{"id":87082,"date":"2022-03-16T00:01:18","date_gmt":"2022-03-15T23:01:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=87082"},"modified":"2022-02-20T13:13:39","modified_gmt":"2022-02-20T12:13:39","slug":"lapidargedichte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/03\/16\/lapidargedichte\/","title":{"rendered":"Lapidargedichte"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht um \u201asachliche Wirklichkeit im Sinne der existenziellen Befindlichkeit\u2018, schreibt der Autor \u00fcber seine zuletzt erschienen Gedichte. Keine Metaphern, keine \u00dcberh\u00f6hungen, nicht das Sch\u00f6ne sei angestrebt. Sogenannte \u201aLapidargedichte\u2018 nennt Wiplinger diese Lyrik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit diesem Begriff bin ich nicht einverstanden, da kann ich ihm nicht zustimmen. Diese Gedichte unterscheiden sich zwar in ihrer Stimmung und ihrem Thema aber nicht im Wesentlichen von seinem Gesamtwerk. Sie sind wie alles, was Wiplinger schrieb, vollkommen aufrichtig. Kompromisslos. Spontan. Er hatte immer die Wirklichkeit im Sinn in ihrer Sachlichkeit. Er hat sich nie mit \u00e4sthetischen Metaphern aufgehalten. Eine gewisse H\u00e4rte und Aggressivit\u00e4t hat er selten vermissen lassen<em>, die zeigen wie sehr die welt in ihn eindringt<\/em> (Der Alltagsdichter). Was er f\u00fcr Hugo Schanovsky schrieb, gilt auch f\u00fcr ihn selbst: <em>tag f\u00fcr tag \/ ein gedicht schreiben \/\/ gegen \/ den ungeist der zeit \/\/ gegen \/ den wahnsinn dieser welt\u2026tag f\u00fcr tag \/ die leise stimme \/ des gewissens erheben \/\/ nicht aufgeben \/ etwas dagegen zu sagen \/ gegen das was t\u00e4glich geschieht \/\/ tag f\u00fcr tag \/ ein gedicht schreiben \/ daran glauben es einfach tun<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nun ist das Thema ein besonderes. Jetzt geht es um die \u201aexistenzielle Befindlichkeit\u2018 in ihrer unerbittlichen Form. Die Aufrichtigkeit ist tiefer, die Gef\u00fchle sind w\u00e4rmer. Wer ein Leben lang Gedichte schreibt, wer sein Leben in Gedichte schreibt, tut dies auch in Alter und Krankheit, im Krankenhaus und \u00fcberall. In Knappheit und Reduktion tut sich eine Dramatik auf, eine asketische Tragik. Das einzelne, einfache Wort hat diese Kraft in sich ein Abgesang zu sein, der in seiner Klarheit tief ber\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Peter Paul Wiplinger l\u00e4sst uns teilhaben an dem was ihm widerf\u00e4hrt. An seinen Tr\u00e4umen und Erinnerungen, seinem Blick aus dem Krankenhausfenster im 21. Stockwerk des AKH nach einer schlimmen Diagnose. <em>n\u00fcchtern und sachlich \/ geradezu distanziert \/ \u00fcber die liebe reden \/ und auch \u00fcber den tod\u2026(<\/em>Mein Befinden). Aber sachlich hei\u00dft nicht ohne Tiefe, ohne Gef\u00fchl. Wir finden Verse auf die Sch\u00f6nheit des Lebens, auf den gl\u00fccklichen Augenblick, auf die <em>lautlose Stille <\/em>des Unsagbaren. Und die klare, schlichte Sprache gibt den Versen die suggestive Kraft der \u00dcberzeugung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte keine weiteren Textstellen zitieren, denn man sollte dieses Buch lesen. Es ist wichtig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>AUSKLANG<\/strong>, Gedichte 2010 \u2013 2020 von Peter Paul Wiplinger, edition pen L\u00d6CKER, Wien 2021<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Ausklang_Cover-e1607949176823.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-73678 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Ausklang_Cover-198x300.jpg\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"300\" \/><\/a>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong>\u00a0Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO weiterhin zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Es geht um \u201asachliche Wirklichkeit im Sinne der existenziellen Befindlichkeit\u2018, schreibt der Autor \u00fcber seine zuletzt erschienen Gedichte. 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