{"id":87931,"date":"2003-08-20T00:01:42","date_gmt":"2003-08-19T22:01:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=87931"},"modified":"2023-08-05T13:53:25","modified_gmt":"2023-08-05T11:53:25","slug":"die-literatur-der-volksgruppen-in-oesterreich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/08\/20\/die-literatur-der-volksgruppen-in-oesterreich\/","title":{"rendered":"Die Literatur der Volksgruppen in \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verwendet man irgendwo die Bezeichnung ,,\u00d6sterreichische Literatur&#8220;, so wird mit diesem Begriff stets eine Reihe von Namen prominenter, deutschsprachiger \u00f6sterreichischer Autoren als Kenn- und Markenzeichen assoziiert, niemand aber kommt auf den Gedanken, unter dieser Bezeichnung die Mehrsprachigkeit als ldentit\u00e4tsmerkmal der \u00f6sterreichischen Literatur anzumerken und zu verstehen. Zu lange haben die Literaturen unserer \u00f6sterreichischen Volksgruppen einen tiefen Dornr\u00f6schenschlaf im abgelegenen K\u00e4mmerlein der auch oft selbst aufgebauten Volksgruppenghettos gehalten, bis zum nicht mehr Wahrnehmen und fast bis zum Ersticken unter den Erfolgen der deutschsprachigen \u00f6sterreichischen Literatur, oft auch in den gro\u00dfen deutschen oder internationalen Verlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was vordem im gemeinsamen Kulturraum der Donaumonarchie Jahrhunderte hindurch eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit war &#8211; Multisprachlichkeit als Ausdruck der kulturellen Vielfalt eines Vielv\u00f6lkerstaates &#8211; wurde dann nicht einmal mehr als etwas Besonderes, als kostbares Relikt, als Bereicherung gesch\u00e4tzt, sondern als etwas Unwesentliches, ja oft sogar als etwas L\u00e4stige, im neuen Reststaat angesehen und so verdr\u00e4ngt, vergessen, diskriminiert, verachtet und bek\u00e4mpft. Die Kultur der Volksgruppen in \u00d6sterreich, die der Slowenen, Kroaten, Ungarn, Tschechen und Slowaken, von der jener Roma und Sinti gar nicht erst zu reden, sind nur zugelassen als Trachtenp\u00e4rchengruppen &#8211; wie auf einer bekannten Limonadeflasche &#8211; zum folkloristischen Aufputz in der Tourismusbranche mit ihren \u00d6sterreichklischees.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da war und ist f\u00fcr das Echte, Urspr\u00fcngliche, Wesentliche der \u00f6sterreichischen Volksgruppen kein Platz in diesem Staat. Und so auch nicht f\u00fcr deren Literatur. Was deutsch oder international (amerikanisch) war, das war gut, was anders war, war fremd und unerw\u00fcnscht in diesem Land; so sehr, da\u00df man auch nicht die fremde Sprache ertrug, auf den Qrtstafeln im Land K\u00e4rnten, im \u201cRechtsstaat\u201d \u00d6sterreich. Der Abwehrkampf gegen das Andere, Fremde, jetzt Ausl\u00e4ndische, war und ist immer ein Programm, mit dem man in diesem Land \u201cStaat machen\u201d konnte und kann, iin der Zweiten Republik \u00d6sterreich. Da\u00df eine solche Haltung nichts anderes ist als Kulturfeindlichkeit, als Kulturverachtung, als Kulturlosigkeit, kam und kommt den Vertretern einer so beschr\u00e4nkten Geisteshaltung und Wir-sind-wir-Mentalit\u00e4t erst gar nicht zu Bewu\u00dftsein; ebensowenig, woran ein solcher Uberlegenheitsmythos mit der implizierten Aufforderung, die Minderheit habe sich der Mehrheit anzupassen, ja unterzuordnen, sich in deren Sprach- und Kulturnorm einzuf\u00fcgen, darin ein- und aufzugehen, eigentlich anschlie\u00dft. Da\u00df hier Rechte mit F\u00fc\u00dfen getreten wurden und werden, Menschen- und Volksgruppenrechte, Grundrechte, das interessierte und interessiert dabei sowieso niemanden. Minderheitenprobleme sind hierzulande immer die Probleme der Minderheiten. Das war immer und ist weiterhin der banale, dumme, undemokratische, unreife, aber um so bequemere, weil die eigenen Probleme ignorierende Standpunkt und gemeinsame Parteien- und Gesellschaftskonsen in diesem Land, in diesem Staat, ist. Das Muster der Kleinkariertheit als Staatsdesign. Osterreichkultur, wie man sie kennt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie kann auf einem solchen Boden Literatur von Minderheiten entstehen und gedeihen? Aus welchem Selbstbewu\u00dftsein und Selbstwertgef\u00fchl heraus? Und welche Art von Literatur entsteht da, kann aus diesem politischen Kontext heraus sich entwickeln, aus der Gegenposition heraus, aus dem Abgeschobensein, aus der Nichtgleichwertigkeit, aus der \u00f6ffentlich und politisch praktizierten Zur\u00fccksetzung, aus dieser Stigmatisierung, aus dieser Ghettoisierung; und dies Jahrzehnte lang? Kann sich da etwas anderes entwickeln als eine Literatur der Gegenposition oder eine der Ausgrenzung, auch eine der eigenen, selbstgewollten und\/oder selbstverschuldeten Abgeschiedenheit? Eine Literatur, die aus der pers\u00f6nlichen und kollektiven Ausgrenzung, Zur\u00fccksetzung, Verletzung, aus der Schmach, aus der Melancholie, aus der eigenen Wehleidigkeit, aus Verbitterung und Trauer, aber auch aus dem ungeduldigen, ja zornigen Aufbegehren dagegen entstanden ist und entsteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das alles, so scheint es mir, ist das breite Spektrum und gleichzeitige Merkmal der \u00f6sterreichischen Literatur der ethnisch-sprachlichen Minorit\u00e4ten, der Volksgruppen, der Minderheiten in Osterreich. Und dies ist ein gro\u00dfer, ein wichtiger, ein sehr wertvoller Beitrag zur \u00f6sterreichischen Literatur. Dies auch, weil sie ein Spiegel ist, in dem wir unser Zerrbild sehen. So weit ist es nicht so gut, ist es nicht so unproblematisch f\u00fcr dieses Land, was die Volksgruppen, die Demokratiereife, die Toleranz und anderes betrifft. Die Konflikte werden hierzulande immer zugedecktm, mit Bes\u00e4nftigungs- und Beschwichtigungspolitik, manchmal auch mit Verf\u00e4lschung und L\u00fcge, mit dem Verleugnen, da\u00df es \u00fcberhaupt Konflikte gibt. Das ist die politische und gesellschaftliche Praxis, das geh\u00f6rt hganz wesentlich zu \u00d6sterreich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wieder tauchen die Geknechteten, die Entrechteten, die Verachteten, die An-den-Rand-Gedr\u00e4ngten, die Ausgesto\u00dfenen in der Literatur der Minderheiten auf, in Lyrik und Prosa, im Theater und im Film. \u201cDer Z\u00f6gling Tjaz\u201d von Florjan Lipus, die slowenische Mutter, in ,,Wunschloses Ungl\u00fcck&#8220; von Peter Handke; die eigene Rebellion und der Zorn eines Janko Messner, ein Leben lang. Die leise Melancholie oder die Schwermut in den Gedichten von Milka Hartmann, Valentin Polansek, Andrej Kokot, GustavJanus, Janko Ferk, Maja Haderlap und anderen. Aber auch ein neues Selbstbewu\u00dftsein ensteht in und mit dieser Literatur, wird durch sie verdeutlicht und \u00fcbermittelt. ,,Mladje&#8220; (\u201cdas Jungholz\u201d), wie die neue Bewegung und Zeitschrift hei\u00dft, gibt Zeugnis davon. Die Parole von Janko Messner ,,Zasramovanci &#8230; zdruzite se!&#8220; (,,Verachtete, vereinigt Euch !&#8220;) von 1974 hat anscheinend gewirkt. Der Film ,,Das Dorf an der Grenze&#8220; von Thomas Pluch (1983) \u00fcber das Schicksal der K\u00e4rntner Slowenen, von der Volksabstimmung \u00fcber die NS-Aussiedlung bis zur Zwangsassimilierung in der wieder errichteten Republik \u00d6sterreich, im Femsehen als vierteilige Serie gezeigt und von und von einer gro\u00dfen Zuschauerschaft gesehen, hat zum ersten Mal die breiten Bev\u00f6lkerungsschichten mit dem Problem ,,Volksgruppe&#8220; konfrontiert, informiert, aber auch emotionalisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit diesem neuen Selbstbewu\u00dftsein, geboren aus der Auflehnung gegen das Gef\u00fchl der eigenen Ohnmacht, setzte bei den K\u00e4rntner Slowenen, vor allem bei der Bildungsschichte, bei den Intellektuellen und somit auch bei den Schriftstellern, ein neuer Aufschwung ein. Ein Gymnasium, neue Verlage, neue B\u00fccher und Zeitschriften, neue Vereine und Institutionen, und somit mehr Offentlichkeitspr\u00e4senz, waren wichtige Ergebnisse und Fortschritte auf diesem Weg der eigenen Emanzipation. Aus dem schmerzlichen ,,Betroffensein&#8220; &#8211; so der Titel eines Buches, n\u00e4mlich ,,Texte zu K\u00e4rnten im Herbst 1980&#8243;, mit solidarischen Beitr\u00e4gen von deutschsprachigen Autoren, wie Peter Turrini, Helmut Eisendle, Gustav Ernst, Elfriede Jelinek, Julian Schutting, Heinz Richard Unger u.a. zum \u201cSlowenenproblem\u201d in K\u00e4rnten &#8211; war Auflehnung und Widerstand geworden; auch einer in und mit der Literatur. Dieser neue Aufschwung der slowenischsprachigen \u00f6sterreichischen Literatur brachte neue Beitr\u00e4ge und ein neues Kolorit in die \u00f6sterreichische deutschsprachig Literaturlandschaft. Dies war etwa zur gleichen Zeit, als der \u201cErste \u00d6sterreichische Schriftstellerkongre\u00df\u201d in Wien stattfand (1981).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz anders war und ist die Situation und die Entwicklung bei den Burgenland-Kroaten und somit auch bei den dortigen kroatischsprachigen \u00f6sterreichischen Schriftstellern. Dies aus vielerlei Gr\u00fcnden, sicher aber auch aus Selbstverschulden, wenn man diesen Begriff in diesem Zusammenhang verwenden darf. Hier orte ich zuwenig wirkliches Betroffensein, zuwenig Aufmerksamkeit und Auflehnung, zuwenig Widerspruch und Widerstand, ein Zuviel an Bequemlichkeit, Resignation und Desorientierung; auch bei den wenigen ohnedies kaum bekannten Schriftstellern dieser Volksgruppe. Wei\u00df man denn dort nicht, was mit der Sprache einer Minorit\u00e4t geschieht, wenn ihr die Dichter und Schriftsteller abhandenkommen; worauf sich die Sprache dann reduziert?! Ist das nicht jedem einzelnen dieser Dichter und Schriftsteller, ist es den Intellektuellen, ist es der Bildungsschichte nicht klar, da\u00df und wie sehr sich Problemstellung und Problembewu\u00dftsein in Bezug auf Identit\u00e4t und Position einer Minderheit auch und gerade in der eigenen Literatur aktuell, kritisch und zugleich literarisch qualit\u00e4tsvoll manifestieren und so ihren Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung und Entwicklung leisten m\u00fcssen; da\u00df sich nur so, auch in der literarischen Artikulierung, Problembewu\u00dftsein entwickelt werden kann, das die Voraussetzung ist, um Probleme richtig aufzugreifen und zu l\u00f6sen? \u201cTamburizzalyrik\u201d, wie ich sie sarkastisch nenne, und die elegische Klage um das verlorene Zymbal erf\u00fcllen solche Anforderungen nicht. M\u00f6gen solche literarische Erg\u00fcsse auch noch so gem\u00fctsvoll und bewegend sein, einen wirklichen Beitrag zur Bewegung im Sinne der Emanzipation einer Volksgruppe leisten sie nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Blo\u00df am Leben zu bleiben, das ist zuwenig f\u00fcr eine Minderheit, f\u00fcr eine Volksgruppe. Ein solches Programm unterst\u00fctzt die Assimilierung, f\u00fchrt zur Dezimierung der Volksgruppe, zu ihrem Verschwinden. Das gilt auch und vor allem f\u00fcr die Literatur. Nur Spuren zu hinterlassen ist zuwenig. Spuren haben etwas mit dem Nichtmehrdasein zu tun. Leben aber hei\u00dft lebendig sein, sich entwickeln, einwirken, k\u00e4mpfen, Widerstand leisten. So w\u00fcnsche ich mir f\u00fcr die burgenl\u00e4ndisch-kroatische Literatur eine \u00e4hnliche Renaissance, wie es sie bei den K\u00e4rntner Slowenen gegeben hat und gibt. Und einen \u00e4hnlichen von ihr ausgehenden Einflu\u00df auf die anderen, auf die Mehrheitssprache und somit auf die deutschsprachige \u00f6sterreichische Literatur, w\u00fcnsche ich mir und erachte ihn als dringend notwendig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df schon, die Burgenland-Kroaten haben keinen Handke, kein \u00c4quivalent dazu, so wie eben die K\u00e4mtnerslowenen diesen HaIbslowenen Handke hatten und haben, der auch als \u00dcbersetzer, als Nachdichter wichtige \u00f6sterreichische slowenischsprachige Literatur ins Deutsche transportiert hat. Das war auch mitentscheidend f\u00fcr den Aufbruch, f\u00fcr den Erfolg. Trotzdem &#8211; man m\u00f6ge mich aus dem jetzt Gesagten heraus nicht mi\u00dfverstehen &#8211; geh\u00f6rt meine Liebe, vielleicht eben nicht so sehr meine Bewunderung, dieser kleinen burgenl\u00e4ndisch-kroatischen Literatur; vielleicht deshalb, weil ich wei\u00df, wie schwer sie es hat, sich \u00fcberhaupt zu Wort zu melden, auch und sogar bei den eigenen Leuten. Auch das ist dort anders als bei den K\u00e4rntner Slowenen. Um so mehr pl\u00e4diere ich deshalb daf\u00fcr, da\u00df wir unser Interesse, aber auch unsere Sorge diesem zarten Pfl\u00e4nzchen auf steinigem Boden, dieser burgenl\u00e4ndisch-kroatischen Literatur und ihren Autoren zuwenden. Auch hier ist ein Mehr an Solidarit\u00e4t und Unterst\u00fctzung seitens der deutschsprachigen \u00f6sterreichischen Autoren gefordert. Wir m\u00fcssen die burgenl\u00e4ndisch-kroatischen Autorinnen und Autoren und ihr literarisches Schaffen aus diesem Niemandsland, aus der eigenen Umz\u00e4unung, aus der Abgeschiedenheit, aus der Isolation, aus dem (Sprach-\/Volksgruppen-) Ghetto herausholen. Ihren literarischen Anspruch m\u00fcssen sie selbst definieren und formulieren, aber vielleicht k\u00f6nnen wir ihnen dabei helfen, ihn leichter einzul\u00f6sen; auch indem wir gemeinsam bessere Organisationsstrukturen f\u00fcr sie entwickeln. Auf jeden Fall brauchen sie einen eigenen Verlag, ein \u00e4hnliches Verlagswesen wie die K\u00e4rntner Slowenen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ,,klassischen&#8220; burgenl\u00e4ndisch-kroatischen Autoren &#8211; wie z. B. Augustin Blazovic und Anton Leopold &#8211; sind alt, jenseits der oder bald an die Siebzig; ihr Werk liegt vor. Die Autorinnen und Autoren der j\u00fcngeren Generation &#8211; wie z. B. Jurica Csenar, Herbert Gassner, Ewald H\u00f6ld, Dorothea Lipkovic, Nikola Bencic, Andi Novosel, Petar Tyran und Ana Schoretits &#8211; sind auch schon zwischen Vierzig und F\u00fcnfzig, somit in ihrem literarischen Stil festgelegt. Wo sind die Jungen, von denen die Erneuerung &#8211; sowohl was Themen und Inhalte, als auch war neue Ausdrucksformen betrifft &#8211; kommen mu\u00df? Es gibt einige junge Talente &#8211; etwa Fred Hergovich, Katarina Dragsic, Inge Kuktits u. a. Aber diese ,,jungen Talente&#8220; sind auch schon um oder jenseits der Drei\u00dfig. Und im Gesamten gibt es bei dieser burgenl\u00e4ndisch-kroatischen zeitgen\u00f6ssischen Literatur verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig zuviel Lyrik und da noch viel zuviel Ich-Lyrik; und viel zuwenig Prosa. Was fehlt, was seit langem, eigentlich seit Jahrzehnten fehlt, ist der Roman, ist die Prosa \u201cmit langem Atem&#8220;, mit einer gr\u00f6\u00dferen Dimension und wirklichen literarischen Qualit\u00e4t und mit neuen, aktualit\u00e4ts- und wirklichkeitsbezogener Thematik. Dies w\u00fcnsche ich der burgen l\u00e4ndisch-kroatischen Literatur am meisten, weil sie dies am notwendigsten braucht, um sich entwickeln, ja um \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Vor allem aber braucht die Minderheiten-Literatur eines am dringendsten, n\u00e4mlich Leser. Davon h\u00e4ngt alles ab. Sonst brauchen wir \u00fcber diese Probleme erst gar nicht mehr zu reden; denn dann erledigt sich das alles sowieso von selbst, durch die komplette Assimilierung, durch das Aussterben der Volksgruppe und ihrer Sprache und Kultur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein es d\u00fcrfen wir auch nicht \u00fcbersehen: Wir Schriftsteller geh\u00f6ren selber zu einer Minderheit, zu der von kritischen und sch\u00f6pferischen Menschen. Und wir wenden uns auch bereits an eine Minderheit, n\u00e4mlich an die B\u00fccher-Leser. Wir machen ein Minderheitenprogramm f\u00fcr Minderheiten. Was also sind in diesem Rahmen die Schriftsteller einer ethnisch-sprachlichen Minderheit im Land, in dem sowieso die Mehrheit den Ton angibt und alles bestimmt? Aber: Wie wichtig, wie wesentlich und vor allem wie sch\u00f6n ist es, da\u00df es ein Gedicht, einen Satz zum Bedenken gibt; auch auf Slowenisch und Slowakisch, auf Kroatisch, auf Ungarisch, auf Tschechisch oder in Romanes; da\u00df es etwas Anderssprachiges als Deutsch in der \u00f6sterreichischen Literatur gibt. Es geht hier nicht um Unwichtiges, Unbedeutendes, sondern um etwas Substantielles und Wesentliches der menschlicher Kultur und Zivilisation, n\u00e4mlich um das Denken und um die Sprache. Und keines der beiden kann ohne das Andere sein. ,,Tudi najbolj preposte misli se izrecejo jeziku\u201d, sagt Fabjan Hafner in einem Gedicht. Zu Deutsch: ,,Auch die einfachsten Gedanken werden in Sprache gefa\u00dft.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-97941\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Wiplinger-Peter-Pauljpg-e1645466064828.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" \/>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber den dezidiert politisch arbeitenden Peter Paul Wiplinger lesen Sie hier eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=14676\">W\u00fcrdigung<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Verwendet man irgendwo die Bezeichnung ,,\u00d6sterreichische Literatur&#8220;, so wird mit diesem Begriff stets eine Reihe von Namen prominenter, deutschsprachiger \u00f6sterreichischer Autoren als Kenn- und Markenzeichen assoziiert, niemand aber kommt auf den Gedanken, unter dieser Bezeichnung die Mehrsprachigkeit als ldentit\u00e4tsmerkmal&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/08\/20\/die-literatur-der-volksgruppen-in-oesterreich\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":98,"featured_media":97941,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[3060,1142],"class_list":["post-87931","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-fabjan-hafner","tag-peter-paul-wiplinger"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87931","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/98"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=87931"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87931\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100680,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87931\/revisions\/100680"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97941"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=87931"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=87931"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=87931"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}