{"id":886,"date":"2007-03-08T00:01:00","date_gmt":"2007-03-07T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=886"},"modified":"2020-07-06T09:56:19","modified_gmt":"2020-07-06T07:56:19","slug":"holzbildhauerin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2007\/03\/08\/holzbildhauerin\/","title":{"rendered":"HOLZBILDHAUERIN"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Holz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-887 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Holz-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Holz-200x300.jpg 200w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Holz-682x1024.jpg 682w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Holz.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Parallel zu meinem Leben als Musikerin arbeite ich seit 10 Jahren als bildende K\u00fcnstlerin. Nach meiner akademischen Ausbildung habe ich mich entschieden, diesen anderen Weg der Kreativit\u00e4t zu gehen, weil ich das als meine Aufgabe im Leben sehe. Im Gegensatz zur musikalischen Arbeit, die auf Interaktion innerhalb der Gruppe basiert, ist die Arbeit mit Holz eine ultimative Herausforderung f\u00fcr mich ganz allein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe das Gl\u00fcck, in meinem Hinterhaus in der Dudenstra\u00dfe arbeiten zu k\u00f6nnen. Das Haus war fr\u00fcher die Geburtsstation der st\u00e4dtischen Kliniken, hier wurden Babys geboren, heute sind es meine Skulpturen, die das Licht der Welt erblicken. Es entstehen neben Frauen- und M\u00e4nnertorsi Liegende, Liebende und neben abstrakten Arbeiten auch eigent\u00fcmliche Urtiere, die alle ihre eigene Geschichte haben. Ich arbeite mit ausgesuchten, lang abgelagerten H\u00f6lzern, am liebsten sind mir mein ligurisches Olivenholz, heimische Obsth\u00f6lzer, Goldregen, Walnuss und Eukalyptus. Wenn ich anfange zu arbeiten, kann ich nur eine grobe Idee als Ausgangsbasis zulassen, durch die Maserung, den Faserverlauf und auftauchende Astl\u00f6cher etc. bestimmt das Holz w\u00e4hrend des gesamten Arbeitsablaufs seine Neuentstehung mit. Ich gehe also eine Kommunikation ein, der Baum ist nicht tot, er will nach wie vor seine Seele und Geschichte mit in der kreativen Phase zum Ausdruck bringen. Ich arbeite von grob nach fein mit Kettens\u00e4ge, Spezialfr\u00e4sen, bis hin zu sehr feinem Schleifpapier. Vollendet ist meine Arbeit erst dann, wenn ein harmonisches Ganzes f\u00fcr mich entstanden ist. Ein gro\u00dfes Gl\u00fccksgef\u00fchl bedeutet dann die letzte Phase des Ein\u00f6lens, befreit von all dem Staub wird die Skulptur endlich zum Atmen freigegeben, die neue Lebensphase beginnt. Viele meiner Torsi sind sehr glatt, die Maserung zeigt sich so sehr deutlich und wirkt teilweise wie \u00c4derchen, Fleisch, Haut. Die k\u00f6rperlichen Rundungen lassen sich wunderbar mit der Hand nachf\u00fchlen. Obwohl die Skulpturen physisch nat\u00fcrlich oft unvollkommen sind, strahlen sie neben ihrer Empfindsamkeit Kraft aus, sie r\u00e4keln sich, sie streben, sie erz\u00e4hlen von Sehnsucht, Gl\u00fcck und Harmonie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend meiner Ausstellungen merke ich immer wieder, was das Haptische und die Dreidimensionalit\u00e4t der Skulpturen f\u00fcr eine gro\u00dfe Wirkung auf ihre Betrachter haben. Viele Kunden berichten mir, wie zuhause oder im B\u00fcro die Skulptur ein Teil ihres t\u00e4glichen Lebens geworden ist. Sie erfreuen sich jeden Tag an Ihr, vergeben regelm\u00e4\u00dfige Streicheleinheiten. Wenn Kunst in der Lage sein soll, Kommunikation und Wahrnehmung bei den Menschen zusammenzubringen, so ist das bei mir gegeben. Meine Skulpturen haben somit eine erzieherische Aufgabe. Viele Besucher zeigen sofort eine Verbundenheit zu dem, was die Wesen ausdr\u00fccken, sie sind f\u00e4hig, sich mit ihnen zu identifizieren. Wir Menschen sind nicht vollkommen, wir haben Emotionen, wir haben Makel, wir sind sehns\u00fcchtig, wir wollen gestreichelt werden, wir m\u00fcssen das zulassen wollen. Der Mensch ist Natur, das Holz ist Natur. Andere Betrachter haben eine gro\u00dfe Hemmschwelle, sich mit der Kunst auseinanderzusetzen, das resultiert wahrscheinlich daher, dass sie schon in ihrer Kindheit nie die M\u00f6glichkeit hatten, an einem erweiterten Begriff von Kultur teilzunehmen. Andere sagen, \u201cFass doch mal an! Sieh doch, wie sie sich r\u00e4kelt!\u201c In solchen kommunikativen Prozessen entsteht eine Auflockerung, ein Zulassen von k\u00fcnstlerischer Wahrnehmung ,von Kreativit\u00e4t, wunderbar! Wenn Joseph Beuys sagt, dass der Mensch durch die Kunst f\u00fcr sein Leben lernt, durch sie Techniken lernt, um alle Lebenssph\u00e4ren besser gestalten zu k\u00f6nnen, so befinde ich mich auf dem richtigen Weg: \u201eKreativit\u00e4t = Volksverm\u00f6gen = Kapital\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>Eine <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/hungertuch\/lund2007.htm\">W\u00fcrdigung <\/a>von Pia Lund.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Parallel zu meinem Leben als Musikerin arbeite ich seit 10 Jahren als bildende K\u00fcnstlerin. Nach meiner akademischen Ausbildung habe ich mich entschieden, diesen anderen Weg der Kreativit\u00e4t zu gehen, weil ich das als meine Aufgabe im Leben sehe. 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