{"id":87963,"date":"2022-05-15T00:01:11","date_gmt":"2022-05-14T22:01:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=87963"},"modified":"2022-02-24T11:35:15","modified_gmt":"2022-02-24T10:35:15","slug":"eine-erinnerung-an-heinz-rudolf-unger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/05\/15\/eine-erinnerung-an-heinz-rudolf-unger\/","title":{"rendered":"Eine Erinnerung an Heinz Rudolf Unger"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit seinem Namen verbinde ich das Wort \u201eZw\u00f6lfel\u00e4uten\u201c. Das ist der Titel eines Theaterst\u00fccks von ihm, das unter der Regie von Harald Sicheritz auch gro\u00dfartig verfilmt wurde. Wir kennen einander schon lange, aus dem Caf\u00e9 Hawelka, in das wir beide in den fr\u00fchen Siebzigerjahren noch gegangen sind. Da sind wir einmal zusammengesessen und dann haben wir einen Nachtspaziergang gemacht. Ich glaube, es war f\u00fcr den Heinz Unger ein pers\u00f6nlich trauriger Anla\u00df, da\u00df er sich mir gegen\u00fcber ge\u00f6ffnet hat. Die Erinnerung daran verbindet uns noch immer. Sehr selten begegnen wir einander in der Stadt, manchmal nach einer Veranstaltung in der Alten Schmiede; da sind wir einmal dann Biertrinken gegangen zum Czaak, gleich um die Ecke, vis-\u00e0-vis von der Ukrainischen Kirche, in die ich gerne gehe. Da haben wir einige Biere getrunken, ich habe damals noch geraucht und dauernd von ihm Zigaretten geschnorrt und mich daf\u00fcr gesch\u00e4mt, aber der Heinz war und ist gro\u00dfz\u00fcgig-galant, kein Knauserer, so nicht und anders nicht. Er ist ein Linker, k\u00f6nnte man vielleicht sagen, wenn das im Lauf der Zeit nicht ein zu abgedroschener Begriff, ein verludertes Wort, eine nichts mehr aussagende Bezeichnung geworden w\u00e4re. So sind wir halt alle gegen Gewalt, f\u00fcr soziale Gerechtigkeit, f\u00fcr die gerechte Verteilung der G\u00fcter, f\u00fcr den Frieden da und dort und \u00fcberhaupt in der Welt, gegen die Ausbeuter und Banditen, gegen Manager-Geh\u00e4lter, die durch nichts gerechtfertigt sind. \u201eGutmenschen\u201c werden wir heutzutage abf\u00e4llig genannt, von M\u00f6lzer und anderen Rechten. Respektiert und gemocht, f\u00fcr notwendig befunden, da\u00df es uns gibt, das \u201espielt&#8217;s sowieso nicht\u201c wie man in Wien sagt. Also, lassen wir\u2019s bleiben, das zu er\u00f6rtern. Lieber sitzen wir so wie einmal beim Dalmatiner in der Marc-Aurel-Stra\u00dfe herau\u00dfen im Freien; und in anderen noch verbliebenen halbwegs anst\u00e4ndigen Gasth\u00e4usern oder \u00e4hnlichen Lokalen und trinken unser Bier oder unseren Wein. Ich wei\u00df, der Heinz Unger ist sch\u00e4rfer als ich, aber er ist alles andere als ein ideologischer Dogmatiker oder umgekehrt ein dogmatischer Ideologe. Es geht hier nicht um Anh\u00e4ngerschaft, ums Mitmarschieren, was wir ja sowieso hassen und verachten; nein, es geht um unsere eigene Position als kompromi\u00dflose Individualisten. Und da wir uns sowieso seit langem kennen, reden wir erst gar nicht \u00fcber so etwas, sondern er erz\u00e4hlt\/e von seinem Aufenthalt in Griechenland und ich von meinem in Rom. Und irgendwann gegen Mitternacht brechen wir auf und sagen \u201ebis zum n\u00e4chsten Mal!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schriftstellerbegegnungen<\/strong> 1960-2010 von Peter Paul Wiplinger, Kitab-Verlag, Klagenfurt, 2010<\/p>\n<div id=\"attachment_19169\" style=\"width: 222px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Wiplinger-Peter-Paul-2013-Krems-Copyright-Margit-Hahn-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-19169\" class=\"size-medium wp-image-19169\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Wiplinger-Peter-Paul-2013-Krems-Copyright-Margit-Hahn-2-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Wiplinger-Peter-Paul-2013-Krems-Copyright-Margit-Hahn-2-212x300.jpg 212w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Wiplinger-Peter-Paul-2013-Krems-Copyright-Margit-Hahn-2-725x1024.jpg 725w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-19169\" class=\"wp-caption-text\">Wiplinger Peter Paul 2013, Photo: Margit Hahn<\/p><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>KUNO sch\u00e4tzt dieses <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/02\/28\/ein-geflecht-aus-perspektiven-und-eindruecken\/\">Geflecht aus Perspektiven und Eindr\u00fccken<\/a>. Weitere Ausk\u00fcnfte gibt der Autor im <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/02\/24\/epilog-zu-schriftstellerbegegnungen-1960-2010\/\">Epilog<\/a> zu den <em>Schriftstellerbegegnungen<\/em>.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Die <em>Kulturnotizen<\/em> (KUNO) setzen die Reihe Kollegengespr\u00e4che in loser Folge ab 2011 fort. So z.B. mit dem vertiefenden <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier. Druck und Papier, manche Traditionen gehen eben nicht verloren.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Mit seinem Namen verbinde ich das Wort \u201eZw\u00f6lfel\u00e4uten\u201c. Das ist der Titel eines Theaterst\u00fccks von ihm, das unter der Regie von Harald Sicheritz auch gro\u00dfartig verfilmt wurde. 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