{"id":8972,"date":"2012-11-12T00:50:12","date_gmt":"2012-11-11T23:50:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=8972"},"modified":"2019-10-05T14:59:22","modified_gmt":"2019-10-05T12:59:22","slug":"verneigung-vor-einer-entscheidung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/11\/12\/verneigung-vor-einer-entscheidung\/","title":{"rendered":"Verneigung vor einer Entscheidung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Cover3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-8979\" title=\"Cover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Cover3-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Cover3-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Cover3.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>In einem <a href=\"http:\/\/www.lesinrocks.com\/2012\/10\/07\/livres\/philip-roth-nemesis-sera-mon-dernier-livre-11310126\/\">Interview<\/a> mit dem franz\u00f6sischen Kulturmagazin&nbsp;<em>Les Inrockuptibles<\/em> erkl\u00e4rte Philip Roth bereits am 7. Oktober 2012 seinen Entschlu\u00df das Schreiben von Literatur v\u00f6llig aufzugeben, es sei ihm in den vergangenen Jahren bewu\u00dft wurde, da\u00df sein Leben endlich sei. Vor knapp f\u00fcnf Jahren habe er begonnen, so Roth gegen\u00fcber <em>Les Inrockuptibles<\/em>, seine Lieblingsautoren neu zu lesen&nbsp;\u2013 Hemingway, Turgenjev, Conrad, Dostojevskij u.a.&nbsp;\u2013 sowie auch seine eigenen Werke. Worauf er zur Erkenntnis gekommen sei, dass die Begeisterung f\u00fcr die stets als schwer empfundene Arbeit des Schreibens verflogen sei. Und er wolle \u00fcber B\u00fccher auch nicht mehr sprechen: <em>After that, I decided that I was done with fiction.<\/em> Daraufhin habe er beschlossen, dass er einem Zitat des Boxers Joe Louis zustimme: <em>Er h\u00e4tte das Beste aus dem gemacht, was&nbsp;hatte<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem <em>h\u00f6ggschdem Respekt<\/em> vor dieser Entscheidung mu\u00df die Frage erlaubt sein, ob Autoren nicht wie jeder andere Mensch auch ein Recht auf Rente haben. Ob nicht einmal die Zeit kommt, da aus den immer wieder apostrophierten <em>Altmeistern<\/em> einfach nur alte M\u00e4nner geworden sind. Ob kreative Visionen nicht auch ein Verfallsdatum haben. Wir d\u00fcrfen uns das fragen, denn erstens ist dies eine ganz normale Frage, und zweitens beantwortet die Realit\u00e4t dessen, was die Altmeister den Verlagen anbieten die Frage selbst aufs deutlichste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Alle Entw\u00fcrfe erz\u00e4hlen die Geschichte vom Scheitern. Ich bringe einfach nicht mehr die Energie auf, mich dieser Kraft entgegenzustellen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Jahren h\u00f6rt man im Vorfeld der Verleihung des Literaturnobelpreises, Philip Roth sei einer der Favoriten. Die Jury sollte mutig sein, ihm diese Anerkennung ganz im Sinn H.C. Artmanns f\u00fcr ein ungeschriebenes Buch verleihen: <em>Es gibt einen Satz, der unangreifbar ist, n\u00e4mlich der, da\u00df man Dichter sein kann, ohne auch irgendjemals ein Wort geschrieben oder gesprochen zu haben. Vorbedingung ist aber der mehr oder minder gef\u00fchlte Wunsch, poetisch handeln zu wollen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Interview mit dem franz\u00f6sischen Kulturmagazin&nbsp;Les Inrockuptibles erkl\u00e4rte Philip Roth bereits am 7. Oktober 2012 seinen Entschlu\u00df das Schreiben von Literatur v\u00f6llig aufzugeben, es sei ihm in den vergangenen Jahren bewu\u00dft wurde, da\u00df sein Leben endlich sei. 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