{"id":89214,"date":"1998-10-18T00:01:02","date_gmt":"1998-10-17T22:01:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=89214"},"modified":"2021-10-06T15:54:11","modified_gmt":"2021-10-06T13:54:11","slug":"das-zeitalter-der-neuen-literatur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1998\/10\/18\/das-zeitalter-der-neuen-literatur\/","title":{"rendered":"Das Zeitalter der Neuen Literatur"},"content":{"rendered":"<p class=\"article\" align=\"right\"><em>I<span style=\"color: #999999;\">m Idealfall ist Pop subversiv. Im Idealfall ist Pop popul\u00e4r. Im Idealfall ist Pop popul\u00e4r und subversiv zugleich. [\u2026] Im Ideal\u00adfall tritt der Idealfall tats\u00e4chlich ein.<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"article\" align=\"right\"><span style=\"color: #999999;\">Andreas Neumeister<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Essay &#8222;Cross the Border &#8211; Close the Gap!&#8220; begann die Dekanonisierung der Elitekultur in der Postmoderne und die Rekanonisierung des Amerika-Mythos. Der Autor Leslie Fiedler machte fr\u00fch als ausgesprochen spitzz\u00fcngiger und streitbarer Polemiker von sich reden. Eine nationale Ber\u00fchmtheit wurde er nach dem Selbstmord Ernest Hemingways 1961, den Fiedler kurz zuvor in seinem Haus in Idaho besucht hatte; sein recht h\u00e4mischer Bericht \u00fcber den Niedergang des \u201egro\u00dfen alten Mannes\u201c der amerikanischen Literatur wurde vielfach nachgedruckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Es ist der bedeutenste Schl\u00fcsseltext\u2019 der Postmoderne der sechziger Jahre<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">J\u00f6rg Sch\u00e4fer<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Bundesrepublik Deutschland wurde Fiedler vor allem durch einen im Sommer 1968 an der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg gehaltenen Vortrag bekannt. Fiedler trug dort im Rahmen eines \u00f6ffentlichen Symposiums erstmals seinen Text \u201eCross the Border \u2013 Close the Gap\u201c vor, in dem er die (literarische) Postmoderne ausruft und die (literarische) Moderne f\u00fcr tot erkl\u00e4rt. Im September 1968 erscheint der Vortrag \u00fcberarbeitet in zwei Teilen in der gr\u00f6\u00dferen Wochenzeitung <em>Christ und Welt<\/em>. Nach der Ver\u00f6ffentlichung kommt es zur \u201eFiedler-Debatte\u201c, an der sich\u00a0 deutschsprachige Autoren, u. a. Martin Walser, Reinhard Baumgart und Rolf Dieter Brinkmann, beteiligen. Wie erleben seither das Ende der Hierarchisierungen in der Kunst und der damit verbundenen kritischen Rezeption der Literatur der Moderne als das ,einzig Wahre\u2019.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Trivialmythen stellen f\u00fcr Fiedler einen integrativen Bestandteil der industrialisierten urbanen Gesellschaft dar, und ein literarischer R\u00fcckgriff auf ihre \u00c4sthetik ist zum \u00dcberschreiten der Grenze zu einer nicht mehr zeitgem\u00e4ssen Rationalit\u00e4t in der Literatur von entscheidender Bedeutung.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Triviale und Popul\u00e4re zu Kunst zu machen, ist auch eine Pr\u00e4misse des Trash. KUNO hat ein Faible f\u00fcr Trash. Dem Begriff <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\"><em>Trash<\/em><\/a> haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt Trash als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich der Rezeption in einer \u00f6ffentlichen Institution. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>. Produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Ebenso verwiesen sei auf <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=44449\">Trash-Lyrik <\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Cross the Border \u2013 Close the Gap<\/strong>, Essay von Leslie Fiedler erscheint unter dem Titel <em>Das Zeitalter der Neuen Literatur<\/em> erstmals als zusammenfassende Beschreibung in <em>Christ und Welt<\/em> vom 18.10.1968<\/p>\n<div id=\"attachment_89215\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Leslie_Fiedler.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-89215\" class=\"wp-image-89215 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Leslie_Fiedler-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Leslie_Fiedler-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Leslie_Fiedler-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Leslie_Fiedler-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Leslie_Fiedler-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Leslie_Fiedler-560x747.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Leslie_Fiedler-260x347.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Leslie_Fiedler-160x213.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Leslie_Fiedler.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-89215\" class=\"wp-caption-text\">Leslie Fiedler. Photo: Jac. de Nijs<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a>. Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>. Produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a><strong>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Idealfall ist Pop subversiv. Im Idealfall ist Pop popul\u00e4r. Im Idealfall ist Pop popul\u00e4r und subversiv zugleich. [\u2026] Im Ideal\u00adfall tritt der Idealfall tats\u00e4chlich ein. 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