{"id":87953,"date":"2010-06-26T00:01:44","date_gmt":"2010-06-25T22:01:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=87953"},"modified":"2021-07-09T13:07:14","modified_gmt":"2021-07-09T11:07:14","slug":"eine-erinnerung-an-adam-zielinski","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/06\/26\/eine-erinnerung-an-adam-zielinski\/","title":{"rendered":"Eine Erinnerung an Adam Zielinski"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wo soll ich anfangen mit meinem Erz\u00e4hlen? \u201eDie sieben Leben des Adam Zielinski\u201c hie\u00df eine einst\u00fcndige Radiosendung im ORF auf \u00d61, die ich im Auto h\u00f6rte, als ich durch meine M\u00fchlviertler Heimatlandschaft fuhr. Ein solcher Titel verweist schon auf vieles und auf wesentliches. Also: Magister war er, Doktorat hat er gemacht, Kaufmann war er, als solcher sehr erfolgreich, Weltreisender (\u00fcber 136 China- Reisen!), Familienvater, Gro\u00dfvater, seit 1953 in Wien, seit 1954 \u00d6sterreicher, der Staatsb\u00fcrgerschaft nach, denn sonst war er Kosmopolit im besten Sinn des Wortes, ein Mensch, der Grenzen anerkannte und zugleich Grenzen \u00fcberschritt, ein fescher Mann war er, auch jenseits der achtzig, ein Gesamtwerk hat er (Wieser Verlag), viele bedeutende Auszeichnungen und Orden, \u201ehoch-dekoriert\u201c nannte man das fr\u00fcher, ein liebenswerter Mensch war er, einer der nie b\u00f6sartig sein konnte, einen als Krebsspezialist ber\u00fchmten Sohn hatte er, Fr\u00fchwaise war er, da die Eltern von den Nazis ermordet wurden, j\u00fcdisch bzw. j\u00fcdischer Herkunft war er, wor\u00fcber er auch schrieb, also darf und mu\u00df man das hier anf\u00fchren, einer, der gegen das Vergessen anschrieb, einer der mahnte, einer der humorvoll war, einer der, einer der &#8230; usw. usw. Und ich durfte sein Freund sein. Und er war, so glaube ich, auch mein Freund. In Warschau beim PEN-Kongre\u00df 1999 habe ich ein Fotoportr\u00e4t von ihm gemacht, dabei ein paar Worte mit ihm gewechselt, ihn sp\u00e4ter in Wien wiedergetroffen, mit ihm im Caf\u00e9 Landmann das Manuskript, d.h. die \u00dcbersetzungen f\u00fcr meinen deutsch-polnischen Gedichtband \u201eZnaki zycia\u201c (Lebenszeichen) durchgegangen, seither miteinander verbunden, geistig-seelisch, ein Freund, der ein Vorbild ist, den man fast verehrt. Das war der Adam Zielinski, jedenfalls f\u00fcr mich. \u2013 Die unerwartete Nachricht von seinem Tod hat mich tief betroffen gemacht. Die Begr\u00e4bnisfeierlichkeiten, die eingebettet waren in den Respekt und die Liebe, die ihm seine Familie entgegenbrachte, haben mich tief ber\u00fchrt.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify\"><\/div>\n<div><\/div>\n<p style=\"text-align: center\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Schriftstellerbegegnungen<\/strong> 1960-2010 von Peter Paul Wiplinger, Kitab-Verlag, Klagenfurt, 2010<\/p>\n<div id=\"attachment_19169\" style=\"width: 222px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Wiplinger-Peter-Paul-2013-Krems-Copyright-Margit-Hahn-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-19169\" class=\"size-medium wp-image-19169\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Wiplinger-Peter-Paul-2013-Krems-Copyright-Margit-Hahn-2-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Wiplinger-Peter-Paul-2013-Krems-Copyright-Margit-Hahn-2-212x300.jpg 212w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Wiplinger-Peter-Paul-2013-Krems-Copyright-Margit-Hahn-2-725x1024.jpg 725w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-19169\" class=\"wp-caption-text\">Wiplinger Peter Paul 2013, Photo: Margit Hahn<\/p><\/div>\n<div style=\"text-align: justify\">\n<div style=\"text-align: justify\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>KUNO sch\u00e4tzt dieses <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/02\/28\/ein-geflecht-aus-perspektiven-und-eindruecken\/\">Geflecht aus Perspektiven und Eindr\u00fccken<\/a>. Weitere Ausk\u00fcnfte gibt der Autor im <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/02\/24\/epilog-zu-schriftstellerbegegnungen-1960-2010\/\">Epilog<\/a> zu den <em>Schriftstellerbegegnungen<\/em>.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify\"><strong>\u2192<\/strong> Die <em>Kulturnotizen<\/em> (KUNO) setzen die Reihe Kollegengespr\u00e4che in loser Folge ab 2011 fort. So z.B. mit dem vertiefenden <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> von A.J. Weigoni mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier. Druck und Papier, manche Traditionen gehen eben nicht verloren.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Wo soll ich anfangen mit meinem Erz\u00e4hlen? \u201eDie sieben Leben des Adam Zielinski\u201c hie\u00df eine einst\u00fcndige Radiosendung im ORF auf \u00d61, die ich im Auto h\u00f6rte, als ich durch meine M\u00fchlviertler Heimatlandschaft fuhr. 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