{"id":86571,"date":"2023-08-29T00:01:29","date_gmt":"2023-08-28T22:01:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=86571"},"modified":"2022-02-25T19:17:23","modified_gmt":"2022-02-25T18:17:23","slug":"naechtliche-schaufenster","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/08\/29\/naechtliche-schaufenster\/","title":{"rendered":"N\u00e4chtliche Schaufenster"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn ich sp\u00e4t nach Mitternacht in der Potsdamerstra\u00dfe nach Hause ging, eilte ich mich meistens nicht sehr, denn die Nachtluft kam mir erfrischend entgegen. Sie war wie ein Wanderer, der aus Grenzw\u00e4ldern \u00fcber Fl\u00fcsse und Seen herkam und \u00fcber Berlin hinschritt. Und w\u00e4hrend ich von einer Laterne zur andern ging, war die Nachtluft schon \u00fcber die Provinz Brandenburg fortgezogen an die Elbe, an den Rhein, und im Vor\u00fcbergehen hatte sie mich leicht verhext und hatte mir Meilengedanken gegeben, so da\u00df ich darnach nicht mehr zwischen Laternen weiter ging, sondern fort \u00fcber mich selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf einer Plakats\u00e4ule sah ich in einer Nacht einen gro\u00dfen Tigerkopf. Darunter stand \u201eIndien in Berlin\u201c. Der gefleckte Tigerkopf sah aus gelbem Bambusr\u00f6hricht heraus und war ein praller Katzenkopf; \u00fcber ihm lag ein bleichblau gemalter Himmel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Weile schien mir dann, als ginge ich\u00a0durch indische Dschungeln, indessen ich doch nur auf dem Streifen breiter Pflasterplatten wandelte, die sich als eine lange Zeile in der Mitte des B\u00fcrgersteiges hinzogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die vielen offenen und dunkeln Schaufensterscheiben glitzerten neben mir wie mondbeschienene Gew\u00e4sser auf, \u00e4hnlich den heimlichen Tr\u00e4nkest\u00e4tten von Raubtieren, die unh\u00f6rbar durch die Dschungeln schleichen. Eine Autohuppe br\u00fcllte manchmal in einer Nebengasse. Dieser Laut wurde mir fast zu L\u00f6wengeheul. Und schleifte der Gummireifen eines vorbeisausenden Autos mit surrendem Laut \u00fcber den glatten Asphalt des Fahrdammes, dann waren da in der Vorstellung galoppierende Dickh\u00e4uter, pfauchende Nashornherden und aufgescheuchte Scharen von Nachtv\u00f6geln, die vorbeifegten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich blieb an einem Schaufenster stehen. Das kannte ich gut. Dort stand ich immer eine Weile in jeder Nacht und nahm mir vor dem Schlafengehen Zeit, die lebende gefiederte Ware einer Vogelhandlung zu bedauern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da waren chinesische Nachtigallen in Drahtk\u00e4figen mit roten Schn\u00e4beln und gr\u00fcngelber Brust. Und smaragdgr\u00fcne Sittiche aus Australien\u00a0und afrikanische Finken, silbergrau wie deutsche Schwalben und mit korallenroten Schn\u00e4beln. In einem K\u00e4fig allein sa\u00df eine deutsche schwarze Amsel, und ein anderer K\u00e4fig war voll mit zitronengelben Kanarienv\u00f6geln. Da waren auch K\u00e4fige mit Turteltauben, deren Federleib war silbrig und wei\u00df wie Holzasche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle diese V\u00f6gel sa\u00dfen in ihren Drahtzellen wie bestrafte Verbrecher. Die meisten von ihnen waren zwar im K\u00e4fig geboren, aber ich mu\u00dfte nachgr\u00fcbeln, was wohl ihre Vorfahren in China, Afrika, Australien begangen haben mochten, da\u00df ihre Kindeskinder hier, verbannt und gefangen, im Schaufenster der Potsdamerstra\u00dfe ihre Lebenstage verbringen mu\u00dften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das elektrische Licht der n\u00e4chsten Stra\u00dfenlaterne sah schrecklich grell durch die gl\u00e4nzenden Drahtst\u00e4be der Gitter auf die d\u00fcnnen geschlossenen Augenh\u00e4ute der kleinen unruhigen Schl\u00e4fer. Das scharfe unnat\u00fcrliche Licht mu\u00dfte noch den Schlaf der Gefangenen schmerzhaft machen. Und die br\u00fcllenden Autohuppen, deren Fahrzeuge mit Gedr\u00f6hn w\u00e4hrend der ganzen Nacht die gro\u00dfe Stadt durchrasten, mu\u00dften die feinen musikalischen Ohren der Singv\u00f6gel noch im Schlaf qu\u00e4len.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">V\u00f6gel, die gew\u00f6hnt sind, in lauschigen Buschverstecken in der Urstille ewiger W\u00e4lder zu nisten, zu picken, zu flattern und die gr\u00fcnen D\u00e4mmerungen der Bl\u00e4ttergeh\u00e4use alter B\u00e4ume zu durchfliegen, hatten hier einen kaum fu\u00dfbreiten Raum zwischen den blitzenden Metallgittern. Aber sie schienen sich sanft und g\u00fctig zu bescheiden und schienen mir weiser zu sein als ihre gefangenen W\u00e4rter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einmal hatte ich am Tage hier an dem Schaufenster um die Mittagstunde mit den H\u00e4nden in den Taschen einen armen, ganz d\u00fcrftig gekleideten Arbeiter stehen sehen. Der schien sich in das Leid der V\u00f6gel hineingedacht zu haben. Er sah and\u00e4chtig jedes Tierchen an und war verwundert, wie mir schien, da\u00df diese sch\u00f6nen gefl\u00fcgelten Gesch\u00f6pfe kein besseres Schicksal hatten als das des Gef\u00e4ngnisses. Nicht einmal ihren Gesang konnten sie genie\u00dfen. Denn es singen die verschiedenen Vogelarten zu gleicher Zeit l\u00e4rmend durcheinander. Es sang der Weltteil Afrika, der Weltteil Australien, der Weltteil Asien. Die Spitzen der Flugfedern an Schwanz und Fl\u00fcgeln haben sich die V\u00f6gel an den Gittern abgesto\u00dfen. Am Tag fallen ihnen die Augen vor M\u00fcdigkeit zu, und nachts\u00a0rei\u00dfen sie sie auf vor Schrecken und gequ\u00e4lt von dem stechenden, kaltwei\u00dfen Bogenlicht der Stra\u00dfe und von den w\u00fctend jagenden Automobilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um zwei Uhr, drei Uhr, vier Uhr nachts r\u00fccken die armen V\u00f6gel immer noch unruhig hin und her, zu m\u00fcde, um wach sein zu k\u00f6nnen, und zu wach gehalten, um einschlafen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kam mir unbehaglich wie ein gro\u00dfer wandelnder Turm vor, solange ich vor den winzigen V\u00f6gelchen stand, und so ging ich weiter, an den Glasw\u00e4nden der Schaufenster entlang. Es ist da auch ein Blumenladen, den eine Dame besitzt, die am Tage immer mit sch\u00f6nen frauenhaften Bewegungen frische Blumen dort ausstellt, geschmackvoll in Vasen und K\u00f6rben geordnet, und die ein Band oder ein Buch in die N\u00e4he der Blumen legt und an den grauen Wandschirm, der im Hintergrund des Schaufensters steht, ein Bild hinh\u00e4ngt, das einer beliebten T\u00e4nzerin, oder einen alten Kupferstich, darstellend eine l\u00e4ngst verstorbene Prinzessin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier erhole ich mich etwas von meinem Leid. Vielleicht leiden abgeschnittene Blumen ebensoviel wie eingesperrte V\u00f6gel. Aber sie\u00a0sind nicht Fleisch und Blut, und deshalb leide ich bei ihnen ebenso wenig, als ich mit meinen Haaren leide, wenn ich sie schneiden lasse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie gerne m\u00f6chte ich einer Einbrecherbande angeh\u00f6ren, dachte ich neulich. Die m\u00fc\u00dfte aber nicht einbrechen des Diebstahls wegen, sondern der Ordnung wegen. Dann w\u00fcrde ich nachts die T\u00fcr der Vogelhandlung aufbrechen und mit meinen Spie\u00dfgesellen alle K\u00e4fige herausholen. Fliegen w\u00fcrde ich die V\u00f6gel nicht lassen. Sie w\u00fcrden sonst verhungern und erfrieren. Ich w\u00fcrde aber die T\u00fcr auch des Blumenladens aufbrechen, und dort in der lauwarmen Luft wollte ich alle Futtern\u00e4pfe der V\u00f6gel zwischen die Schalen der Anemonenvasen stellen, zwischen die K\u00f6rbe voll Hyazinthen, zwischen die dicken Efeukr\u00e4nze und um den hohen Krug, darin die Weidenruten voll Silberk\u00e4tzchen stecken. Und \u00fcber den T\u00f6pfen der Mimosen bei den gespenstig geformten Figuren der Orchideenbl\u00fcten und bei den geisterhaft wei\u00dfen Bechern der Callabl\u00fcten, dort w\u00fcrde ich die fliegenden Bewohner von Afrika, Australien und Asien es sich wohl sein lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige H\u00e4user weiter von dieser Blumenhandlung\u00a0ist, ehe ich zu meiner Haust\u00fcre komme, noch solch ein exotischer Sklavenmarkt. Dort sitzen im Schaufenster neben kleinen Affen und Papageien in winzigen K\u00e4figen wei\u00dfe M\u00e4use und in Gl\u00e4sern Laubfr\u00f6sche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kein Schaufenster von ganz Berlin ist am Tage so von Leuten aller St\u00e4nde besucht wie dieses, an dem ich immer vor\u00fcber mu\u00df, wenn ich aus dem Hause trete. Dort habe ich Bekanntschaft gemacht mit einem Mammosett\u00e4ffchen. Ich habe keine Ahnung, warum das Tier Mammosett hei\u00dft. Aber der Name steht auf einem Zettel am K\u00e4fig. Und ich denke immer, der Name m\u00fc\u00dfte von Mimose kommen, da das Tier von mimosenhafter Empfindsamkeit ist. \u201eWird sehr zahm\u201c steht auch daneben. Das glaube ich gern. Gew\u00f6hnlich, wenn die Tiere sehr zahm geworden sind, sterben sie weg, wie jenes Pferd, von dem der Bauer behauptete, da\u00df es von der Luft allein leben k\u00f6nnte, und das starb, als es sich eben ans Hungern gew\u00f6hnt hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mammosett erschien um die Weihnachtszeit im Schaufenster. Trotzdem es in diesen Tagen Lawinen schneite, blieben alle Leute stehen, um Mammosett zu betrachten. Das winzige, nur handgro\u00dfe \u00c4ffchen ist \u201edas kleinste \u00c4ffchen\u00a0der Welt\u201c, \u2013 das steht auch auf dem Zettel am K\u00e4fig. Aber ich finde, trotzdem h\u00e4tte man Mammosett nicht in einen Kanarienvogelk\u00e4fig sperren d\u00fcrfen. Denn auch seine Winzigkeit verlangt Bewegung und Freiheit. In den ersten Tagen sprang das Tierchen wie irrsinnig in seinem K\u00e4fig herum, \u00e4hnlich den wei\u00dfen Tanzm\u00e4usen in den Nebenk\u00e4figen, die Tag und Nacht um eine Spule rennen. Die kamen mir immer vor wie kleine tanzende Derwische, die heftig rund herum rennen, damit sie eines Tages tot umfallen und so aus der Gefangenschaft des Lebens befreit sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich erkundigte mich in der Tierhandlung, was Mammosett kostet. Aber ich h\u00f6rte am selben Tag von einer Dame, da\u00df diese \u00c4ffchen, wenn sie zahm werden, alles zerrei\u00dfen, was ihnen unter die Finger kommt. Seit ich das wei\u00df, m\u00f6chte ich auch hier beim Mammosett\u00e4ffchen Einbrecher werden und Mammosett befreien. Und ich hab mir schon eine Geschichte ausgedacht, wie dieses Mammosett\u00e4ffchen, frei gelassen, alle seine Mitgefangenen, die Papageien, die M\u00e4use und die Laubfr\u00f6sche, und zuletzt den Tierh\u00e4ndler selbst in kleine St\u00fcckchen zerrei\u00dfen w\u00fcrde. Vom Tierh\u00e4ndler m\u00fc\u00dfte das \u00c4ffchen jeden Tag nur ein\u00a0St\u00fcckchen abrei\u00dfen, einmal ein Ohrl\u00e4ppchen, einmal einen Nasenfl\u00fcgel, einmal einen Haarschopf, bis der Tierh\u00e4ndler dal\u00e4ge wie ein zerst\u00fcckelter Brief im Papierkorb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt, nach zwei Monaten, ist das \u00c4ffchen in seinem K\u00e4fig ruhiger geworden, \u201ezahm\u201c w\u00fcrde der Tierh\u00e4ndler sagen. Ich sage \u201etodesmatt\u201c. Es kauert in einem H\u00e4ufchen Holzwolle und knabbert manchmal an einem Kuchenst\u00fcck und zittert den ganzen Tag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Stange des K\u00e4figs, darauf eigentlich ein Kanarienvogel sitzen sollte, kauert m\u00fchsam das \u00c4ffchen. Die Stange ist zu schmal, und es f\u00e4llt oft herunter. Wenn es sich in dem winzigen Gitterraum bewegen wollte, m\u00fc\u00dfte es sich rund um sich selbst bewegen wie die wei\u00dfen M\u00e4use und m\u00fc\u00dfte irrsinnig werden. Weil es aber ein sanftes Tierchen ist, so will es keines irrsinnigen, sondern eines sanften Todes sterben. Es wird also scheinbar zahm, das hei\u00dft, es sitzt auf einem Fleck und stirbt langsam ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn ich die n\u00e4chtlichen Stra\u00dfen hinauf und hinunter sehe, so scheinen mir die menschlichen H\u00e4user auch nichts anderes als steinerne K\u00e4fige zum Zahmwerden und zum Absterben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An einer Stra\u00dfenecke stand w\u00e4hrend zweier\u00a0Monate in jeder Nacht um zwei, drei, vier Uhr eine und dieselbe Frau. Sie war gekleidet wie eine Hausmeisterin in ein einfaches Hauskleid und hatte nur ein wollenes Tuch \u00fcber dem Kopf und \u00fcber der wollenen Manteljacke. Armselig, aber atemlos lauernd, stand sie immer am selben Fleck. Sie <i>wartete<\/i> nicht auf jemanden, aber sie <i>horchte<\/i> nach jemandem hin. Sie horchte nach der Richtung einer Haust\u00fcre hin. Sie war eine vertrocknete, abgearbeitete Frau, die sich durch Spionage einen Nachtverdienst machte, das erfuhr ich eines Abends. Im Haus aber, das sie behorchte, sang oft in der Nacht im Oberstock eine Frauenstimme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn ich mit Freunden dort vorbei ging, oder wenn ich allein aus Theatern und Gesellschaften kam, immer stand diese Aufpasserin an dem Gitter des Vorgartens, angewurzelt wie ein Baum. Immer horchte sie nach jener Haust\u00fcre hin, aber nicht immer sang die Frauenstimme in der einzelnen Villa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eines Abends, als ich eben wieder von meiner Vogelhandlung und von dort zur Blumenhandlung und von dort zum Mammosett\u00e4ffchen gewandert war, kam eine vornehme Dame aus dem Schatten eines Haustores.\u00a0Sie schien mir wie von der Nachtluft aus irgend einer fremden Stadt hergeweht auf die Potsdamer Stra\u00dfe. Vielleicht hatte sie mich schon l\u00e4ngst beobachtet und hatte mich bei den gefangenen V\u00f6geln, dann bei den gefangenen Blumen und jetzt bei dem gefangenen \u00c4ffchen stehen sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eO, mein Herr,\u201c sagte sie, \u201edarf ich Sie um einen Dienst ersuchen?\u201c Und ihre Stimme war wehklagend wie die Stimme einer Gefangenen. \u201eW\u00fcrden Sie mir den Gefallen tun, jene Frau dort um die Ecke anzureden und zu fragen, warum sie immer Nacht f\u00fcr Nacht dort steht, und wer sie dort hingestellt hat zum Aufpassen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eGern,\u201c sagte ich. \u201eIch bin selbst neugierig, es zu wissen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch werde Sie hier erwarten,\u201c sagte die erregte Dame. Ihre Brust hob und senkte sich, und ihr zitternder Atem kam wie ein feiner Nebel aus ihrem Schleier und verfl\u00fcchtigte sich in der eisigen Nachtluft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser feine graue Hauch auf den Lippen der sichtbar Ge\u00e4ngstigten, trieb mich zur Eile an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich ging und zwang meine Schritte, da\u00df sie m\u00f6glichst gleichg\u00fcltig schienen. Ich bog um\u00a0die Stra\u00dfenecke und ging dort zuerst an dem horchenden kleinen \u00e4ltlichen Weib vorbei. Ich sah sie gar nicht an. Dann wendete ich wieder einige Schritte um und ging langsam denselben Weg zur\u00fcck. Dabei betrachtete ich die Aufpasserin genau, denn sie sah mir unter der Laterne, wo sie stand, ins Gesicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr dumpfrotes dickes Kopftuch war ein wenig vom Sch\u00e4del zur\u00fcckgerutscht, und sie sah mit dem grauen platten Haar elend und armselig aus. Aber ihre kleine Stirn hatte etwas hartn\u00e4ckig Ausdauerndes wie ein Stein, den man vergeblich auf Steine st\u00f6\u00dft und der nicht zerspringt. Mager und blutleer, ausgek\u00e4ltet von ewigen Nachtfr\u00f6sten, stand sie dort. Aber nicht zusammengekauert vom Elend, sondern verzweifelt, halsstarrig wie ein Nagel, der spitz aus einer Kiste heraussteht, und an dem sich alle Vor\u00fcbergehenden die Kleider zerrei\u00dfen. Der Nagel aber weicht nicht, er sticht und rei\u00dft jeden in die Haut, der unvorsichtig in seine N\u00e4he kommt. So stand diese Gestalt seit Monaten von Mitternacht bis zum Morgengrauen und wich nicht und \u00e4nderte ihren Standplatz nie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie hatte keinen wirklichen Blick in ihren\u00a0Augen. Trotzdem sie mich anstarrte, schien sie mich nicht zu sehen. Sie horchte nur, immer weilte ihre Aufmerksamkeit nur in ihren Ohren. Man merkte es ihr aber an, da\u00df sie gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfig, auf Bestellung und f\u00fcr Bezahlung dastand, denn sie zeigte in Haltung und Miene \u00e4rmlich weiblichen Pflichteifer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSagen Sie mir,\u201c fragte ich laut und dabei l\u00e4chelnd und blieb eine Sekunde im Gehen stehen, \u201ewarum um Gottes willen warten Sie Nacht um Nacht bis zum Morgen hier? Ich habe Sie nun schon oft beobachtet. \u2013 D\u00fcrfen Sie es nicht sagen?\u201c fuhr ich fort, als sie schwieg. Sie hatte mich einen Augenblick von der Seite angesehen, beinahe ebenfalls belustigt wie ich, dann aber starrte sie mit abgewendetem Gesicht nach einer andern Himmelsrichtung, wie ein Hund, den man anredet, und der fortsieht und sich besinnt, ob er b\u00f6se werden soll oder nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNa, wenn Sie es nicht sagen wollen,\u201c sagte ich gedehnt und wartete, um ihr Zeit zu lassen. Sie aber sah immer starr in die Seitenstra\u00dfe und r\u00fchrte sich nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn Sie nichts sagen d\u00fcrfen \u2013,\u201c lachte ich und ging langsam und nahm mir vor, wenn\u00a0nicht heute, dann doch morgen von neuem zu fragen. Aber diese Frau w\u00fcrde sicher nie antworten, sagte ich mir zugleich. Sie mu\u00dfte ihr Geld verdienen und verdiente es nur, wenn sie schwieg und horchte. Mir schien, man h\u00e4tte ihr ein Stemmeisen zwischen die Lippen sto\u00dfen k\u00f6nnen, sie h\u00e4tte keinen Laut von sich gegeben und den Mund nicht ge\u00f6ffnet. Dieses war mein Eindruck. Welch schrecklicher Gefangenw\u00e4rter war sie! Und wessen Gef\u00e4ngnis mochte sie bewachen? \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bog in die Seitenstra\u00dfe und ging bis zur Potsdamer Stra\u00dfe zur\u00fcck. Dort fand ich die Dame im Schatten eines tiefen Haustores, auch stand ein Automobil am Stra\u00dfenrand, dessen T\u00fcr offen war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich sch\u00fcttelte von weitem den Kopf, und die Fremde nickte und kam mir entgegen. \u201eIch wu\u00dfte, da\u00df diese Kreatur nichts verraten w\u00fcrde,\u201c klagte die Dame entt\u00e4uscht. \u201eIch habe sie neulich bereits selbst gefragt und habe sie befragen lassen, aber sie antwortet niemandem. Sie bewacht n\u00e4mlich die Haust\u00fcre einer ungl\u00fccklichen Freundin von mir. Und ich m\u00f6chte wissen, ob der ungetreue Mann meiner Freundin oder andere Leute diese reinste aller Frauen beobachten\u00a0lassen, um sie in Verdacht zu bringen.\u201c Sie dankte mir dann und entschuldigte sich und ging zum Auto, das ein Privatwagen war. Ich hatte das Fahrzeug vorher in meiner \u00dcberraschung, und da ich in Gedanken am Schaufenster bei dem Mammosett\u00e4ffchen gestanden hatte, gar nicht bemerkt. Der Wagenschlag wurde vom Kutscher zugeworfen, und die Dame flog wie der Nachtwind aus meiner Sehweite fort. Ich stand und wunderte mich eigentlich gar nicht. Denn da\u00df ein Geheimnis, eine Grausamkeit, eine Ungerechtigkeit mit der geheimnisvollen nachtwachenden Kreatur dr\u00fcben um die Stra\u00dfenecke in Verbindung stand, das hatte ich mir schon lange gedacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An einem der n\u00e4chsten Abende begleitete ich eine mir befreundete Dame vom K\u00fcnstlertheater nach Hause, und da es eine sternhelle Nacht war, wollte meine Begleiterin nicht fahren, sondern sie wollte schlendern und die Nachtluft atmen. Wir kamen in der Nettelbeckstra\u00dfe an dem Schaufenster eines Juweliers vor\u00fcber, das die ganze Nacht \u00fcber beleuchtet dasteht. In diesem Laden gibt es nur alte Schmucksachen, alte Familienschmuckst\u00fccke, Familiensilber, altmodische Fingerringe. Da sind viele ergraute Perlen, m\u00fcde gewordene Edelsteine, graue\u00a0<span id=\"190\" class=\"pagenum\" title=\"Seite:De Geschichten aus den vier Winden Dauthendey.djvu\/191\">\u00a0<\/span>matte Rosensteine in grauen, tr\u00fcb gewordenen Silberfassungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir standen und lie\u00dfen unsere Augen w\u00fchlen und freuten uns, uns gegenseitig zu \u00fcberraschen mit unserer Vorliebe f\u00fcr die verschiedenen Steine, indem wir in allen Verstecken des Schaufensters nach besonders edlen Fassungen und besonders sch\u00f6nen Schmuckst\u00fccken suchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei diesem l\u00e4ssigen Spiel kam mir der Gedanke, da\u00df die alten Schmuckwaren hinter der Glasscheibe mehr Sorge als Freude in sich tr\u00fcgen, und da\u00df das Schaufenster aussah wie voll Gefangener, die da, herausgerissen aus ihren Lebenswegen, warten mu\u00dften, bis sie aus dem Fenster befreit w\u00fcrden, bis sie wieder an warmen Menschenh\u00e4nden, an zarten Frauennacken, in Frauenhaaren und an Frauenwangen leuchten, aufleben und frei sein durften. Denn das Leben der Steine beginnt erst, wenn sie in Sch\u00f6nheit getragen werden, bei festlichem Licht und festlichem Blut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ich mu\u00dfte bei den alten gefangenen Edelsteinen an die Schaufenster voll gefangener V\u00f6gel, Blumen und Affen denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich sagte dieses zu meiner Begleiterin, und im Anschlu\u00df an die Erz\u00e4hlung von meinen\u00a0n\u00e4chtlichen Schaufenstern berichtete ich ihr auch mein Erlebnis mit der Dame und der Aufpasserin, die jenes Haus alln\u00e4chtlich bewachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Freundin wollte sofort, da\u00df wir die Aufpasserin besuchen sollten. Wir kamen dann vor jenes Haus, aber wir vermieden die H\u00e4userseite und gingen unter den winterkahlen B\u00e4umen der anderen Stra\u00dfenseite am Rande eines schwarzen Kanalwassers entlang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sahen die Frau wieder horchend am Eisengitter des Vorgartens stehen, oben aber in der Villa, deren T\u00fcr die Aufpasserin ins Auge gefa\u00dft hatte, waren zwei erleuchtete Fenster.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Begleiterin, die ein sehr feines Geh\u00f6r besitzt, sagte pl\u00f6tzlich zu mir: \u201eH\u00f6ren Sie doch, im Hause singt eine Frauenstimme!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir standen hinter einem breiten Baumstamm still, und in den Pausen, die zwischen dem L\u00e4rm vor\u00fcbersausender Autos nur sekundenweise eintraten, h\u00f6rten wir einen wundervollen Gesang. Dazu die feine Begleitung eines Instrumentes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich h\u00e4tte die Autos aufhalten m\u00f6gen, die sich immer wieder an dem Kanal und der Baumreihe entlangst\u00fcrzten und die mich nur kleine St\u00fccke des gro\u00dfen Liedes auffangen lie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEine S\u00e4ngerin,\u201c sagte meine Begleiterin mit begeisterten Augen. \u201eUnd zwar mu\u00df es eine gro\u00dfe S\u00e4ngerin sein, denn ihre Stimme ist herrlich.\u201c \u201eSie singt,\u201c sagte ich, \u201esie singt so ersch\u00fctternd und ergreifend. Es ist, als schluchzt sie die T\u00f6ne, als w\u00e4re sie eine weinende Quelle in einem heiligen Hain, wo die B\u00e4ume dunkel und feierlich nicht rauschen d\u00fcrfen, solange die Quellenstimme singt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir standen lange still. Dann verdunkelte sich oben das eine Fenster, und f\u00fcr einen Augenblick erschien der dunkle Umri\u00df einer sch\u00f6ngebauten Frauengestalt hinter dem Vorhang, die in Haltung und Wuchs edel war wie ihr Lied. Es war eine hoheitsvolle m\u00fctterliche Erscheinung. Der Kopf schien in den bestirnten Nachthimmel zu schauen, und mir war, als tr\u00fcge sie noch die Rhythmen des Liedes wie gro\u00dfe Schwingen an ihrer aufgerichteten Gestalt. Das Aufpasserweib unten am Vorgarten stierte hoch und ging langsam, wie beunruhigt, einige Schritte von der Haust\u00fcre fort. Dann wurde nach einer Weile das Licht oben ausgel\u00f6scht. Das Haus lag wie ein toter K\u00e4fig bei den andern H\u00e4userk\u00e4figen. Und die Aufpasserin stand wieder an ihrem Platz wie eine Schildwache. Wir gingen dann weiter.\u00a0Meine Begleiterin war nachdenklich geworden. Sie schien im Geist in jenes Haus eingedrungen zu sein, um die bewachte und singende Frau dort auszuforschen. Aber sie schien dabei ebenso wenig eine Antwort zu bekommen wie ich damals, als ich die Aufpasserin in jener Nacht gefragt hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSie ist ungl\u00fccklich und kann dabei noch singen, wundersch\u00f6n singen, verstehen Sie das?\u201c fragte sie mich dann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas tun die Nachtigallen auch, die ungl\u00fccklich sind, wenn sie eingesperrt sind, sie singen um so sch\u00f6ner, je dunkler es um sie wird,\u201c mu\u00dfte ich erwidern. \u201eAber warum ist sie bewacht, wenn sie engelrein ist, wie ihre Freundin sagte? Verstehen Sie das?\u201c fragte sie mich hartn\u00e4ckig weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Schuldige belauert immer den Unschuldigen. Ihr Mann soll ihr untreu sein, hat jene Dame neulich nachts gesagt,\u201c suchte ich zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAber warum trennen die beiden sich nicht, warum? K\u00f6nnen Sie mir das erkl\u00e4ren?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas kann ich nicht erkl\u00e4ren,\u201c sagte ich darauf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAber Sie m\u00fcssen es mir erkl\u00e4ren,\u201c bat meine Begleiterin \u00e4ngstlich. \u201eIch f\u00fchle, ich\u00a0kann in dieser Nacht nicht schlafen und werde immer an jene singende Frau denken m\u00fcssen, die ihren Gram, ihren Herzkummer und ihre Einsamkeit sich fortsingen mu\u00df.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und welche Stimme, dachte ich bei mir: so singen nur die Erzengel vor Gottes Thron, so m\u00e4chtig, wenn sie aufweinen \u00fcber die Schmerzen der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eErkl\u00e4ren Sie mir das Geheimnis! Erkl\u00e4ren Sie mir, wie kann man Ungerechtigkeit erdulden, ohne sich zu wehren?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWie wehren sich die gefangenen Singv\u00f6gel, wie wehren sich wehrlose Frauen? Sie singen aus Notwehr, wenn sie Stimme und angeborene Musik in sich tragen; sie singen sich ihr Weh vom Leibe. Sie singen sich vom Gift der Qualen frei. Anders wehren sich die, die innerlich singen k\u00f6nnen, nie.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-100190\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Max_Dauthendey-e1645708408981.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"300\" \/>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/h5>\n<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die von Farben und T\u00f6nen bestimmte ungebundene und rhythmische Lyrik machte Dauthendey zu einem der bedeutendsten Vertreter des Impressionismus in Deutschland. Seine Werke sind bestimmt von der Liebe zur Natur und deren \u00c4sthetik. Mit virtuoser Sprachbegabung setzte er seine Sensibilit\u00e4t f\u00fcr sinnenhafte Eindr\u00fccke in impressionistische Wortkunstwerke um. Bereits seine erste Gedichtsammlung von 1893 mit dem Titel \u201eUltra-Violett\u201c l\u00e4sst die Ans\u00e4tze einer impressionistischen Bildkraft erkennen, die dichterisch gestaltete Wahrnehmung von Farben, D\u00fcften, T\u00f6nen und Stimmungen offenbart. In seiner sp\u00e4teren Natur- und Liebenslyrik steigerte sich dies bis zur Verherrlichung des Sinnenhaften und Erotischen und traf sich mit seiner Philosophie, die das Leben und die Welt als Fest, als panpsychische \u201eWeltfestlichkeit\u201c begriff. Rilke bezeichnete ihn als einen \u201eunserer sinnlichsten Dichter, in einem fast \u00f6stlichen Begriffe\u201c.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Wenn ich sp\u00e4t nach Mitternacht in der Potsdamerstra\u00dfe nach Hause ging, eilte ich mich meistens nicht sehr, denn die Nachtluft kam mir erfrischend entgegen. 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