeit, in aller Endlichkeit. Das Beherrschen der Saiten durch Grifftechnik, das Beherrschen der Saiten beim Anschlagen. Das Hervorlocken der T\u00f6ne, das Zivilisieren der Kl\u00e4nge, das Stummspielen. Noch einmal. Das Hervorlocken der M\u00f6glichkeiten, das Beherrschen der Taktik. Zeit, noch einmal angeeignet. Das Herumflanieren in vision\u00e4ren Sicherheiten seit Jahrhunderten in den gro\u00dfen St\u00e4dten gegen Mitternacht. Das \u00dcberspringen von Z\u00e4unen, das \u00dcberspringen von M\u00f6glichkeiten, das \u00dcberspringen von Vereinbarungen, Ignoranz gegen Eintr\u00fcbungen durch Bauchgef\u00fchle, Sinn aller \u00dcbungen: f\u00fcrs Feingef\u00fchl. Zeit, noch einmal. Behaupten, dass sie sich nach den Zeigern richte. Dass die Spielorte Meterware sind, die M\u00f6glichkeiten Sonderangebote, die Sicherheiten Erlaubnisscheine, die man gegen Beifall eintauschen kann, weil man Saiten zupfen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verderblichkeit der vor Aufregung schwei\u00dftriefenden H\u00e4nde. In den immer gegeneinander gepressten Zwischenr\u00e4umen vermehren sich die Pilze. Die Verderblichkeit der Pilze. Sch\u00e4umendes Gift, das unbemerkt von uneigentlicher Materie aufgesogen wird, fremde H\u00e4ute, k\u00fcnstliche Stoffe. Kulturen von beherrschbaren Wucherungen, die ins Fleisch einwachsen, die durch das Fleisch wachsen, durch die Organe, die Blutbahnen, die Unter-und \u00dcberf\u00fchrungen, die Knochen, die Stra\u00dfen und die Boulevards. Und auf der anderen Seite wieder zum Vorschein kommen. Vorschein einer sch\u00f6nen, fremdartigen Existenz, die ein unabh\u00e4ngiges Leben f\u00fchrt. Du hast vergessen, wie so etwas entstehen kann. Wie das mit dem Lernen zusammengeht, dessen Bedingungen sich rasend ver\u00e4ndern. Was sich da vorschiebt und was da weichen muss. Was ein\u00fcbbar ist und was so ganz von ungef\u00e4hr daherkommt. Ob Knistern in den Gelenken oder ein<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Knacken im Kopf das erste Signal sei. Wie viele Notl\u00fcgen eine authentische \u00a0L\u00fcge ergeben, damit man noch rechzeitig davonkommt. Und wie weit man tats\u00e4chlich gekommen ist, wenn man angekommen ist. Sch\u00fcchternheit ist aller Frechheit Anfang, aller Dreistigkeit Beginn, allen Mutes Beherztheit in der sp\u00e4ten Fr\u00fche. Nimm dich zur\u00fcck und lerne ganz im Stillen, Gitarren- oder Pilzkunde. Wei\u00dft du \u00fcberhaupt, wie weit der Blutdruck auf Eindruck und Ausdruck Einfluss nimmt? Irgendwo dazwischen keimt die Fingerfertigkeit, reimt der Kopf auf Herrlichkeit Beschwerlichkeit. Er ist ganz eins mit dir und deinem Uneins, den Hindernisvehikeln Haut und Haar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur so eine Idee: Auf Trommeln schlagen kannst du schon. Atemhaut an Atemhaut, Haut, die Haut bewegt, ohne sie zu entsetzen. Spiel auf des pirschenden Tieres Oberfl\u00e4che. Licht markiert die verborgenen Orte des Duk\u00f6rpers. <em>Wie<\/em> die beiden im Bus so Schulter an Schulter sa\u00dfen, signalisierten sie, wir m\u00f6gen uns nicht. Oder nicht mehr. Einer beklopfte unaufh\u00f6rlich des Anderen Gliedma\u00dfen, oh vergeblicher Anklopfer, der andere sa\u00df aufrecht bis zum Zerrei\u00dfen gespannt. Nach kurzer Erstarrung zupften beide einander an der enganliegenden Kleidung herum. Die freigelassenen H\u00e4ute der Arme, die gestr\u00e4ubten Felder der hellen H\u00e4rchen, die rosig verf\u00e4rbten Impfnarben im Flatterlicht des schwankenden Gef\u00e4hrts zwischen unterschiedlich hell modellierten H\u00e4userfronten. In den Raumtiefen ballten sich Mikrokosmen. Die Verderblichkeit der Immunstoffe, der Bauchgef\u00fchle, der Schwei\u00dfpilze. Mehr aber noch und offenbarer die Haltbarkeit von L\u00fcgen, Busfahrscheinen und Antipathien, wenn man sie <em>aufhebt, statt zu bewahren<\/em>. Bl\u00e4ulich sind die vom Blutfluss pochenden Adern, kleine Schlangen unter transparenten Hautpassagen; ein pelziges Dschungeltier verdauend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Gelb und Ocker zeigen sich die meisten schnell wachsenden Pilze. Braun ist die Gitarre und braun die Trommel. Gelb ist der Aufkleber am Busfenster: <em>Komm r\u00fcber mit R\u00fccksicht und weiter mit Verstand<\/em>. Gr\u00fcn ist der Wannsee und noch gr\u00fcner das Ziergeb\u00fcsch am s\u00e4umigen Ufer. An jeder Haltestelle die Nachtfahrzeiten im Graulicht. Zeit, noch einmal. Behaupten, dass sie sich nach Verweigerung richte, einer Verweigerung unk\u00f6rperlicher Art, mehr eine Ignoranz gegen gro\u00dfe Schritte bei offenen Augen, gegen das Tippeln von Fingern gegen die Geleise der Taktik, eine Abspenstigkeit von Spannung, die das n\u00e4here Hinsehen verursacht. H\u00f6ren die Mauern auf, beginnen die Z\u00e4une.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pl\u00f6tzlich h\u00f6rt die Bemalung auf. Pl\u00f6tzlich h\u00f6ren die Stimmen auf, die\u00a0Mehrstockh\u00e4user, die Schulter- an Schulter-Ber\u00fchrungen. Die \u00c4derchen verzweigen sich unsichtbar au\u00dferhalb der K\u00f6rper weiter, Gift kocht man ab hier in unterirdischen Verliesen, wo noch die besten Pilze gedeihen und wo man sich noch unerh\u00f6rt mit Trommelzeichen verst\u00e4ndigt. Trommeln! Trommeln! Trommeln! Jeder, der jetzt aussteigt, wird kompakt und griffig gemacht und mit seiner alten Haut \u00fcberzogen. Wo sind die Fahrscheine, rufen die Kontrolleure und alle sind Kontrolleure! Wir haben nur Eintrittskarten, geben die Fans und Stars zu, und alle sind Fans und Stars.. Wo sind unsere Lehrer, monieren die Sch\u00fcler und schreien sofort <em>hier<\/em>!, denn sie alle sind die Lehrer selbst, bei denen sich das Lernspiel bald auszahlt. H\u00e4tte ich auf dieser rasenden Fahrt einen Wunsch frei, ich wollte ein Spiegel sein, der nicht nur illusionistisch, sondern wirklich!-: verdoppelt, und ich w\u00e4re die Verdoppelung von Gitarrenspieler, vom Fahrer, vom Chef und von dem Paar, das sich verteufelt im Stillen. Ein Zugestiegener, entstiegen beh\u00e4bigen Feuilletons und Portalen, w\u00fcnscht sich die <em>Banane als Metapher<\/em> exemplarisch. Er wollte protokollieren &#8211; ich verweigerte ihm meinen Kugelschreiber ohne Angabe von Gr\u00fcnden. Heute braucht er ihn nicht mehr, als L\u00f6schtastendiener. Der Busfahrer, Grifftechniker, fl\u00fcstert z\u00e4rtlich vor jeder Haltestelle BERLIN ins kleine elastische Mikro.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Du tr\u00e4gst eine winzige rosa Perle im Ohr. Mit Aura des Vorgesetzten, als Chef von Kunst! Das Paar kichert: Manche Typen tragen ihre Ohrringe wie fette Femis ihre Minir\u00f6cke. Haha. Die Knochen klappern. Die Blasen platzen. Die Immunstoffe zersetzen sich. Ein Zufallsspiel seine Gestalt, angefangen bei den wie von ungef\u00e4hr gegen den Scheitel aufbegehrenden Locken, doch er ist nicht der Typ f\u00fcr Naturkrause. Eigentlich eine Fetthaut, im Licht entgegen kommender letzter Nachtschw\u00e4rmer- und W\u00e4rmer der elektrischen Luft. In seinem Gesicht bricht sich etwas Str\u00e4hniges, wie man es von Alkoholikern kennt. Bald aber ist er unabl\u00e4ssig dabei, sich zusammenzufassen, so, als wisse er gar nicht, wo sich etwas in ihm bewegt. Er kennt die Umwege genau, wie man zu der K\u00f6rperstelle kommt, wo` s schmerzt und juckt, und er bew\u00e4ltigt die Strecke mit vielen sensiblen Gesten bis hin zu dem Punkt. Oh ja, du, ich w\u00fcrde dir die Stelle sofort zeigen, wenn ich deiner sicher w\u00e4re! Ich w\u00fcrde dir einen Bart andichten, anhimmeln, ank\u00fcmmern! Und der Kunstkatalog vor der Brust ist dein Schild, dein Gl\u00fcckchen, sofern man den Titel <em>Abfall und Abkunft<\/em> noch gut lesen kann. Inwendig das \u00fcbliche Personal mit gro\u00dfen Stilen und touristisch geduldiger Anh\u00e4ngerschaft vor den grell beworbenen Kassen der Museen, im flirrendem Bakterienmilieu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Diphterie ist bei uns ausgestorben. Ach h\u00f6r mir auf mit der schwarzen Melancholie, die ist f\u00fcr mich ge-stor-ben! Der Kunstchef gibt sich so unbehelligend w\u00e4hrend der Kurven, so ganz in sich eine fast transparente Erscheinung!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wohin, wohin so schnell? Manchmal m\u00f6chte ich von herbeizitierbaren Seelen bewohnt werden, oh, die Gitarren, die Fahrscheine, das Knochenmark! Wie, wenn Schulter an Schulter&#8230;, ohne es zu wissen. War Picasso je in Berlin? Und er jetzt: schlagend auf Trommeln von Vorreitern? In Himmeln von Vorbetern? In den Lauben? In den Gas\u00f6fen, die eine Erinnerung des Gewissens immer neu vergeblich verpflichten? Ich suchte das Bergen, ich war im Ungeborgenen zu Hause. Zu jener Zeit kannte ich nur das <em>Pi Pa Po<\/em>, das <em>Tuc Tuc<\/em>, das <em>KOMBINAT<\/em> und das\u00a0 &#8222;<em>schwarz auf wei\u00df<\/em>&#8222;, dort habe ich die originale Mickeymouse gesehen. Wir nehmen Kurve um Kurve rasend vor Freude am Unterwegssein in der zunehmend unerhellbaren D\u00fcsternis. Die Zugestiegenen bleiben Statisten und lassen ihre h\u00e4uslichen Ausd\u00fcnstungen im bewegten Raum zur\u00fcck. Aber\u00a0 w i r\u00a0 bleiben sitzen, wir: die Gitarre, die schwitzt, der grifffertige Fahrer, das vor Verachtung wunde Paar, der juckreizende Chef der Kunst, protokollanter Schreiber, der es mittellos mit den Augen treibt, und ich. Immer fl\u00fcchtig vor\u00fcber; vor einer ungefegten T\u00fcr wachsen giftige Pilze, entlang unserer Wahrnehmungen und Pr\u00fcfungen f\u00fchrt das aufgeregt pulsierende Blut freiz\u00fcgig \u00fcber alte Spuren, auf Transparenten vor erloschenen Balkonen woll\u00fcstelt der Heimatbegriff, immer brennt uns hier ein Schamane fremden Vertrauens unter den N\u00e4geln. Trauer, fest vern\u00e4ht mit Erinnerung an die Ges\u00e4nge \u00fcber den bewachten Beton hinweg in eine kalte, stille Nacht in einer toten Regenstra\u00dfe, die Bilder f\u00fcrs Nacherz\u00e4hlen sind frisch verlebt. Vergiss das alles oder wei\u00dft du das alles, nimmst du das alles an oder nimmst du das alles nicht, nein, <em>nie mehr<\/em> an?- und ich f\u00fchre es heran, an meine Brust, an mein Herz en detail und en passant, an die Kandare, wenn ich selbst zubei\u00dfen darf: \u00a0<em>Jetzt noch lernen<\/em>? Ich war ja ein Kind noch, als ich Fotos sah, Fotos aus einem Film, ein Film \u00fcber Joe Cocker, mit dem Film in jeder Faser meines Leibes bin ich durch Berlin gefahren. Ich hatte Benns Reseden im Kopf, ich hatte Gombrowicz DIE VERF\u00dcHRUNG noch nicht ganz zu Ende gelesen, ich hatte ein einstiges Krankenhaus als heute ber\u00fchmtes K\u00fcnstlerhaus bewohnt, in dem die K\u00fcnstler in Hausschuhen \u00fcber die Flure schlichen und \u00e4ngstlich in Haustelefone gefl\u00fcstert hatten. &#8222;Wir sind Banane&#8220;, oho, da h\u00f6rte ich eine vernachl\u00e4ssigte Literatur von ferne l\u00e4uten, das erinnerte mich an Glockenl\u00e4uten aus isolierten Westtagen: jedenfalls ein Versuch des Horchens, ein Fest f\u00fcrs Wiedererkennen. Und sieh, all die Mauerkreatoren, ein wandelndes Gel\u00e4ute entlang des Schutzwalls, hochdotiertes Kulturpersonal, mitleidlose Kassierer f\u00fcr Angstschritte- und Blicke, die sie \u00a0selbst nicht im Traum riskieren w\u00fcrden! Ein paar Stunden war es her, dass ich im Bahnhof Zoo mit einem Literaturprofessor ein widerst\u00e4ndiges Fr\u00fchst\u00fcck a\u00df, der mich in einem Nebensatz nach einer Einzelheit der letzten PENsitzung befragt hatte, ohne an meiner Antwort zu bemerken, dass ich l\u00e4ngst Anschluss gefunden hatte an eine Fahrt, die zur Zeit meiner Geburt begonnen hatte, die ich immer noch aufzuholen im Begriff bin; nicht weit genug hergeholt und <em>Banane<\/em>. Ein Chef als Trommelk\u00f6rper ist schon da, die Gitarre ist griffbereit f\u00fcr wurstige Fingerchen an verinnerlichten H\u00e4ndchen, der Bus samt Schoff\u00f6r ist da, H\u00f6hlenbeleuchter, Windmacher, Grifftechniker in flauer Stunde, das widerf\u00e4hige Paar ist da, das den Witz kitzelt, der brave Kritiker ist auch zu Stelle: er diktiert seinem M\u00fctchen den Einsatz der Lust an der Untergangschose. Und ich, ich bin hier, die sagt: Untergang Banane, Trommeln Banane, Nassfingerchen Banane, Fluxusbus beim Kultministerium f\u00fcr die Sicherheit West vor Ost schon bewilligt, <em>krittisch<\/em>, Herr Protocoll\u00f6r, ist kitschig, und ich: vers\u00fcndige mich zu jeder Sekunde, bis zur Endhaltestelle, an den Vorurteilen, die so sensibel machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bleib sitzen, dann wird gedreht.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Angelika-Janz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-19507 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Angelika-Janz.jpg\" alt=\"\" width=\"299\" height=\"253\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=36409\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a>, das A.J. Weigoni mit Angelika Janz \u00fcber den Zyklus <em>fern, fern<\/em> gef\u00fchrt hat. Vertiefend ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber ihre interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin<\/em>. Ebenfalls im KUNO-Archiv: Jan Kuhlbrodt mit einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/11\/05\/asthetische-prothetik\/\">Ann\u00e4herung<\/a> an die visuellen Arbeiten von Angelika Janz. Und nicht zuletzt, Michael Gratz \u00fcber Angelika Janz\u2018<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/11\/05\/freiraum\/\"> tEXt bILd<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wohin, wohin so schnell? Wohin mit der Gitarre, jetzt, Nachtfahrzeit, in einem Bus durch&#8230;Berlin? Als er den Fahrschein zu fassen kriegt, kann man die Zahlen darauf nicht mehr erkennen, so nasse H\u00e4nde hat er. 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