{"id":89783,"date":"2004-07-01T00:01:28","date_gmt":"2004-06-30T22:01:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=89783"},"modified":"2021-07-29T11:36:26","modified_gmt":"2021-07-29T09:36:26","slug":"mein-weg-zum-schriftsteller","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2004\/07\/01\/mein-weg-zum-schriftsteller\/","title":{"rendered":"Mein Weg zum Schriftsteller"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Kindheit war gepr\u00e4gt durch mein Aufwachsen in einer b\u00fcrgerlich-konservativen Gro\u00dffamilie (zehn Kinder) auf dem Land, durch das Eingebettetsein in tief verankerte religi\u00f6se Grunds\u00e4tze, die sich streng nach der Lehre der r\u00f6misch-katholischen Kirche richteten und davon abgeleitet waren. Dar\u00fcber hinaus durch das vorgelebte Beispiel einer tiefen Fr\u00f6mmigkeit der Eltern und eines bekenntnishaften, lebenspr\u00e4genden Christentums. Dies auch in der Zeit des kirchenfeindlichen Nationalsozialismus, in der mein Vater als vorheriger christlichsozialer (St\u00e4ndestaat-) B\u00fcrgermeister stets unter Beobachtung der NS-Regimetr\u00e4ger im Ort stand und somit permanent gef\u00e4hrdet war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden \u00e4ltesten Br\u00fcder &#8211; Max (imilian) und Sepp (Josef) &#8211; wurden in ganz jungen Jahren vom Gymnasium weg zur Wehrmacht eingezogen und mu\u00dften in den Krieg, Max nach Ru\u00dfland, Sepp nach Belgien und Frankreich. Das bedeutete, da\u00df die Familie st\u00e4ndig in Angst und Sorge um sie war, vorallem nachdem sie in Gefangenschaft geraten waren und wir lange Zeit keine Nachricht von ihnen hatten. Diese Bedr\u00fcckung, sowohl in der NS-Kriegszeit, als auch bez\u00fcglich meiner \u201evermi\u00dften\u201c Br\u00fcder sp\u00fcrte ich deutlich, auch als Kind. Etwas Schweres, Bedrohliches lastete auf der ganzen Familie, lie\u00df kaum jemals Fr\u00f6hlichkeit aufkommen. Fr\u00f6hlichkeit und unbek\u00fcmmerte Lebensfreude waren in unserer Familie sowieso nicht das Bestimmende, sondern das waren eher die Sorgen, der Ernst, die Strenge, die Disziplin, der Gehorsam, das Sichf\u00fcgen in alles, was man uns vorschrieb. Meine Kindheit war keine helle, sondern eine eher verdunkelte Welt, eine des Sichbescheidens, des Verzichtes, der Pflicht anstatt der Freude. Und sie war &#8211; mit dem Beginn der Pubert\u00e4t immer sch\u00e4rfer und unertr\u00e4glicher als solche empfunden &#8211; eine Welt der Normen und Verbote, der Drohung und Unterdr\u00fcckung; eine katholisch-reaktion\u00e4r-repressive Gef\u00e4ngniswelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit zehn Jahren schon kam ich in die Fremde, wurde ich herausgerissen aus dem bisherigen gewohnten Lebensumfeld, aus der sch\u00fctzenden und w\u00e4rmenden Geborgenheit der Familie, aus meinem Mitsch\u00fcler-Freundeskreis, aus der mir vertrauten Ortsgemeinschaft, auch aus meiner M\u00fchlviertler Landschaft. Das war ein Bruch, ich empfand das als einen brutalen Verf\u00fcgungsakt gegen mich. Ich kam in ein katholisches Internat und bisch\u00f6fliches Gymnasium (Kollegium Petrinum) in der Landeshauptstadt Linz. Alle Studenten, eigentlich Sch\u00fcler, dort sollten Priester werden, sollten auf diesen Beruf von klein auf vorbereitet werden. Dementsprechend war auch die klerikal-strenge Atmosph\u00e4re dort. Schon mein Vater war sechs Jahre in diesem Haus gewesen, zwei meiner Br\u00fcder waren schon dort, als ich 1949 in die erste Klasse kam. Ich wollte eigentlich nicht dorthin, ich wollte kein Priester werden. Aber man wurde ja nicht gefragt, es wurde \u00fcber einen bestimmt und verf\u00fcgt. Basta! Ich litt in der Masse der Buben und Burschen gerade unter dieser Massenerziehung und unter der Entindividualisierung. Man war nur eine Nummer, man hatte eine solche &#8211; meine war die Nummer 123 &#8211; auf allen seinen W\u00e4schest\u00fccken aufgen\u00e4ht. Ich litt weniger unter Heimweh, doch sehr unter einer inneren Isolation und unter dieser befohlenen Integration in eine &#8211; von mir von Anfang an abgelehnte &#8211; Zwangsgemeinschaft. Ich hatte Angst vor den Lehrern und Erziehern, manche ha\u00dfte ich. Denn wiederum war nur Strenge und Disziplin \u201edas oberste Gebot\u201c. Es gab keine W\u00e4rme, keine menschliche Zuwendung. Und man war ja doch noch ein kleiner Bub. Zudem fiel mir das Lernen schwer, vorallem in den F\u00e4chern Latein, Griechisch, Mathematik. Ich hatte daf\u00fcr nicht die n\u00f6tige Begabung; ich konnte mir nichts f\u00fcr lange merken. Und Mathematik verstand ich einfach nicht. Aus meiner Ablehnung wurde innerer Widerstand, der sich im \u201eAufbegehren\u201c, im \u201eFrechsein\u201c, wie es in meinem F\u00fchrungszeugnis stand, ausdr\u00fcckte, und dann eine allgemeine Lernverweigerung zur Folge hatte. Ich wollte weg aus dieser Erziehungsanstalt, aus dieser von Bildungsfanatismus gepr\u00e4gten \u201eEliteschule\u201c. Also machte ich auf Verweigerung. Das Ergebnis: Kein schulischer Erfolg, Klasse wiederholen. Das bedeutete: Schande! Schande, die ich meinen Eltern machte, wie sie sagten. Das bedeutete &#8211; nach zweimaliger Klassenwiederholung &#8211; ein absoluter Versager, ein Nichtsnutz, eine Schande der Familie, fast ein Ausgesto\u00dfener, auf jeden Fall ein Auss\u00e4tziger zu sein. Der Pers\u00f6nlichkeitswert als Mensch wurde vom schulischen Erfolg abgeleitet und bestimmt. Bei schulischem Mi\u00dferfolg wurde einem dieser Wert abgesprochen und einem die Anerkennung als Mensch verweigert. Man wurde zum Niemand, in der Familie, bei seinen Geschwistern, \u00fcberhaupt. So f\u00fchlte ich mich jedenfalls: abgeurteilt, wertlos. Was hat ein solches Ichgef\u00fchl f\u00fcr die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung eines jungen Menschen zur Folge? Heute wei\u00df ich es. Alle jene, die an mir p\u00e4dagogisch herumgepfuscht haben, h\u00e4tten es damals wissen und aufgrund dessen anders mit mir umgehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Kollegium Petrinum kam ich in die Missionsschule Dachsberg (O\u00d6), wo es schulisch und disziplin\u00e4r leichter war. Das Internat war ein altes Schlo\u00df, befand sich auf dem Land, in unber\u00fchrter Natur und sch\u00f6ner Landschaft. Es gab keinen Massenbetrieb, sondern nur vier Schulklassen, nur Untergymnasium. Pr\u00e4fekten und Lehrer waren Ordenspatres, vom Orden der Salesianer. Das Leben in der Missionsschule Dachsberg war einfach, die Kost miserabel, die Freizeitgestaltung gut. Es gab verst\u00e4ndnisvolle und nachsichtige Patres, gute und schlechte Pr\u00e4fekten und Lehrer, gebildete und weniger gebildete; es gab aber auch neurotische unter ihnen, ja sogar einen Gewaltt\u00e4tigen, der die Sch\u00fcler mit einem Holzstock schlug, so da\u00df diese sogar bei den Schl\u00e4gen an den gequ\u00e4lten und gesch\u00e4ndeten K\u00f6rpern zerbrachen. Ich habe ihn beim Landesschulrat von Ober\u00f6sterreich schriftlich angezeigt, mit f\u00fcnfzehn Jahren. Und er wurde aus der Schule entfernt. Es gab Heuchelei, p\u00e4dophile Ann\u00e4herungsversuche eines Priesters, Schweigen und Vertuschung, str\u00e4fliche Naivit\u00e4t und Blindheit, p\u00e4dagogische Inkompetenz, Fanatismus, Verlogenheit, aber auch, wie zum Beispiel beim Pater Regens, eine weltm\u00e4nnische Aufgeschlossenheit; alles je nach der Pers\u00f6nlichkeit der verschiedenen Patres. Das Erziehungssystem war nicht so restriktiv wie im Petrinum, man war keine Eliteschule, sondern ein einfaches Ausbildungsinstitut und &#8211; wie in meinem Fall &#8211; auch ein Auffanglager f\u00fcr Gescheiterte. \u201eIn Dachsberg schaffst du es\u201c, war der bekannte Spruch unter den schlechten Sch\u00fclern der unteren Klassen in Ober\u00f6sterreichs Gymnasien. Denn Dachsberg war eine Schule mit einer anderen Zielsetzung als die \u00fcbrigen, n\u00e4mlich jener, einmal im praktischen Leben seinen Mann (als Missionar) zu stellen. Man bekam auch eine handwerkliche \u201eAusbildung\u201c bzw. Grundkenntnisse in der Landwirtschaft. Das fand und finde ich heute noch gut. Viele Buben waren aus b\u00e4uerlichem Milieu. Auf Intellektualit\u00e4t legte man keinen so gro\u00dfen Wert. Diese Einfachheit, Lebensn\u00e4he, die Weltoffenheit gefielen mir.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Beendigung der vierten und somit letzten Klasse an dieser Schule ging ich nach Tirol, nach Solbad Hall, in diese historisch-traditionsreiche Kleinstadt am Inn, zehn Kilometer von Innsbruck entfernt, mit der es durch eine Tramway verbunden war. Ich besuchte dort das Stadtgymnasium, das unter F\u00fchrung von Franziskanerpatres, die wir auch als Lehrer hatten, stand. Ich w\u00e4hlte dieses Gymnasium, weil ich wu\u00dfte, da\u00df man dort auch als Externer die Schule besuchen konnte. Das erste Jahr war ich noch im Franziskaner-Sch\u00fclerinternat Leopoldinum, das aber auch keine so hermetisch abgeschlossene Erziehungsanstalt wie das Kollegium Petrinum war. Ab der sechsten Klasse war ich dann endlich \u201efrei\u201c; d.h. ich nahm mir eine \u201eBude\u201c (ein einfaches Zimmer) bei einer \u201eWirtin\u201c (Vermieterin) und besuchte als Externer das Gymnasium. Die schulischen Anforderungen waren im Haller Gymnasium h\u00f6her als jene in Dachsberg. Das System war offener und durchl\u00e4ssiger, weil unkontrollierter und unkontrollierbarer. Man hatte die Freiheit zu tun und zu lassen, was man wollte, solange nichts allzu Aufregendes \u00f6ffentlich wurde. Man mu\u00dfte sich jetzt aber ganz allein auch um seine eigenen Belange k\u00fcmmern, vorallem darum, wie man \u00f6konomisch zurechtkam. Das bedeutete eine Umstellung und Herausforderung, die ich aber im Gegenzug f\u00fcr die endlich gewonnene Freiheit gerne annahm. Bald schon gab es im schulischen Bereich mit zwei Professoren die ersten Reibereien, auch deshalb, weil ich mir nichts mehr gefallen lie\u00df, sondern offen und \u00f6ffentlich meine Meinung \u00e4u\u00dferte. Das hatte repressive Gegenma\u00dfnahmen zur Folge, Einsch\u00fcchterung, Unterdr\u00fcckung, schlechte Noten. Ich mu\u00dfte nach einer Nachpr\u00fcfung, in der mich ein emp\u00f6rend widerlich schikanierender Lateinprofessor, ein Neurotiker par excellence, ungerechterweise \u201edurchfallen\u201c lie\u00df, nochmals, also zum dritten Mal, eine Klasse wiederholen. Wieder die Schande, die Schmach, die entsprechenden Reaktionen bei meinen Eltern und Geschwistern. In meiner Erinnerung bis heute unausl\u00f6schlich der damalige Ausspruch meines Super-Philosophenbruders: ich sei \u201eder Kretin der Familie\u201c. Na herrlich! Ich schaffte mit Ach und Krach die Matura, im zweiten Anlauf. Ich hatte zu der Zeit schon andere Sorgen, n\u00e4mlich die, ob meine \u201eVerlobte\u201c schwanger von mir sei oder nicht. Sie war es Gott sei Dank dann doch nicht, jedenfalls damals noch nicht und kurze Zeit sp\u00e4ter auch nicht vor mir, sondern vom in den Ort zugezogenen Zuckerb\u00e4ckerburschen. Das war f\u00fcr mich Treuebruch, Vertrauensbruch, Ersch\u00fctterung meines Glaubens. Was meinen Glauben betraf, den an die Katholische Kirche und \u00fcberhaupt, so war der sowieso nicht mehr \u201eblind\u201c. Ich glaubte immer weniger, weder der st\u00e4ndigen Verk\u00fcndigung und Einmahnung der moralischen Grunds\u00e4tze, noch dem wortreichen, blumigen, pathosbeladenen, doch nur hohlen Gerede der \u201ePfaffen\u201c (Priester). Ich hatte es satt, da\u00df man mir st\u00e4ndig in mein Leben hineinredete und hineinpfuschte, dieses beurteilte und mich verurteilte. Ich wollte endlich frei sein, in meinem Denken, in meinem Handeln, in meiner Lebensf\u00fchrung. Das war nat\u00fcrlich nur ein Wunschtraum, denn ich war ja gepr\u00e4gt von meiner Erziehung; und sich davon zu l\u00f6sen und sich einfach so davon zu verabschieden, war nicht so einfach. Es gab noch nichts (Vollst\u00e4ndiges), was ich anstelle des Alten setzen konnte. Und ich war abh\u00e4ngig, \u00f6konomisch jedenfalls noch, wenn auch nicht ganz, und somit war ich nicht frei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Tirol, wo ich mich nie wirklich wohl, weil immer fremd und nicht dazugeh\u00f6rig gef\u00fchlt hatte, allein schon wegen der sprachlichen Divergenz (Dialekt!) und wegen der mentalit\u00e4tsm\u00e4\u00dfigen Unterschiede &#8211; nirgendwo sind Engstirnigkeit und Chauvinismus so verbreitet und als \u201eVolkskultur\u201c so verlogen verankert wie in Tirol! &#8211; wollte ich auf keinen Fall bleiben, auch wenn ich in Innsbruck zwei Schwestern ans\u00e4ssig hatte. Nein, mich zog es nach Wien, ich wollte dort studieren; am besten etwas \u201eAusgefallenes\u201c. Also ging ich im Herbst 1960 nach Wien und inskribierte Theaterwissenschaft im Hauptfach. Theater hatte mich schon immer interessiert, ich war oft und gerne ins Theater gegangen. Theaterwissenschaft aber hatte mit dem lebendigen Theater nichts zu tun und war, wie ich bald feststellen mu\u00dfte, das absolut falsche Studium, weil nur historisierend und ohne jede Berufsausbildung; nur ein Luftstudium!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Wien war alles ganz anders. Da war ich pl\u00f6tzlich in einer Gro\u00dfstadt, auch wenn das Leben damals noch nicht so pulsierte wie heute. Es war 1960 und somit erst 15 Jahre nach Krieg und NS-Herrschaft. Das alles wirkte noch nach. Verdr\u00e4ngung, Verlogenheit, jetzt in dem, was die eigene Geschichte betraf. Meine Zimmerwirtin (Zimmervermieterin) sagte einmal\u00a0 &#8211; aus reiner Provokationslust, aber mit voller \u00dcberzeugung &#8211; nachdem sie gerade von der Sonntagsmesse heimgekommen war: \u201eDer Hitler hat sowieso viel zu wenig Juden wegputzt (ermordet)!\u201c. Eine Nazikatholikin 1960 in Wien! Ich bewohnte &#8211; von Wohnen kann man nicht sprechen &#8211; eine ca. 5-6 qm \u201egro\u00dfe\u201c Kammer, eigentlich ein K\u00fcchenabteil, ausgestattet nur mit Bett, Tisch, Stuhl und einem kleinen B\u00fccherregal, in einer Mansardenwohnung unter dem Dach; ohne Heizung und warmes Wasser. Es waren miserable Verh\u00e4ltnisse. Und ich mu\u00dfte gleich nach meiner Ankunft in Wien eine Arbeit finden, um mein Studium und mein Leben mitzufinanzieren. Ich fand eine Anstellung bei einer Tankstelle und machte diese Arbeit &#8211; auch jedes Wochenende hindurch &#8211; mehr als f\u00fcnf Jahre lang. Trotz der schwierigen Umst\u00e4nde gefiel es mir sehr in Wien. Die Stadt und ihre historische Erscheinung und Bedeutung beeindruckte mich. Und da\u00df es so viele Menschen verschiedener Herkunft gab. An der Universit\u00e4t f\u00fchlte ich mich eigentlich immer unwohl. Trotz besten Studienerfolges &#8211; ich studierte flei\u00dfig und gern &#8211; f\u00fchlte ich mich eigentlich deplaziert. Ich war kein St\u00e4dter, ich war vom Land. Ich hatte Komplexe. Ich konnte ja nicht einmal richtig Hochdeutsch sprechen. Immer merkte man meinen Dialekt mit seinen verschiedenen F\u00e4rbungen. Und ich war ziemlich \u00e4rmlich gekleidet. Jedenfalls konnte ich mir nichts leisten. Erst sehr viel sp\u00e4ter glichen sich alle diese Unterschiede aus, und ich integrierte mich in dieser Stadt, ohne mich freilich je als \u201eWiener\u201c zu f\u00fchlen; dies bis heute nicht. Die Mentalit\u00e4t und Lebenskultur \u201eder Wiener\u201c, jetzt einmal so verallgemeinert, und wie sie sich &#8211; vorallem zum Au\u00dfenstehenden &#8211; verhalten, ist mir nicht sympathisch. Ich begegne dem mit Skepsis. Eine gewisse Falschheit und Verlogenheit, \u00fcbert\u00fcncht mit sich anbiedernder Freundlichkeit stellte ich immer wieder fest. Ich mag das nicht. Ich mag lieber eine klare Konfrontation, nicht dieses Verbogene, Nebulose, Unverbindliche, Tr\u00fcgerische, Hinterh\u00e4ltige.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Wichtigste in meinem neuen Leben in Wien war: Ich war zwar v\u00f6llig auf mich selbst gestellt, doch ich war frei! Ich konnte (fast) tun und lassen, was ich wollte. Niemand kontrollierte mich mehr, niemand konnte mich kontrollieren. Das erste Jahr war ich noch ziemlich isoliert, f\u00fchlte mich auch manchmal sehr allein. Kontakte ergaben sich im Haus der Katholischen Hochschulgemeinde, die sehr aufgeschlossen war. Ich ging dort fast t\u00e4glich in die Mensa essen. Es war billig, gen\u00fcgend und gut. Dort traf ich junge und auch \u00e4ltere geistig wache und interessierte Menschen, z. B. auch Kollegen meines Philosophenbruders Fridolin, mit denen ich reden und diskutieren konnte. Denn alles Problematische interessierte mich brennend: Religion, Philosophie, Politik, Gesellschaft, Geschichte, Kultur. St\u00e4ndig war ich auf Begegnungen und Auseinandersetzungen aus, mit Menschen, ihren Ideen, ihren Einstellungen, ihren Haltungen. Vorallem interessierten mich KollegInnen aus anderen L\u00e4ndern, die in Wien studierten, und solche aus anderen Wissenschaftsgebieten und mit anderen Studienrichtungen als den meinen. Ich war neugierig, offen, gespr\u00e4chsbereit, leidenschaftlich im Gespr\u00e4ch und im Leben. Mich interessierte die Stadt, ich erfreute mich an ihrer Architektur. Mich interessierten Randbereiche, sowohl topographisch, als auch in Bezug auf Lebensgeschichten und Lebensf\u00fchrung. Mich interessierten besonders die M\u00e4dchen und Frauen; und andere Menschen, die nicht intellektuell waren, sondern \u201eeinfach\u201c, Alltagsmenschen sozusagen, aber nur dann, wenn sie etwas Besonderes an sich hatten und ausstrahlten. Immer interessierte mich das Anderssein mehr als das \u201eNormale\u201c. Immer mehr r\u00fcckte ich auch selber hinaus von der bisher eingenommenen Mitte hin zum Rand, an die Peripherie, an Grenzen. Ich besch\u00e4ftigte mich vorallem mit dem Existentialismus (Sartre, Camus). Ich distanzierte mich immer mehr von allem Katholischen, stand dem Katholizismus und seiner dogmatischen Lehre in immer sch\u00e4rferer Konfrontation und individueller Gegenposition gegen\u00fcber, vorallem der katholischen Sexualfeindlichkeit; dies jedoch bei einer immer noch vorhandenen emotionalen Restbindung an diese mir vertraute Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer mehr und immer konsequenter lehnte ich alles Bisherige ab, jeden vorgezeichneten Weg, den andere gingen und den sie auch mir zudachten, wie dies vorallem bei meinen Eltern der Fall war. Sie gaben ihre \u201eBekehrungsversuche\u201c, die ich als \u00dcbergriffe auf meine Person und meine pers\u00f6nliche Souver\u00e4nit\u00e4t ansah, einfach nicht auf. Das hatte jahrelange Auseinandersetzungen zur Folge und eine gewisse Entfremdung. Ich f\u00fchlte mich daheim nicht mehr zu Hause. Ich wollte nicht mehr in diesem Gef\u00e4ngnis dort sein und verbleiben. Also ging ich auf Reisen, per Autostop oder mit meinem Moped, oft wochenlang. Ich fand Unterschlupf bei Freunden, dort wo das m\u00f6glich war. Ich hatte einige Freunde in Wien gewonnen. Wir bildeten eine bunt zusammengew\u00fcrfelte Gruppe, trafen uns des \u00f6fteren da oder dort. Aus Begegnungen wurden neue Beziehungen, auf kurze Zeit oder auch f\u00fcr eine l\u00e4ngere Dauer. Vorallem der k\u00e4rntnerslowenische Maler Valentin Oman und der leider so fr\u00fch verstorbene Burgenl\u00e4nder Franzi Dirnbeck waren meine engsten Freunde. Mit Oman verbindet mich bis heute eine schon l\u00e4nger als vierzig Jahre w\u00e4hrende Lebensfreundschaft. Er war es, der mir die Kunst und das K\u00fcnstlerische als Lebensprinzip erschlo\u00df, n\u00e4mlich indem er sich und sein Werk mir mitteilte. Durch ihn kam ich auch mit der mir bisher unbekannt gewesenen \u00f6sterreichischen Volksgruppe der K\u00e4rntnerslowenen und mit der Minderheitenfrage \u00fcberhaupt in Kontakt; so wie sp\u00e4ter mit den Burgenlandkroaten durch Krista Kornfeind und Petar Tyran; und noch einmal sp\u00e4ter mit der Volksgruppe der Roma durch Ceija Stojka und Ilija Jovanovic. Immer war mir das Pers\u00f6nliche wichtig in meinem Leben. Immer war die menschliche Begegnung das Entscheidende; in der Liebe, in der Kunst, in der Politik, \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der \u00f6sterreichische Dichter Franz Kie\u00dfling (Wien), der viel trank und fast nichts mehr schrieb, f\u00fchrte mich in langen Nachtsitzungen im Weinhaus Viklicky, im Gasthaus Sinkovicz und im Caf\u00e9 Neubaugasse in die Welt der zeitgen\u00f6ssischen \u00f6sterreichischen Poesie ein, las mir seine Gedichte vor, und ich besprach meine Gedichte mit ihm. Der sehr belesene, aber etwas verr\u00fcckte Naturwissenschaftler Fritz Schneider wiederum, der sp\u00e4ter in seinem Wahn leider mit Selbstmord endete, brachte mich in Kontakt mit der spanischen Lyrik (Garc\u00eda Lorca, Rafael Alberti, Guiseppe Ungaretti, Miguel de Unamuno, Juan Ram\u00f3n Jim\u00e9nez) und mit den Gedichten von Pablo Neruda, Arthur Rimbaud und Blaise Cendras. Schon in der Mittelschule hatte ich mir die Taschenbuch-Anthologien \u201eFl\u00fcgel der Zeit &#8211; Deutsche Gedichte 1900-1950\u201c und \u201eZeichen der Zeit &#8211; Ein Deutsches Lesebuch, Gedichte von 1980 bis zum 2. Weltkrieg\u201c sowie die Anthologie \u201eDas Deutsche Gedicht &#8211; vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert\u201c, alle aus der Fischer-B\u00fccherei, gekauft, und mich intensiv mit den darin abgedruckten Gedichten und Dichtern besch\u00e4ftigt. Im Gymnasium hatten wir von all diesen Dichtern nie etwas geh\u00f6rt. Da endete die Literatur bestenfalls mit dem \u201eCornet\u201c von Rainer Maria Rilke, einem Text, der auch in der Nazizeit sehr beliebt war (Heldentum). Wichtig wurde f\u00fcr mich auch ein d\u00fcnnes Heft, nur 83 Seiten stark, eine Anthologie \u201e\u00d6sterreichische Lyrik nach 1945\u201c, die 1960 im S. Fischer Verlag erschienen war. Viele Namen von heute glorifizierten Dichtern und Dichterinnen stehen da neben heute kaum noch bekannten. Ilse Aichinger und Ingeborg Bachmann, H.C.Artmann und Thomas Bernhard, Christine Busta und Paul Celan, Erich Fried und Michael Guttenbrunner, Hertha Kr\u00e4ftner und Christine Lavant, Andreas Okopenko und Wieland Schmied, um nur einige von den Gro\u00dfen zu nennen. Vorallem aber versenkte ich mich in die Gedichte und in die dichterische Welt von H\u00f6lderlin, Georg Trakl und Ezra Pound. Ich las schon fr\u00fch (1960) die Gedichte in der Anthologie \u201eIm Labyrinth &#8211; Franz\u00f6sische Lyrik nach dem Symbolismus\u201c (Piper-B\u00fccherei, 1959) und meditierte mit chinesischer und japanischer Lyrik (Haiku), an der ich besonders das Kontemplative, die Welt der Innerlichkeit, den Einklang des Menschen mit der Natur, die ausgewogene Balance zwischen Wort und Schweigen, vorallem aber die pr\u00e4gnante K\u00fcrze sch\u00e4tzte. Auch literaturtheoretische Ausf\u00fchrungen und Auseinandersetzungen interessierten mich, sowohl zur Anregung und Vertiefung meiner Gedanken, aber auch zur Kontrolle und \u00dcberpr\u00fcfung der von mir selbst erbrachten Ergebnisse. So gaben die Taschenb\u00fccher \u201eHugo Friedrich: Die Strukturen der modernen Lyrik. Von Baudelaire bis zur Gegenwart\u201c, Rowohlts Deutsche Enzyklop\u00e4die, Hamburg, 1956, und \u201eHans Bender: \u201eMein Gedicht ist mein Messer. Lyriker zu ihren Gedichten\u201c einen wichtigen Ansto\u00df zur eigenen, bescheidenen literaturtheoretischen Arbeit. Henry Miller (Wendekreis)und Anais Nin (Tageb\u00fccher) sowie Simone de Beauvoir (Der Lauf der Dinge, Alles in allem) z\u00e4hlten f\u00fcr mich zur \u201eBefreiungsliteratur\u201c (ein Begriff, den ich jetzt soeben f\u00fcr mich pr\u00e4ge, in Anlehnung an die \u201eBefreiungstheologie\u201c eines Ernesto Cardenal in Lateinamerika). Neben den B\u00fcchern war es aber vorallem das Kino, waren es die Filme, die mir neue Erlebniswelten vermittelten und Stoff zur Auseinandersetzung gaben. So wurde ich z.B. durch den Film und dann durch die Lekt\u00fcre des Buches \u201eWem die Stunde schl\u00e4gt\u201c (Hemingway) nachhaltig mit dem Spanischen B\u00fcrgerkrieg konfrontiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fr\u00fch schon besch\u00e4ftigte ich mit dem 1. und dem 2. Weltkrieg. Schon als Kind sah ich mir, innerlich schaudernd, die Dokumentar-, aber auch die Propagandafotos in alten Zeitschriften an, die es bei uns zu einem Buch gebunden in vielen Folgeb\u00e4nden gab. Ich begriff, wie ungeheuerlich das war, was ich sah und las, konnte es aber nicht wirklich fassen. Ebenso war ich schon fr\u00fch durch solche Fotos, die man knapp nach dem Krieg und dem Ende des NS-Regimes vorerst nur sehr sp\u00e4rlich in B\u00fcchern sehen konnte, mit den Greueln der NS-Konzentrationslager in Ber\u00fchrung gekommen. Alles Politische interessierte mich. Immer trachtete ich danach, Gr\u00fcnde f\u00fcr alles zu erfahren und Zusammenh\u00e4nge zu verstehen. In der Schule, in der Gesellschaft, in der Kirche, in der \u00f6sterreichischen \u00d6ffentlichkeit wurde die NS-Zeit mit Schweigen, mit Verschweigen und Verdr\u00e4ngen \u00fcbergangen. \u00dcberhaupt wurde vieles tabuisiert. Erste \u00d6ffnung, Aufkl\u00e4rung, ein Aufbrechen der ideologischen Fronten, die sich aus dem \u00f6sterreichischen St\u00e4ndestaat vor Hitler ins Heute her\u00fcber gerettet hatten, sowie eine Infragestellung der (be)herrschenden Autorit\u00e4ten und Strukturen wurde erst mit der Studentenbewegung 1968, die in Wien nur ein schwaches Abbild von jener in Frankreich und Deutschland war, und in der darauf folgenden politischen \u00c4ra von Bruno Kreisky zur gesellschaftlichen Wirklichkeit. Dies bedeutete neue und noch gr\u00f6\u00dfere Spannungen zwischen der alten und \u201emeiner\u201c neuen Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Studienablauf ging planm\u00e4\u00dfig vor sich. Ich absolvierte alle f\u00fcr das Doktorat notwendigen Pr\u00fcfungen in meinen F\u00e4chern Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie. In Philosophie studierte ich sehr viel mehr und legte weitaus mehr Pr\u00fcfungen ab, als ich h\u00e4tte m\u00fcssen. Philosophie interessierte mich sehr, auch im Hinblick auf das reale Leben, auf Gesellschaft und Politik. Doch da bot man an der Universit\u00e4t kaum Antworten auf aktuelle Fragen. Alles war und blieb in den alten Geleisen. Gesichert eben. In Deutschland und anderswo waren Adorno und Marcuse ein Idol. In Wien besch\u00e4ftigte sich an den Philosophischen Instituten oder in Vorlesungen kaum jemand mit ihnen und ihrer Philosophie. Neue marxistische Str\u00f6mungen tauchten auf, Splittergruppen, Modernismen. Ich geh\u00f6rte nirgendwo dazu, wollte auch nirgendwo dazugeh\u00f6ren, ich war und blieb Individualist, wurde immer mehr zum Au\u00dfenseiter; manchmal f\u00fchlte ich mich auch wie ein Ausgesto\u00dfener. Zur \u201ealten Welt\u201c geh\u00f6rte ich nicht mehr, zur \u201eneuen Welt\u201c, so es eine solche \u00fcberhaupt gab, einer Welt aus engstirnig-dogmatischen Ideologien oder willk\u00fcrlich zusammen gezimmerten, hohlen Gedankengeb\u00e4uden, ausgestattet mit g\u00e4ngigen Modernismen und Schlagw\u00f6rtern, tendenzi\u00f6sem Zeitgeist und austauschbaren Platit\u00fcden, wollte ich nicht dazugeh\u00f6ren. Damit hatte ich weder etwas am Hut, noch etwas gemein. Dieses Ausgesetztsein war der Boden, auf dem meine Gedichte wuchsen. Und immer mehr verbanden sich damit meine Ich-Welt-Vorstellung, mein Denken, meine Pers\u00f6nlichkeit, meine Existenz. Auf einmal gab es sozusagen zwei Welten: die reale Alltagswelt und \u201emeine Welt\u201c. Diese beiden Welten vertrugen sich immer weniger, sie waren inkompatibel. Normen zu negieren, dem Normativen das Spontane und Intuitive, die individuelle Freiheit entgegenzusetzen &#8211; und zwar radikal, das mu\u00dfte zwangsl\u00e4ufig zu Konflikten, Kontroversen, Zerw\u00fcrfnissen, zu einem Dilemma, m\u00f6glicherweise zur Ausweglosigkeit f\u00fchren. Und so war es auch. Hinzu kam, da\u00df nach fast zweij\u00e4hriger Arbeit an meinem ersten Dissertationsthema (\u201eEgon Friedell\u201c) eine Dissertation eines anderen Dissertanten zum gleichen Thema vorlag und approbiert wurde. Das schlo\u00df die Weiterf\u00fchrung meiner Arbeit aus. Mein Doktorvater hatte mich nicht darauf aufmerksam gemacht und mir das gleiche Thema gegeben. Ich suchte ein anderes, eine leichte Schauspielerbiographie. Und scheiterte damit. Alles zog sich wegen eines zu umfangreichen Quellenstudiums in die L\u00e4nge, bis mir das Geld und der Atem ausgingen. Ich war ohnedies sehr weit von allem Studentischen und der Universit\u00e4t entfernt, machte verschiedene Jobs, um mich \u00fcber Wasser zu halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann kehrte ich noch einmal an unser Institut zur\u00fcck, arbeitete wissenschaftlich am Max-Reinhardt-Nachla\u00df und an meiner Dissertation. Bis man mich eines Tages pl\u00f6tzlich rausschmi\u00df. Ich hatte mich in einer scharfen Kontroverse mit meiner Meinung &#8211; zugegeben etwas aggressiv &#8211; gegen einen hohen Ministerialbeamten und somit gegen die Interessen meines Professors (Zitat aus seinem in der NS-Zeit ver\u00f6ffentlichten Buch \u00fcber die Wiener Theatergeschichte: \u201e..das mit Schnitzler j\u00fcdisch-verseuchte Wiener Burgtheater..\u201c) gestellt. Am n\u00e4chsten Tag stand ein Karton mit meinen Habseligkeiten vor der verschlossenen T\u00fcr (in der Wiener Hofburg). Ich hatte genug. Genug vom Studium, von der Universit\u00e4t, von der Pr\u00e4potenz und Arroganz der Professoren, von der Repressivit\u00e4t des Systems, von dieser Duckm\u00e4userei, von der unw\u00fcrdigen Unterw\u00fcrfigkeit der Assistenten und Studenten, von dieser verlogenen und verdorbenen \u00f6sterreichischen Gesellschaft \u00fcberhaupt. Ein Lebensgef\u00fchl \u00e4hnlich dem von Thomas Bernhard. Am liebsten w\u00e4re ich ausgewandert. Aber das ging nicht. Mein Philosophenbruder Fridolin, mittlerweile Ordinarius f\u00fcr Philosophie, verstarb pl\u00f6tzlich an einem Herzinfarkt (1973). Ihm folgten Jahre sp\u00e4ter auf die gleiche tragische Weise meine Br\u00fcder Gilbert (1979) und Max (1987). Also mu\u00dfte ich weiter in Wien bleiben und oft auch bei meinen Eltern in Haslach. Ich ging jedoch meinen Weg unbeirrt weiter, obwohl ich nicht wu\u00dfte, wohin er f\u00fchren w\u00fcrde. Er erschien mir aber doch als der mir einzig m\u00f6gliche und &#8211; wenn ich mich n\u00e4her besann &#8211; auch als der einzig richtige f\u00fcr mich. Heute bezweifle ich das manchmal. Vielleicht h\u00e4tte es damals die M\u00f6glichkeit einer Wende gegeben, die ich \u00fcbersehen habe. Auswandern nach Amerika; wie so viele vor mir, die auch im Leben keinen richtigen Platz gefunden und nicht gewu\u00dft hatten wohin. Das kommt mir in Betrachtung meines Lebensweges manchmal noch heute in den Sinn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach jahrelangen aufreibenden T\u00e4tigkeiten als Tankwart, Interviewer und Werbetexter und anschlie\u00dfend drei Jahre als Tag- und Nachtportier, in denen ich weder meine Dissertation fertigstellen, noch mein Romanprojekt (1. Teil: \u201eDas Haus\u201c) fertigstellen und auch sonst nichts gro\u00dfes Literarisches realisieren konnte, in welcher Zeit ich in mehrere strapazi\u00f6se Liebesbeziehungen samt Scheitern verstrickt war, in der ich mich famili\u00e4r und gesellschaftlich immer mehr mi\u00dfachtet f\u00fchlte und es sicherlich auch war, worunter mein Selbstwertgef\u00fchl immer mehr litt, fiel mir endlich das Abraham-Woursell-Stipendium aus den USA wie aus heiterem Himmel unerwartet auf den Kopf (1975). Ohne eine f\u00fcr mich g\u00fcnstige K\u00fcndigungsfrist (Abfertigung) abzuwarten, schmi\u00df ich meinen Portierjob hin, sagte diesen Leuten (Sportprofessoren) noch, was ich von ihnen hielt, und orientierte mich neu. Ich wu\u00dfte, da\u00df ich mit dem Stipendium eine neue Chance und Voraussetzung &#8211; auch und vorallem f\u00fcr das Schreiben &#8211; hatte, weil ich nun auf eine l\u00e4ngere Zeit hin existentiell abgesichert war. Ich \u00fcberlegte: Sollte ich mich in der Welt herumtreiben &#8211; die Verlockung war gro\u00df &#8211; oder sollte ich ernsthaft und gezielt versuchen, ein wirklicher Schriftsteller zu werden. Bis jetzt war ich ja nur einer, der schrieb. Ich entschied mich f\u00fcr die Schriftstellerei, f\u00fcr das Schreiben; auch wenn es \u201enur\u201c Gedichte waren. Ich konnte nichts anderes. Doch in der Lyrik wollte ich (m)einen Weg weiterhin suchen und finden. Das war mein Ziel. Und ich machte mich an die Arbeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im J\u00e4nner 1980 bot sich pl\u00f6tzlich eine M\u00f6glichkeit, in ein Metier einzusteigen, das mich schon immer interessiert hatte, n\u00e4mlich der Kunstbetrieb. Ich wurde von einem Tag auf den anderen Leiter einer Kunstgalerie, die der \u201eGesellschaft der Kunstfreunde\u201c geh\u00f6rte, die aber zugleich eine Bildungseinrichtung des Verbandes Wiener Volksbildung war. Ich hatte mich schon immer f\u00fcr Bildende Kunst, f\u00fcr Malerei und Grafik interessiert, sammelte auch in sehr bescheidenem Ma\u00dfe Bilder, bekam sie von K\u00fcnstlerfreunden, mit denen ich verkehrte, vorallem von meinem Freund Valentin Oman. Ich kannte mich in der zeitgen\u00f6ssischen Kunst und in der Wiener Szene ganz gut aus, hatte Kontakte. Ich sah die M\u00f6glichkeit, hier einen Beruf zu bekommen, den ich ja nicht hatte. Die Arbeit gefiel mir, ich war sehr engagiert und &#8211; wie man mir von verschiedenen Seiten her best\u00e4tigte &#8211; auch wirklich gut als Galerist, weil ich neben dem bisherigen konservativen Programm die Galerie nun auch f\u00fcr die Moderne \u00f6ffnete, f\u00fcr junge in- und ausl\u00e4ndische K\u00fcnstler, f\u00fcr die Avantgarde. Ich redigierte eine der Galerie und der Gesellschaft zugeh\u00f6rige Monatszeitschrift, die \u201eWiener Kunsthefte\u201c, in der ich auch der Literatur, vorallem den zeitgen\u00f6ssischen \u00f6sterreichischen Dichtern, einen entsprechenden Platz einr\u00e4umte. Ich organisierte Lesungen, Kunstgespr\u00e4che, Themendiskussionen in der Galerie. Mit der Arbeit und den K\u00fcnstlern gab es keine Probleme. Von Anfang jedoch gab es Spannungen und Kontroversen mit meinem Chef (auch weil ich nicht sein Kandidat f\u00fcr den Posten gewesen war), einem voreingenommenen, parteih\u00f6rigen (SP\u00d6), anti-intellektuell eingestellten \u201eProfessor\u201c (h.c.), einem gelernten Elektriker, der in der Partei und in der Gemeindepolitik gro\u00df geworden war (Gemeinderat, Landtagsabgeordneter). Wieder einmal waren mir enge, zu enge Grenzen gesetzt. Ich wurde und war bevormundet, am G\u00e4ngelband; etwas, das mir verha\u00dft und unertr\u00e4glich war, und wogegen ich mich nat\u00fcrlich wehrte. Das war der N\u00e4hrboden f\u00fcr Konflikte und Konfrontation, die man in \u00d6sterreich und vorallem in Wien nicht fair und offen austr\u00e4gt, sondern wo die \u00dcbergeordneten und M\u00e4chtigeren ihre Machenschaften im Geheimen abwickeln und immer aus dem Hinterhalt und mit den Mitteln der Verleumdung und Intrige agieren. Und so in der Regel ihre Ziele erreichen. Das Ziel dieses Professors und seiner Verb\u00fcndeten war es, mich loszuwerden. Und nat\u00fcrlich gelang ihnen das auch. Nach sieben Jahren mu\u00dfte ich das Feld r\u00e4umen, es einem intriganten Mitarbeiter, Liebkind des Professors, der seit langem meinen Posten haben wollte, \u00fcberlassen. Ich hatte mehr als 150 Ausstellungen realisiert, etwa 80 Kunsthefte redigiert, viele Lesungen organisiert. Jetzt war ich von einem Tag auf den anderen out, arbeitslos, ohne Perspektive. Alle kurz zuvor noch f\u00fcr mich offenen T\u00fcren (bei Ministern, Abgeordneten, Stadtr\u00e4ten, Kulturfunktion\u00e4ren, etc.) waren mit einem Male verschlossen. Ich war wiederum eine \u201epersona non grata\u201c, vorallem in den politischen Kreisen der Wiener SP\u00d6 und in der von ihr dominierten Gesellschaft. Ein hoher Gewerkschaftsfunktion\u00e4r drohte mir, ich w\u00fcrde nie mehr einen Posten in Wien erhalten, \u201eman\u201c w\u00fcrde daf\u00fcr sorgen, wenn ich nicht endlich (Zitat!) \u201edie Goschen halten\u201c (schweigen) k\u00f6nne und weiterhin \u201erenitent\u201c sei. Und das mir &#8211; einem ehemaligen langj\u00e4hrigen SP\u00d6-Betriebsrat! Ich hatte ja beim Arbeitsgericht geklagt. Ich mu\u00dfte aber dann die Klage zur\u00fcckziehen, mich unter Druck mit diesen Leuten einigen, die angebotene Abfertigungssumme annehmen. Ich mu\u00dfte ja \u201e\u00fcberleben\u201c. Ich brauchte das Geld, um nicht in einem \u00f6konomisch-existentiellen Desaster unterzugehen. Alles das war und ist mir bis heute eine Lehre, eine wichtige Lebenslehre; vorallem der Verrat der \u201eFreunde\u201c. Das best\u00e4tigte meine ohnehin schon l\u00e4ngst gemachte Erfahrung: Wer, vorallem hierzulande, den Mund zu weit aufmacht, der findet sich bald au\u00dferhalb der Gemeinschaft wieder. Denn die Macht duldet keinen Widerspruch, keine Auflehnung dagegen, vorallem keinen, der sie infragestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin keiner, der resigniert; wenngleich ich damals ziemlich getroffen war, und mir die ungewisse Zukunft, vielleicht sollte ich sagen: die Zukunftslosigkeit, Angst machte. Es ging ja auch um meine Existenz. Wieder war pl\u00f6tzlich die Tatsache brennend sp\u00fcrbar, n\u00e4mlich jene, \u00fcberhaupt keinen erlernten Beruf zu haben. Ich wu\u00dfte nur zu gut, was das bedeuteten konnte. Trotzdem und gerade in dieser schwierigen Lebenssituation wandte ich mich nun wieder dem Schreiben zu. Das war auch die beste Hilfe und St\u00fctze f\u00fcr mich selbst. Zum Thema wurden nun (wieder) das ehemalige KZ-Mauthausen, der Holocaust; die \u00f6sterreichische L\u00fcge. Der Fotogedichtband \u201eFarbenlehre\u201c entstand. Darin rechnete ich auch mit diesem (verlogenen) \u00d6sterreich ab, mit langj\u00e4hrigen honorigen SP\u00d6-Parteimitgliedern und G\u00fcnstlingen wie dem ehemaligen Euthanasie-Arzt-Verbrecher Dr. Gross, den die Republik sogar mit dem \u201eEhrenkreuz f\u00fcr Wissenschaft und Kunst\u201c ausgezeichnet hatte, anstatt ihn (rechtzeitig) vor Gericht zu stellen und zu verurteilen. Mein Zorn, meine Wut halfen mir; beim Schreiben dieses Buches, aber auch beim \u201e\u00dcberleben\u201c. Ich war nicht mundtot, nicht gef\u00fcgig gemacht worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201eFarbenlehre\u201c war ein Erfolg; nicht finanziell, nicht \u00f6konomisch, sondern in existentieller Hinsicht f\u00fcr mich: Ich war damit ein Dichter, ein \u00f6sterreichischer Schriftsteller geworden. Das wurde anerkannt. Es stand in allen Zeitungen. In der Zeitschrift \u201eDie Zeit\u201c war die \u201eFarbenlehre\u201c in der Rubrik \u201eBuch des Monats\u201c. Erich Fried hatte das Vorwort zu dem Buch geschrieben, es spontan diktiert, nachdem wir die Gedichte miteinander besprochen hatten. Ich hatte mich mit diesen Gedichten, mit diesem Buch als Schriftsteller, vorallem aber als Mensch &#8211; so f\u00fchlte ich es (befreiend) &#8211; endlich legitimiert. Damit begann f\u00fcr mich ein neues Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201eFarbenlehre\u201c war ein politisches Buch, aber auch ein zutiefst menschliches. Es war das Ergebnis einer schon lange dauernden Besch\u00e4ftigung von mir mit dem Holocaust, mit dem, was in meiner engeren Heimat \u201epassiert\u201c war; damit, wie sich das offizielle \u00d6sterreich und die \u00f6sterreichische Gesellschaft vor jeder Verantwortung jahrzehntelang gedr\u00fcckt hatten. Es war aber auch ein Zeichen daf\u00fcr, entsprechend meiner Maxime, da\u00df Literatur, da\u00df Dichtung sich nicht von der (politischen) Realit\u00e4t absentieren darf, da\u00df sich Schriftsteller nicht in einen Elfenbeinturm und in ein bequemes, unverbindliches l\u2019art pour l\u2019art-Reservat zur\u00fcckziehen d\u00fcrfen. Mit dem Buch war ich abgestempelt als \u201epolitischer Dichter\u201c. Das bedeutete eine Festlegung, eine Punzierung, eine Einengung; das bedeutete, auf ein Klischee reduziert zu werden. Jedenfalls war das die Gefahr. Dieser begegnete ich mit dem Fotogedichtband \u201eBildersprache\u201c, der im darauffolgenden Jahr erschien, und an dem ich schon parallel zur \u201eFarbenlehre\u201c gearbeitet hatte. Dieses Buch hatte nur ein Thema: Sterben und Tod. Es griff das schon im Fotogedichtband \u201eAbschiede\u201c (1980) behandelte Thema jetzt noch einmal auf. Die \u201eBildersprache\u201c war dem Andenken meiner verstorbenen Eltern und Geschwister &#8211; Max\/Rosa\/Josef\/Fridolin\/Gilbert\/Annemarie\/Maximilian &#8211; gewidmet. Gedichte und Bilder sprechen von Abschieds- und Todesereignissen und davon, in welcher Befindlichkeit ich mich nach dem Weggehen der von mir geliebten Familienmenschen wiederfand, n\u00e4mlich einsam und allein. Die Familienarchitektur war endg\u00fcltig zerbrochen. Das Elternhaus, in dem ich meine Kindheit und Jugend verbracht hatte, und das mir wirklich Heimat gewesen war, wurde verkauft und abgerissen, dem Erdboden gleichgemacht. Tod, Zerst\u00f6rung, Aufl\u00f6sung, Ende, dieses \u201eNiemals wieder!\u201c, das war nun in meinem Bewu\u00dftsein und in meinem Lebensgef\u00fchl. Mit dem Tod der geliebten Menschen, mit der Todeserfahrung am Tod des Anderen, wird einem schlagartig die eigene Lebensbegrenztheit als unab\u00e4nderliche Seinsgegebenheit bewu\u00dft. Der Tod wird zu etwas Konkretem, weil das Weggehen des Anderen als etwas Unausweichliches, Endg\u00fcltiges erfahren wird und einem so bewu\u00dft bleibt. Die Gedichte und Bilder in den Fotogedichtb\u00e4nden \u201eAbschiede\u201c und \u201eBildersprache\u201c sind Niederschriften und Zeugnisse einer Trauerarbeit, in der ich mich mit Tod und Sterben auseinandergesetzt habe. Ob das hilft, ob das helfen kann, sich mit dem Tod zu vers\u00f6hnen, wei\u00df ich nicht, ich bezweifle es. Denn der Tod bleibt unser Feind, auch wenn er ein Teil des Lebens ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201eFarbenlehre\u201c und die \u201eBildersprache\u201c sind meine beiden wichtigsten B\u00fccher, auch weil sie meine Bildinterpretation der Gedichte beinhalten und weil Wort und Bild zusammenwirken, eine Einheit bilden, so da\u00df dem Leser und Bildbetrachter eine Botschaft \u00fcbermittelt wird, die ihm auch sinnlich begreifbar macht, worum es (mir) geht. Das ist n\u00e4mlich mir ganz wichtig: Die Botschaft soll den anderen erreichen, und er soll sie verstehen (k\u00f6nnen). Deshalb auch die Einfachheit im Ausdruck der Gedanken und Gef\u00fchle, der Worte, der Bilder; der Sprache der Worte und der Sprache der Bilder. So zu verstehen ist der Titel des Buches: \u201eBildersprache\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach den Liebesgedichten in \u201eHerzschl\u00e4ge\u201c (1989) folgte der Gedichtband \u201eLebenszeichen\u201c (1992), der in verschiedenen, auf die jeweiligen Erscheinungsorte abgestimmten Fassungen in viele Sprachen \u00fcbersetzt und in vielen L\u00e4ndern publiziert wurde. Dieses Hinausgehen, sowohl mit dem Buch, als auch selbst als Person, war f\u00fcr mich ganz wichtig. Das war f\u00fcr mich etwas Befreiendes; eine Grenzen\u00fcberschreitung, Gewinnung von Neuland. Wien bedeutet(e) f\u00fcr mich immer das (allzusehr) Gewohnte, eine aufreibende und zugleich einschl\u00e4fernde (Lebens-) Enge. Wien ist eine Stadt f\u00fcrs Zur\u00fcckkehren und eine zum Fortgehen, aber keine zum Bleiben. So ist es jedenfalls f\u00fcr mich. Aufenthalte in St. Petersburg und Moskau, in London und Paris, in Jerusalem, in Helsinki, Dublin und Istanbul, stets verbunden mit Lesungen, Gespr\u00e4chen, Diskussionen, mit Begegnungen, waren f\u00fcr mich immer befreiend und inspirierend zugleich. Oft habe ich gedacht: Ich geh\u00f6rte eigentlich woanders hin, nach New York, nach London, nach Paris, nach Moskau vielleicht, aber nicht nach \u00d6sterreich, nicht nach Wien. Ich mag keine Provinzialit\u00e4t; so oder so nicht, in keiner Weise. Alle Reisen und Aufenthalte brachten als Ergebnis auch immer wieder Gedichte. Eine Sammlung davon ver\u00f6ffentlichte ich im Gedichtband \u201eUnterwegs &#8211; Reise- und Aufenthaltsgedichte 1966-1996\u201c, der 1997 als erster Band der f\u00fcnfb\u00e4ndigen \u201eWerkausgabe\u201c meiner Gedichte 1965-2000 in der Edition Roetzer erschien. Mit dieser f\u00fcnfb\u00e4ndigen Ausgabe meiner Gedichte, die ausschlie\u00dflich noch nicht vorher publizierte Gedichte enth\u00e4lt, betrachte ich meine Lyrikproduktion und Lyrikpublikation als im wesentlichen abgeschlossen. Nat\u00fcrlich entstehen noch Gedichte, aber die Lyrik ist nicht mehr das alleinige Metier, in dem ich mich ausdr\u00fccke und literarisch verwirkliche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 2000 betrat ich mit der Erz\u00e4hlung \u201eDie Fanni\u201c Neuland, n\u00e4mlich den Bereich der Prosa. Dieser Erz\u00e4hlung folgten &#8211; animiert durch die Redakteurin der Zeitschrift \u201eDer Granatapfel\u201c &#8211; weitere Erz\u00e4hlungen und Kurzgeschichten. Dieses Schreiben gefiel mir. Es war ganz anders als mit der Lyrik. Das Geschichten-Schreiben strapaziert mich nicht, weil es mich freut, da es mich \u00f6ffnet, anstatt &#8211; wie so oft bei der Lyrik &#8211; mich in mich (und ins Gedicht) einsperrt. Als ich genug Geschichten zusammen hatte, machte ich ein Buch: \u201eLebensbilder &#8211; Geschichten aus der Erinnerung\u201c (2003). Dieses Buch wurde ein Erfolg. Es wurde gerne gekauft und gut rezensiert. Nun ist auch das abgeschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt geht es wieder darum, f\u00fcr mich Neuland zu erschlie\u00dfen. Seit 1.7.2004 bin ich in Pension. Das bedeutet aber nicht. da\u00df ich mich zur Ruhe setze. Denn ruhig werde ich nie. Ich bleibe ein Unruhiger, ein Ruheloser, ein Grenzg\u00e4nger, ein Neugieriger; weil ich &#8211; hoffentlich noch lange &#8211; so am Leben bleiben m\u00f6chte. Denn ich liebe das Leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" 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alt=\"\" \/>\u00dcber den dezidiert politisch arbeitenden Peter Paul Wiplinger lesen Sie hier eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=14676\">W\u00fcrdigung<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Meine Kindheit war gepr\u00e4gt durch mein Aufwachsen in einer b\u00fcrgerlich-konservativen Gro\u00dffamilie (zehn Kinder) auf dem Land, durch das Eingebettetsein in tief verankerte religi\u00f6se Grunds\u00e4tze, die sich streng nach der Lehre der r\u00f6misch-katholischen Kirche richteten und davon abgeleitet waren. Dar\u00fcber&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2004\/07\/01\/mein-weg-zum-schriftsteller\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":98,"featured_media":19167,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1142],"class_list":["post-89783","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-peter-paul-wiplinger"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/89783","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/98"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=89783"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/89783\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=89783"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=89783"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=89783"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}