{"id":87661,"date":"2023-01-08T00:01:21","date_gmt":"2023-01-07T23:01:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=87661"},"modified":"2022-02-25T08:37:18","modified_gmt":"2022-02-25T07:37:18","slug":"die-zwiebel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/01\/08\/die-zwiebel\/","title":{"rendered":"Die Zwiebel"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war ein sehr begebenw\u00fcrdiger Tag, an dem ich geschlachtet werden sollte. (F\u00fcrchte dich nicht, glaube nur!) Der K\u00f6nig war bereit, die beiden Sekundanten warteten. Der Schl\u00e4chter war auf halb sieben Uhr bestellt; es war ein Viertel auf sieben Uhr, und ich selbst ordnete die n\u00f6tigen Vorbereitungen an. Wir hatten eine ger\u00e4umige Diele ausgew\u00e4hlt, so da\u00df viele Zuschauer bequem teilnehmen konnten. Telephon war in der N\u00e4he. Der Arzt wohnte im Nachbarhause und hielt sich bereit f\u00fcr den Fall, da\u00df von den Zuschauern jemand ohnm\u00e4chtig werden sollte. (Andenken an die Konfirmation.) Zwei gewaltige Flaschenz\u00fcge hingen unter der Decke, um mich hochzuwinden, falls ich ausgenommen werden sollte. Vier starke Knechte standen f\u00fcr Handreichungen zur Verf\u00fcgung, ehemalige russische Kriegsgefangene, breite, knochige Gestalten. (Zeitschrift f\u00fcr Haus- und Grundbesitz.) Zwei saubere M\u00e4gde waren auch zur Stelle, blitzsaubere Dirnen. Es war mir ein angenehmer Gedanke, da\u00df diese beiden h\u00fcbschen M\u00e4dchen mein Blut quirlen und meine inneren Teile waschen und zubereiten sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Diele war sauber gefegt und gewaschen. Zwei lange wei\u00dfgescheuerte Tische hatte ich an die eine Seitenwand stellen lassen; darauf standen etliche Schalen, Messer und Gabeln. Ich lie\u00df jetzt gerade ein Waschgeschirr, Wasser und Handtuch bringen, auch etwas Seife (Sunlight.) Anna und Emma, die beiden M\u00e4gde, brachten einen K\u00fcbel und einen Quirl. Es ist doch ein eigent\u00fcmliches Gef\u00fchl, wenn man in zehn Minuten geschlachtet werden soll. (Die Opfer der Mutterschaft.) Ich war bislang in meinem ganzen Leben noch nicht geschlachtet worden. Dazu mu\u00df man reif sein. Ja, \u00fcberhaupt wenn die Kartoffeln erst raus m\u00fcssen, und der Hafer ab ist, dann wirds schlecht. Wir haben \u00fcberhaupt noch keinen rechten Sommer gehabt. Zehn Minuten k\u00f6nnen sehr lang erscheinen. (Glaube, Liebe Hoffnung.) (Enten g\u00e4nsen auf der Wiese.) Es war alles bis aufs kleinste vorbereitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da kam auch schon die Prinzessin. Sie hatte ein kurzes, wei\u00dfes R\u00f6ckchen an, ein wenig kraus gesessen, aber es stand ihr gerade sehr anmutig. Der Kirchturm ist n\u00e4mlich sehr steil. Lenzesflur, in Freundschaft gewidmet. H\u00fcpft strampeln K\u00f6nigstochter Beinchen zierlich. Ich liebe diese zierlichen strampeln H\u00fcpfek\u00f6nigstochterbeinchen Schwanz wedelt saure Sahne. Sie stellte sich Tintenglas vor mir und fragte glockenrein wei\u00df Spitzen sauber: \u201eSollen Sie heute geschlachtet werden?\u201c Hei\u00df fischen Messer schie\u00dfen Blut. Ich senkte purpurn Augen und war von ihrem Gru\u00dfe begl\u00fcckt. \u201eWie sch\u00f6n bist Du, Alves B\u00e4senstiel, ein sch\u00f6ner Mann!\u201c sagte sie rot Lippen Ader kochen Blut, gl\u00fcckliche Reise! Keck spitzfaden Nase: \u201eIch bringe Dir den letzten Gru\u00df der Welt. Nonne sollst Du werden! (Mein Haus sei Deine Welt.) (Leder ohne Kopf) (Walkleder nach Nabelma\u00df.) Sie haben es sicher diese Lage recht eilig, um alles einzurichten auf diesen ernsten Tag. (Friede sei mit Dir.) Wie sind Sie so schnell reif geworden, \u00fcberreif! Wie k\u00f6nnen Sie freudig auf Ihre Reife blicken! M\u00f6ge sie Ihnen nur immer Freude bereiten! Wie sch\u00f6n, da\u00df sich das Wetter an Ihrem Schlachttage h\u00e4lt, da\u00df der Schl\u00e4chter per Rad zu Ihnen fahren kann.\u201c (Echt Br\u00fcsseler Handarbeit.) Gesund zu sein ist Gl\u00fcckes Gunst. \u201eErlauben Sie, Prinze\u00dfchen, da\u00df ich eben telephoniere. Es ist bereits halb sieben Uhr, und der Schl\u00e4chter ist noch nicht da.[\u201c] \u201eHallo! Sind Sie der Schl\u00e4chter selbst? Die Zuschauer werden ungeduldig, warum kommen Sie nicht?\u201c (Von nun an bis in Ewigkeit!) \u201eBeginnen Sie nur die Feierlichkeiten! Soeben habe ich meine Schwester als Wetterhahn auf den Kirchturm gespie\u00dft. Der Kirchturm ist n\u00e4mlich sehr steil und oben stachelt Fisch in der Peitscheluft. Der Blitzableiter war sehr verrostet und wollte nicht recht durch den Bauch meiner Schwester spie\u00dfen. Doch blank stachelt Fisch in der Peitschestank. Beginnen Sie nur mit den Formalit\u00e4ten!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich lie\u00df den K\u00f6nig rufen. \u201eMajest\u00e4t, ich befehle Euch meine sch\u00f6ne Gestalt! Befehlen Eure Majest\u00e4t \u00fcber meinen Leichnam!\u201c (Die sechsgespaltene Millimeterzeile kostet 20 Pfennig.) Der K\u00f6nig\u00a0<sup id=\"cite_ref-1\" class=\"reference\"><\/sup>winkte. (Fortuna Sch\u00e4rfmaschine.) Die beiden Sekundanten in schwarzem Gehrock und schwarzen Handschuhen, Zylinder und schwarzer Binde stellten sich zur Seite des K\u00f6nigs auf. Ein schwarzer Hund flog quer kr\u00e4chzend vorbei. Der K\u00f6nig winkte wieder. Die vier Russen, Anna und Emma machten sich bereit f\u00fcr Handreichungen. Der K\u00f6nig winkte wieder. Die Sekundanten n\u00e4herten sich mir, stellten sich vor und fragten mich nach meinem letzten Wunsche. (Schau auf zum Stern.) Ich bat darum, da\u00df die Prinzessin das gro\u00dfe Arbeiterlied singe und mich dann k\u00fcssen m\u00f6chte. (Unk\u00f6pfige H\u00e4lse, Vacheleder.) Eine Dame aus der Begleitung des K\u00f6nigs fiel ohnm\u00e4chtig zu Boden. Man holte den Arzt. Fest peitscht innig. Die Prinzessin sang:<\/p>\n<div class=\"poem\" style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: center;\">\u201eArbeiter orgelt<br \/>\ncis-d<br \/>\ndis-es<br \/>\nis-e<br \/>\ndu deiner dir dich<br \/>\n8<br \/>\n\u2013\u201c<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">das ganze gro\u00dfe Arbeiterlied. Laternenpfahl orgelt k\u00fcssen breite R\u00f6cke wogen wei\u00dfe Spitzen Ku\u00df. Schlingen Arme breite R\u00f6cke wogen Hals Spitzen warme R\u00f6hren glatten schlank[.] Frische Karpfen, Karpfen, Karpfen. (Pri\u00e8re de fermer la porte.) Bitte, bitte, T\u00fcr zu, Du Du Du! Ich liebe Dich ja so sehr! (Die Welt mit ihren S\u00fcnden.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun schlachtet mich!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der K\u00f6nig winkt wieder, der Schl\u00e4chter f\u00e4hrt vor. Das Haus ist stumm. Pro patria est, dum ludere videmur. (Blau rot gelbe M\u00e4dchenkompagnie.) (Rauchen verboten, ebenso das Inderhandhalten einer nicht brennenden Zigarre.) Zwei Knechte f\u00fchren sein Fahrrad ab. (Reichsnotopfer.) Ein Knecht bringt eine Keule, gro\u00df Ballon zitronenbleich. (Halte, was du hast!) Der Schlachter hat einen blaugestreiften Kittel wehen Tuch. (Zuckerr\u00fcbenm\u00e4dchen.[)] Oktober neigt Zeremonie Rivalen Sekundanten. \u2013 Los! \u2013 Ich Igel! \u2013 Der Schl\u00e4chter lehnt zur\u00fcck, schr\u00e4g Kopf, die Keule hinten oben. (Die h\u00f6chste Zier, die sch\u00f6nste Freud ist eine traute H\u00e4uslichkeit!) Der Schl\u00e4chter springt vor. (Das ist die Liebe!) schwingt Keule senken senken schwer schwer schwer, innig peitscht senken schwer schwer sehr sehr sehr sehr. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Sch\u00e4del brach ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun mu\u00dfte ich zusammenbrechen; also brach ich zusammen. Zusammen zusammen zusammen flach. Aaaaa aaaaa aaaaa aaaaa b. (Beifall auf allen B\u00e4nken.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was sollte nun werden? Man band meine Arme und meine F\u00fc\u00dfe an Winden, Winden winden empor. Senken schlingt flach zusammen schief ausgebreitet. (Aufruf an alle Hand- und Kopfarbeiter.) Man stach mich in die Seite. Blut rinste Eimer blau Strahl rot dick Peitsche. Dreht M\u00e4gde Quirl zusammen r\u00e4dern Eisenbahn Maschinen quirlen Emma Anna. (Unschuldsvoll zu heilgem Bund hast du heut dein Herz geweiht!) Der K\u00f6nig verlangte zu trinken. Blau sengte Flamme Mord sehr ab sehr ab. Hohl brennt der Magen Flamme Schwefel Blut. Seit der Zeit hat der K\u00f6nig keinen Bart mehr. Bleib treu der Pflicht, sei getreu. (Ueberreicht von der Schriftleitung.) Es hat n\u00e4mlich alles seine Wissenschaft. (Amplifikatores, R\u00e4tegenossenschaft f\u00fcr kapitalistischen Aufbau, Berlin.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man wollte mich ausnehmen. (Neueste Moccabonbons, Neuheit.) Umsteiger fahren Messer schlitzen zittern Eingeweide. (Friedensware.) Es war ein sehr begebenw\u00fcrdiges Gartenrestaurant. Ich f\u00fchlte tausend Freuden Retter Morgen zwanzig. Drei Lustren nur hat das im Glashaus gez\u00fcchtete Wesen gebl\u00fcht. (Brausender Be[i]fall.) Mondkalb gl\u00e4nzt innen sanft zog Eingeweide Fett Schmerz sanft entt\u00e4ubt. (Alles f\u00fcr die rote Armee.) Sauber, sauber, seid sauber M\u00e4dchen, sauber beim Waschen, da\u00df nichts verbrennt. (Gott sch\u00fctze dich.) (Gott sch\u00fctze dich.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Flamme hei\u00df, Flamme hei\u00df! Regenw\u00fcrmer spielten innen sanft in meinem Bauche, es kitzelt leise. Der K\u00f6nig gierte meine Augen. Hol, K\u00f6nigstochter, mir die Augen des Jochanaan! (Heut ziehst du aus dem Vaterhaus!) Runde Kugeln innen glatten Schleim sprangen aus die Augen sanfte H\u00e4nde voll entgegen. Auf einem Teller Messer Gabel servierte man die Augen. (Schwerh\u00f6rige und ertaubte Krieger erhalten kostenlos Rat und Auskunft.) Glatt schleimte Austern Augen senken Magen schwer. [(]Kinder unter zw\u00f6lf Jahren werden nur in Aufsicht und unter Begleitung Erwachsener zugelassen, Kinder unter acht Jahren m\u00fcssen au\u00dferdem auf Verlangen an der Hand gef\u00fchrt werden. Eintrittsgeld 50 Pfennige, mindestens aber eine Mark.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eGift!\u201c schrie der K\u00f6nig und w\u00e4lzte sich am Boden. (Die Welt zu vermehren, steht die Wiege hoch in Ehren.) \u201eTr\u00e4ume s\u00fc\u00df, ich bin vergiftet.\u201c (August hat 31 Tage, die Tage nehmen eine Stunde und 56 Minuten ab.) Ja, es ist furchtbar. \u201eHerr, ich baue auf Dich, ich hebe meine H\u00e4nde!\u201c Zwei P[i]lze wuchsen Augen Stiel glatt Knollen Milch empor und bohrten L\u00f6cher zwei in K\u00f6nigs Bauch. Stiel\u00e4ugig \u00e4ugten Augen. Stumm schreckte K\u00f6nigs Kreide. Die Prinzessin hatte ein f\u00fcrchterliches Herzklopfen. (Ayellin beseitigt den Geruch k\u00f6rperlicher Absonderungen.) Ihr Vater tat ihr so schrecklich leid. Der Arzt wurde gerufen und bem\u00fchte sich um die L\u00f6cher im Bauche des K\u00f6nigs. (Veritas vincit mit Anna Blume in der Hauptrolle.) Der alte K\u00f6nig war ohnm\u00e4chtig geworden. Furcht gipfelt Silber saiten Stein zu Stein. Die Prinzessin winkte und befahl, da\u00df ich wieder zusammengesetzt werden sollte. (So werden Bettfedern gereinigt, entst\u00e4ubt, gewaschen, ged\u00e4mpft und getrocknet.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man begann mich wieder zusammenzusetzen. Mit einem sanften Ruck wurden zuerst meine Augen in ihre H\u00f6hlen gedr\u00fcckt. (F\u00fcrchte dich nicht, Glaube, Liebe Hoffnung s[i]nd die Sterne.) Dann holte man meine inneren Teile. Es war zum Gl\u00fcck noch nichts gekocht, auch noch nichts zu Wurst zerhackt. (Vaincu, mais non dompt\u00e9.) Und doch ist man zufrieden, wenn man noch einen sch\u00f6nen Herbst kriegt. Infolge der mir eigenen inneren magnetischen Str\u00f6me schossen meine inneren Teile, sobald sie eingesetzt waren, ruckweise zusammen und hafteten fest und richtig aneinander. (Die Kunst des gl\u00fccklichen Lebens in der Ehe.) Beim Ordnen der Eingeweide waren gewisse Schwierigkeiten zu \u00fcberwinden, weil sie ein wenig durcheinander geraten waren. (Der heilige Florian ist ins Deutsche Theater \u00fcbergesiedelt. Allabendlich st\u00fcrmische Heiterkeitserfolge.) Aber ich merkte, was los war und lenkte meine magnetischen Str\u00f6me hin und her, kreuz und quer, ein zwei eins zwei eins zwei eins der Ton zerw\u00fchlen Balken im Auge. Ich zog und zerrte magnetisch an den Eingeweiden, bis alle wieder richtig an gewohnter Stelle lagen. Dabei kam mir meine Kenntnis des inneren Menschen sehr zugute. (Ein Jahr Probedienst, dann feste Anstellung als preu\u00dfischer Staatsbeamter.) Jawohl! Man hatte meine festen Teile mittlerweile zusammengesetzt<sup id=\"cite_ref-2\" class=\"reference\"><a href=\"https:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Die_Zwiebel#cite_note-2\">[WS 2]<\/a><\/sup>, nun fehlte das Blut noch. (Bordens sweet milk-chocolate.) Die M\u00e4gde hielten die Schale mit Blut unter den Stich in der Seite und quirlten umgekehrt. Der K\u00f6nig st\u00f6hnte laut. Durch meine magnetischen Str\u00f6me hob sich ein dicker Strahl Blut aus der roten Fl\u00e4che und stieg in meine Wunde in der Seite. (Was jede Frau wissen mu\u00df, darf man den M\u00e4dchen nicht sagen.) Meine Adern f\u00fcllten sich langsam, das Herz war voll, die inneren Teile nahmen Blut auf. Aber das Herz r\u00fchrte sich noch nicht, ich war noch tot. (Frisch gestrichen.) Der Schl\u00e4chter ber\u00fchrte die Wunde in meiner Seite mit dem Messer, stach tief hinein und zog das Messer heraus, und \u2013 die Wunde war zu. (Hier abtrennen und an obige Adresse senden.) Darum sollte jede Frau wenigstens nach der Eheschlie\u00dfung sich belehren. Ich hatte meine Teile nun wieder zusammen, es waren blo\u00df einige L\u00fccken, da kleine Fetzchen an den Messern haften geblieben waren. Der Wunsch und das Bed\u00fcrfnis dazu ist wohl vorhanden, aber es fehlt an Gelegenheit. Es fehlte auch ziemlich viel Blut, weil der K\u00f6nig es getrunken hatte. (F\u00fcr die Ideale des Sozialismus.) Seit der Zeit bin ich etwas blutarm. Nimm den K\u00e4fig mit nach Hause und kauf dir einen Vogel. Man senkte Winden winden Flaschenz\u00fcge hinab. Nun mu\u00dfte ich mich aufrichten, das f\u00fchlte ich, und so richtete ich mich auf; erst sehr schnell, dann immer langsamer werdend, bis ich stand. (Ruppig geworden sind mir Herz und Maul.) Im Reiche der Burgunden wuchs ein M\u00e4gdelein; ich bin ja nur ein Weib. Sei eingedenk, o Kind, wohin du ziehst! Werde fromm und gut! Bleib fromm, o Kind, tritt ohne Scheu ins Leben ein! (W\u00e4hlt sozialistisch!) Die beiden Sekundanten nahmen feierlich neben mir Platz und fa\u00dften meine H\u00e4nde. (Anfertigung von Rezepten f\u00fcr alle Krankenkassen.) Die sch\u00f6ne Kinderzeit verrann, der Kampf des Lebens f\u00e4ngt nun an. Ich war sehr gespannt darauf, wie man mich nun zum Leben wiedererwecken wollte. (Ismusordner von Jefim Golycheff.) Das Ber\u00fchren der Sammlungsgegenst\u00e4nde ist aufs strengste untersagt. Mir schwindelte. (Strindberg leise unterw\u00fchlen Stramm.) Unser guter alter Lehrer pflegte seinen Unterricht gern mit etwas Humor zu w\u00fcrzen, und das war kein Fehler. (Sonnenblick.) Ich glaube an gar nichts. (Posaunenfest.) Richtig geraten! Aufruf in schwerster Zeit an bibelgl\u00e4ubige evangelische Lehrerinnen! (Was der Mann von der Schwangerschaft und Entbindung wissen mu\u00df.) Dein Maul ist eine S\u00e4ge. [(]Zahnarzt Sonnenschein.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schl\u00e4chter nahm seine Keule wieder zur Hand (Die Trag\u00f6die der Menschwerdung.), stellte sich vor mich (das Verhalten des Mannes w\u00e4hrend der Schwangerschaft.) und legte die Keule sanft auf meinen gespaltenen Sch\u00e4del. (Rudolf Bauer ist doch ein K\u00fcnstler.) Anna Blume warten lilablaue Rosen schie\u00dft Stachel L\u00fccke Lunkebett. (Reif zum Pfl\u00fccken, innig vereint.) Teilweise Aufkl\u00e4rung verfehlt ihren Zweck. Dann sprang der Schl\u00e4chter mit einem gewaltigen Ruck zur\u00fcck. (Der Oberst ist und bleibt ein Gentleman, wenn er auch ein Idiot ist.) Die Frau mu\u00df alles wissen. Es gab e[i]nen gewaltigen Krach, als die Keule sich von meinem Kopfe l\u00f6ste. Die Gelegenheit hierzu bietet ein nur f\u00fcr Frauen bestimmtes Werk. Inhaltsverzeichnis: 1. Wie man Liebe gewinnt. \u2013 2. die gez\u00e4hmte Widerspenstige. \u2013 3. Was M\u00e4dchen beim Manne sch\u00e4tzen. \u2013 4. Etwas vom K\u00fcssen. \u2013 5. Wie man Eindruck machen kann. \u2013 6. Wenn man einen Korb erh\u00e4lt. \u2013 7. Ist die Ehescheu berechtigt? \u2013 8. Ursachen der Keuschheit. \u2013 9. Aeltere Ansichten. \u2013 10. Wie kann man Ma\u00df halten? [\u2013] 11. Ein guter Rat. \u2013 12. Ist Liebe blind? \u2013 13. Wie erkennt man echte Liebe? \u2013 14. Das Vorleben des Mannes. \u2013 15. Das Intimste vom Intimen. \u2013 16. Der neue Glaube. \u2013 17. Der dunkle Stern. Der Schl\u00e4chter sprang r\u00fcckw\u00e4rts gehend in seine urspr\u00fcngliche Ausgangsstellung zur\u00fcck. (Er soll dein Herr sein.) Die St\u00fctze der Firma aber bleibt h\u00fcbsch brav. Jamais palpitations embrass\u00e9. Die St\u00fccke meines Sch\u00e4dels flogen wieder zusammen, ich war so ungef\u00e4hr wieder heil. (S\u00fc\u00dfer Augenblick.) Puffer machste nich, und Jurken sind dich zu fett. Das Theater ist \u00fcberhaupt nur da f\u00fcr Menschen, die \u00fcberhaupt keine Menschen sind. Versand erfolgt gegen Voreinsendung des Betrages, das Buch ist reich illustriert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war ein ganz eigent\u00fcmliches Gef\u00fchl, wieder lebendig zu sein. Selterswasser Segel leuchten Duft Maria. Ich f\u00fchlte, da\u00df ich ein wenig Pose machen mu\u00dfte, und so machte ich ein wenig Pose. (Der K\u00f6nig starb gerade.) Mit gro\u00dfer Geste ging ich auf die K\u00f6nigstochter zu und reichte ihr stumm die Hand. (K\u00fcsse mich!) Die K\u00f6nigstochter fiel vor mir auf ihre h\u00fcbschen spitzen Knie. (Aus der engeren Heimat.) Der Arzt fletschte inzwischen Eisbeine. Fortsetzung der offenen Stellen in der Beilage. Sie bat mich inst\u00e4ndig, nun ihren Vater zu erretten. [(]Das Gl\u00fcck im Heidehaus.) Ich wu\u00dfte, da\u00df ich hier nicht gutm\u00fctig sein durfte, an der Gutm\u00fctigkeit erkennt man den Dummen. (Anna Blume bleibt hart.) (Gef\u00e4hrliches Alter.) \u201eDein Vater,\u201c sagte ich, \u201eder K\u00f6nig, der K\u00f6nig bleibt tot.\u201c (Schleifleder aus Seehundsfellen.) Der Arzt fiel in Ohnmacht. Ich lie\u00df dem K\u00f6nig zwei gelbe Wachskerzen in die L\u00f6cher im Bauch stecken und lie\u00df die Kerzen anz\u00fcnden. (Briefmarken werden in Zahlung genommen.) Als die Flamme durch die L\u00f6cher in den Bauch des K\u00f6nigs schlug, explodierte der K\u00f6nig. Das Volk aber brachte ein Hoch auf mich aus. (Sozialismus hei\u00dft arbeiten.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<div id=\"attachment_5286\" style=\"width: 219px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/220px-Kurt_Schwitters.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5286\" class=\"size-medium wp-image-5286\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/220px-Kurt_Schwitters-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/220px-Kurt_Schwitters-209x300.jpg 209w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/220px-Kurt_Schwitters.jpg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5286\" class=\"wp-caption-text\">Kurt Schwitters, vor 1927, auf einer Fotografie von Genja Jonas<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das literarische Werk<\/strong> von Kurt Schwitters. <i>Der Sturm<\/i>, 10. Jahrgang, Heft 7 (Oktober 1919), S. 99\u2013100, 102\u2013103<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Es war ein sehr begebenw\u00fcrdiger Tag, an dem ich geschlachtet werden sollte. (F\u00fcrchte dich nicht, glaube nur!) Der K\u00f6nig war bereit, die beiden Sekundanten warteten. 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