{"id":88350,"date":"2006-06-12T00:01:04","date_gmt":"2006-06-11T22:01:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=88350"},"modified":"2021-10-12T13:34:49","modified_gmt":"2021-10-12T11:34:49","slug":"ausfluege","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/06\/12\/ausfluege\/","title":{"rendered":"Ausfl\u00fcge"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt, wie wir wissen, eine Gesellschaft zur Verbreitung n\u00fctzlicher Kenntnisse. Die Leute behaupten n\u00e4mlich, Wissen sei Macht und dergleichen mehr. Mich d\u00fcnkt, da\u00df ein gleiches Bed\u00fcrfnis nach einer Gesellschaft zur Verbreitung n\u00fctzlicher Unwissenheit besteht, eines Wissens, das in h\u00f6herem Sinne n\u00fctzlich ist, und das ich das \u00bbsch\u00f6ne Wissen\u00ab nennen m\u00f6chte. Denn unser vielger\u00fchmtes sogenanntes Wissen, was ist es anderes als die Einbildung etwas zu wissen, wodurch uns die Vorteile unserer tats\u00e4chlichen Unwissenheit geraubt werden? Was wir unser Wissen nennen, ist h\u00e4ufig unser positives Nichtwissen, unser Nichtwissen unser negatives Wissen. In langj\u00e4hriger z\u00e4her und emsiger Zeitunglekt\u00fcre \u2013 denn sind die wissenschaftlichen Bibliotheken etwas <a id=\"page217\" title=\"joe_ebc\/gary\" name=\"page217\"><\/a>anderes als St\u00f6\u00dfe Zeitungpapier? \u2013 h\u00e4uft der Mensch eine ungeheuere Menge von Tatsachen auf und legt sie in seinem Ged\u00e4chtnis nieder; wenn er aber in einem Fr\u00fchlingsmoment seines Leben abseits in die weiten Gefilde des Denkens hineinschlendert, dann geht er sozusagen wie ein Pferd zur Weide und l\u00e4\u00dft sein Zaumzeug daheim im Stall. Der Gesellschaft zur Verbreitung n\u00fctzlicher Kenntnisse m\u00f6chte ich zuweilen zurufen: Geht zur Weide! Ihr habt lange genug Heu gefressen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/220px-1854_Walden_byThoreau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-14940\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/220px-1854_Walden_byThoreau.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"378\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/220px-1854_Walden_byThoreau.jpg 220w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/220px-1854_Walden_byThoreau-174x300.jpg 174w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><\/a><\/strong>Henry David Thoreau gilt als Schriftsteller auch in formaler Hinsicht als eine der markantesten Gestalten der klassischen amerikanischen Literatur. Eine Einf\u00fchrung in Leben und Werk von Gerhard Gutherz findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/05\/06\/nachdenken-ueber-einen-einsiedler\/\">hier<\/a>. Als sorgf\u00e4ltig feilender Stilist, als hervorragender Sprachk\u00fcnstler hat er durch die f\u00fcr ihn charakteristische Essayform auf Generationen von Schriftstellern anregend gewirkt. Wir begreifen die Gattung des Essays auf KUNO als eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Versuchsanordnung<\/a>, undogmatisch, subjektiv, experimentell, ergebnisoffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192 <\/strong>ein Essay \u00fcber die neue Literaturgattung <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22423\"><em>Twitteratur<\/em><\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Es gibt, wie wir wissen, eine Gesellschaft zur Verbreitung n\u00fctzlicher Kenntnisse. 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