{"id":88517,"date":"2003-11-19T00:01:31","date_gmt":"2003-11-18T23:01:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=88517"},"modified":"2022-10-13T15:34:33","modified_gmt":"2022-10-13T13:34:33","slug":"schicksal-und-menschenbild","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/11\/19\/schicksal-und-menschenbild\/","title":{"rendered":"Schicksal und Menschenbild"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Zum Todestag von Franz Schubert erinnert\u00a0<span lang=\"EN-GB\">Peter Paul Wiplinger an einen Roman von Peter Ebner<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kaum erschienen, ist das Buch auch schon fast wieder vergriffen. Eine neue Auflage steht bevor. Das spricht f\u00fcr den Erfolg dieses Romans. Das spricht f\u00fcr den Erfolg des Autors. Doch ist dieser Erfolg auch schon gleichzeitig ein Nachweis f\u00fcr Qualit\u00e4t? Notgedrungen und von vornherein nicht. In diesem Falle aber, so meine ich, ergibt sich der Erfolg aus einer im Werk vorhandenen Qualit\u00e4t. Und worin besteht nun diese? Ich meine: In der eindringlichen, einf\u00fchlsamen, grundlegenden Art, wie Peter Ebner an dieses schwierige Thema herangeht; in der F\u00e4higkeit kluger Beschr\u00e4nkung auf die einfache Schilderung des linear ablaufenden Geschehens w\u00e4hrend der letzten Lebenstage Franz Schuberts; in der Konzentration auf die innere Dramaturgie der Konstellation von Innen- und Au\u00dfenwelt des ganzen Ereigniskomplexes; in der subtilen, einf\u00fchlsamen Psychologie und sprachlichen Ausgereiftheit dieser Erz\u00e4hlkunst, die Erinnerung, Phantasie, Erleben und Traum zu einem sprachlichen Kunstwerk von gro\u00dfer Schlichtheit verdichtet, wobei Peter Ebner den Leser zwar ins Geschehen miteinbezieht, ihn aber doch immer in einer gewissen Distanz zum Geschilderten h\u00e4lt, so als sei hinter dem ganzen Werk der Wille sp\u00fcrbar, dieses geschilderte Geschehen und somit auch die historische Pers\u00f6nlichkeit Franz Schubert bei aller N\u00e4he doch letztlich f\u00fcr sich, autonom bestehen zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">,,Schnee im November&#8220; ist nach den beiden anderen Romanen, ,,Der Erfolgreiche&#8220; und ,,Das Schaltjahr&#8220;, der dritte Roman des Autors innerhalb relativ kurzer Zeit, in dem er sich diesmal, anders als in den beiden vorangegangenen, die im wesentlichen vielleicht doch zum Gro\u00dfteil aus subjektiv autobiographischem Erlebnismaterial hervorgegangen sind, mit einem, wenn man so will, historischen und noch dazu sehr bekannten Thema, oder sagen wir besser: mit einer historischen Pers\u00f6nlichkeit, eben mit Franz Schubert, besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleich vorweg gesagt: Es geht hier um keine neuen Enth\u00fcllungen im ,,Fall Schubert&#8220;, es geht um keine neuen musikwissenschaftlichen Erkenntnisse, die da publiziert werden, sondern es geht einfach um das Sterben Franz Schuberts, um seine letzten Lebenstage, um die Schilderung dieses \u00e4u\u00dferen Geschehnisablaufes in der Zeitspanne vom 11. bis zum 19. November 1828, in der das Leben des einunddrei\u00dfigj\u00e4hrigen Komponisten und Musikers in einer \u00e4rmlichen Schlafkammer bei seinem Bruder Ferdinand in einem unnoblen Gr\u00e4tzel auf der Wieden, damals eine Vorstadt von Wien, langsam zu Ende geht und schlie\u00dflich erlischt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schubert wei\u00df aus innerer Gewi\u00dfheit um dieses Zu-Ende-Gehen seines Lebens, er wei\u00df, da\u00df er bald sterben wird. Dagegen lehnt er sich auch nicht auf, er nimmt den bevorstehenden Tod genauso wie das Leben, als Schicksal, dem man sich zu unterwerfen hat. Noch einmal zieht in diesen Tagen sein Leben in Erinnerungstr\u00e4umen vor\u00fcber, er mi\u00dft und pr\u00fcft und beurteilt es. Noch einmal werden die wichtigsten Lebensabschnitte und Ereignisse in seinem Leben gegenw\u00e4rtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kindheit am Himmelpfortgrund in Wien: Das Leben dort \u00e4rmlich, ja armselig. Die S\u00e4ngerknabenzeit im Konvikt, das erste Komponieren, schon recht fr\u00fch. Der erste schnelle, eigentlich recht m\u00fchelos errungene Erfolg, der ihn bald zu einer gefeierten Figur des Wiener Gesellschaftslebens in adeligen und b\u00fcrgerlichen Kreisen mit dem Ruf eines Bohemien macht, der ihn aber auch sozial aufsteigen l\u00e4\u00dft. Seine K\u00fcnstlerfreundschaften und das damit verbundene gesellige, in den Augen der Moralisten: ausschweifende Leben, mit n\u00e4chtelangem Sicht-Herumtreiben in den Caf\u00e9s und Wirtsh\u00e4usern dieser Stadt. Seine Ausfl\u00fcge mit Freunden und Bekannten in die sch\u00f6ne Natur der n\u00e4heren Umgebung von Wien, die er so liebte. Gef\u00fchlsverbindung und Gef\u00fchlsbindung in tiefen Freundschaften mit wenigen Auserw\u00e4hlten, wie den Br\u00fcdern Hartmann und Moritz von Schwind: blo\u00dfes unverbindliches Zusammensein mit vielen als Zeichen eines hellen Wachseins f\u00fcr die Fragen der Zeit, aber auch einfach als Flucht vor und aus der eigenen Einsamkeit und dem gef\u00fcrchteten Gef\u00fchl des Verlassenseins. Seine Begegnungen und Verbindungen mit Frauen, stets leidenschaftlich, aber gl\u00fccklos, romantisch-schw\u00e4rmerisch, aber ziel- und ergebnislos, jedesmal in unausweichlicher Entt\u00e4uschung m\u00fcndend, mit dem Ergebnis einer verbleibenden tiefen, ungestillten. unstillbaren Sehnsucht, die zum grundlegenden Schubertschen Lebensgef\u00fchl wird: zu einem Gef\u00fchlsfilter, durch den allein er letztlich seine eigene Existenz sieht, begreift und schmerzlich sp\u00fcrt. Dann kurzes, aufbrausendes Gl\u00fccksgef\u00fchl. Selbsterfahrung, Selbstbest\u00e4tigung, Selbstgewi\u00dfheit. Schlie\u00dflich die Ansteckung mit der t\u00f6dlichen Geschlechtskrankheit. Behandlungsaufenthalt auf der venerologischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses in Wien. Die schmerzhaft sp\u00fcrbare soziale Diskriminierung. Das Bewu\u00dftwerden der einschneidenden Konsequenzen aus dieser Krankheit f\u00fcr das weitere Leben, der im doppelten Sinn jetzt begrenzten Lebenserwartung, das Wissen um seine maximale Lebensfrist, um den nahen Tod. Was bleibt, ist ein Rest von Leben unter dem Stigma einer t\u00f6dlichen Krankheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schubert erf\u00e4hrt das Leben von Anfang an als etwas vom Schicksal Bestimmtes, dem man sich nicht entziehen kann, das trotz einer Hinterfragung von eventuell doch vorhandenen Kausalzusammenh\u00e4ngen letztendlich doch r\u00e4tselhaft und unerkl\u00e4rbar ist und bleibt. Er erf\u00e4hrt das Leben als das <em>Wie <\/em>seiner Existenz, als den Modus seiner eigenen Geschichte. Das bewirkt, vor allem ab dem Zeitpunkt seiner Erkrankung an Syphilis, an der er aber &#8211; Ironie des Schicksals? &#8211; nicht stirbt, einen tiefen Ver\u00e4nderungs- und Reifungsproze\u00df seiner Pers\u00f6nlichkeit, der kein rational-intellektueller ist, keiner mit einem pr\u00e4zisen, handgreiflichen Ergebnis, sondern der ein seelisch-metaphysischer ist, der sich vor allem in einem k\u00fcnstlerischen Neuansatz in seiner Musik ausdr\u00fcckt, in der Entstehung seiner ,,neuen Musik&#8220;, wie Schubert sie selbst nennt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">,,Die Winterreise&#8220;, die ,,drei Sonaten f\u00fcr das Klavier&#8220; und das \u201eQuintett! sind f\u00fcr Schubert der Inbegriff dieser \u201eneuen Musik\u201c und doch zugleich noch Stationen auf dem Weg zu ihr hin, zu einer neuen Musik, um die sein ganzes Denken, Tr\u00e4umen und Phantasieren in seinen letzten Lebenstagen kreist, die im Gegensatz zu fr\u00fcher eine solche sein soll, ,,die nichts mehr darstellt und nichts mehr will, die eben nur ist&#8220;; von der er \u00fcberzeugt ist, da\u00df von dieser ,,neuen Musik&#8220; ,,jede einzelne Note mehr wert ist als alles andere&#8220;, was er vorher geschrieben hat. Was aber bedeutet all dies?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier mi\u00dft einer, der sich der Endg\u00fcltigkeit seiner Situation bewu\u00dft ist, der wei\u00df, da\u00df nichts mehr hinzugef\u00fcgt und nichts mehr weggenommen werden kann in seinem Leben, sein geschaffenes Werk an seiner k\u00fcnstlerischen Absicht, er stellt es in Frage, er verwirft die von ihm selbst in einem ganzen Leben erzeugte Realit\u00e4t und setzt an ihrer Stelle den Entwurf einer Utopie, von der er wei\u00df, da\u00df sie eine solche bleiben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er, dieser Franz Schubert, ist damit pl\u00f6tzlich als Mensch und K\u00fcnstler genau das, was ihm in seinem ganzen bisherigen Leben widerstrebte: Er ist radikal. Er mi\u00dft sein Leben auch an seinem Lebensentwurf. Und erf\u00e4hrt dabei aus dieser\u00a0 doppelten Blickrichtung, aus dieser Einsichtnahme in seine Kunst und in sein Leben, da\u00df die existentielle Dimension der Kunst in der Freiheit des k\u00fcnstlerischen Wollens, in einem individuell-subjektiven Befreiungsakt selbst liegt, gebunden freilich an ein strenges Ordnungs- und Gestaltungsprinzip, damit Geistig-Seelisches sinnlich erfa\u00dfbar wird. Und er erf\u00e4hrt, da\u00df die existentielle Dimension des Lebens vor allem in der Schicksalhaftigkeit menschlichen Lebens liegt, in einer dem eigenen Wollen und der eigenen Ansicht letztlich entzogenen, ja oft geradezu entgegengesetzten, die Wirklichkeit bestimmenden, oft auch als reine Zufallswillk\u00fcr erscheinenden, eigengesetzlichen Lebenskraft besteht. Er erf\u00e4hrt Freiheit und Beschr\u00e4nkung in ihrer existentiellen Dimension. Das Eine als das Prinzip des G\u00f6ttlichen, das Andere als das Prinzip des Irdischen im Menschsein. Das Eine als einen Weg hin zur Ewigkeit und Unendlichkeit, das Andere in seiner Verg\u00e4nglichkeit, als den Weg hin zu Sterben und Tod. Am Ende seines Lebens, in diesen seinen letzten Tagen, in diesem Lebens- und Sterbeproze\u00df und in der Gewi\u00dfheit seines bevorstehenden Todes, erf\u00e4hrt Schubert die ganze Dimension der Wahrheit von Leben und Kunst, von Freiheit und Schicksalhaftigkeit, von Geist und Natur, indem er ihr Wesen beispielhaft an seinem eigenen Leben erschuf und ihrer Bedeutung f\u00fcr den Menschen einsichtig wird. Mit dem eigenen Sterben vollzieht sich f\u00fcr Schubert die Beendigung und Aufhebung einer lebenslangen Gefangenschaft in diesem grunds\u00e4tzlichen Dualismus. Der Tod erscheint ihm als das, was er in Wirklichkeit ist: das Heraustreten des Menschen aus der eigenen Begrifflichkeit und aus der Begrifflichkeit der Welt, aus der eigenen Endlichkeit und aus der Endlichkeit der Welt in die Unendlichkeit personaler und universaler Freiheit. Das Sich-Losl\u00f6sen von starren Gesetzlichkeiten einer scheinbar realen Welt, das Losgel\u00f6stwerden aus dem irdischen Bereich von Kausalit\u00e4t und Faktizit\u00e4t, das Ge\u00f6ffnetwerden f\u00fcr die letzte Sinngebung des Lebens in der Aufhebung aller Grenzen und aller Begrenzung von Existenz, als Erl\u00f6sung aus der Gefangenschaft, als \u00dcbertritt aus der Endlichkeit in die Unendlichkeit, aus der Zeit in die Ewigkeit, aus der Beschr\u00e4nkung alles Existierenden in die unbegrenzte Freiheit, aus der Qualit\u00e4t eines Etwas in die reine Existenz des Nichts. Seinserkenntnis vollzieht sich im Bewu\u00dftsein des Todes. Sterben ist der einzig wirkliche und wahre Befreiungsakt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schubert erkennt und begreift all dies und versteht es. Das sind seine Phantasien und Fiebertr\u00e4ume: Die Einsichtnahme in das Geheimnis der Existenz. Seine ,,neue Musik&#8220;, diese ganz reine, unbegreifbare, undeutbare, \u00fcbersinnliche Musik, die nicht mehr Melodie, sondern blo\u00df Klang sein soll, die ihre Bedeutung allein in ihrer Existenz hat, diese Musik h\u00f6rt er bereits; er wird sie nicht mehr schreiben k\u00f6nnen, das wei\u00df er, das f\u00fchlt er. Er wei\u00df und f\u00fchlt: Diese Musik ist bereits ein Zeichen \u00fcberirdischer Freiheit, ist bereits die Botschaft aus einer anderen Welt. Und er ist auf dem Weg zu ihr hin. Schubert ist bereit, in diese Welt aufzubrechen, sich dem Leiermann anzuvertrauen, mit ihm mitzugehen auf die Wanderschaft, von der keiner mehr zur\u00fcckkehrt. Diese Ergebenheit, in der er sein Lebensopfer bringt, ist nur aus der Gewi\u00dfheit einem f\u00fcr ihn angebrochenen, erkennbaren und f\u00fchlbaren Erl\u00f6sungsgef\u00fchl erkl\u00e4rbar. Schubert f\u00fchlt und wei\u00df es: Der Tod ist der einzige Weg in die Freiheit. Schuberts Ergebenheit ist kein menschlicher Akt und keine Haltung von Unterw\u00fcrfigkeit und Demut, sondern eine aus einem Einsichtsproze\u00df in letzte Geheimnisse auf dem Totenbett gewonnene Bereitschaft zur eigenen Befreiung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist, so interpretiere ich es, das Schubert-Bild Peter Ebners in seinem Roman ,,Schnee im November&#8220;. Es ist ein Schubert-Bild weitab von jedem bekannten und gewohnten Klischee; weitab auch von der Unber\u00fchrbarkeit und abstrakten Begrifflichkeit eines nur musikwissenschaftlich erfa\u00dften und aufgebauten und nur in dieser engen Dimension gedeuteten Menschen- und K\u00fcnstlerbildnisses Franz Schuberts. In diesem Roman, in der Schilderung der Romanfigur dieses Franz Schubert, geschieht etwas ganz Wesentliches: Hier wird einem weit verbreiteten Menschenbild und philosophischen Weltbild-Bekenntnis, das von der Endlichkeit und damit von der blo\u00dfen Irdigkeit der menschlichen Existenz aufgrund einer materialistisch-funktionalen Menschen- und Weltauffassung spricht, entschieden und \u00fcberzeugend widersprochen. Dieser Roman und das darin entworfene Schubert- und Menschenbild sind \u00fcberhaupt ein Widerspruch gegen das Gew\u00f6hnliche, das im Letzten nichts wirklich und nichts wesentlich und wahrhaft erfa\u00dft, weil es immer nur innerhalb seiner sich selbst gesetzten Bahnen, Vorstellungen und Grenzen bleibt. Das Schubert-Bild Peter Ebners ist ein Menschenbild, das nicht im Irdischen begrenzt und eingesperrt ist, sondern das gezeichnet und gepr\u00e4gt ist von einem mehr als nur Schicksal genannten und benennbaren metaphysischen Geheimnis. Die wesentliche und so wichtige Mitteilung, die Botschaft, wenn man so will, ist diese: Leben und Kunst sind eine Einheit und in Wahrheit au\u00dferhalb unserer gewohnten, begrifflichen und konkret erfahrbaren Welt angesiedelt. Personalit\u00e4t und Universalit\u00e4t sind in der Existenz des Menschen untrennbar miteinander verbunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht dem Autor Peter Ebner nicht um die Darstellung eines historisch gesicherten biographischen Lebensbildes von Franz Schubert, sondern er entwickelt, ausgehend vom musikalischen Ph\u00e4nomen Franz Schubert, ein Seelenbildnis, das darauf abzielt, diesen einzigartigen Musiker und Menschen Franz Schubert von einem ganz bestimmten k\u00fcnstlerischen und existentiellen Wendepunkt in seinem Leben her zu verstehen, eben von seinem Ende her, indem er uns miteinbezieht in Schuberts letztes Schauen der letzten Geheimnisse von Existenz \u00fcberhaupt. Ebner f\u00fchrt uns in diesem Roman behutsam zu jenem Punkt der Ber\u00fchrung von Leben und Kunst Franz Schuberts, wo die Zusammenh\u00e4nge zwar nicht erkl\u00e4rbar sind, aber das Geheimnis als etwas Wirksames offenbar wird. Die Frage nach der Wirklichkeit wird durch die viel wichtigere und wesentlichere Frage nach der Wahrheit ersetzt. Und es zeigt sich, da\u00df die Wahrheit nicht in der Begrifflichkeit und nicht in der Faktizit\u00e4t oder Kausalit\u00e4t des Lebens liegt, sondern einzig und allein darin, da\u00df das Seiende ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie die Wahrheit als etwas Universales nun pers\u00f6nlich erfahren werden kann und pers\u00f6nlich erfahren wird in der Wirklichkeit des Seins, das h\u00e4ngt sehr vom einzelnen Menschen ab. Vielleicht liegt der Schl\u00fcssel zum Geheimnis des Lebens bescheidenerma\u00dfen nur in der Einsicht und Haltung, die aus jenem Satz spricht, den Peter Ebner in seinem Roman Franz Schubert kurz vor dessen Tod sagen l\u00e4\u00dft: ,,Es ist halt so, wie man es nimmt.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schnee im November<\/strong> &#8211; Ein Franz Schubert Roman. Von Peter Ebner. Mit einem Vorwort von Hermann Prey. Styria Verlag, Graz 1984.<\/p>\n<div id=\"attachment_8778\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/220px-Franz_Schubert_c1827.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8778\" class=\"size-full wp-image-8778\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/220px-Franz_Schubert_c1827.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"282\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8778\" class=\"wp-caption-text\">Franz Schubert, gemalt um 1827 von Anton Depauly<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>KUNO sch\u00e4tzt dieses <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/02\/28\/ein-geflecht-aus-perspektiven-und-eindruecken\/\">Geflecht aus Perspektiven und Eindr\u00fccken<\/a>. Weitere Ausk\u00fcnfte gibt der Autor im <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/02\/24\/epilog-zu-schriftstellerbegegnungen-1960-2010\/\">Epilog<\/a> zu den <em>Schriftstellerbegegnungen<\/em>.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Die <em>Kulturnotizen<\/em> (KUNO) setzen die Reihe Kollegengespr\u00e4che in loser Folge ab 2011 fort. So z.B. mit dem vertiefenden <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier. Druck und Papier, manche Traditionen gehen eben nicht verloren.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Todestag von Franz Schubert erinnert\u00a0Peter Paul Wiplinger an einen Roman von Peter Ebner Kaum erschienen, ist das Buch auch schon fast wieder vergriffen. Eine neue Auflage steht bevor. Das spricht f\u00fcr den Erfolg dieses Romans. 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