{"id":87274,"date":"2005-02-06T00:01:39","date_gmt":"2005-02-05T23:01:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=87274"},"modified":"2021-10-18T10:03:45","modified_gmt":"2021-10-18T08:03:45","slug":"die-ernte-schweizerischer-lyrik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/02\/06\/die-ernte-schweizerischer-lyrik\/","title":{"rendered":"Die Ernte schweizerischer Lyrik"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt drei Arten von Anthologien. Die ersten sind Dokumente der hohen Literatur, machen jedenfalls darauf Anspruch: Auswahlsammlungen, die von einem mehr oder minder berufenen Literaten nach Grunds\u00e4tzen gemacht sind, die, eingestandenerma\u00dfen oder nicht, einen normativen Charakter haben. Solche Sammlungen k\u00f6nnen gro\u00dfes Interesse besitzen. Man braucht nur den Namen Rudolf Borchardt zu nennen, um anzudeuten, in welchem Grade sie eigentliche literarische Dokumente darstellen k\u00f6nnen und als solche der Kritik ausgesetzt sind. Dies ist die zweite und seltenere Gattung viel weniger. Sie setzt sich rein informatorische Ziele. Ihr Herausgeber tritt als Person zur\u00fcck, die Auswahl, die er gibt, ist gewisserma\u00dfen die technische der Raffung und Verk\u00fcrzung in der Vogelperspektive. Die h\u00e4ufigste, aber unerfreulichste Gattung ist die dritte: ein undeutliches Ineinander eklektischer und informatorischer Gesichtspunkte sucht das m\u00fc\u00dfige Spiel eines Unberufenen f\u00fcr das Publikum interessant zu machen. Die vorliegende Sammlung ist ein reines, gegl\u00fccktes Exemplar der zweiten Gattung, die f\u00fcr die schweizerische Dichtung schon wegen der Mannigfaltigkeit der Sprachen und Dialekte an erster Stelle erfordert scheint. Und naturgem\u00e4\u00df kommt gerade die Lyrik dem anthologischen Prinzip besonders entgegen. Die Frage aber, die hier \u2013 gerade weil der Herausgeber mit Kenntnis und Umsicht seines Amtes gewaltet hat \u2013 sich einstellen k\u00f6nnte, ist: auch der schweizerischen Eigenart? Vielleicht geht Faesi eines Tages an eine Anthologie schweizerischer Prosa. Dann wird sich zeigen, da\u00df auch die Namen aller gro\u00dfen Schweizer Lyriker in ihr vertreten w\u00e4ren, w\u00e4hrend auf diesen Bl\u00e4ttern Gotthelfs Name notwendig fehlen mu\u00dfte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Ernte schweizerischer Lyrik<\/strong>. Deutsche, franz\u00f6sische, italienische, r\u00e4toromanische und lateinische Gedichte und Volks-Lieder, von Robert Faesi. Z\u00fcrich: Rascher u. Cie. 1928. 332 S.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\">\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Walter_Benjamin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-87150 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Walter_Benjamin-248x300.jpg\" alt=\"\" width=\"248\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Walter_Benjamin-248x300.jpg 248w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Walter_Benjamin-560x677.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Walter_Benjamin-260x314.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Walter_Benjamin-160x193.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Walter_Benjamin.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 248px) 100vw, 248px\" \/><\/a>KUNO erinnert an Walter Benjamin. Dieser undogmatische Denker und l\u00e4\u00dft die Originalit\u00e4t und Einzigartigkeit seiner Gedanken aufscheinen. Bei KUNO pr\u00e4sentieren wir Essays \u00fcber den Zwischenraum von Denken und Dichten, wobei das Denken von der Sprache kaum zu l\u00f6sen ist. Lesen Sie auch KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Hommage<\/a> an die Gattung des Essays.<\/figure>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Es gibt drei Arten von Anthologien. Die ersten sind Dokumente der hohen Literatur, machen jedenfalls darauf Anspruch: Auswahlsammlungen, die von einem mehr oder minder berufenen Literaten nach Grunds\u00e4tzen gemacht sind, die, eingestandenerma\u00dfen oder nicht, einen normativen Charakter haben. 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