{"id":88897,"date":"2006-05-23T00:01:32","date_gmt":"2006-05-22T22:01:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=88897"},"modified":"2022-02-18T11:43:58","modified_gmt":"2022-02-18T10:43:58","slug":"die-menschen-in-ibsens-dramen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/05\/23\/die-menschen-in-ibsens-dramen\/","title":{"rendered":"Die Menschen in Ibsens Dramen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Vor 100 Jahren starb Henrik Ibsen. KUNO erinnert an den Dramatiker mit einem Essay von Hugo von Hofmannsthal<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man ist wohl nie in Versuchung gekommen, einen Vortrag zu \u00fcberschreiben: von den Menschen in den Dramen Shakespeares, oder Otto Ludwigs, oder Goethes. Ebensowenig als \u00bb\u00fcber die Menschen im wirklichen Leben\u00ab. Der Titel w\u00fcrde gar nichts sagen: es gibt ja dort nichts als Menschen, plastische, lebendige Menschen, die sich handelnd und leidend ausleben, und in diesem Ausleben liegt alles. Sonst wird nichts gewollt und nichts vorausgesetzt. Bei Ibsen hat sich die Diskussion, haben sich Begeisterung und Ablehnung fast immer an etwas au\u00dferhalb der Charakteristik Liegendes angekn\u00fcpft: an Ideen, Probleme, Ausblicke, Reflexionen, Stimmungen.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Trotzdem gibt es in diesen Theaterst\u00fccken auch Menschen, das hei\u00dft, wenn man genauer zusieht, einen Menschen, Varianten eines sehr reichen, sehr modernen und sehr scharf geschauten Menschentypus. Au\u00dferdem Hintergrundsfiguren, fl\u00fcchtige Farbenflecke f\u00fcr den Kontrast, Explikationsfiguren, die den Haupttypus kritisieren und Details hinzuf\u00fcgen, und Parallelfiguren, in die einzelne Z\u00fcge der Hauptfigur projiziert sind, die gewisserma\u00dfen eine grell beleuchtete Seelenseite des ganzen Menschen darstellen.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">So weit die beiden Individualit\u00e4ten auch voneinander abstehen, es ist ganz dieselbe Erscheinung wie bei Byron: hier wie dort diese eine durchgehende Figur mit dem Seelenleben des Dichters, mit den inneren Erlebnissen, die sich nie verleugnen, ein wenig stilisiert, ein wenig variiert, aber wesentlich eins. Dort hie\u00df sie Manfred, Lara, Mazeppa, Tasso, Foscari, Childe Harold, der Giaur, der Corsar; sie hatte einen etwas theatralischen Mantel, verzerrte Z\u00fcge, einen gewaltigen Willen und die Rhetorik heftiger und melancholischer Menschen, sie war eigentlich ein sehr geradliniges, einfaches Wesen. Hier hei\u00dft sie Julian der Apostat, Photograph Ekdal, Peer Gynt, Bildhauer Lyngstrand, Dr. Helmer, Dr. Brendel, Dr. Rank oder Frau Hedda, Frau Ellida, Frau Nora. Sie ist gar kein geradliniges Wesen; sie ist sehr kompliziert; sie spricht eine nerv\u00f6se hastige Prosa, unpathetisch und nicht immer ganz deutlich; sie ironisiert sich selbst, sie reflektiert und kopiert sich selbst. Sie ist ein fortw\u00e4hrend wechselndes Produkt aus ihrer Stimmung und ihrer eigenen Kritik dieser Stimmung.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Alle diese Menschen leben ein schattenhaftes Leben; sie erleben fast keine Taten und Dinge, fast ausschlie\u00dflich Gedanken, Stimmungen und Verstimmungen. Sie wollen wenig, sie tun fast nichts. Sie denken \u00fcbers Denken, f\u00fchlen sich f\u00fchlen und treiben Autopsychologie. Sie sind sich selbst ein sch\u00f6nes Deklamationsthema, obwohl sie gewi\u00df oft sehr wirklich ungl\u00fccklich sind; denn das Reden und Reflektieren ist ihr eigentlicher Beruf: sie sind oft Schriftsteller: Kaiser Julian tr\u00e4gt das Kleid der Weisheitslehrer und schreibt kleine, anspruchsvolle und pedantische Brosch\u00fcren; Hjalmar Ekdal und Ulrich Brendel werden wahrscheinlich n\u00e4chstens ein epochemachendes Werk herausgeben, und Ejlert L\u00f6vborg hat sogar schon eines geschrieben; oder sie sind m\u00fc\u00dfige, nerv\u00f6se und sch\u00f6nsinnige Frauen, wie die Frau vom Meere und die andere, die in Sch\u00f6nheit gestorben ist. Sie ermangeln aller Naivet\u00e4t, sie haben ihr Leben in der Hand und betasten es \u00e4ngstlich und wollen ihm einen Stil geben und Sinn hineinlegen; sie m\u00f6chten im Leben untersinken, sie m\u00f6chten, da\u00df irgend etwas komme und sie stark forttrage und vergessen mache auf sich selbst. Es ist in ihnen ganz die Sehnsucht des Niels Lyhne: \u00bbDas Leben ein Gedicht! Aber nicht so, da\u00df man immer herumging und an sich selbst dichtete, statt es zu leben. Wie war das inhaltslos, leer, leer, leer: dieses Jagdmachen auf sich selbst, seine eigene Spur listig beobachtend &#8230; dieses Zum-Spa\u00df-sich-Hineinwerfen in den Strom des Lebens und Gleich-wieder-Dasitzen und Sich-selbst-Auffischen in der einen oder der anderen kuriosen Vermummung! Wenn es nur \u00fcber einen kommen wollte \u2013 Leben, Liebe, Leidenschaft \u2013, so da\u00df man nicht mehr dichten konnte, sondern da\u00df es dichtete mit einem.\u00ab Dieses R\u00e4tselhafte, das kommen soll und einen forttragen und dem Leben einen gro\u00dfen Sinn geben und allen Dingen neue Farbe und allen Worten eine Seele, hat vielerlei Namen f\u00fcr diese Menschen.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Bald ist es das \u00bbWunderbare\u00ab, wonach sich die Nora sehnt; f\u00fcr Julian und f\u00fcr Hedda ist es das Griechische, das gro\u00dfe Bacchanal, mit adeliger Anmut und Weinlaub im Haar; oder es ist das Meer, das r\u00e4tselhaft verlockt, oder es ist ein freies Leben in gro\u00dfartigen Formen, Amerika, Paris. Alles nur symbolische Namen f\u00fcr irgendein \u00bbDrau\u00dfen\u00ab und \u00bbAnders\u00ab. Es ist nichts anderes als die suchende Sehnsucht des Stendhal nach dem \u00bbimpr\u00e9vu\u00ab; nach dem Unvorhergesehenen, nach dem, was nicht \u00bbekel, schal und flach und unertr\u00e4glich\u00ab in der Liebe, im Leben. Es ist nichts anderes als das vertr\u00e4umte Verlangen der Romantiker nach der mondbegl\u00e4nzten Zauberwildnis, nach offenen Felsentoren und redenden Bildern, nach irgendeiner niegeahnten M\u00e4rchenhaftigkeit des Lebens.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Sie leben in kleinen Verh\u00e4ltnissen, in unertr\u00e4glichen, peinlichen, verstimmenden, gelbgrauen kleinen Verh\u00e4ltnissen, und sie sehnen sich alle fort. Wenn man ihnen verspricht, sie weit fortzubringen, rufen sie aus: \u00bbNun werde ich doch endlich einmal wirklich leben.\u00ab Sie sehnen sich fort, wie man sich aus grauem, eint\u00f6nigem, ewigem Regen nach Sonnenschein sehnt. \u00bbMich d\u00fcnkt\u00ab, sagt der oder jener, \u00bbwir leben hier nicht viel anders als die Fische im Teich. Den Fjord haben sie so dicht bei sich, und da streichen die gro\u00dfen wilden Fischz\u00fcge aus und ein. Aber davon bekommen die armen zahmen Hausfische nichts zu wissen; sie d\u00fcrfen nie mit dabei sein.\u00ab Es mu\u00df doch eine neue Offenbarung kommen, sagen sie, oder eine Offenbarung von etwas Neuem.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Es ist in diesen Verh\u00e4ltnissen ungeheuer viel Klatsch und ungeheuer viel irritierende Kleinlichkeit und Monotonie. In \u00bbKaiser und Galil\u00e4er\u00ab gibt es Hofintrigen und Gelehrtenintrigen, Bureauklatsch und Stadtklatsch. In der \u00bbHedda Gabler\u00ab wei\u00df um 10 Uhr morgens schon die ganze Stadt, da\u00df Ejlert L\u00f6vborg in der Nacht schon wieder betrunken war. Im \u00bbVolksfeind\u00ab und in den \u00bbSt\u00fctzen der Gesellschaft\u00ab ist der Klatsch sogar das Hauptmotiv: \u00bbWas wird der Buchdrucker sich denken, und was wird der Gerichtsrat sagen, und was wird der Rektor urteilen.\u00ab In solchen Verh\u00e4ltnissen verliert man mit sinnlosen Widerw\u00e4rtigkeiten so viel Zeit, da\u00df man leicht auf den Gedanken kommt, sein ganzes Leben vers\u00e4umt zu haben. In \u00bbPeer Gynt\u00ab ist eine r\u00fchrende Szene, wo den alten Mann sein ganzes ungelebtes Leben, die ungedachten Gedanken, die ungesprochenen Worte, die ungeweinten Tr\u00e4nen, die vers\u00e4umten Werke vorwurfsvoll und traurig umschweben. Bevor sie anfingen unter solchen Verh\u00e4ltnissen zu leiden, haben fast alle diese Menschen eine verwirrende, halb traumhafte Kindheit durchlebt, wie in einem M\u00e4rchenwald, aus der sie heraustreten mit einem unstillbaren Heimweh und einer isolierenden Besonderheit, wie Parzival in die Welt reitet im Narrenkleid und mit der Erfahrung eines kleinen Kindes. Diese Kindheit Parzivals im Wald Brezilian hat f\u00fcr meine Empfindung immer etwas sehr Symbolisches gehabt. Dieses Aufwachsen in einer d\u00e4mmernden Einsamkeit unter traumhaften Fragen nach Gott und Welt, auf die eine kindlich-traumhafte Mutterantwort folgt, das ist eigentlich das typische Aufwachsen in der d\u00e4mmernden, r\u00e4tselhaft webenden Atmosph\u00e4re des Elternhauses, wo alle Dimensionen verschoben, alle Dinge stilisiert erscheinen; denn Kinderaugen geben den Dingen einen Stil, den wir dann vergebens wiederzufinden streben: sie stilisieren das Allt\u00e4gliche zum M\u00e4rchenhaften, zum Heroischen, so wie Angst, Fieber oder Genialit\u00e4t stilisieren. In solch einem Wald Brezilian, der ein Puppenheim ist, sind sie alle aufgewachsen: Nora und Hedda bei kranken und exzentrischen V\u00e4tern, Hjalmar bei hysterischen Frauen, den Tanten, Julian in der schlechten Luft eines byzantinischen Klosters, Peer Gynt bei der phantastischen halbverr\u00fcckten Mutter, und so fort. Aus dieser Kindheit haftet ihnen immer etwas so eigent\u00fcmlich Vertr\u00e4umtes an; sie denken scheinbar immer an etwas anderes als wovon sie reden; sie sind eben alle Dichter, oder eigentlich sensitive Dilettanten. Sie haben viel von Kaiser Nero und viel von Don Quijote; denn sie wollen auch Gedichte ins Leben \u00fcbertragen, ob selbsterfundene oder anempfundene ist ja gleichg\u00fcltig. Einige haben sich resigniert daran gew\u00f6hnt, nicht mehr an das Wunderbare zu glauben, das von au\u00dfen kommen soll. Sie glauben an die unendlichen M\u00f6glichkeiten des Wunderbaren, die im Menschen selbst liegen: sie glauben an den sch\u00f6pferischen, verkl\u00e4renden, adelnden Schmerz. Das ist ein pers\u00f6nlicher Lieblingsglaube von Herrn Henrik Ibsen: er glaubt, da\u00df das Wunderbare in den Menschen dann aufwacht, wenn sie etwas sehr Schweres erleben &#8230;<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Sie haben auch das Spielen mit den wachen, den lebendigen Worten, das so sehr eine Dichtereigenschaft ist: gewisse Worte scheinen f\u00fcr sie einen ganz anderen Sinn zu haben als f\u00fcr die gew\u00f6hnlichen Menschen: sie sprechen sie mit einem eigenen Ton, halb Wohlgefallen, halb Grauen aus, wie heilige, bannkr\u00e4ftige Formeln. Sie haben untereinander Zitate und gefl\u00fcgelte Worte, auch wenn sie nicht zuf\u00e4llig eitle Sophisten sind wie Kaiser Julian, der sich immer selbst zitiert. Sie sind auch um ihre Abg\u00e4nge sehr bek\u00fcmmert: sie lieben das arrangierte Sterben; wenn sie nicht mit Zitaten aus Seneca umsinken, wie die Prinzen in einem jugendlichen Drama Shakespeares, so liegt wenigstens in der Situation eine leichte Pose. Mir f\u00e4llt das traurige Wort eines jungen M\u00e4dchens aus der guten Gesellschaft ein, die ein paar Wochen vor ihrem Tod mit elegantem L\u00e4cheln sagte: \u00bbApr\u00e8s tout, le suicide calme, c&#8217;est la seule chose bien aristocratique qui nous reste.\u00ab Das k\u00f6nnte fast die Frau Hedda gesagt haben oder der Doktor Rank; auch die kleine Hedwig stirbt nicht naiv. Und Julian, nach einem Leben voll Entt\u00e4uschungen, kann nicht sterben, ohne an den Effekt zu denken: \u00bbSieh dies schwarze Wasser\u00ab, sagt er zu seinem Freund, \u00bbglaubst du, wenn ich spurlos vom Erdboden verschw\u00e4nde und mein Leib nirgends gefunden w\u00fcrde und niemand w\u00fc\u00dfte, wo ich geblieben w\u00e4re \u2013 glaubst du nicht, da\u00df sich die Sage verbreiten m\u00f6chte, Hermes w\u00e4re zu mir gekommen und h\u00e4tte mich fortgef\u00fchrt, und ich w\u00e4re in die Gemeinschaft der G\u00f6tter aufgenommen?\u00ab<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Wie nahe stehen wir hier der Manier des Nero, jenes wirklichen und h\u00f6chst lebendigen Nero, den Renan aus den Details des Petronius, des Sueton und der Apokalypse zusammengesetzt hat: ein mittelm\u00e4\u00dfiger K\u00fcnstler, in dessen Kopf Bakchos und Sardanapal, Ninus und Priamus, Troja und Babylon, Homer und die fade Reimerei der Zeitgenossen irr durcheinanderschwankt, ein eitler Virtuos, der das Parterre zittern macht und davor zittert, ein sch\u00f6ngeistiger Dilettant, der durch eine Smaragdbrille den Leichnam seiner Mutter \u00e4sthetisch betrachtet, hier lobend, dort tadelnd, und dem in seiner eigenen Todesstunde nichts als literarische Reminiszenzen einfallen. Er erinnert sich, da\u00df er Rollen gespielt hat, in denen er Vaterm\u00f6rder und zu Bettlern herabgekommene F\u00fcrsten darstellte, bemerkt, da\u00df er das alles jetzt f\u00fcr seine Rechnung spiele, und deklamiert den Vers des \u00d6dipus:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u03d1\u03b1\u03bd\u03b5\u03b9\u03bd \u03bc\u1fbd \u03b1\u03bd\u03c9\u03b3\u03b5 \u03bf\u03c5\u03b3\u03b3\u03b1\u03bc\u03bf\u03c2, \u03bc\u03b7\u03c4\u03b7\u03c1, \u03c0\u03b1\u03c4\u03b7\u03c1.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weib und Mutter und Vater hei\u00dfen mich sterben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann redet er griechisch, macht Verse, bis man pl\u00f6tzlich das Ger\u00e4usch herankommender Reiterei h\u00f6rt, die ihn lebendig fangen soll. Da ruft er aus:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDumpfes Ger\u00e4usch von eilenden Rossen ersch\u00fcttert das Ohr mir!\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">und empf\u00e4ngt von einem Sklaven, der den Dolch herabsenkt, den Todessto\u00df \u00bbin Sch\u00f6nheit\u00ab.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Kein Wunder \u00fcbrigens, da\u00df zwischen jenem Julian und diesem Nero eine solche Verwandtschaft besteht; sie sind beide bis zu einem geringen Grade Selbstportr\u00e4ts ihrer Dichter, zweier geistreicher Weisheitslehrer des neunzehnten Jahrhunderts.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Die Erziehung des Nero in dem rhetorischen Seminar des affektierten Seneca, des Virtuosen der Anempfindung, hat mit der unserigen viel Verwandtschaft; und das h\u00fcbsche Wort, das Seneca \u00fcber seine Zeit gesagt hat, \u00bbLiterarum intemperantia laboramus\u00ab, k\u00f6nnten alle diese literarischen Dilettantenmenschen der Ibsen-Dramen in ihre Tageb\u00fccher schreiben und so kommentieren: \u00bbMein Leben hat mich nirgends fortgerissen und getragen; mir fehlte die Unmittelbarkeit des Erlebens, und es war so kleinlich, da\u00df ich, um ihm Interesse zu geben, es immer mit geistreichen Deutungen, k\u00fcnstlichen Antithesen und Nuancen ausschm\u00fccken mu\u00dfte.\u00ab Dieses Dekorieren des gemeinen Lebens, diese sch\u00f6ne und sinnreiche Lebensf\u00fchrung, die nur in ihrer Terminologie ein wenig an die der protestantischen Erbauungsb\u00fccher gemahnt, dieses starke, alles absorbierende Denken an das \u00bbeine Notwendige\u00ab, dieses harte und herbe Betonen der Pflichten gegen sich selbst bringt je nach den Figuren zweierlei endg\u00fcltige Konzeptionen des Lebensproblems mit sich: einmal das symbolische Sich-Isolieren, das nerv\u00f6se Bed\u00fcrfnis, Abgr\u00fcnde ringsum sich zu schaffen, das Alleinbleiben des Volksfeindes, das Einsamwerden auf Rosmersholm, das Hinauslaufen der Nora in die Nacht; oder man bleibt im Leben und zwischen den Menschen stehen: aber als der heimliche Herr, und alle anderen sind Objekte, Akkumulatoren von Stimmungen, M\u00f6bel, Instrumente zur Beleuchtung, zur Erheiterung, zur Verstimmung oder zur R\u00fchrung. So behandelt Herr Helmer seine Frau und seinen Freund Rank. Die Frau ist ein Spielzeug, eine h\u00fcbsche, grazi\u00f6se Puppe, die er in Gesellschaft f\u00fchrt, dort l\u00e4\u00dft er sie Tarantella tanzen, sammelt die Lobspr\u00fcche ab und f\u00fchrt sie wieder fort, ob sie will oder nicht; und wie sein Freund sich versteckt, um still zu sterben, wie ein verwundetes Tier, sagt er: \u00bbSchade, er mit seinen Leiden und seiner Vereinsamung gab gleichsam einen sch\u00f6nen, bew\u00f6lkten Hintergrund ab f\u00fcr unser sonnenhelles Gl\u00fcck.\u00ab Noch h\u00fcbscher aber ist es in einem anderen St\u00fcck, wo eine Gruppe von drei Menschen sich wechselseitig so als Ding und Stimmungsobjekt behandelt; ich meine den kranken Bildhauer Lyngstrand und die beiden jungen M\u00e4dchen, die Stieft\u00f6chter der Frau vom Meere: der hoffnungslos kranke Mensch spricht von seiner bevorstehenden Reise nach Italien und nimmt der \u00e4lteren von den zwei M\u00e4dchen das Versprechen ab, immer aus ihrer eint\u00f6nigen, armen Existenz heraus an ihn zu denken. Wozu eigentlich? \u00bbJa, sehen Sie\u00ab, sagt er, \u00bbso zu wissen, da\u00df es irgendwo auf der Welt ein junges, zartes und schweigsames Weib gibt, das still umhergeht und von einem tr\u00e4umt &#8230;\u00ab<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Er findet das ungeheuer \u00bbanregend\u00ab.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Dabei interessiert er sich aber eigentlich gar nicht f\u00fcr sie, sondern f\u00fcr die J\u00fcngere, eine halberwachsene, sehr gescheite kleine Person.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">\u00bbWenn ich wiederkomme\u00ab, sagt er zu ihr, \u00bbwerden Sie ungef\u00e4hr im selben Alter sein wie Ihre Schwester jetzt. Vielleicht sehen Sie dann auch aus, wie Ihre Schwester jetzt aussieht. Vielleicht sind Sie dann gleichsam Sie selbst und sie sozusagen in einer Gestalt &#8230;\u00ab<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Hilde spielt mit dem Gedanken, da\u00df der Mensch, der ihr das alles sagt, nie mehr wiederkommen wird, weil sie wei\u00df, da\u00df er sterben mu\u00df. Ihr macht dieser Flirt vor der T\u00fcr des Todes ein eigent\u00fcmliches Vergn\u00fcgen. Sie fragt ihn, wie sie sich in Schwarz ausnehmen w\u00fcrde, ganz in Schwarz, mit einer schwarzen Halskrause und schwarzen, matten Handschuhen &#8230;<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">\u00bbSo als junge, sch\u00f6ne trauernde Witwe, nicht?\u00ab \u00bbJa\u00ab, meint sie, \u00bboder eine junge trauernde Braut.\u00ab<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Sie findet wieder <i>den<\/i> Gedanken ungeheuer anregend.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Diese resignierten Egoisten, wie Hjalmar, Helmer und Hilde, und die Pathetisch-Isolierten, wie Stockmann oder Nora, sind f\u00fcr meine Empfindung nur Stadien ein und desselben inneren Erlebnisses, und diese verschiedenen Menschen sind nichts als der eine Ibsensche Mensch in verschiedenen Epochen der Entwicklung. Alle Ibsenschen Menschen repr\u00e4sentieren nichts anderes als eine Leiter von Seelenzust\u00e4nden, die zum Beispiel der eine Julian schon alle im Keime hat und durchlebt. In jedem St\u00fccke wird eine Idee, das hei\u00dft, eine Seite des gro\u00dfen Grundproblems, besonders betont und in franz\u00f6sischer Manier mit viel R\u00e4sonnement durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Und das Grundproblem ist, glaube ich, immer das eine, wesentlich undramatische: Wie verh\u00e4lt sich der Ibsensche Mensch, der k\u00fcnstlerische Egoist, der sensitive Dilettant mit \u00fcberreichem Selbstbeobachtungsverm\u00f6gen, mit wenig Willen und einem gro\u00dfen Heimweh nach Sch\u00f6nheit und Naivit\u00e4t, wie verh\u00e4lt sich dieser Mensch im Leben? Wie, wenn man ihn binden und zwingen will und er ist schwach und hilflos gestimmt? \u2013 Nora.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Oder wenn man ihn zwingen will und er ist stark und hochm\u00fctig gestimmt? \u2013 Stockmann.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Oder man l\u00e4\u00dft ihm Freiheit und die Qual des W\u00e4hlens? \u2013 Frau vom Meere.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Oder er ist arm und h\u00e4tte gemeinmenschliche Pflichten? \u2013 Hjalmar.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Oder er hat alle Macht der Welt? \u2013 Julian.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Oder er ist unrettbar krank? \u2013 Oswald Alving. Oder er ist \u00fcberspannt erzogen worden? \u2013 Hedda.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Ich glaube, die Antwort ist einfach: eigentlich hat er zwischen den Menschen keinen rechten Platz und kann mit dem Leben nichts anfangen. Darum geht er manchmal sterben, wie Julian, Rosmer, Hedda. Oder er \u00bbstellt sich allein\u00ab, was fast dasselbe ist: Nora, Stockmann. Oder er lebt weiter, einsam zwischen den Menschen, in selbsts\u00fcchtigen Kombinationen ihr heimlicher Herr: Hjalmar, Helmer, Hilde &#8230; in hochm\u00fctiger Resignation und entt\u00e4uschter K\u00fchle, ein zerbrechliches, k\u00fcnstliches Dasein. \u2013<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Inzwischen ist der \u00bbBaumeister Solne\u00df\u00ab erschienen. Das ist eine wunderliche Mischung von Allegorie und Darstellung realen Lebens. Wie wenn Bauernkinder bei Nacht in ausgeh\u00f6hlte K\u00fcrbisk\u00f6pfe Lichter stecken, die durch das gelbrote d\u00fcnne Fleisch scheinen, so scheint hier die allegorische Bedeutung durch hohle, menschen\u00e4hnliche Puppen. Man hat das ganze St\u00fcck geistreich und gewi\u00df nicht unrichtig als eine symbolische Darstellung von Ibsens innerer Entwicklung, von seinem K\u00fcnstlerverh\u00e4ltnis zu Gott, zu den anderen und zu sich selbst aufgefa\u00dft. Der K\u00fcnstlermensch, der gro\u00dfe Baumeister, steht in der Mitte zwischen den beiden K\u00f6nigen aus den \u00bbKronpr\u00e4tendenten\u00ab. Denn die K\u00f6nige bei Ibsen sind auch Baumeister und die Baumeister K\u00f6nige; oder alle beide Dichter, k\u00f6nigliche Baumeister der Seelen. Baumeister Solne\u00df steht also zwischen dem K\u00f6nig Hakon und dem K\u00f6nig Skule. Er hat das d\u00e4monische Gl\u00fcck wie der eine, und wird von Zweifeln zernagt wie der andere. Er hat das Ingenium, den eingeborenen Beruf, das Baumeistertum von Gottes Gnaden, das Recht und die Pflicht, sich durchzusetzen, wie der geborene K\u00f6nig Hakon, \u00bbder mit dem K\u00f6nigsgedanken\u00ab; und er hat die Kleinheit und die Angst und die Gewissensqual und die Sehnsucht nach Kraft und Leichtigkeit des Lebens, wie der K\u00f6nig Skule, der kein Recht hat, K\u00f6nig zu sein. Wie diese K\u00f6nige und Baumeister, so sieht der K\u00fcnstlermensch aus, von innen gesehen; und die Karikatur davon ist Hjalmar und Julian. Neben dem schaffenden K\u00fcnstler steht das fordernde Leben, das sp\u00f6ttische, verwirrende. So steht neben dem zweifelnden Baumeister die Prinzessin Hilde. Es ist die erwachsene kleine Hilde, die Stieftochter der Frau vom Meere. Der Baumeister hat ihr einmal ein K\u00f6nigreich versprochen, und das kommt sie jetzt fordern. Wenn er ein geborener K\u00f6nig ist, mu\u00df ihm das ja ganz leicht sein. Wenn nicht, so geht er einfach daran zugrunde. Und das w\u00e4re ja ungeheuer anregend. Ihr K\u00f6nigreich liegt, wie das der Nora und der Hedda, im Wunderbaren. Dort, wo einem, schwindlig wird. Dort, wo eine fremde Macht einen packt und forttr\u00e4gt. Auch er hat in der Seele diesen Zug nach dem Stehen auf hohen T\u00fcrmen, wo es im Wind und in der d\u00e4mmernden Einsamkeit unheimlich sch\u00f6n ist, wo man mit Gott redet und von wo man herabst\u00fcrzen und tot sein kann. Aber er ist nicht schwindelfrei: er hat Angst vor sich selbst, Angst vor dem Gl\u00fcck, Angst vor dem Leben, dem ganzen r\u00e4tselhaften Leben. Auch zu Hilde zieht ihn Angst, ein eigenes, verlockendes Grauen, das Grauen des K\u00fcnstlers vor der Natur, vor dem Erbarmungslosen, D\u00e4monischen, Sphinxhaften, das sich in der Frau verk\u00f6rpert, mystisches Grauen vor der Jugend. Denn die Jugend hat etwas Unheimliches, einen berauschen den und gef\u00e4hrlichen Hauch des Lebens in sich, der r\u00e4tselhaft und \u00e4ngstigend ist. Alles Problematische, alles zur\u00fcckged\u00e4mmte Mystische in ihm erwacht unter ihrer Ber\u00fchrung. In Hilde begegnet er sich selbst: er verlangt das Wunderbare von sich, aus sich heraus will er es erzwingen und dabei zusehen und den Schauer f\u00fchlen, \u00bbwenn das Leben \u00fcber einen kommt und mit einem dichtet\u00ab. Da f\u00e4llt er sich tot.<\/p>\n<p class=\"zenoPLm4n0\" style=\"text-align: justify;\">Ich glaube nicht, da\u00df diese halb geistreiche, halb leichtfertige Art, die Dramen Ibsens zu zerpfl\u00fccken und durcheinanderzusch\u00fctteln, ihnen wirklich schaden kann. Man kann ja nicht zwischen ihnen herumgehen wie zwischen wirklichen Menschen in lebendiger Luft, wie in der Shakespearewelt vom Markt durch den Schlo\u00dfhof in des K\u00f6nigs Betstube, und von da durch das l\u00e4rmende Bankett die Treppen hinab und an der Wachstube vorbei, an der Schenke, an des Friedensrichters Haus, am Kreuzweg, am Friedhof &#8230; aber man geht durch die reiche und schweigende Seele eines wunderbaren Menschen, mit Mondlicht, phantastischen Schatten und wanderndem Wind und schwarzen Seen, stillen Spiegeln, in denen man sich selbst erkennt, gigantisch vergr\u00f6\u00dfert und unheimlich sch\u00f6n verwandelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_18516\" style=\"width: 194px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/220px-Nicola_Perscheid_-_Hugo_von_Hofmannsthal_1910-184x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-18516\" class=\"size-full wp-image-18516\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/220px-Nicola_Perscheid_-_Hugo_von_Hofmannsthal_1910-184x300.jpg\" alt=\"\" width=\"184\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-18516\" class=\"wp-caption-text\">Hugo von Hofmannsthal 1910 auf einer Fotografie von Nicola Perscheid<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Alter von achtundzwanzig Jahren verschafft sich Hofmannsthal mit dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/05\/19\/13384\/\"><i>Brief des Lord Chandos<\/i><\/a> ein Ventil, seinem Zweifel an der Sprache Raum zu verschaffen. Der Sprache traut er jedenfalls nicht l\u00e4nger zu, den Zusammenhang von Ich und Welt herstellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong>\u00a0Hugo von Hofmannsthal \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/02\/01\/ueber-gedichte\/\">Gedichte<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong>\u00a0Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO weiterhin zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Lesen Sie auch KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Hommage<\/a> an die Gattung des Essays.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 100 Jahren starb Henrik Ibsen. KUNO erinnert an den Dramatiker mit einem Essay von Hugo von Hofmannsthal Man ist wohl nie in Versuchung gekommen, einen Vortrag zu \u00fcberschreiben: von den Menschen in den Dramen Shakespeares, oder Otto Ludwigs, oder&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/05\/23\/die-menschen-in-ibsens-dramen\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":80,"featured_media":98219,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[3072,1094],"class_list":["post-88897","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-henrik-ibsen","tag-hugo-von-hofmannsthal"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88897","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/80"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=88897"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88897\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":98238,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88897\/revisions\/98238"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98219"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88897"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=88897"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88897"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}