{"id":88459,"date":"2022-10-12T00:01:58","date_gmt":"2022-10-11T22:01:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=88459"},"modified":"2022-02-24T17:04:22","modified_gmt":"2022-02-24T16:04:22","slug":"lyrische-novelle-18","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/10\/12\/lyrische-novelle-18\/","title":{"rendered":"Lyrische Novelle 18"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachher wurde ich krank. Eigentlich hatte ich das Schlimmste schon \u00fcberstanden, als ich bei Irmgard schlief. Ich schlief zw\u00f6lf Stunden hintereinander, dann kam ein M\u00e4dchen und brachte mir zu essen, und ich dachte, es sei Fr\u00fchst\u00fcck, aber es war schon f\u00fcnf Uhr abends. Ich wollte aufstehen, da drehte sich alles um mich, und ich hatte keine Kraft in den Gliedern. Irmgard kam herein und f\u00fchrte ihr kleines M\u00e4dchen an der Hand. Ich legte mich wieder hin und ass, und die Kleine sah mir zu. Ich liebte Irmgard sehr und sah von Zeit zu Zeit zu ihr hin\u00fcber, aber sie besch\u00e4ftigte sich mit dem Kind. Sp\u00e4ter badete ich und zog mich an, ich f\u00fchlte mich besser und fand es unn\u00f6tig, dass Irmgard einen Chauffeur bestellt hatte, um mich in meinem Wagen nach Hause zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war ziemlich kalt gewesen, und der Wagen lief nicht an. Wir versuchten es lange, aber dann musste ich doch ein Taxi nehmen. Der Chauffeur versprach mir, meinen Wagen vorsichtig zu behandeln und in die Garage zu bringen. Um neun Uhr brachte er mir die Schl\u00fcssel, und gleich darauf telephonierte Irmgard und w\u00fcnschte mir gute Nacht. Ich war schon im Bett und wusste genau, dass ich jetzt liegen bleiben und krank sein w\u00fcrde, und ich war sehr zufrieden. Das Dienstm\u00e4dchen kam mit der Post, und ich erz\u00e4hlte ihr irgend etwas, um ihr <a name=\"page075\"><\/a>zu erkl\u00e4ren, warum ich nicht zu Hause geschlafen hatte. Es war f\u00fcr mich telephoniert worden, aber ich interessierte mich nicht daf\u00fcr. Ich hatte kein Fieber, sondern Untertemperatur und Kopfschmerzen und Schwindel, und wenn ich ganz still lag, ging es mir gut. Irmgard besuchte mich am n\u00e4chsten Tag, und am Abend kam sie wieder. Sie k\u00fcsste mich immer und sass die ganze Zeit so nah von mir, dass ich sie mit der Hand erreichen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am dritten oder vierten Tag kam Willy. Er sah ordentlich aus und sagte dem Portier, dass er eine Bestellung machen m\u00fcsse. Ich erschrak sehr, als er an die T\u00fcr klopfte, obwohl ich nicht wissen konnte, wer es war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbGuten Tag, Willy\u00ab, sagte ich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er setzte sich und hatte eine Flasche Wermut unter dem Arm. Es war nicht Cinzano oder Cora, sondern eine besondere Marke, die Sibylle immer f\u00fcr sich bestellte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir tranken, und Willy erz\u00e4hlte mir, dass er nicht mehr bei den Wagen aufpassen wolle. Er w\u00fcrde einen Beruf lernen, sagte er. Ich sagte: \u00bbWenn ich meinem Vater schreibe, bekomme ich vielleicht ein wenig Geld f\u00fcr dich, dann kannst du dich richtig ausbilden.\u00ab Aber er sch\u00fcttelte den Kopf, und ich sah, dass ich ihn beleidigt hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWie geht es Sibylle?\u00ab fragte ich. Ich hatte ihre Photographie neben mein Bett gestellt, und Willy sah sie unentwegt an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a name=\"page076\"><\/a>\u00bbVor drei Tagen hatte sie Streit\u00ab, sagte er. \u00bbDas kann sie nicht vertragen.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbVor drei Tagen habe ich sie selbst nach Hause gebracht\u00ab, sagte ich und rechnete nach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbJa\u00ab, sagte er. \u00bbNachher traf ich sie in der Chauffeurkneipe \u2013 sie hatte Hunger.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbUnd dann?\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbSie schickte mich weg. Sie hatte Streit mit dem Chauffeur. Ich wartete auf der Strasse bis sieben Uhr. Dann fuhr uns der Chauffeur nach Hause.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWas sagte sie dir?\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbNichts. Sie sagt nie etwas. Aber sie weinte, als sie auf die Strasse hinauskam.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich richtete mich im Bett auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbSie hat geweint?\u00ab fragte ich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Willy nickte und goss Wermut in mein Glas.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbTrink schon\u00ab, sagte er. Er hatte anscheinend Mitleid mit mir.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbAber du h\u00e4ttest merken m\u00fcssen, dass sie in dieser Nacht nicht allein sein wollte. Ich merke es ihr immer an. Dann bleibe ich, auch wenn sie mich wegschickt.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbSie hat mich nicht weggeschickt\u00ab, sagte ich. \u00bbIch war zu m\u00fcde.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Willy sagte darauf nichts mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war ungef\u00e4hr zehn Uhr abends, als er ging. Ich schlief fr\u00fch ein und wachte in der Nacht gegen zwei Uhr wieder auf. Ich hatte von Sibylle getr\u00e4umt. Ich zog mich an, es war sehr unangenehm, und ich weinte beinahe vor Anstrengung. In der <a name=\"page077\"><\/a>Garage war es sehr warm und beklemmend, man hatte meinen Wagen gewaschen, und als ich Licht machte, spiegelte der dunkle Lack.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich fuhr zum Walltheater, stellte den Wagen in die Seitenstrasse und ging hinein. Der Portier gr\u00fcsste. Ich ging zu meinem Tisch und sah Sibylle schon von weitem. Es war furchtbar, die Knie wankten mir, und alle Leute sahen mich erstaunt an. Nur Sibylle nicht. Sie gab mir die Hand und sagte: \u00bbDa bist du ja\u00ab, mit einer ganz trockenen, fernen, warmen Stimme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbIch war krank\u00ab, sagte ich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie legte ihre Hand auf meine.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich Whisky bestellte, sagte sie:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDreh dich nicht um. Herr von Niehoff sitzt hinter uns.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die B\u00fchne war schon dunkel, die G\u00e4ste gingen fort. Der Chef kam an unseren Tisch, begr\u00fcsste mich und klopfte Sibylle auf die Schulter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbIch habe etwas f\u00fcr Sie\u00ab, sagte er und zog Photographien aus der Tasche. Sibylle, hinter einem blassen Schleier, die Z\u00fcge unwirklich entr\u00fcckt, und die Augen schimmerten aus grosser Tiefe wie blasse Blumen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbHeute darfst du mich nicht nach Hause bringen\u00ab, sagte sie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir standen neben meinem Wagen, und Willy hielt die T\u00fcr offen. Sibylle nahm mich an den Schultern, drehte mich langsam um und sah mich ununterbrochen forschend an. Dann beugte sie <a name=\"page078\"><\/a>meinen Kopf ein wenig und presste ihre Stirn, ihre Schl\u00e4fen, ihre Wangen, ihr Kinn fest und liebkosend gegen mein Gesicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kam um vier Uhr morgens v\u00f6llig ersch\u00f6pft in mein Zimmer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erik sass am Schreibtisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbFrau von Niehoff hat angerufen\u00ab, sagte er. \u00bbSie sagte mir, dass du krank bist.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbEs geht besser\u00ab, sagte ich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbIch m\u00f6chte dich etwas fragen\u00ab, sagte er. \u00bbAber ich werde sehr indiskret sein m\u00fcssen.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbBitte\u00ab, sagte ich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWie stehst du mit Sibylle? Wie denkst du, dass ich mit ihr stehe? Wir sind doch vern\u00fcnftige Menschen.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbIch weiss nicht\u00ab, sagte ich, und pl\u00f6tzlich, als ich Erik ansah, begriff ich etwas und sagte: \u00bbDu bist weitergekommen als ich. Du kennst sie l\u00e4nger und dich hat sie geliebt. Mich liebt sie nicht.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDas weisst du also\u00ab, sagte er beinahe streng.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWenn es n\u00f6tig f\u00fcr mich w\u00e4re, w\u00fcrde sie mit mir auch schlafen\u00ab, sagte ich und war sehr verletzt. Wir waren ganz verfeindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDu l\u00fcgst ja\u00ab, sagte Erik. \u00bbArmer Junge. Irmgard von Niehoff sagt, dir sei nicht zu helfen. Man m\u00fcsste dich einfach mitnehmen, und daf\u00fcr hat sie keine Zeit.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbSie haben nie Zeit, wenn es n\u00f6tig ist.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbVerstehst du, es steht dir nicht, einer <a name=\"page079\"><\/a>Variet\u00e9s\u00e4ngerin h\u00f6rig zu sein\u00ab, sagte Erik. \u00bbEs ist schlechter Stil. Es verdirbt dich. Mein Gott, ich will dir keine Vorw\u00fcrfe machen, aber du bist doch so verw\u00f6hnt, du k\u00f6nntest es herrlich haben.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbSibylle sagt aber, ich solle einmal lernen, dass es Wichtigeres gibt als den guten Ruf. Ich solle nicht verw\u00f6hnt sein. Sie meint, es sei schade um mich.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWas will sie denn aus dir machen? Ja, bei Gott, es ist schade um dich. Siehst du denn nicht ein, dass man Sibylle nicht helfen kann?\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWenn man sich f\u00fcr sie einsetzen w\u00fcrde .\u00a0.\u00a0.\u00ab, sagte ich. \u00bbVielleicht hat sie einen Menschen n\u00f6tig.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erik antwortete darauf:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbWir haben alle einen Menschen n\u00f6tig.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er ging weg, und entsetzliche Trostlosigkeit \u00fcberfiel mich. Auf dem Schreibtisch lag ein Brief, es war eine Einladung f\u00fcr einen Empfang beim englischen Gesandten, und Magnus hatte dazu geschrieben, man habe ihn nach meiner Adresse gefragt. Ich hatte also wohl fr\u00fchere Einladungen unbeantwortet gelassen. Er schrieb, ich m\u00fcsse unbedingt an diesen Empfang gehen, es sei sicher die letzte M\u00f6glichkeit f\u00fcr mich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich ging im Zimmer umher und stellte mir vor, dass ich einen Frack anziehen m\u00fcsse, dass ich tausend Bekannten begegnen w\u00fcrde, und die Vorstellung war mir unertr\u00e4glich. Dann rief ich Sibylle an, und ihre warme, vom Schlaf ganz befangene Stimme beruhigte mich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a name=\"page080\"><\/a>\u00bbDu sollst doch schlafen\u00ab, sagte sie. Ihre Stimme war kaum h\u00f6rbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbIch werde schlafen\u00ab, sagte ich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDu brauchst nicht traurig zu sein\u00ab, sagte Sibylle. \u00bbIch bin ja da. Ich weiss, wann du mich n\u00f6tig hast. Ich bin da. Alles ist gut.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihre Stimme war weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht war sie eingeschlafen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich zog mich aus und war beinahe froh.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann verkrampfte sich etwas in mir, ich konnte nicht schlafen, und es sch\u00fcttelte mich von Zeit zu Zeit. \u00bbIch werde nicht mehr in das Walltheater gehen\u00ab, dachte ich. \u00bbIch werde nicht mehr trinken. Aber das wird mir gar nichts helfen. Sibylle wird einfach denken, dass ich ebenso bin wie alle anderen und dass ich auch versagt habe. Sie wird denken, dass ich es mir leicht mache und Angst habe, meine Karriere zu gef\u00e4hrden. Und es ist wahr, und sie ist st\u00e4rker als ich. Ich habe nur die Wahl, auszuhalten oder sie zu verlieren.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann schlief ich ein. Ich erinnere mich genau an den Traum, den ich hatte. Ich tr\u00e4umte von Sibylle. Pl\u00f6tzlich sah ich ihr Gesicht, es war erstaunlich nahe, jemand h\u00e4mmerte mir ihre Gegenwart ein, jemand hielt mein Herz und sagte Sibylles Namen so, dass es aufh\u00f6rte zu schlagen, jemand erhellte f\u00fcr Sekunden mein Gehirn, befreite es von jedem Gedanken und lehrte es, Sibylle zu begreifen. Meine Nerven erbebten wie gespannte Saiten unter der Ber\u00fchrung. <a name=\"page081\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein n\u00fcchterner K\u00f6rper wurde davon ersch\u00fcttert und ergriff bereitwillig Sibylles z\u00e4rtliche Anschmiegung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sekunde ging vor\u00fcber, auch diese Sekunde ging vor\u00fcber, Sibylle presste mit einem unvergleichlichen L\u00e4cheln ihr Gesicht gegen meinen Hals, ich sah erbleichend ihre geschminkten, wissenden und mattschimmernden Augen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erbleichend, sage ich, denn im n\u00e4chsten Augenblick empfing ich den Stoss des Erwachens, es war sehr schwer, jedes Gef\u00fchl wich von mir ausser dem eines unertr\u00e4glichen Schmerzes in der Herzgegend, ich lag pl\u00f6tzlich nach vorne geworfen, fassungslos \u00fcber meinen geballten H\u00e4nden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lyrische Novelle<\/strong>, von Annemarie Schwarzenbach, Erstdruck: Berlin, Rowohlt 1933<\/p>\n<div id=\"attachment_88372\" style=\"width: 222px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/AnnemarieSchwarzenbach.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-88372\" class=\"wp-image-88372 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/AnnemarieSchwarzenbach-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/AnnemarieSchwarzenbach-212x300.jpg 212w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/AnnemarieSchwarzenbach-560x792.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/AnnemarieSchwarzenbach-260x368.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/AnnemarieSchwarzenbach-160x226.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/AnnemarieSchwarzenbach.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-88372\" class=\"wp-caption-text\">Annemarie Schwarzenbach: Selbstportr\u00e4t mit ihrer zwei\u00e4ugigen Rolleiflex Standard 621-Kamera (entstanden in den 1930er Jahren)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die im Fr\u00fchling 1933 erstmals erschienene <em>Lyrische Novelle<\/em> stand im Schatten von Hitlers kurz zuvor erfolgter Machtergreifung. Die Aufnahme und Verbreitung des Buches wurde dadurch stark erschwert. Aber schon damals r\u00fchmte die Kritik die Musikalit\u00e4t und moderne Sachlichkeit der Sprache. Noch st\u00e4rker als in jener Zeit zieht der Text heute eine besondere Aufmerksamkeit auf sich: als eine fr\u00fche literarische Darstellung von lesbischer Liebe. Das Buch erz\u00e4hlt zwar von der ungl\u00fccklichen Liebe eines Mannes zu einer Frau. Doch die Autorin bekannte nach der Ver\u00f6ffentlichung: Zum besseren Verst\u00e4ndnis der Geschichte \u201eh\u00e4tte man eingestehen m\u00fcssen\u201c, dass der Held \u201ekein J\u00fcngling, sondern ein M\u00e4dchen\u201c sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In 2022 widmet sich KUNO der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=19652\">Kunstform Novelle<\/a>. Diese Gattung lebt von der Schilderung der Realit\u00e4t im Bruchst\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Nachher wurde ich krank. Eigentlich hatte ich das Schlimmste schon \u00fcberstanden, als ich bei Irmgard schlief. 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