{"id":87944,"date":"2015-04-02T00:01:41","date_gmt":"2015-04-01T22:01:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=87944"},"modified":"2021-07-09T13:01:23","modified_gmt":"2021-07-09T11:01:23","slug":"das-mass-des-menschlichen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/04\/02\/das-mass-des-menschlichen\/","title":{"rendered":"Das Ma\u00df des Menschlichen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right\"><span style=\"color: #999999\">Der Dichter und Freund Alois Vogel<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wenn ich an Alois Vogel denke, so sehe ich ihn fast immer wie in einem Bild vor mir: wie er an seinem Arbeitstisch sitzt, vielleicht an einem sp\u00e4ten Novemberabend, von seiner Schreibarbeit aufblickt und hinausschaut in seinen Garten, auf die schon kahlen \u00c4ste der B\u00e4ume, auf noch manche am Boden liegende gelbbraune Bl\u00e4tter; wie er einen Vogel beobachtet, der vorbeifliegt oder sich an der Rinde eines Baumes zu schaffen macht; wie er vielleicht &#8211; schon etwas m\u00fchsam und mit Kreuzweh &#8211; aufsteht und hinunterschaut auf die h\u00f6lzerne Sitzgruppe unter dem Nu\u00dfbaum, an der viele Tag- und Nachtgespr\u00e4che mit Freunden und Dichterkollegen, m\u00e4nnlich wie weiblich, bei Wein und Brot und anderem stattgefunden haben; wo erz\u00e4hlt wurde, wo Meinungen und Standpunkte mitgeteilt wurden, wo man sich n\u00e4hergekommen ist oder wo man die N\u00e4he der gleichgesinnten Verbundenheit immer wieder erleben durfte; wo seine liebe Frau Trude mit dabeigesessen ist; wo es heiter war, aber auch allm\u00e4hlich still wurde, wenn es schon sp\u00e4t war. Wo all das gewesen ist und hoffentlich noch lange so sein wird, wie es sein kann, weil diese Stunden der Begegnung eine Kostbarkeit und eine Seltenheit geworden sind. Und ich bin dem Alois Vogel und seiner Frau Trude darob in Dankbarkeit und in Freundschaft zutiefst verbunden, ohne da\u00df ich &#8211; so wie auch er &#8211; \u00fcber so etwas wei\u00df Gott wieviele Worte mache, sondern all das einfach dankbar annehme, so wie es ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dieses Arbeitszimmer, dieser Garten, diese Sitzgruppe, dieser Nu\u00dfbaum und die anderen B\u00e4ume, Str\u00e4ucher, Blumen, Kakteen und alle Ger\u00e4tschaften zur Gartenarbeit und eben das Haus, in dem die Vogel\u2019s seit Jahrzehnten wohnen, steht in der Bahnstra\u00dfe in Pulkau, schon etwas am Rande des Ortes, wo die Ortslandschaft dann nach dem gro\u00dfen Silo \u00fcbergeht in Fluren, in \u00c4cker, Felder und Wiesen; von wo man hinaufgehen kann zu einer Anh\u00f6he oben an der breiten Schnellstra\u00dfe, auf der die Autos vorbeirauschen, von wo aus man aber einen herrlichen Blick zur\u00fcck hat auf den vor sich ausgebreiteten Ort, auf die H\u00e4user und Kirchen, auf die D\u00e4cher und T\u00fcrme, auf die Stra\u00dfen, Gassen und Wege, die den Ort durchziehen so wie der kleine Flu\u00df mit seiner sch\u00f6nen Au. Und rundherum die Weinberge, die der Landschaft ein fast s\u00fcdliches Gepr\u00e4ge geben, vorallem dann, wenn die Sonne scheint und die Farben leuchten, das frische Gr\u00fcn im Fr\u00fchling und das Rot und Gelb des Laubes im Herbst. Und wenn die Trauben an den Rebst\u00f6cken h\u00e4ngen als Frucht harter menschlicher Arbeit und als allj\u00e4hrlich wiederkehrendes Gottesgeschenk der Natur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Da kann ich mir den Alois Vogel gut vorstellen, wie er hinunterschaut auf sein Pulkau und hinaus in die Landschaft, die er gut kennt, auch in ihrem Wesen, in ihrer Mitteilung; denn er hat dies alles auch beschrieben, aufgenommen in sich und wiedergegeben in seinen Gedichten, in seiner Prosa, in seinem literarischen Werk. Eine untrennbare Zugeh\u00f6rigkeit ist da erkennbar, auch eine Liebe zur Landschaft, zu diesem Ort und seinen Menschen, zu ihrer Pers\u00f6nlichkeit und ihrer Lebenskultur. Alois Vogel liebt und sch\u00e4tzt das Einfache. Er bewundert vielleicht die verschn\u00f6rkelte Kunstfertigkeit einer reichen barocken Kirchenausstattung, aber n\u00e4her ist ihm doch der behauene graue Stein, der sich im Netzgew\u00f6lbe einer gotischen Kirche zur H\u00f6he emporwindet, oder ein romanisches Kapitell in einer Krypta, auf dem das Gewicht der Oberkirche wie das Gewicht der Welt ruht. Diese Vorliebe f\u00fcr das Einfache entspringt seiner eigenen Grundhaltung, jener der Schlichtheit, der Bescheidenheit, die bei ihm fast eine Tugend ist. Denn das hat etwas mit Wahrhaftigkeit und mit dem eigenen Stellenwert zu tun, den man sich erarbeiten mu\u00df, den man sich selbst nicht einfach zuteilen kann und darf. Das ist die Grundlage des eigenen Menschseins und die des Zusammenseins in einer Gemeinschaft. Vielleicht lebt Alois Vogel deshalb hier in Pulkau mit seiner Frau, weil das Leben hier noch anders ist als in der Anonymit\u00e4t einer gro\u00dfen Stadt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wenn ich an Alois Vogel denke, so sehe ich ihn auch im Kreis seiner Freunde, seiner Kolleginnen und Kollegen, so wie hier in Pulkau und anderswo, bei verschiedenen Anl\u00e4ssen, bei Symposien und Tagungen, bei Lesungen und Sitzungen und nachher bei einem Glas Wein oder einem Kaffee in einem Gasthaus oder Espresso, bevor man sich voneinander verabschiedend auseinandergeht. Immer sehe ihn als aufmerksamen und geduldigen Zuh\u00f6rer, der sich alles anh\u00f6rt, das Gesagte mitdenkt, hinterfragt, nie unterbricht. Seine Einw\u00e4nde kommen erst dann, wenn andere &#8211; wie zum Beispiel ich &#8211; sich schon l\u00e4ngst vorgedr\u00e4ngt und lautstark zu Wort gemeldet und ausgeredet haben, und auch dann eher z\u00f6gernd, zur\u00fcckhaltend, bed\u00e4chtig, fast leise. Und nie ist er schulmeisterlich &#8211; auch und schon gar nicht den J\u00fcngeren gegen\u00fcber &#8211; sondern stets formuliert er alles als seine eigene Meinung, manchmal als Frage, immer als Gespr\u00e4chsbeitrag. Aber gerade diese unaufdringliche Art zwingt die Umstehenden oder die Dasitzenden, sich ihm zuzuwenden, ihm zuzuh\u00f6ren, sich zu bem\u00fchen, seine Worte zu h\u00f6ren, seine Gedanken aufzufassen, zu bedenken, zu verstehen. Und nicht selten hat dann der Alois Vogel auf diese Weise nach oft langen und intensiven und emotional gef\u00fchrten Auseinandersetzungen das letzte Wort. Und alle kommen dort an, wo er ist, vielleicht schon von Anfang an gewesen ist, bei seinem Standpunkt, den er schon l\u00e4ngst aus seiner Erfahrung, seiner Einsicht und seinem Wissen gebildet hat. Was Alois Vogel sich n\u00e4mlich in seinem Leben und mit seinem Schreiben erarbeitet hat, ist ein festgef\u00fcgtes Weltbild, das er in seiner Literatur darstellt und trotzdem in seinem Leben und in seinem Werk lebenslang nach seiner G\u00fcltigkeit hinterfragt, ohne es in seiner Gesamtheit in Frage zu stellen. Alois Vogel ist ein Skeptiker, der dem Menschen mi\u00dftraut, der den guten, den unverdorbenen Menschen aber liebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Immer geht es bei Alois Vogel um Lebensfragen; in seinen Gedichten, in seiner Prosa, in seiner gesamten Literatur. Immer geht es um den Menschen, wo und wie er lebt, um das, was er tut und um das, was er leidet, was ihn betrifft. Und dabei geht es nicht um pomp\u00f6s orchestrierte Schicksalssymphonien, um einen gro\u00dfen philosophischen Ansatz zur Welterkennung und Weltdeutung, um ontologische Interpretation, sondern um das tats\u00e4chlich gelebte Leben, nat\u00fcrlich vor dem Bewu\u00dftseinshintergrund seiner Bedingtheit und seiner Endlichkeit. Der Blick ist auf das allt\u00e4gliche personenbezogene Ereignis gerichtet, auch wenn sich dieses oft nur wie eine Winzigkeit in der \u00fcberw\u00e4ltigenden und oft auch erdr\u00fcckenden Weltarchitektur ausnimmt. Jede Frage ist eine individuelle, eine pers\u00f6nliche, eine subjektive; und dies gilt auch f\u00fcr eine m\u00f6gliche Antwort. Vieles bleibt ohnedies im Bereich des Nicht-Beantwortbaren, im Dunkel der menschlichen Existenz und im R\u00e4tselhaften, im Unbegreifbaren der Menschheitsgeschichte. Das Nachfragen und das Hinterfragen wird zur Spurensuche nach dem eigenen Leben und nach dem Lebensgeheimnis \u00fcberhaupt. Lebensschicksale werden in der Literatur von Alois Vogel in ihrer Verflochtenheit mit anderen dargestellt, aufgedeckt, begreifbar gemacht. Charaktere werden an Handlungs- und Verhaltensweisen von Personen sichtbar und auch bewertbar. Geschichten werden erz\u00e4hlt in der Prosa; Augenblicke, Gedanken, Gef\u00fchle und Stimmungen werden wiedergegeben und zur Sprache gebracht in der Lyrik, im Gedicht, in dem auch das Schweigen seinen Platz und seine Zugeh\u00f6rigkeit zum Wort hat, und so erst dem Gesagten Raum gibt, da\u00df dieses weitergedacht werden kann von dem, der es aufnimmt in sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Viele Menschen an verschiedensten Orten haben Alois Vogel bei seinen Lesungen zugeh\u00f6rt. Viele Freunde und Literaturverst\u00e4ndige haben ihn als Mensch und Dichter gew\u00fcrdigt; seine herausragende jahrzehntelange Arbeit im Literaturkreis Podium, seine Herausgeberschaft und Redaktionst\u00e4tigkeit bei der gleichnamigen Literaturzeitschrift und bei der Grasl-Lyrikreihe dargestellt; auf seine Impulsgebung durch die von ihm initiierten Literatursymposien 1989 und 1990 in Pulkau und auf die von ihm organisierten Lesungen hier und andernorts hingewiesen. Er hat damit Gro\u00dfes und Wertvolles geleistet, wof\u00fcr wir Kollegen und Kolleginnen, aber auch alle Literaturliebhaber und vorallem auch die Ortschaft Pulkau ihm zu Dank verpflichtet sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Hinter all den Aktivit\u00e4ten, Veranstaltungen und unnachgiebigen Bem\u00fchungen des Alois Vogel \u00fcber Jahrzehnte hinweg, hier in Pulkau und in Wien, stand als Beweggrund sicherlich eine \u00dcberzeugung, die sich in einer unbeugsamen, auch durch so manchen R\u00fcckschlag nicht beirrbaren Haltung manifestierte. Wenn ich hier nachfrage und mich &#8211; weil zur Interpretation eines Dichtermenschen notwendig &#8211; wiederum auf sein literarisches Werk beziehe, so meine ich, da\u00df der Grund f\u00fcr diese Orientierung in der Hoffnung, ja vielleicht sogar in dem m\u00f6glichen Glauben von Alois Vogel zu sehen ist, da\u00df der Mensch trotz seiner Uneinsichtigkeit doch bildungsf\u00e4hig ist &#8211; auch in moralischem Sinn; und da\u00df daf\u00fcr alles getan werden mu\u00df, was im eigenen Verm\u00f6gen liegt. Und da\u00df man es gemeinsam tun soll, weil Gemeinsamkeit und Gemeinschaft an sich schon ein Wert sind. Der homo socialis, der Mensch als soziales Wesen, ist es, um den es immer wieder bei Alois Vogel geht, sowohl in seiner Literatur, als auch in seinem Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Und dabei gen\u00fcgt es ihm nicht, im bereits geschaffenen vertrauten Umfeld, sozusagen im eigenen Terrain zu verbleiben und sich damit zufriedenzugeben; nein, immer war der Alois Vogel ein Mensch, der neugierig ist, auch auf alles andere, das bisher au\u00dferhalb seines gewohnten Blickfeldes lag. Immer war und ist er einer, der \u00fcber Grenzen hinausschaut, auch \u00fcber die eigenen. So war es auch mit den beiden Podium-Symposien in Pulkau 1989 und 1990. Sogleich nach der sogenannten \u201eWende\u201c, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, nach dem Ende des Kommunismus in Europa setzte Alois Vogel mit diesen beiden Veranstaltungen ein sichtbares und wichtiges Zeichen &#8211; weit \u00fcber die Grenzen der Literatur hinaus. Es ging nicht nur um die Neugier auf das, was in unseren Nachbarl\u00e4ndern &#8211; vorallem jenen im Osten &#8211; vor sich ging, sondern hier wurde eine Plattform geschaffen, sowohl auf der Ebene des intellektuellen Dialogs, als auch auf der des freundschaftlichen Zusammenseins in einem Ort nahe einer Grenze, die vordem verschlossen war und die sich nun \u00f6ffnete. Es ging hier um Vermittlung und um Begegnung. Das war das Wesentliche an diesem Ereignis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">So wenig an Zeit vielleicht zwei Tage im Leben eines Menschen sind, so entscheidend, so pr\u00e4gend, so fruchtbar k\u00f6nnen sie sein. Das erf\u00e4hrt man bei und an solchen Zusammenk\u00fcnften. Impulse gehen davon aus, f\u00fcr das eigene Nachdenken und manchmal auch f\u00fcr den Lebensweg. In solchen Begegnungen teilen sich Menschen einander mit, manchmal vertrauen sie sich auch einander an; Freundschaften entstehen aus bisherigen Bekanntschaften. Lebenswege ber\u00fchren sich, kreuzen sich, verbinden sich. Fragen werden gestellt, Antwortversuche werden gegeben. Etwas Gemeinsames entsteht, das sp\u00fcrbar und auch wirksam &#8211; manchmal \u00fcber eine l\u00e4ngere anschlie\u00dfende Zeit &#8211; verbindet. In vielen Menschen, die an solchen Zusammenk\u00fcnften und Begegnungen, an einem solchen Sichaustauschen teilgenommen und sich dem hingegeben haben, bleibt eine wirksame Erinnerung zur\u00fcck; und eine mit ihr verbundene Erfahrung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das ist der Kern von dem, was Alois Vogel geleistet hat; nicht nur f\u00fcr die Literatur, sondern vorallem f\u00fcr die menschliche Begegnung &#8211; vielleicht im Rahmen, ja im Raum der Literatur, aber auch dar\u00fcber hinaus. Er hat viele Autoren und Autorinnen und deren Literatur, viele Intellektuelle und deren Gedanken, und nicht wenige seiner Freunde miteinander in Beziehung gebracht. Und da\u00df viele wesentliche Ereignisse in Pulkau stattgefunden haben, ist kein Zufall, sondern ein von Alois Vogel selbst bedachtes Kalk\u00fcl. Denn er ist einer, der Beziehungen und Freundschaften pflegt, sie auch gerne an einem bestimmten Ort ansiedelt und an daran bindet; denn dies ist etwas, so scheint es mir, das von ihm gegen die Unbehaustheit im Leben gesetzt und aufrecht erhalten wird, als Schutzraum, zu dem Zerst\u00f6rung keinen Zugriff hat, nicht haben soll. Vielleicht geht dieses Lebensgef\u00fchl &#8211; eigentlich eine Sehnsucht &#8211; bei ihm auf Erlebnisse und Eindr\u00fccke, auf Selbsterfahrung in schwerer Kriegszeit zur\u00fcck; denn immer wieder, auch Jahrzehnte sp\u00e4ter, spiegelt sich dies in seiner Literatur wieder und wird zur Sprache gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Gerne w\u00fcrde ich den Dichter und Freund Alois Vogel fragen, was er unter dem Begriff Heimat versteht und subsumiert. Und ich bin mir sicher, da\u00df er darauf keine intellektuelle Begriffserkl\u00e4rung abgeben w\u00fcrde, sondern vielleicht ganz einfach sagen k\u00f6nnte: Heimat ist dort, wo der Mensch herkommt und wo er ankommt. Und das ist nichts Zuf\u00e4lliges, sondern in der Regel f\u00fcr jeden Menschen etwas Bestimmtes. Dazwischen ist Freiraum und Freiheit. Geborgenheit, aber auch Gef\u00e4hrdung. Und das allt\u00e4gliche Leben, von dem es dann &#8211; wie in seinem Gedicht \u201eDie V\u00f6gel kehren nicht wieder\u201c &#8211; hei\u00dft: \u201eDieses und jenes\/getan\/Das Brot gebacken\/die Stra\u00dfe gekehrt\/das Haus gemauert\/den Blick zum Himmel geworfen\/den V\u00f6geln nach\/den Wolken \/\/ Dieses und jenes\/unterlassen\/ein Wort\/eine Zuneigung\/eine Umarmung\/Notwendiges und Nicht-Notwendiges\/ Es kr\u00e4chzen\/die Kr\u00e4hen \/\/ Das Haus\/verf\u00e4llt\/Die Stra\u00dfe\/zerbr\u00f6ckelt\/Das Brot\/schimmelt\/Die V\u00f6gel kehren nicht wieder\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Endlichkeit und Endg\u00fcltigkeit sind Grundbegriffe, die in der Literatur und im Lebensbild von Alois Vogel einen zentralen Platz einnehmen. Und die Skepsis ist ein immer wieder sich zu Wort meldendes Lebensgef\u00fchl, ja eine Lebenshaltung dieses Dichters. \u201eMachen wir uns keine allzugro\u00dfen Hoffnungen\u201c mahnt er in seinem Gedicht \u201eDer Stern von Bethlehem\u201c. Er spricht nicht von Hoffnungslosigkeit, nicht von Resignation, nicht von Verzweiflung, nicht vom Chaos und nicht vom gewaltt\u00e4tigen Tod. Nein, er mahnt nur zum menschlichen Ma\u00df, mahnt und fordert dieses ein, es nicht aus dem Auge zu verlieren in m\u00f6glicher Blindheit. Denn \u201eAlles ist eines,\/ohne ein Ma\u00df\u201c, sagt er im Gedicht \u201eWinter in der Ukraine\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">So eine Erkenntnis, so eine Einsicht zu haben und diese &#8211; in der Literatur und im Leben &#8211; weiterzugeben, das ist Aufgabe und Erf\u00fcllung zugleich. Und daf\u00fcr, da\u00df der Dichter und Freund, \u201eunser\u201c Alois Vogel durch seine Haltung diese Wahrheit vom Ma\u00df des Menschlichen stets \u00fcberzeugt und \u00fcberzeugend an uns weitervermittelt hat, daf\u00fcr danken wir ihm, in Wertsch\u00e4tzung und Freundschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Vogel-Alois-Pulkau-1990-Copyright-P.P.Wiplinger-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-87927 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Vogel-Alois-Pulkau-1990-Copyright-P.P.Wiplinger-187x300.jpg\" alt=\"\" width=\"187\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Vogel-Alois-Pulkau-1990-Copyright-P.P.Wiplinger-187x300.jpg 187w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Vogel-Alois-Pulkau-1990-Copyright-P.P.Wiplinger-639x1024.jpg 639w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Vogel-Alois-Pulkau-1990-Copyright-P.P.Wiplinger-768x1231.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Vogel-Alois-Pulkau-1990-Copyright-P.P.Wiplinger-958x1536.jpg 958w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Vogel-Alois-Pulkau-1990-Copyright-P.P.Wiplinger-1278x2048.jpg 1278w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Vogel-Alois-Pulkau-1990-Copyright-P.P.Wiplinger-560x898.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Vogel-Alois-Pulkau-1990-Copyright-P.P.Wiplinger-260x417.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Vogel-Alois-Pulkau-1990-Copyright-P.P.Wiplinger-160x256.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Vogel-Alois-Pulkau-1990-Copyright-P.P.Wiplinger-scaled.jpg 1597w\" sizes=\"auto, (max-width: 187px) 100vw, 187px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Alois Vogel war ein \u00f6sterreichischer Dichter und Schriftsteller. 1971 Gr\u00fcndungsmitglied und Generalsekret\u00e4r, sp\u00e4ter Obmann (1986-90) des Literaturkreises PODIUM und 1976-92 Herausgeber der Reihe &#8222;Lyrik aus \u00d6sterreich&#8220;. Lebte in Pulkau im Weinviertel. Geboren am 1. J\u00e4nner 1922 in Wien-Favoriten, gestorben am 2. April 2005.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00dcber den dezidiert politisch arbeitenden Peter Paul Wiplinger lesen Sie hier eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=14676\">W\u00fcrdigung<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Dichter und Freund Alois Vogel Wenn ich an Alois Vogel denke, so sehe ich ihn fast immer wie in einem Bild vor mir: wie er an seinem Arbeitstisch sitzt, vielleicht an einem sp\u00e4ten Novemberabend, von seiner Schreibarbeit aufblickt und&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/04\/02\/das-mass-des-menschlichen\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":98,"featured_media":87927,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2984,1142],"class_list":["post-87944","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-alois-vogel","tag-peter-paul-wiplinger"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87944","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/98"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=87944"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87944\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=87944"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=87944"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=87944"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}